Gil Courtemanche

 

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 Gil Courtemanche, Autor und Journalist, wurde für seine Publikation mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lebt in Quebec. "Ein Sonntag im Pool in Kigali* ist ein erster Roman, der nach seinem Erscheinen 2000 ein Jdahr lang die kanadische Bestsellerliste beherrschte und nun in 14 Ländern erscheint. 

Der UrUrgroßvater von Gentille, ein Hutu, beschloss damals, das Aussehen seiner Nachkommen dahingehend zu beeinflussen, dass sie den bevorzugten Tutsie ähnlich werden. Er fädelt z.B. Verbindungen zu Tutsie-Frauen für seine Söhne ein, damit deren Kinder dann die geraden spitzen Nasen, die hellere Haut, den schlanken Körperbau, die großen Brüste und Pos der Tutsiefrauen usw. bekommen. Zu der Zeit waren nämlich nur 10 % der Hutus in höheren Ausbildungen oder Universitäten zu finden. Die Tutsie stammen aus Äthiopien.

Diese Vermischung gelang so gut, dass schließlich drei oder vier Generationen später Gentille, die in Wirklichkeit eine Hutu ist, als Tutsie angesehen wird,  trotz ihrer Papiere, es wird einfach unterstellt, dass sie ihre Papiere gefälscht hat.

Es hatte sich eine rebellische Hutupartei gebildet, die sich zum Ziel setzte, eigentlich latent beeinflusst durch die belgische Herrschaft in früheren Zeiten und der *Nazimethoden* bezüglich der Ausrottung von Rassen, gegen die Tutsie vorzugehen und sie *auszurotten*

Es waren lange nicht alle Hutu so eingestellt. Es gab tausende, die Tutsies versteckten und ihnen das Leben retteten, oder sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, um sie zu schützen.

In Ruanda waren beide, Hutu und Tutsie schon seit langer Zeit vermischt durch Heiraten.

 

 

"Ein Sonntag am Pool in Kigali" ist ein Roman, eine Chronik und ein Bericht über eines der schlimmsten Massaker in der Geschichte, bei dem 800.000 Menschen den Tod fanden. Ein Roman, der den Opfern des Völkermords in Ruanda ein Gesicht gibt.
Ein Hotelpool in Kigali 1994, Treffpunkt für Entwicklungshelfer, Botschaftsangestellte, Journalisten, Geistliche, Prostituierte, Politiker und alle, die in Ruanda das Sagen haben. Hier verliebt sich der alternde kanadische Journalist Valcourt in die schöne junge Kellnerin Gentille, eine Hutu, die aussieht wie eine Tutsi und deshalb verfolgt wird.
In dem Land, das von Aids und Armut gezeichnet ist, verdichten sich die Hinweise auf den bevorstehenden Völkermord. Straßensperren werden errichtet, Freunde werden umgebracht, und die öffentlichen Tötungsaufrufe nehmen zu. Gentille und Valcourt hoffen vergebens auf Hilfe von außen - von den Vereinten Nationen, deren Blauhelm-truppen in Ruanda anwesend sind, von den Menschenrechtsorganisationen,
von der Kirche. Vor den Augen der Öffentlichkeit bricht die Hölle los, die das Schicksal der kleinen Gemeinschaft besiegelt.

Eins der besten, informativsten Bücher, die ich kenne. Es ist unglaublich, welche Greueltaten geschahen. Vom Autor sehr feinfühlig und diffizil in einen Roman eingebunden.  Der Erzähler im Roman verbindet vorbildlich das Aids-Problem mit der afrikanischen Kultur und Lebensweise, lernt von den Betroffenen, dass sie dieses Aids-Problem gar nicht sehen wollen, bzw. können, sonst könnten sie gar nicht leben. Sie haben gar keine Wahl: in diesem Fall: entweder sie werden massakriert, verhungern oder sterben an Aids.....und sie machen ihm vor, das Leben zu leben und zu lieben, bis zum baldigen Tod, dem sie lässig entgegensehen; sie haben gar keine Wahl....Um das alles zu verstehen, muss man das Buch einfach lesen, das ist mit einigen Sätzen nicht zu schildern. - Die Verteilung der Kondome wirkt in diesem Zusammenhang makaber..

Einige der Hilfsgruppen haben einige, leider nur sehr wenige Mitarbeiter, die wirklich was tun. Ihre Rolle dort wird sehr gut geschildert, dort am Pool  des Hotels in Kigali...

Ein Beispiel gegen Ende hin, wo dann die Tutsie die Macht ergreifen und die Franzosen die Leute aus der Botschaft evakuieren: Im ersten Flugzeug sass die Gattin des Premierministers mit ihrem ganzen Hofstaat, zusammengesetzt aus Mördern und Verbrechern, die heute in Frankreich ein Leben in Saus und Braus führen, unbehelligt und als unschuldige *Vertriebene*.

Das ganze Personal, bestehend aus Einheimischen, wurde zurückgelassen, das dann auch den Massakern zum Opfer fiel.

Was mich aber am meisten schockierte beim Lesen war, dass die Vereinten Nationen, die Amerikaner, die Kanadier, eigentlich die ganze Welt, zugeschaut hat. - Und: sie haben es alle gewusst!!!

Ich kann dieses Buch ganz heiss empfehlen!! Es ist zwar politisch und entspricht vollkommen den Tatsachen, alle Namen sind z.B. die richtigen, aber es ist in eine sehr spannende Handlung eingebunden, verknüpft mit den einzelnen Schicksalen von ca. 20 Ruandern, Hutus wie Tutsies.....

 


 

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