Polina Daschkowa
Für Nikita

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Meine Zusammenfassung des Inhalts:
Den kann ich eigentlich zur schreiben, weil ich das Buch fertig gelesen habe. Ja sicher, so ist das immer, schon klar. Aber bei diesem Krimi konnte ich bis zu Seite 300 wirklich die Zusammenhänge zwar ahnen, aber sie nicht ganz richtig zuordnen. Vielleicht liegts an mir, wo ich kein Krimileser bin. Möglich.
Also, es laufen einige Geschichten nebeneinander. Und zwar macht die Autorin das so, dass sie lediglich einen neuen Absatz macht, und schon ist der Leser ganz woanders….. Sehr schwer sich einzulesen. Da ist eine Geschichte, wo es um eine Familie geht, wo die Frau mit den beiden Söhnen sich so einer Art Sekte angeschlossen hat. - Dass das alles nicht mit rechten Dingen zugeht, hat der Familienvater schnell erkannt, er ist aber machtlos, seine Frau ist immer wie in Trance, lässt sich auf keinerlei Unterhaltung mit ihm ein. Als sie dann auch noch spurlos verschwindet, mit ihren Söhnen, forscht der Vater nach. Das ist der eine Strang.

Eine andere Geschichte ist die des Schriftstellers Nikita, der den Auftrag hat, für einen Politiker eine Biografie zu schreiben. Dieser Nikita, wie auch der Familienvater, aber auch der Minister kennen sich von früher……Aber zunächst sind keine Zusammenhänge zu erkennen. Nikita bekommt mit der Geschichte des Familienvaters in Kontakt, beschließt dieser Sache nachzugehen, und in den Ort zu fahren, wo er Näheres zu erfahren hofft. Auch über den Politiker… - Offiziell bucht er einen Flug nach Antalya…… Schnell hatte er bemerkt, dass er beschattet wird, verfolgt, und er ist sich auch ganz sicher, er soll getötet werden.
Die andere Geschichte ist dann die des Politikers, der inzwischen Gouverneur ist. Er ist verheiratet mit Nika, der ersten und einzigen Liebe von Nikita. Wie das zustande kam, ist dann Thema. Nikita war dann mit einer anderen Frau verheiratet, bekam eine Tochter, die Ehe wurde aber geschieden. - Und hier kommt eine makabere Geschichte dazu. Wie es dazu kam, dass seine Frau einen Schuldschein unterschrieben hat, nur um eine Arbeitsstelle zu bekommen…..- - - das jetzt näher auszubreiten, würde nahe das Ende beschreiben, zu einem Teil natürlich, klar. Es fügen sich ja zum Schluss alle beschriebenen Geschichten zu einer verbrecherischen, korrupten, politischen Gräuelgeschichte zusammen.

Eine andere Geschichte ist dann, wie Nikita, Nika und noch ein anderes Mädchen, alle in einer Klasse, befreundet sind. Sie verlieren sich aus den Augen, aber dann treffen sie aufeinander, ohne allerdings zunächst voneinander, bzw. des Kontakts mit den anderen beiden, was zu wissen. Nikita trifft mit dem Mädchen zusammen, findet einstweilen Unterschlupf in ihrer Wohnung, einem Chaos.

Im gleichen Haus wohnt auch eine alte Dame, und bei ihr ein 20 Jahre jüngerer Liebhaber.

Das Mädchen lässt Nikita alleine, sie muss verreisen…… - Da geschieht dann was in dieser Wohnung……. es gibt einen Toten. Dieser Tote wird als Nikita erkannt, allerdings nur wegen der in einer Stahlkassette gefundenen Personalpapiere von ihm. Wer der Einbrecher und Mörder ist, bleibt unbekannt. - Für den Leser im Moment auch total im Dunkeln…. Der Tote wird ganz schnell, verdächtig schnell!!! - verbrannt, nach einer sehr oberflächlichen Obduktion. Die Leiche wird als Nikita angegeben. Während dieser Zeit wird auch Nika bewacht, von der Leibwache ihres Mannes. Sie kann ihnen nicht entkommen, ahnt, dass das nicht nur zu ihrem Schutz ist. - Da trifft sie auf das Mädchen, dieses Mädchen, das ganz früher mit ihr und Nikita zusammen in der Schule war. - -

Die andere Geschichte mit diesem Familienvater, der auf der Suche nach seiner verschwundenen Familie ist, und ziemlich nahe an dem Ort, wo er sie vermutet, geht dann so weiter, dass er auf einem weit abgelegenen Bahnhof seinen einen Sohn erkennt. Er ist da, verlumpt, verkommen, ein Bettler, geistig umnachtet - - - - . Er nimmt ihn mit, bringt ihn in einem psychiatrischen Krankenhaus unter. Und er besucht ihn täglich, selbst aber magert er ab zum Skelett, nur noch ein Schatten seiner selbst…. - Die Krankengeschichte ist dann Thema….

Eine wiederum andere Geschichte ist die der ehemaligen Chefin des Verlags, in dem Nikitas Bücher herausgebracht worden waren. Er war ja Krimiautor…… - Sie war eigentlich Medizinerin, aber durch Kontakte irgendwie von der Partei benutzt worden…… - Sie hatte einen Neffen, ihr einziger Verwandter, und dieser wiederum ist dieser junge Mann bei der alten Dame im Haus, wo Nikita untergekommen war, bei der alten Freundin…..
Es sind noch einige Nebengeschichten da, alle sehr interessant erzählt. Wie zum Schluss dann alle Geschichten in ein Ergebnis münden, das ist der Clou in diesem Krimi.

 

 

 

 

Die Autorin:
Polina Daschkowa, geboren 1960, studierte am Gorki-Literaturinstitut in Moskau und arbeitete als Dolmetscherin und Übersetzerin, bevor sie zur beliebtesten russischen Krimiautorin avancierte.

Für die Polizei erstellt sie psychologische Tätergutachten.

Daschkowa lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Moskau. 2006 erhält sie den Radio Bremen Krimipreis.

 

 

"Es war die ganz große Liebe - Nika und Nikita. Doch Nika heiratet einen einflussreichen Politiker. Als Nikita dessen Biographie schreibt, bringt ihn das in tödlicheGefahr. Die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern, die einst eine falsche Entscheidung traf und fast mit dem Leben dafür bezahlt. "

"Daschkowas Krimis machen süchtig." Sächsische Zeitung "Ein lebendiges Panorama der sozialen und politischen Verhältnisse."
(Klappentext bzw. Produktbeschreibung der taz)

 

 

 

Buchdaten: Aufbau Verlag, erschienen 2007, in 2. Auflage. 408 Seiten.
ISBN-13: 9783746623955 + ISBN-10: 3746623952

Meine abschließende Bemerkung
Wenn meine Inhaltsangabe ziemlich wirr klingt, dann entspricht das genau dem Stil des Buchs - - - . Alles sehr verwirrend, alle Geschichten durcheinander, nur getrennt durch einen neuen Absatz.

Dennoch las ich das Buch weiter. Es war nämlich dennoch sehr unterhaltend, und vor allem die ganzen Schilderungen der politischen Situationen, der Bestechungen, der Bewachungen, der inszenierten Selbstmorde, oder auch Morde, wo nie ein Täter gefunden wurde. - Diese Sache mit den gekauften Killern, die Verhaltensweisen der Beamten und die gängigen Methoden, wie das in diesem Krematorium vor sich ging, wo Leichen nachts gebracht wurden, möglichst schnell verbrannt wurden….., das alles brachte die Autorin so ganz nebenbei zur Sprache. Und entlockte mehr als einmal nicht nur ein leichtes Schmunzeln….. -

Als dann endlich, so nach Seite 300, ich einige Zusammenhänge erkennen konnte, war eigentlich alles schnell klar. Aber wie das alles zusammengestrickt war, welche Wege, welche Intentionen, politische, wirtschaftliche usw. - das war dann wieder hochinteressant.

Gut, ich hatte schon einmal ein Buch dieser Autorin in de Händen, das ich damals gleich wieder weggelegt hatte. - Dieses wollte ich mal fertig lesen. Und im Nachhinein war es auch ein ganz guter Krimi. Vielleicht liest ein geübter Krimileser das ganz anders als ich, sieht viel früher Zusammenhänge usw. - ich weiß es nicht, darf es aber vermuten.

Das Lesen dieses Romans kann ich aber schon empfehlen! Er ist spannend, enthält viele hochinteressante Einzelheiten aus dem russischen Alltag.