|

Meine Zusammenfassung:
Es
wird u.a. geschildert, wie die ersten Sklaven die *Savannenfreiheit*
bekommen, d.h. sie werden für frei erklärt, aber ohne
Papiere. Immer wenn sie irgendwie aufgegriffen werden, müssen
sie zu ihrem ehemaligen *Herrn* gebracht werden, der das dann bestätigt.......Zunächst
wurde nur solchen Sklaven diesen *Savannenfreiheit* bewilligt, die
irgend etwas besonderes getan hatten, z.B. ihrerm *Herren* das Leben
gerettet haben....
Sie und andere freien Sklaven siedelten sich zunächst in Saint-Pierre
an, Esternome, der Vater von Marie-Sophie Laborieux, siedelt auf
dfen Hügeln von St. Pierre an, wo er in *geheimen Äckern*
Gemüse anbaut und dieses dann im *Anwill* verkauft. Nach einem
Vulkanausbruch wird dieses St. Pierre total zerstört und die
wenigen Überlebenenden machen sich auf u.a. nach Fort-de-France.
Dort siedeln sie am Rand in Blechhütten.....bekommen dann einige
Parzellen zugewiesen, hausen bei glühender Hitze in diesen
Backöfen, Asbest-Zement-Platten sind ihre neuesten Materialien.....
Als schliesslich ein gewisser *Christus* erscheint, wird Marie-Sophie
(die geheime Matadorin von Texaco) gerufen, die ihm mit überbordender
Phantasie und magischer Erzählkraft alles über ihre Heimat
Martinique der letzten 150 Jahre erzählt. Mit Liedern, Märchen,
und Alltagsepisoden erweckt sie eine Fülle pittoresker Figuren
zum Leben, deren Schicksal mit dem der Insel aufs Engste verwoben
ist.
Ganz interessant, wie schon erwähnt, sind die diversen Sprachstile,
die der Autor benutzt, mit eigenen Worterfindungen, immer der jeweiligen
Figur angepasst.
Bei der Gründung, bzw. Erhaltung dieses Vorstadtviertels kommt
es zu unzähligen *Zwangsräumungen*, d.h. die Hütten
werden tausendmal zerstört, und immer wieder aufgebaut.
Die Matadorin hält tapfer durch und lässt sich einfach
nicht unterkriegen.
Bei einer der geschilderten Zusammenstösse werden dann Beschimpfungen
geschildert, die einfach zum Schmunzeln anregen. Ich habe hier mal
ein paar notiert, die möchte ich euch nicht vorenthalten (grins....vielleicht
könnt ihr sie mal gebrauchen)
"Nuttenaas, Kanaille, Negerhur, räudige Hündin,
Pißdohle, Kuhfotze, Grabsteinschickse, Müllkute, Hudelmetz,
Höllenbrut, Rinnsteinratte,Unflat, Landplage, Metze, Pißpott,
Saubesen.
Maulwurf, Strohpinkler, Scheißtrümp, Dreckscchwanz, Lahmarsch,
Waschpinkler, Tapergreis, Giftspritzer, widerlicher Knösel,
Brettvisage, lahmer Hengst, Kasernenfurz, Kackmeier, Fettwanst....
Schneckennudel, Krummei, Habergeiß, Spinatwachtel, Schreckschraube,
Klunte..... usw."
sind doch erfrischend,
gell???
|
|
Patrick Chamoiseau:
geboren 1953 in Fort-de-France (Martinique), Studium der Nationalökonomie
und Ausbildung zum Sozialarbeiter.
Veröffentlichungen u.a.: >Chronique des sept. miséres<,
>Solibo Magnifique< und >Eloge de la créolité<.
Für TEXACO wurde er 1992 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet;
sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt.
|
|
Der
Schriftstellter ist ganz neu für mich.
Und auch seine Sprache.....also ist gewöhnungsbedürftig,
aber sehr interessant. Hat eine ganz besondere Bewandnis, die Schilderung
in dieser Sprache zu bringen und entwickelt dadurch seinen ganz
besonderen Reiz.....
Über Sklavenprobleme usw. in Martinique war ja noch kaum was
zu lesen. Immer nur Handlungen in Afrika, Indien, Amerika usw. Und
gerade diese Geschichte aus Martinique ist hoch interessant.....
Es wird aus der Sicht verschiedener ehemaliger Sklaven die Entstehung
des Stadtteils Texaco, so benannt nach den Überbleibseln dieser
Minerölölfirma am Stadtrand von Fort-de-France, geschildert.
Besonders interessant ist, daß die Bewohner von Martinique
aus so vielen Ländern stammen....da sind Afrikaner, die als
Sklaven eingeschifft wurden, da sind die Kanarier und ganz viele
Völkerstämme aus aller Welt, da gibt es u.a. sehr unterschiedliche
Farbige, z.B. die Buschneger und und und.......
Sollte jemand neugierig geworden sein, das auch zu lesen, dann wünsche
ich viel Spass!!!!
|