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Meine Zusammenfassung
Flora ist unterwegs mit ihrer Mutter, sie und ihre Familie sind
Samenhändler aus Gönningen - Schwabenland. Sie sitzen im Zug nach
Baden-Baden, wo sie lernen soll, wie im Außendienst die Sämereien
verkauft werden. Es werden dort Blumenhändler und Gärtner besucht,
Bestellungen aufgenommen, die dann versendet werden. - Es sind einige
Kunden zu besuchen.
Flora hat wenig Lust, sie interessiert Baden-Baden überhaupt nicht.
Naja, sie kommen dann dort an, kehren in das Gasthaus ein, wo ihre
Mutter immer wohnt, wenn sie dort ihre Kunden besucht. - Und Flora
gefällt es eigentlich schon. Nur ist Flora eben nicht an Sämereien
usw. interessiert, sondern nur an den Blumen, wie sie gesteckt werden,
und das alles.
Ihr größter Wunsch ist es, Floristin zu werden.
Als vor einem
Blumengeschäft der alte Inhaber zusammenbricht, hilft Flora ihm,
und so bekommt sie Kontakt zu diesem Blumengeschäft, das einen ziemlich
heruntergekommenen Eindruck auf sie macht. Sie begleitet dann ihre
Mutter zu den Kunden, und so sieht sie auch die Stadt Baden Baden,
die sehr vornehmen Hotels, diese vielen Leute, die scheinbar nichts
zu tun haben und sich dort aufhalten. Sie lernen dann den Sohn dieses
alten Blumengeschäftsinhabers kennen, Friedrich, der in der Trinkhalle
beschäftigt ist. Und sie erzählt ihm, dass ihr größter Wunsch eben
ist, Floristin zu werden.
Sie kehren
dann wieder nachhause zurück. Und da kommt eines Tages ein Brief
von Friedrich, wo er sie einlädt, im Geschäft seines Vaters ein
Praktikum zu machen. Bis sie eine Lehrstelle woanders gefunden hat.
Sie nimmt dieses Angebot an, fährt alleine nach Baden-Baden und
wird im Haus des Blumengeschäftsinhabers aufgenommen. Zusammen mit
der Magd Sabine bewohnt sie eine Dienstbotenkammer. Es ist ein armer
Haushalt, und es muss auf jeden Pfennig geguckt werden, das Blumengeschäft
liegt in einer Seitenstraße, vornehmes Publikum oder gar Kunden
haben sie nicht.
Als die Zeit des Praktikums vorbei ist, fährt sie wieder nachhause
nach Gönningen in Schwaben. Mit Friedrich hatte sie viele Spaziergänge
unternommen, und sie haben sich angefreundet. Friedrich aber hat
sich in sie verliebt, ist aber sehr schüchtern und kann sich nicht
erklären. Da schreibt er ihr kurzerhand einen Brief, und er bittet
sie, nach Baden Baden zu kommen und ihre Ausbildung im Geschäft
seines Vaters zu absolvieren. Sie macht das, und schließlich kommt
es dazu, dass Friedrich ihr einen Heiratsantrag macht. Sie sagt
ja, und zur Bekanntgabe ihrer Verlobung fahren sie zu ihren Eltern,
die Hochzeit wird festgesetzt, findet im Januar in Gönningen statt,
mit einer großen Feier und allen Verwandten, auch aus Baden-Baden.
Nach Rückkehr macht sie sich viele Gedanken, wie das Geschäft belebt
werden könnte. Sie hat viele Ideen, und macht sich frühmorgens immer
auf, draußen Wildblumen und Früchte/Blüten von Bäumen zu sammeln,
daraus bindet sie Gestecke, Sträuße, es gelingt ihr sehr schön.
Nur Kunden gibt's eben wenig. Da hat sie die Idee, Werbung in den
großen Hotels zu machen und erstellt mit ihrer Tante ein Büchlein,
das die Blumensprache beinhaltet, das mit schönen Zeichnungen gestaltet
ist. Und so langsam kommen dann auch vornehme Kunden, ihr Geschäft
läuft gut, immer besser, sie bekommt Aufträge, Feiern usw. mit ihren
Blumendekorationen zu gestalten. Friedrich selbst hat nicht viel
damit, bzw. wenig Interesse, ihn interessiert nur seine Trinkhalle,
für die er verantwortlich ist. In Baden Baden war damals hauptsächlich
der Spielbankbetrieb interessant für die Kurgäste. Es waren sehr
viele sehr reiche Adlige aus Russland da. - Die Franzosen waren
nach Ausgang des Krieges 1780/81 ausgeblieben, die vorher die Stadt
bevölkert hatten.
Sie hat Kontakte zu einer russischen Fürstin, und deren junger Liebhaber,
Konstantin, ein armer Lebemann, der sich von ihr aushalten lässt,
kauft bei Flora jetzt seine Blumen, und so lernen sie sich kennen.
Als sie einmal abends von einer Veranstaltung nachhause ging, wurde
sie überfallen, und Konstantin rettete sie. Als sie morgens auch
wieder unterwegs ist zu ihren Kunden, trifft sie Konstantin, der
mit einer Pferdekutsche unterwegs ist, und er lädt sie ein, eine
Fahrt mit ihm zu machen. Sie macht das, und es wird so langsam gefährlich,
er versucht sich ihr zu nähern, sie ist immer noch abwehrend, aber
bemerkt, dass sie sich in ihn auch verliebt hat.
Flora hat
inzwischen, ein Jahr nach ihrer Hochzeit, einen Sohn bekommen, Alexander.
Die Ehe von Flora und Friedrich läuft nicht so, wie sie es erwartet
hätte; ihr Mann hat wenig Interesse an ihrer Arbeit, und ihr Verhältnis
kühlt sich ab. Mittlerweile ist die Spielbank in Baden-Baden geschlossen
worden per Gesetz, die meisten Russen und Spielsüchtigen sind abgereist,
und der Badebetrieb und auch die Trinkhalle usw. sollen jetzt eben
den Kurbetrieb ausmachen, wo Friedrich natürlich involviert ist.
- Die Trinkhalle, die vorher vom Casino betrieben wurde, läuft jetzt
unter der Stadtverwaltung, und Friedrich möchte diese ganze Sache
mit dem Heilwasser ausbauen.
Und als er eines Tages dienstlich nach Bad-Ems reisen muss, um Informationen
zu sammeln, möchte sie gerne auch mitfahren, was er aber ablehnt.
Sie fühlt sich sehr vernachlässig und gekränkt.
Als eines Tages wieder eine zufällige Zusammenkunft mit Konstantin
stattfindet, erliegt sie seinem Charme und schläft mit ihm. Das
belastet Flora im Nachhinein sehr und ihre ganzen Verhaltensweisen
gegenüber ihrer Familie usw. werden ruppig und unangemessen. Bei
diesem Techtelmechtel als sie mit Konstantin auf einer Wiese rumtändelte,
war sie von seiner Schwester, eine Nonne, beobachtet worden. Die
schrieb nun einen Brief an die Mutter von Friedrich, wo sie ihre
Beobachtung mitteilte. Floras Schwiegermutter schenkte allerdings
dem keinerlei Glauben, schreibt das auf die Eifersucht ihrer Tochter
zurück, die in ihren Augen ohnehin spinnt. - Aber Flora erzählt
sie es, damit diese Bescheid weiß.
Sie vermeidet weitere Treffen mit Konstantin. Sie treffen sich aber
dennoch nach einiger Zeit, als die Gönnerin von Konstantin, eine
alte russische Adlige verstorben war. Und sie treffen sich regelmäßig.
Sie ist Konstantin total verfallen.
Es kommt wie es kommen muss: Als sie eines Tages in einem Hotelzimmer
ein Date mit ihm hat, wird aus der Zimmernummer 9 eine 6, weil sich
ein Nagel gelöst hatte. Ihr Mann Friedrich ist zufällig im gleichen
Hotel zu einer Besprechung, soll sich mit dort in Zimmer 6 mit dem
Geschäftspartner treffen, und er ertappt Flora inflagranti.
Als sie abends nachhause kommt, liegen ihre Sachen auf der Straße
vor dem Haus, die Tür bleibt ihr versperrt.
Sie geht nun zu Konstantin in sein Hotelzimmer; er ist nicht gerade
erfreut, aber sie kann bleiben. Und so vergehen nun einige Wochen,
sie ist immer nur in diesem Hotelzimmer, Konstantin geht seinen
Vergnügungen und seinen Glücksspielen nach, dazu kann er sie nicht
mitnehmen, in den Kreisen in denen er verkehrt, sind nur Damen der
Gesellschaft usw. -
Währenddessen wird sie natürlich im mittlerweile sehr erfolgreichen
Blumengeschäft sehr vermisst, ohne sie ging und geht ja gar nichts.
Niemand konnte ja die Blumen so gestalten usw. - und die Schwiegermutter
macht den Laden zu, das Geld ist wieder sehr knapp, Einkünfte hat
die Familie jetzt nur noch von Friedrich mit seiner Trinkhalle.
Floras Dasein wird immer trostloser. In die Stadt kann sie nicht
gehen, alle die sie kennen würden mit Fingern auf sie zeigen, sie,
die Ehebrecherin. - Sie geht also im Dunkeln, und mit tief ins Gesicht
gezogenen Kopftuch hinaus, wenn sie sich mit ihrer ehemaligen Magd
trifft, die ihr ihren kleinen Sohn jede Woche bringt, wo sie einige
Minuten mit ihm zubringen kann.
Eines Tages geht sie doch in die Stadt. Nachdem ihr nun vollkommen
klar geworden war, welchen Riesenfehler sie gemacht hatte mit ihrer
Affäre mit Konstantin, bricht sie zusammen, auf einer Bank liegt
sie zusammengekrümmt, am Ende ihrer Kräfte. Zurück zu Konstantin
will sie auf keinen Fall mehr, in dieses Zimmer, zu Mann und Kind
kann sie auch nicht, ihre Eltern bleiben noch. Die wissen aber noch
nichts von ihrem "Fehltritt" -
Da kommt Friedrich diesen Weg entlang, aus purem Zufall, sieht sie,
spricht sie an. Sie sprechen sich aus und unterhalten sich. Es ist
nicht so einfach, klar; aber es endet damit, dass Friedrich ihr
verzeihen möchte, und ihr die Rückkehr in sein Haus anbietet, was
sie auch annimmt.
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Petra Durst-Benning, 1965 geboren,
lebt in der Nähe von Stuttgart.
Zunächst schrieb sie Sachbücher.
Mit ihren historischen Romanen stieg sie in die
erste Reihe deutscher Bestsellerautorinnen auf.
Das
"Gläserne
Paradies"
habe ich bereits hier vorgestellt.
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Darüber,
um welche Art von historischem Roman dieser Roman ist, brauche ich
nichts näher auszuführen.
Ich
hatte vor einiger Zeit mal zwei Romane von ihr gelesen, aus der
Glasbläsertrilogie, die auch sehr interessantes aus diesem Genre
preisgaben.
Es ist eine Geschichte, trivial, aber immerhin vor dem Hintergrund
des Kurorts Baden-Baden, im Jahr 1771/72. Und da erfährt man schon
viele interessante Einzelheiten; wie die Leute damals gelebt hatten,
nach diesem kurzen Krieg mit den Franzosen, wie es zuging in Baden-Baden,
damals als Kurort für die ganz Reichen, wobei als Kurort eigentlich
Casino gemeint war.
Jährlich
zur Saison trafen sich hier alle spielsüchtigen Nichtstuer und Superreichen,
nur um sich monatelang zu vergnügen, Tag und Nacht.
Und daneben eben die vielen armen Leute, deren Einkünfte oft kaum
für die Ernährung reichten.
Über die Sprache der Blumen ist viel zu lesen, über Blumensorten,
die damals üblich waren, wie sich die Leute gekleidet haben und
noch vieles anderes mehr.
Auch
dass eine Frau, die des Ehebruchs überführt war, ins Gefängnis kam.
Also,
ein sehr leicht zu lesendes Buch, unterhaltsam, nett. Warum nicht
mal auch so ein Buch zwischendurch. - - -
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