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In
einer abgelegenen, verschlafenen Kleinstadt leben Ben und seine Schwester
Estella im Kreis liebenswert schrulliger
Gestalten. Die Familie wird von der strengen wie mutigen Großmutter Mamu
regiert. Heiß und innig lieben die
beiden Kinder vor allem Onkel Josh, der ihnen ungeahnte Welten eröffnet. In
einer kleinen Hütte direkt am See, unweit des Haupthauses, träumt der
belesene Musikliebhaber Josh, inmitten seiner Landkarten, seine eigene
Welt. Zu ihm flüchten sichBen und Estella, wenn sie der unnachgiebigen
Großmutter entfliehen
wollen. Als es in der Kleinstadt zu einem schrecklichen
Verbrechen kommt, muss Ben erfahren, dass jeder in seiner
Familie ein Geheimnis hat. Seine geborgene Welt fällt in sich zusammen.
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Ein sehr leicht zu lesender Roman, sehr angenehm zu lesen.
Die eingeflochtene *Krimihandlung* ist nur Beiwerk, viel interessanter sind
beschriebenene Beziehungsgeflechte, Familiengeheimnisse, der Weg des
*Erwachsenwerdens* des Erzählers.
Die Schlussfolgerungen finde ich bemerkenswert, hier ein
kurzer Ausschnitt: "...und ich mache mir Gedanken über Onkel Josh. War er der
Zauberer, für den Estella und ich ihn gehalten haben, oder war er nur, wie Mamu
glaubte, ein Schmarotzer, ein Taugenichts, ein Voyeur oder Exhibitionist? Hatte
sie Recht mit ihrer Behauptung, dass er eine armselige Karikatur von einem Mann
sei, oder war er ein hoffnungsloser Romantiker, ein Träumer, der unfähig war,
irgendetwas zu tun; Sicher gibt es solche Menschen, Menschen, die auf Kosten
anderer leben. Sollte man sie lieben oder verabscheuen; muss es ein
"Entweder-oder" geben? Ich weiß es nicht. Ich erinnere mich mit Freude und
Dankbarkeit an träge Sommereabende, an denen wir nackt und frei waren. Liszt
oder Dickens hörten, vermischt mit den vielstimmigen Geräuschen des Sees, an
denen wir auf dem Bootssteg lagen und staunten. Was immer Onkel Josh ist oder
war, ich werde ihm stes dankbar sein für die Gaben, die ich von ihm erhalten
habe, ganz besonders die Gabe des Staunens..."
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Ich wünsche viel Spass beim Lesen, und vor allem wünsche ich
dir, ein bisschen davon *mitzunehmen*, von dieser *Gabe des
Staunens*.
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