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Meine Zusammenfassung
Der Protagonist (Winkler) wächst in Alaska auf, ein ruhiges Kind,
das fasziniert ist von den Formen des Wassers, er beobachtet Eiskristalle,
die unterschiedliche Beschaffenheit des Schnees, träumt vor sich
hin, meistens in die Betrachtungen dieser für ihn fantastischen
Erscheinungen vertieft.
Und er hat
eine seltsame Gabe, er kann Ereignisse manchmal voraussehen. Z.B.
sieht er im Traum einen Mann mit einer Hutschachtel die Straße überqueren,
der dann von einem Bus erfasst wird, und sich in eine Frau im nahen
Supermarkt verlieben wird.
Er heiratet
später, bekommt eine Tochter; sein Verhältnis zu seiner Frau bleibt
undurchsichtig, die Schilderung über diese Ehe nimmt keinen großen
Raum ein. Er ist mit seiner Frau nach Cleveland gezogen, wo sie
in einer stillen Straße zurückgezogen leben. Sie bekommen eine Tochter.
Als er eines
Nachts davon träumt, dass seine neugeborene Tochter in einer Flut
ums Leben kommt, während er versucht sie zu retten, flieht er panisch
aus Cleveland. Und tatsächlich ist der Ohio über die Ufer getreten
und hat die Straße, wo er gewohnt hatte, überschwemmt.
Ohne Geld und
in der Ungewissheit, ob seine Tochter noch lebt, reist er in der
Welt umher, landet nach knapp 25 Jahren schließlich in der Karibik.
Eine Familie
die dort lebt, nimmt ihn auf. Sie haben eine Tochter. Und mit dieser
Tochter freundet sich Winkler an. Er ist still, wieder ganz in sich
selbst versunken, beschäftigt mit der Beobachtung der Natur, des
Wassers, der Menschen.
Und dieses Mädchen schließlich hat einen Draht zu ihm, und durch
ihre sparsamen Äußerungen, oder auch einfach durch ihre Nähe, gelingt
es ihr, ihn so nach und nach in die Welt zurückzuholen.
Er muss in
die Welt zurückgehen, um die Menschen zu suchen, die er verlassen
hat. Er kehrt schließlich 25 Jahre nach seiner Flucht zurück nach
Cleveland, und dann weiter nach Alaska, er ist mittlerweile 60 Jahre
alt.
Nach langem
Suchen findet er auch eine Spur seiner Frau, es ist nur noch ihr
Grab da. Nach der Tochter sucht er sehr lange, sie hat mittlerweile
einen anderen Namen, und seine Recherchen sind schließlich erfolgreich,
er findet sie. Und sie hat einen kleinen Sohn. Er hat also einen
Enkel.
Er versucht
jetzt, zu dem Enkel eine Beziehung aufzubauen, eine Beziehung zu
seiner Tochter scheint aussichtslos. Sie hat ihn nie gesehen, er
ist ihr ja total fremd.
Er lernt den ersten Mann seiner verstorbenen Frau kennen, der in
der über 25-jährigen Abwesenheit Winklers wieder Kontakt zu ihr
hatte, und eben auch zur Tochter. Er ist der Opa von dem kleinen
Jungen.
Und dieser Opa betreut den Kleinen, während die allein stehende
Mutter arbeitet. Winkler kommt nun täglich in die Wohnung und betreut
den Kleinen auch. Die Mutter scheint das zu dulden, hat aber zu
ihm selbst keinerlei Beziehung, redet auch nichts mit ihm. So nach
und nach findet Winkler wieder in das normale Leben zurück, nach
einer Odyssee in phantastischen Welten, in allen möglichen Staaten
der USA und der Karibik.
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"Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren,
veröffentlichte 2002 den Erzählungsband "The Shell Collector". Er
erhielt den Black Warrior Review Literary Prize, den Discover Prize,
die Princeton's Hodder Fellowship, zweimal den O. Henry Prize, den
Young Lions Award und den Rom-Preis der Armican Academy of Arts
and Letters. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Boise, Idaho.
Die Übersetzerin Judith Schwaab, geboren 1960 in
Grünstadt, Studium der Italienischen Philologie in München und Pisa.
Von 1990 bis 2002 Lektorin für Belletristik und zuständig u.a. für
Salman Rushdie, Arundhati Roy, Noah Gordon und Robert Schneider.
Arbeitet heute als freie Übersetzerin und Lektorin in München."
"Anthony Doerr ist nicht nur ein Autor mit
einer meisterhaften Beobachtungsgabe für Menschen und ihre Empfindungen
und mit einem ungewöhnlichen Mitgefühl für die menschliche Verletzlichkeit.
Seine Beschreibungen der Natur, der Landschaft, des Wassers, der
Gerüche und Farben sind von einer großen Magie und überwältigenden
Schönheit. Nach dem preisgekrönten Erzählungsband "The Shell Collector"
beweist Anthony mit seinem ersten Roman, dass er ein herausragendes
literarisches Talent besitzt."
(dem Klappentext entnommen)
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Der
Anfang liest sich noch relativ einfach, aber die Geschichte wird
zunehmend phantastischer. Immer wieder geht es von Träumen und Gedanken
zur Realität zurück. Alles was Winkler unternimmt erscheint sehr
ungewöhnlich. Über lange Strecken wird über die Landschaft, über
Eiskristalle, die Beschaffenheit des Wassers oder der Schneeflocken
erzählt. Eine sehr ungewöhnliche Lebensgeschichte wird hier aufgezeigt;
mir kam es vor, als sei Winkler die meiste Zeit in Trance, also
nie *wirklich* da. Mir kommt er schwebend, und nicht wirklich real
vor. Lediglich die wenigen Schilderungen die real sind, bieten wieder
Erholung von den pausenlosen phantastischen Abschweifungen. Sie
sind durchaus hochinteressant und vor allem in einer sehr schönen
Sprache geschildert. Ist ein eigenartiger Roman, aber sehr lesenswert!
Eine Spannung ist kaum da, aber dennoch ist ein ganz feiner Bogen
da vom Anfang bis zum Ende, also vom Beginn Winklers Flucht bis
zu seiner Rückkehr in die Wirklichkeit. Und genau dieser feine Spannungsbogen,
verbunden mit einer wunderschönen Erzählkunst, bewog mich, dieses
Buch dennoch immer wieder weiter, und bis zum Ende zu lesen.
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