Geraldine Brooks
Die Hochzeitsgabe

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Von mir erfasster Inhalt:
Voran stelle auch ich das Wort von Heinrich Heine: "Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen." (befindet sich auf der ersten Seite.)

Die Kapitel sind gegliedert, immer sind in der Überschrift die Zeit und der Ort angegeben. Die aus Australien kommende Buchkonservatorin Hanna Heath ist die Protagonistin, im Buch beginnt ihre Geschichte 1996 in Sarajewo. Sie hat einen Auftrag, und zwar die Haggadah zu untersuchen, anhand einiger Untersuchungen soll sie deren Herkunft recherchieren.

Was ist eine Haggadah? - Im Buch wird das natürlich schon sehr gut erklärt, aber ich füge mal hier eine Beschreibung aus wiki ein:

"Die Haggada (????, Verbalnomen von der Wortwurzel ???: erzählen, berichten) ist im Rahmen des religiösen jüdischen Lebens Erzählung und Handlungsanweisung für den Seder-Abend, ein meist reich bebildertes Büchlein, aus dem am Abend von Pessach, dem Fest der ungesäuerten Brote, beim Festmahl mit der Familie gemeinsam gelesen und gesungen wird. Das Buch, das teilweise auf Aramäisch und teilweise auf Hebräisch geschrieben ist (heute meist mit Übersetzung und einigen Erklärungen in der Landessprache), beschreibt die Vorgänge, die man im Buch Exodus nachlesen kann: Das Exil in Ägypten und den Auszug in die Freiheit; dazu kommen traditionelle rabbinische Ausschmückungen und Auslegungen dieser Geschichte. Zahlreiche Lieder begleiten das Festmahl, das Teil des Sederabends ist. Den traditionellen Abschluss der Haggada bildet das Lied Chad gadja. Die Haggada ist nicht zu verwechseln mit Aggada, dennoch wird häufig der Begriff Haggada benutzt, wenn eigentlich Aggada gemeint ist. Einer der ältesten noch erhaltenen Haggada-Texte aus Deutschland ist die so genannte Vogelkopf-Haggada."

Interessant, wenn auch zeitweise etwas verwirrend, wird diese Geschichte dieser Haggadah rückwärts erzählt, also ihre Reise zurück wird verfolgt, bis zu ihrer Entstehung. Es ist auch eine Europakarte im Buch, wo die Reise dargestellt ist, von Sevilla (1480) nach Tarragona (1492), weiter nach Venedig (1609), dann über Wien (1894) nach Sarajewo. - Wobei die letzte Reise eigentlich die von Israel nach Sarajewo ist.
Im ersten Kapitel ist dann zunächst einiges aus diesen letzten Jahren zu lesen, wo u.a. auch viele Informationen über die damalige politische Lage impliziert sind, weil sie dazu beitrugen, (wie übrigens die ganze Zeit über, die die Haggadah über Jahrhunderte auf Reisen war) dass dieses Buch so lange keine feste Heimat fand. -
Aus einem Interwiev der Hanna mit ihrem alten Lehrer in Sarajewo, als sie ihn aufsucht und sie ein Gespräch über ihren neuen Auftrag führen: "…ich glaube, es war strittig, wer es (die Haggadah) bekommen sollte. Wien wollte es natürlich behalten. Wieso auch nicht? Als Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Reichs, als Zentrum de Kunstwelt Europas…Aber vergessen Sie nicht, die Habsburger hatten Bosnien damals nur besetzt - zur Annexion kam es erst 1908. Und die slawischen Nationalisten hassten die Besatzungsmacht………………"

Eine Unterhaltung zwischen dem Buchbinder Mittl und seinem Arzt, als er ihm silberne Schließen aus der Haggadah anbietet, um ein Medikament zu bekommen, das sehr teuer ist, und er sich nicht leisten kann. -
"Natürlich ist das Diebstahl, aber seine Situation ist hoffnungslos ohne dieses Medikament….."Sie ist aus reinem Silber, Herr Doktor, nicht bloß versilbert". -. "Oh das bezweifle ich nicht, Herr Mittl, Darum geht es nicht. -es ist nur so, dass ich … wir … Juden allgemein, wir haben keine Familienbibeln. Unsere Tora wird in der Synagoge aufbewahrt und ist außerdem eine Schriftrolle…." - - "Aber Sie … Juden müssen doch auch eine Art … Gebetsbuch haben." - "Ja natürlich. Ich zum Beispiel besitze einen Siddur zum Beten, und dann haben wir die Haggadah für Pessach, aber ich glaube wirklich nicht, dass Silberschließen für die beiden das Richtige wären. Die Bücher sind zu gewöhnlich, fürchte ich. Moderne Ausgaben. Man sollte sich wohl mal bessere zulegen. Ich habe oft…."

So versucht sie weiteres herauszubekommen. Und entnimmt der Haggadah dann einzelne, winzige kleine Teilchen, die sie sorgfältig einpackt, um sie später in einem Speziallabor untersuchen zu lassen.


Da ist ein einzelnes Haar, ein Flügel eines Schmetterlings, in winziges Teilchen, wo ein Tropfen mit einer Flüssigkeit zu sehen ist. Und anhand dieser winzigen Teilchen geht sie dann zurück, stellt sich vor, wie die Geschichte hätte sein können….
Zunächst geht sie in das Jahr 1609 zurück, nach Venedig. Dort entsteht die Geschichte dieses Tropfen koscheren Weins, der irgendwie auf die Haggadah gekommen ist…. Es geht um den Padre Vistorini und einen sehr gelehrten Rabbi. - Damals wurden sämtliche Bücher oder auch sonstiges, was sich gegen den christlichen Glauben wandte, vernichtet. - Bücher wurden, bevor sie verbrannt wurden, auf Verlangen auch untersucht, und evtl. auch als unbedenklich eingestuft, das rettete sie vor den Flammen. - Und dieser Vistorini ist der Inquisitor der Römer, dem diese Aufgabe obliegt……
Ihm kommt die Haggadah auch unter die Hände, und zwar wird sie ihm von seinem Freund, dem Rabbi, gegeben, mit der Bitte sie nicht zu requirieren, sie also mit dem Stempel zu versehen, sie sei unbedenklich. -
Die Freundschaft zwischen dem Juden und dem Christen ist zwar ungewöhnlich, aber beides Männer, die hochintelligent und sehr gelehrt waren, setzten sich darüber hinweg. -
Diese ganze lange Geschichte ist sehr interessant und spannend, mit vielen Personen, mit vielen Einzelheiten, unter anderem auch um das Glücksspiel, das Ghetto in Venedig, wo die Juden leben durften, wo es Beschränkungen für sie gab, wo viele Flüchtlinge aus Spanien sich aufhielten, die von dort vertrieben wurden. Was ganz interessantes steht aber auch da: als es um Einzelheiten des Textes geht:
"Judah Arjeh (der Rabbi) wandte sich dem Priester zu: ‚Der Verfasser dieses Textes wollte nicht provozieren, sondern lediglich eine Wahrheit äußern, wie er sie sieht. Eure eigenen Theologen haben die Logik auf den Kopf gestellt, um eine Doktrin zu behaupten, bei der es um genau diesen Punkt geht. Was ist denn die Unbefleckte Empfängnis anderes als ein Konzept, mit dem kluge Geister sich mühen, die wenig delikaten Realitäten des Körpers zu behandeln? Wir Juden sind bloß etwas freimütiger in solchen Dingen.'"

Und es geht in diesen Diskussionen auch darum, dass Juden solche Zeichnungen, wie sie in der Haggadah zu finden sind, normalerweise gar nicht angefertigt haben, sondern das das nur Christen gekonnt haben können…. Und hier in Venedig wird die Haggadah wieder einer Einzelheit beraubt, über die Hanna später rätselt….
Hanna ist in Boston, wo sie Freunde hat, und besucht auch Fachleute, um weiteren Einzelheiten auf die Spur zu kommen. Als sie sich mit einem Prof unterhalt:
"‚….sie soll uns etwas lehren, und das wird sie auch weiterhin tun. Und vielleicht hat sie uns viel mehr zu erzählen als nur di Geschichte des Exodus.' - - ‚Was meinst du damit?' - - - ‚Naja, nach dem was du gesagt hast, hat das Buch immer wieder dieselbe menschliche Katastrophe überlebt. Denk mal drüber nach. Denk dir ein Land, in dem die Leute Unterschiede tolerieren, zum Beispiel Spanien während der convivencia: Alles läuft bestens, Wohlstand herrscht, und die Kunst blüht. Dann bricht irgendwie diese Angst aus, dieses Bedürfnis, das ‚Andere' zu verteufeln - und zerstört das ganze Miteinander. Inquisition, Nazis, serbische Nationalisten …. immer dasselbe, immer dasselbe. Mir scheint, das Buch zeugt davon'…."

Die Reise geht weiter zurück, wir sind in Tarragona, 1492. Hier kann das Salzwasser hergekommen sein. - Und auch hier ist wieder eine sehr spannende Geschichte, wie es dazu gekommen sein mag, und vor allem wie Salzwasser an die Haggadah gekommen sein könnte….auf ihrer Reise nach Venedig, über 100 Jahre später. - Auch hier geht es wieder um Verfolgungen. Lebten zunächst jüdische Familien unbehelligt, zwar gesellschaftlich getrennt von den anderen, kam plötzlich die Vertreibung sämtlicher Juden aus Spanien. -Christen leben hier, die aus Afrika stammenden Moslems, und eben die Juden. - - - und wie diese Haggadah dann in die Hände, zunächst eines Moslems, dann eines Juden kam, erzählt diese spannende Geschichte, und wo zuletzt ein einzig überlebendes jüdisches Mädchen die Haggadah auf ihre Flucht mitnimmt……

Hanna ist jetzt in London, auf der Spur, wie das Salz in das Buch gekommen sein könnte. Und sie rief den Rabbi von Hampstead an, um ihn zu fragen, wodurch Salz koscher wird. "…..'Allgemein geht es nicht darum, dass das Salz koscher ist, sondern darum, ob es das richtige Salz ist, um Fleisch koscher zu machen - das heißt, es zu pökeln, um alle Spuren von Blut daraus zu entfernen, weil Juden, die koscher leben, nichts Blutiges verzehren.'………" Und wie es dazu kam, dass sich Salzkörner in der Haggadah befinden, erzählt auch diese Geschichte wieder sehr informativ und spannend. Im letzten Teil erzählt dann die Autorin, wie sie diese Geschichte aufgebaut hat. Ihre vielen Recherchen, und dass alle geschichtlichen Hintergründe real sind, aber die Geschichten fiktiv…

Und, sie erzählt auch so, ganz nebenbei, was nichts mit der Haggadah direkt zu tun hat, über ihre Heimat Australien, deren Kultur auch Jahrtausende alt ist, was nur niemand weiß. Sie hatte während der letzten Station der Haggadah in Sarajewo eine große Enttäuschung erlebt, was mit der Echtheit der Haggarah zu tun hat, aber insbesondere auch ihre bis dahin gesehenen Freunde in ein schreckliches Licht setzt…. -
Sie hat die Haggadah aufgegeben, will sich nicht mehr darum kümmern, und wandte sich während dieser Zeit eben den Ausgraben von Höhlen in ihrer Heimat Australien zu….

Diese letzte Geschichte, wo es um die Echtheit der Haggadah geht, und um eine Reise die sie als vorletzte macht, gleicht einem Krimi. - - Und stürzte Hanna in eine tiefe Krise. Wie es letztlich zu Ende geht, wo sie letztendlich ihren Platz findet und alles spannende, was da noch zu lesen ist, lasse ich offen.

 

 

 

Ein wahres Meisterwerk, spannend, hervorragend dramaturgisch aufgebaut, und dazu noch sehr informativ, verpackt in eine Geschichte, bzw. mehrere Geschichten über mehrere Jahrhunderte.

 

"In ihrem neusten Buch beschäftigt sich Geraldine Brooks mit der Geschichte der Haggadah aus Sarajewo, einem jüdischen Manuskript aus dem 15. Jahrhundert. Dieses Manuskript existiert tatsächlich und hat in den letzten 500 Jahren einen langen und abenteuerlichen Weg zurückgelegt. Diesen Weg versucht Geraldine Brooks anhand einiger kleiner Spuren im Buch zu rekonstruieren"

 

 

Die Autorin
Geraldine Brooks wurde 1955 in Sydney geboren und bereiste elf Jahre lang als Auslandskorrespondentin des Wall Street Journal verschiedene islamische Länder, darunter Bosnien, Somalia und den Mittleren Osten.

Für ihre Reportagen über die palästinensische Intifada, den Iran-Irak-Konflikt und den Golfkrieg wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Geraldine Brooks erhielt 2006 den Pulitzer Preis.

 

 

Buchdaten

Verlag: Btb 2008

Seitenzahl: 446
Deutsch

ISBN-13: 9783442752119
ISBN-10: 3442752116

 

Klappentext:
"Hannas Leidenschaft sind alte Bücher. Sie ist Expertin auf dem Gebiet der Buchkonservation und lebt nur für ihre Arbeit.

Als sie eines Tages nach Sarajevo gerufen wird, wo sie eine kostbare Haggadah, ein jüdisches religiöses Buch aus dem 15. Jahrhundert, untersuchen soll, sieht sie die große Chance für ihre Karriere gekommen.

Allerdings verläuft der Aufenthalt in der vom Krieg gebeutelten Stadt ganz anders als geplant. Zu Ozren, dem Leiter der Bibliothek, in der die Schrift aufbewahrt wird, fühlt sich Hanna sofort hingezogen. Sie kämpft gegen ihre Gefühle an und stürzt sich voller Eifer auf ihr Projekt.

Und die faszinierende Schrift offenbart weit mehr als nur das, was in ihr geschrieben steht. Nach und nach gelingt es Hanna, das Rätsel ihrer Geschichte zu lösen: Der Schreiber, ein jüdischer Gelehrter, verfasste das Buch anlässlich einer Hochzeit. Kaum war sein Werk abgeschlossen, fiel er der Spanischen Inquisition zum Opfer. Doch sein Buch konnte gerettet werden und gelangte von Spanien aus auf eine abenteuerliche Odyssee durch Europa.

So kommt Hanna den Menschen nahe, die das Buch über die Jahrhunderte in den Händen hielten.
Angeregt durch die schicksalhaften Fragen um Heimat, Glauben und Liebe, setzt sie sich schließlich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihren Gefühlen auseinander. Und gesteht sich das erste Mal in ihrem Leben ein, dass sie liebt ..."

Meine abschließende Meinung
Ein erst auf den zweiten Blick wahnsinnig spannendes hochinteressantes Buch! -
Beim ersten Anlesen hatte ich es weggelegt….und wollte es eigentlich gar nicht lesen. - Dann habe ich eines Tages doch gedacht, nein-nein, das Buch muss was haben, was eben auf den ersten 50 Seiten noch nicht ankommt….. Und genau so war es.

Wir begleiten die Autorin auf ihrer Reise dieser Haggadah über mehrere Jahrhunderte, Länder, Völker, Gebräuche, aber auch Kulturen und die gebräuchlichsten Glaubens-Einzelheiten werden sehr ausführlich beschrieben.

Es geht ja um ein Buch, das wirklich existiert. Die Grundbegebenheiten sind auch real, und was genau die Autorin in ihren Geschichten dazu erdacht hat, beschreibt sie am Ende des Buchs sehr ausführlich.
Und es ist eine sehr, sehr spannende, aber auch hoch-informative Geschichte daraus geworden.

Was sie besonders feinfühlig, aber auch - wir mir scheint - wissend herausgearbeitet hat, das ist schon sehr außergewöhnlich. Ihre Beschreibung z.b. in den Zeiten des Mittelalters, mit allen Gräueltaten in allen Kulturen damals, wie sie immer Menschen aus mehreren Schichten, implizit die Geschichte der ganz Armen und die der ganz Reichen in einzelne Geschichten verpackt, und sie agieren lässt. - Immer diese Haggadah im Hintergrund.

Und sehr interessant ist ja auch, wie dieses Buch, diese Haggadah, überhaupt zustande gekommen ist. Ist es doch ein Buch der Juden - eigentlich -. Dennoch waren daran Moslems, Christen und Juden beteiligt.
Über die Geschichte der Juden ist viel zu erfahren, von der spanischen Inquisition, der Vertreibung und Ermordung der Juden, wie sie ihren Weg weiter gefunden haben, und in den Ländern wo sie ihre Zukunft gesucht hatten, dann wieder vertrieben, ermordet wurden.
Aber auch Christen ging es ja so, lange vor dem Mittelalter. Aber das ist ja bekannt.

Und auch hochinteressant, wie schon damals Moslems sehr unterschiedlich waren. Auch vor ein paar Jahrhunderten gab es Muslima, die sehr modern waren und sich ihren Weg suchten, außerhalb des männlichen Patriarchats ihren Weg zu machten, und lernten u.a. auch Lesen und Schreiben, und, was die Haggadah betrifft, auch das Zeichnen.

Es ist ja so, im jüdischen wie auch islamischen Glauben dürfen Wesen nicht dargestellt, gezeichnet werden. Das wird als Beleidigung Gottes angesehen. - Deshalb war den Forschern auch sehr lange unklar, woher diese Haggadah eigentlich stammt, wer sie gestaltet hat. - Es sind nämlich nicht nur sehr schöne Verse zu sehen, sondern auch wunderschöne Zeichnungen aus dem alten Testament usw. - Was eigentlich dagegen sprechen würde, dass diese Haggadah von Juden gemacht wurde…..

Und ganz interessant beschreibt die Autorin das Vorgehen der Wissenschaftlerin, die aus ein paar winzigen Partikeln, die sie der Haggadah in Sarajewo entnommen hatte, eine Geschichte webt…..
Sie lässt z.b. ein einzelnes Haar untersuchen, von wem es stammt, von Mensch oder Tier, wie alt das/derjenige war, wo er/es gelebt hat. Das alles lässt sich in hochmodernen Labors feststellen. - So kam sie z.b. darauf, dass dieses Haar ein Katzenhaar ist…… - und die Geschichte dazu ? - -.
In frühen Zeiten verwendeten diese Künstler einfache Mittel zum Malen, bastelten sich selbst eben aus Haaren einen Pinsel. Und weil dazu sich ein Haar einer bestimmten Katze besonders gut eignet, züchteten sie eigens dafür solche wunderschönen Katzen, die sehr behütet gehalten wurden, und bei der Pflege des Fells suchten sie sich die passenden Haare aus. Oft benutzten sie für ganz winzige Teilchen ihrer Kunstwerke auch einen Pinsel, der nur ein einziges Haar hatte.

Als sie dann dieses Teil eines Schmetterlingflügels untersuchen lässt, tritt zutage, dass diese Schmetterlingsart eben nur in einer bestimmten Gegend vorgekommen ist… Wie der Flügel dann in die Haggadah kam? -
Auch das erzählt uns eine sehr spannende Geschichte.

Was noch besonders ist an dieser Geschichte, sie geht rückwärts, beginnt also am Ende, und geht dann Schritt für Schritt in die Vergangenheit zurück, bis zur Entstehung der Haggadah.

Auch sehr interessant werden die Vorgehensweisen in Museen geschildert; wie die Sicherheitsvorkehrungen beschaffen sind, aber auch - u.a. - politische Interessen mit spielen, wo z.b. so ein Werk seinen Platz haben darf; bei diesem Werk ja nicht so ganz klar, Sarajewo erhebt einen Anspruch, aber andererseits hat auch Israel einen Anspruch darauf.

Also kurz und gut, - ich könnte noch weiter und weiter schreiben, um meine Begeisterung für dieses Werk auszudrücken - das Buch ist für jeden interessant, auch ich bin nicht grade begeisterter Leser über diese Forschungen dieser Art, oder habe eine Vorliebe für dieses Genre. >
Aber in diesem Werk ist einfach alles da, eine hochinteressante Geschichte, eingebunden in eine wirkliche Geschichte, bzw. Produkt, und daneben auch noch die Erlebnisse der Hauptprotagonistin, ihre Wirkungsweise, ihre Reisen, und auch ihr Privatleben.