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Klappentext:
" Michael Gardiner lebt mit seiner Frau zurückgezogen am Rande
des schottischen Küstenortes Coldhaven. Bis er eines Morgens in
der Lokalzeitung liest, dass sich seine Jugendliebe Moira umgebracht
und ihre beiden kleinen Söhne mit in den Tod genommen hat; nur ihre
halbwüchsige Tochter Hazel ließ sie am Leben. Schlagartig sind bei
Michael die Erinnerungen wieder da: an seine Eltern, beide Künstler,
die auf der Suche nach Ruhe nach Coldhaven zogen und von den Einwohnern
jahrelang tyrannisiert wurden; an Moiras Bruder Malcom, der ihn
als Kind bis aufs Blut quälte; an Mrs. Collings, selber eine Außenseiterin
in Coldhaven, die ihm damals riet, sich nicht alles gefallen zu
lassen. Michael befolgte ihren Rat - und hütet seither ein düsteres
Geheimnis - - - - ….."
Meine Zusammenfassung
An den Anfang des Buches ist die Sage gestellt, nach der die Menschen
vor langer Zeit im Dezember morgens erwachten, und alles zugeschneit
war. Während sie geschlafen hatten, war was Seltsames, Merkwürdiges
passiert. Es hatte nicht nur geschneit, es war auch "Die Spur des
Teufels" zu sehen! Ein spalthufiges Wesen hatte Spuren hinterlassen
im Schnee. Die Spur führte nicht nur die Straßen entlang, sondern
sie führte auch an Mauern hoch, über Dächer. Später stellten sie
fest, dass die Spur an der Küste begann, über den Friedhof lief
und irgendwo in den Feldern außerhalb des Ortes endete. So als wäre
dieses Geschöpf dem Meer entstiegen, über den Strand in die Straßen
und Gassen des Ortes, über die Dächer, die Kirche und Gassen und
Häuser gehüpft. - Die Leute nannten diese Sache "Die Spur des Teufels".
Die genaue Herkunft dieser Spuren wurde nie geklärt, als der Schnee
weg war, war die Spur verschwunden, und die Leute begnügten sich
damit, dass es der Teufel gewesen war.
Auszug: "Sie
hatten geglaubt, es lebe nur da draußen, dort, wo der alte Geist
beerdigt worden war. Jetzt aber sahen sie, dass es zwar begraben,
aber nicht tot gewesen war, dass s gar nicht tot sein konnte, sondern
sich nur verbergen ließ. Mit äußerster Anstrengung und willentlicher
Blindheit gegenüber jedem, was sich durch die Nacht bewegte, im
Gras, im eigenen Fleisch, konnte es nahezu endlich verheimlich werden
- zumindest hatten sie das gehofft. Doch es ließ sich nicht auf
immer verheimlichen, und bald begann es, sich durch allerhand Zeichen,
Gestern und vielsagende flüchtige Hinweise auf schreckliche Schönheit
und erschreckende Wildheit zu offenbaren. Der Teufel, den sie kannten,
und der Teufel, den sie nicht kannten. - - - - "
Der Protagonist,
Michael Gardiner, Ich-Erzähler, wohnt in einem verlassenen Ort in
Schottland, in Coldhaven. Ein Ort, wo die Einheimischen keine Fremden
in ihre Gemeinschaft aufnehmen, ja sie sogar ausgrenzen und deutlich
ablehnen. Die Geschichte beginnt damit, dass er in der Zeitung liest,
dass eine alte Freundin von ihm (Moira) ihre beiden kleineren Kinder
und sich selbst umgebracht hat. Ihre älteste Tochter (Hazel) hat
sie vorher aus dem Auto geschickt und sie mitten in der Landschaft
ausgesetzt; Hazel hat somit überlebt. Da fällt Michael ein, dass
dieses Mädchen auch seine Tochter sein könnte. Er hatte nämlich
damals, zu der Zeit als das Mädchen gezeugt wurde, ein Techtelmechtel
mit Moira.
Die Geschichte
wechselt jetzt häufig in der Chronologie. Erinnert er sich zunächst
an seine Eltern, die irgendwann mal sich diesen einsamen Ort ausgesucht
hatten. Beide waren Künstler, der Vater Fotograf, er hatte als Fotojournalist
gearbeitet, aber auf dieser Insel widmete er sich nur noch den Beobachtung
von Vögeln und der Fotografie von Natur.
Michael war
das einzige Kind. Und erst viel später hatte er erfahren, dass seine
Eltern, als sie damals in diesen Ort, zunächst in eine Straße mehr
im Ort gewohnt hatten, regelrecht von der Bevölkerung gemoppt wurden;
z.B. wurden in ihrem Briefkasten tote Ratten oder ähnliches eingeworfen,
die Mutter Tag und Tag am Telefon beschimpft usw. - Als Kind hatte
das Michael nicht so mitbekommen, sie wollten ihn schonen. Michael
selbst aber wurde ebenso gemoppt, was er wiederum seinen Eltern
aus dem gleichen Grund nicht erzählte, er wollte sie schonen. In
diesem Ort werden nicht nur die Fremden gehasst, sondern auch die
Leute selbst hassen sich gegenseitig. - Einer misstraut dem anderen,
nur gegenüber Fremden sind sie einer Meinung: gemeinsamer Hass.
Sonst verbindet sie nichts.
Ein etwas älterer
Junge hat Michael besonders im Auge. Er passt ihn regelmäßig ab,
verprügelt ihn, egal welchen Weg er nimmt, Michael macht allerlei
Umwege, aber sein Quäler findet ihn überall.
Auszug: "-
- - - Das Schlimmste wäre, jetzt loszulaufen, das wusste ich, denn
jede versuchte Flucht, so seltsam es auch klingt, wäre ein Eingeständnis
von etwas gewesen - ein Schuldbekenntnis, ein Geständnis, dass ich
verdiente, was mir geschah -, außerdem hätte sie meinen speziellen
Freund beleidigt. Das wichtigste war, ihm zu zeigen, dass er die
Macht hatte, immer, und dass ich dies richtig und angemessen fand.
Indem ich nach Hause ging, mit gesenktem Kopf und ohne die beiden
anzusehen, meinte ich, die Situation offen zu lassen und Malcolm
Kennedy so die Möglichkeit einzuräumen, nachsichtig mit mir zu sein.-
- - - "
In der Nähe
wohnt eine alte Frau, mit der freundet sich Michael an. Sie hat
mitbekommen, was da läuft mit dem Peiniger und Michael. Und gibt
ihm den Rat, sich selbst stark zu machen, sich unsichtbar zu machen,
sie meint damit, den Feind zu beobachten und herauszufinden, wie
er ihm das alles heimzuzahlen könnte, aber vor allem, um zukünftig
nicht mehr von ihm belästigt zu werden.
und noch ein
Auszug:
"- - - - Wenn sich die Unterdrückten, die Opfer, ein wenig Macht
zurückerobern, ist das nicht schlecht, doch besteht der eigentliche
Trick darin, genau zu wissen, wie man die Macht einsetzt.- - - -
-"
weiterer Auszug:
"Beobachte ihn, hatte sie gesagt. Lerne ihn kennen. sieh wie unbedeutend
er ist. Finde seine Schwäche heraus. - Schließlich war ich zur Tat
bereit. Ich hatte einen Plan und ich hatte ihn sorgsam geprüft.-
- - - "
Und der Peiniger
fällt tatsächlich drauf rein; Michael lockt ihn zu einer Stelle,
wo sein Gegner selbst in die Gefahr läuft, und Michael geht einfach
weg, den Tod des Gegners in Kauf nehmend. Ihm ist aber gar nicht
bewusst, dass der auch sterben könnte, zumindest nicht zu dieser
Zeit. Auf Michael fällt nie ein Verdacht. Nur er selbst weiß es,
und erst sehr viel später belastet ihn "sein Mord".
Genaue Schilderung
unterlasse ich, ist in vielen Einzelheiten in sehr interessanter
Sprache vom Autor beschrieben. Diffizil hat er diese ganze Problematik
herausgearbeitet.
Die alte Frau stirbt kurz nach dem Vorfall, Michael geht in einem
anderen Ort zur Schule, zuerst stirbt seine Mutter, später dann
auch sein Vater.
Seine Eltern wie auch er wurden von den Leuten in dem abgeschiedenen,
kleinen Ort vertrieben, auch ihr Tod ist Ergebnis dieser Machenschaften
im Dorf.
Später kehrt
Michael in das Elternhaus auf diesem Landzipfel des Ortes zurück,
lebt dort mit seiner Frau. Es ist eine seltsame Ehe, nur anfangs
von Verliebtheit geprägt, entwickelt sie sich sehr bald als reine
Zweckgemeinschaft, seine Frau verreist oft, hat vermutlich Liebhaber,
ist ihm aber egal, bzw. er denkt gar nicht daran.
Als dann dieser
Selbstmord von Moira geschieht, und Michael sich in den Kopf setzt,
Hazel könnte seine Tochter sein, entschließt er sich, das Mädchen
einfach mitzunehmen, um mit ihm ein neues Leben anzufangen. Aber
wie und wo und überhaupt, davon hat er keine Ahnung. Er weiß es
einfach nicht. Er nimmt Kontakt mit dem Mädchen auf, sie verabreden
sich, und verschwinden dann mit dem Auto einfach irgendwohin. Sie
übernachten in Hotels und Motels, haben aber nie ein Verhältnis,
ja unterhalten sich auch sehr wenig, haben also keine, wie auch
irgendwie gestaltete Beziehung.
Michael ist
wohlhabend, hat seine Scheckkarte dabei, das Auto, sie leben in
den Tag hinein. Als sie eines Abends auf Hazels Vorschlag hin zu
einer Kerwe in einem Ort gehen, trifft sich Hazel mit Jugendlichen,
die sie scheinbar kennt. - Sie bittet Michael, schon mal ins Hotel
zu gehen, sie käme später nach. Er legt sich auch hin zum Schlafen,
und als er morgens aufwacht, ist sein Altschlüssel, Geldbeutel,
Brieftasche, alles verschwunden. - Hazel oder ihre Freunde waren
ins Zimmer gekommen und hatten diese Sachen geklaut. - Ein Zettel
ist dabei von Hazel, sie würden das Auto unbeschadet wieder zurückbringen.
Nun macht sich
Michael auf den Weg, sein Heimatdorf ist ca. 150 km entfernt. Er
verlässt das Hotel, kann gar nicht bezahlen, hat nichts als die
Sachen die er anhat, und läuft und läuft und läuft. Mehr tot als
lebend kommt er irgendwann zuhause an.
Er sieht, dass seine Frau längst weg ist, sie hat alle ihre Sachen
und die meisten Möbel mitgenommen. Nicht mal das Bett ist noch da,
ist ihm egal, er legt sich auf den Boden und schläft. -
Als sie Haushälterin kommt, die vorher schon beschäftigt war, versorgt
die ihn zunächst mal mit Essen usw. und er kann sich wieder einigermaßen
herrichten, baden, frisch anziehen usw. - Einrichten will er sein
Haus nicht, er lässt es so.
Michael selbst beschreibt sich in dieser ganzen Zeit als krank.
Er wendet sich später auch den Vögeln zu, lebt einsam an diesem
Ort weiter, Frau K., die Haushälterin ist die einzige Kontaktperson.
Das war jetzt
nur der Kern der ganzen Geschichte.
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John Burnside, geboren 1955, gilt als bedeutendster
englischer Lyriker seiner Generation.
Für sein poetisches Werk wurde er mit mehreren Preisen
bedacht.
Daneben schreibt er Prosa.
Sein von der Kritik hoch gelobtes Erinnerungsbuch
"A Lie About my Father"
wurde ein Bestseller.
"Die Spur des Teufels" ist der erste Roman, der
von John Burnside auf Deutsch erscheint.
Daten zum Buch
Psychothriller
Aus dem Englischen von Bernhard Robben
256 Seiten (gebunden) Knaus-Verlag Erscheinungsdatum: 11.02.2008
ISBN-13:9783813502961
ISBN-10: 3813502961
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