Patrick Chamoiseau

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Meine Zusammenfassung:

Es wird u.a. geschildert, wie die ersten Sklaven die *Savannenfreiheit* bekommen, d.h. sie werden für frei erklärt, aber ohne Papiere. Immer wenn sie irgendwie aufgegriffen werden, müssen sie zu ihrem ehemaligen *Herrn* gebracht werden, der das dann bestätigt.......Zunächst wurde nur solchen Sklaven diesen *Savannenfreiheit* bewilligt, die irgend etwas besonderes getan hatten, z.B. ihrerm *Herren* das Leben gerettet haben....

Sie und andere freien Sklaven siedelten sich zunächst in Saint-Pierre an, Esternome, der Vater von Marie-Sophie Laborieux, siedelt auf dfen Hügeln von St. Pierre an, wo er in *geheimen Äckern* Gemüse anbaut und dieses dann im *Anwill* verkauft. Nach einem Vulkanausbruch wird dieses St. Pierre total zerstört und die wenigen Überlebenenden machen sich auf u.a. nach Fort-de-France. Dort siedeln sie am Rand in Blechhütten.....bekommen dann einige Parzellen zugewiesen, hausen bei glühender Hitze in diesen Backöfen, Asbest-Zement-Platten sind ihre neuesten Materialien.....

Als schliesslich ein gewisser *Christus* erscheint, wird Marie-Sophie  (die geheime Matadorin von Texaco) gerufen, die ihm mit überbordender Phantasie und magischer Erzählkraft alles über ihre Heimat Martinique der letzten 150 Jahre erzählt. Mit Liedern, Märchen, und Alltagsepisoden erweckt sie eine Fülle pittoresker Figuren zum Leben, deren Schicksal mit dem der Insel aufs Engste verwoben ist.

Ganz interessant, wie schon erwähnt, sind die diversen Sprachstile, die der Autor benutzt, mit eigenen Worterfindungen, immer der jeweiligen Figur angepasst.

Bei der Gründung, bzw. Erhaltung dieses Vorstadtviertels kommt es zu unzähligen *Zwangsräumungen*, d.h. die Hütten werden tausendmal zerstört, und immer wieder aufgebaut.

Die Matadorin  hält tapfer durch und lässt sich einfach nicht unterkriegen.

Bei einer der geschilderten Zusammenstösse werden dann Beschimpfungen geschildert, die einfach zum Schmunzeln anregen. Ich habe hier mal ein paar notiert, die möchte ich euch nicht vorenthalten (grins....vielleicht  könnt ihr sie mal gebrauchen)
"Nuttenaas, Kanaille, Negerhur, räudige Hündin, Pißdohle, Kuhfotze, Grabsteinschickse, Müllkute, Hudelmetz, Höllenbrut, Rinnsteinratte,Unflat, Landplage, Metze, Pißpott, Saubesen.

Maulwurf, Strohpinkler, Scheißtrümp, Dreckscchwanz, Lahmarsch, Waschpinkler, Tapergreis, Giftspritzer, widerlicher Knösel, Brettvisage,  lahmer Hengst, Kasernenfurz, Kackmeier, Fettwanst....
Schneckennudel, Krummei, Habergeiß, Spinatwachtel, Schreckschraube, Klunte..... usw."

sind doch erfrischend, gell???

 



 

 

Patrick Chamoiseau:

geboren 1953 in Fort-de-France (Martinique), Studium der Nationalökonomie und Ausbildung zum Sozialarbeiter.
Veröffentlichungen u.a.: >Chronique des sept. miséres<, >Solibo Magnifique< und >Eloge de la créolité<.
Für TEXACO wurde er 1992 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet; sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Der Schriftstellter ist ganz neu für mich.

Und auch seine Sprache.....also ist gewöhnungsbedürftig, aber sehr interessant. Hat eine ganz besondere Bewandnis, die Schilderung in dieser Sprache zu bringen und entwickelt dadurch seinen ganz besonderen  Reiz.....

Über Sklavenprobleme usw. in Martinique war ja noch kaum was zu lesen. Immer nur Handlungen in Afrika, Indien, Amerika usw. Und gerade diese Geschichte aus Martinique ist hoch interessant.....

Es wird aus der Sicht verschiedener ehemaliger Sklaven die Entstehung des Stadtteils Texaco, so benannt nach den Überbleibseln dieser Minerölölfirma am Stadtrand von Fort-de-France, geschildert.

Besonders interessant ist, daß die Bewohner von Martinique aus so vielen Ländern stammen....da sind Afrikaner, die als Sklaven eingeschifft wurden, da sind die Kanarier und ganz viele Völkerstämme aus aller Welt, da gibt es u.a. sehr unterschiedliche Farbige, z.B. die Buschneger und und und.......


Sollte jemand neugierig geworden sein, das auch zu lesen, dann wünsche ich viel Spass!!!! 

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