Peter Behrens
Das Gesetz der Träume

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Meine Zusammenfassung
"Mi an Ocrais" - der hungrige Monat, die Zeit, bevor die neuen Kartoffeln geerntet werden. Nur zu dieser Zeit war der Vater anwesend, sonst war er als Arbeiter unterwegs. -
Und kurz bevor sie mit der Arbeiten der Ernte ihres Brotherrn begannen, zogen Vater und Mutter 3 Tage umher, Fergus musste die kleine Schwester derzeit versorgen; wenn sie dann zurückkamen, zerkratzt, mit Gras im Haar und mit sonnverbrannten Gesichtern, wusste Fergus, sie hatten es miteinander getrieben, im Gras geschlafen und *poitin* getrunken, von Lust und Liebe und Vogeleiern gelebt. Die Mutter zu Fergus: " Das Leben brennt heiß, Fergus. Zu heiß".

Fergus, der 15-jährige Protagonist, verlässt 1846 Irland. - Die Kartoffelernte war ausgefallen, bzw. alle Kartoffeln waren nicht essbar. - Von ihren Verpächtern war keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil, die Pächter entledigten sich der nun überflüssigen Arbeiter die in Hütten auf ihrem Grund und Boden lebten, durch Abrennen. -
Als die Hütte von Fergus' Familie eines Tages auch brannte, konnte er nichts retten, seine Eltern, die fast verhungert und todkrank in der Hütte lagen, verbrannten lebendigen Leibes. -

Er musste fliehen, und so begann seine Reise, die zunächst von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools, und schließlich auf die andere Seite der Welt, nach USA führt.
Er erlebt zahlreiche Abenteuer, sie alle werden sehr spannend geschildert. -
In Liverpool schließlich landet er in einem Freudenhaus, wo er gesund gepflegt und neu eingekleidet wird. Er sollte eigentlich als männliche Prostituierte arbeiten, brachte das aber nicht fertig. - Dennoch wurde er von allen Huren und der Chefin verwöhnt und umhätschelt. -
Er lernt jemanden kennen, und er macht sich weiter auf den Weg, er hat ja als Ziel die neue Welt, Amerika.

Interessant sind nicht nur die Schilderung, sondern immer wieder seine Gedanken, die kursiv zu sehen sind, poetisch, tiefsinnig, aussagekräftig. Und immer wieder die Gedankengänge, die zitiert werden:
"Auf Wanderschaft zu sein, war seltsam, eine Art Sucht, eine Art Vollkommenheit. Aber es kam eine Zeit, da musste man innehalten, sonst wanderte man womöglich geradewegs aus sich selbst heraus. Nichts leichter als das."
Als er mit Molly am Kai ist und auf ein Schiff wartet, das sie mitnimmt: "Während sie umgeben von anderen Emigranten auf dem Kai am Princes Dock warteten versicherte Fergus sich selbst, dass Molly und er auf jeden Fall überleben würden, egal welche schicksalsträchtige Hand sich nach den anderen ausstrecken mochte…………. - - - Sie konnten in den kältesten Gedanken leben, am dunklen Grund ihrer selbst. Was immer nötig war. Sie waren Partner auf Gedeih und Verderb, zäh und hart. Sie würden überleben."
Die Überfahrt in einem Frachtraum des Schiffes, überladen, mit vielen Kranken, oft auch Toten, schlechte Verpflegung, Seekrankheit, Seuchen…. wird geschildert. - unbeschreiblich wie es zuging. Wie das ja bekannt ist von anderen Erzählungen von Emigranten auf diesen Schiffen.

Als er einen Pelzhändler kennenlernt, der für sein weiteres Leben von Bedeutung werden sollte, aus einem Gespräch mit ihm:
"Ich höre Ihnen zu, oder? Wahrscheinlich ergibt das alles schon einen Sinn, irgendwann." - - "Es gibt vieles, das nie einen Sinn ergibt. Das Leben stürmt auf einen zu, umweht von vielen fröhlichen Bändern, und erst, wenn es schon ganz nah ist, kann man erkennen, ob es tatsächlich Bänder sind oder ob es Blut ist. Für mich ergibt nur sehr wenig einen Sinn, aber ich weiß, dass ich gerne in einem Kanu sitze und es schon immer gern getan habe."

Im Mai 1847, Kanada. Molly gibt es nicht mehr, Fergus schließt sich dem Pelzhändler, Ormsby, an und sie machen sich auf die Reise, die sieben Wochen dauern soll, nach Rupert's Land. Ormsby bietet ihm in seinem Geschäft einen Posten an. - Aber noch ist eine Schiffsreise auf dem Fluss zu überstehen. Fergus' sämtliche Ersparnisse und alles Geld wird ihm eines Nachts gestohlen. - Ormsby spielt um Geld, gewinnt eine riesige Menge.

Als Ormsby stirbt, , erbt er von ihm soviel, dass er einen Grundstock hat.
Später beginn Fergus mit Pferden zu handeln. Überall sind ausgesetzte Pferde zu finden. Er kauft sie oder nimmt sie, wenn kein Besitzer da ist, pflegt sie und verkauft sie in gutem Zustand wieder mit Gewinn…..

Und so beginnt sein Leben in der neuen Welt. Das war jetzt nur ein ganz kurzer Abriss, aber ich denke das sollte genügen, um sich einen Eindruck über dieses Buch zu verschaffen. Die Sprache an sich ist nichts Ungewöhnliches. Was aber ungewöhnlich ist, sind die geäußerten Gedanken, in poetischer Sprache, tiefsinnig, vieles aussagend…..

 

 

"Peter Behrens, geboren 1947 in Montreal, lebt in Maine und Los Angeles.

Er ist Drehbuchautor in Hollywood und veröffentlichte zahlreiche Essays und Kurzgeschichten.

Das Gesetz der Träume ist sein Romandebüt, für das er mit dem Governor General's Literary Award 2006 ausgezeichnet worden ist."

"Brigitte Walitzek, geboren 1952, lebt in Berlin. Seit 1986 Übersetzerin, u. a. von Margaret Atwood, Jeanette Winterson, Carson McCullers, Margaret Forster, Virginia Woolf."
(dem Klappentext entnommen)

 

noch Klappentext:Beschreibung

"Irland 1846: Für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht nur seine Familie, sondern alles, was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools und schließlich sogar auf die andere Seite der Welt führt. "

 

Buchdaten:

Verlag: Schöffling

2008 Seitenzahl: 560

Deutsch

ISBN-13: 9783895614552
ISBN-10: 3895614556

Ich habe schon zahlreiche Bücher mit diesem Thema gelesen. Jedes ist wieder anders, es gibt ebenso viele Geschichten wie Menschen, die Irland verlassen haben.

Es waren Millionen, und eben so zahlreich sind die Geschichten.

Dieses Buch zeichnet sich durch die hintergründig gedachten Träume und Gedanken, die immer sehr poetisch, aber niemals schmalzig zitiert sind, aus.

Und sagen weitaus mehr aus, als in der jeweiligen Situation geschildert.

Es beinhaltet alles, was es so gab in dieser Zeit, ob es um Armut, Reichtum, Vertreibung, Gewalt, Tod, Huren, Verbrecher, aber auch um Liebe, Kameradschaft, Glück geht.

Die Spannung ist von der ersten bis letzten Seite da, mal mehr mal weniger, und die Geschichte bleibt interessant bis zum Ende.