Petra Durst-Benning

Meine Zusammenfassung
Flora ist unterwegs mit ihrer Mutter, sie und ihre Familie sind Samenhändler aus Gönningen - Schwabenland. Sie sitzen im Zug nach Baden-Baden, wo sie lernen soll, wie im Außendienst die Sämereien verkauft werden. Es werden dort Blumenhändler und Gärtner besucht, Bestellungen aufgenommen, die dann versendet werden. - Es sind einige Kunden zu besuchen.
Flora hat wenig Lust, sie interessiert Baden-Baden überhaupt nicht. Naja, sie kommen dann dort an, kehren in das Gasthaus ein, wo ihre Mutter immer wohnt, wenn sie dort ihre Kunden besucht. - Und Flora gefällt es eigentlich schon. Nur ist Flora eben nicht an Sämereien usw. interessiert, sondern nur an den Blumen, wie sie gesteckt werden, und das alles.
Ihr größter Wunsch ist es, Floristin zu werden.

Als vor einem Blumengeschäft der alte Inhaber zusammenbricht, hilft Flora ihm, und so bekommt sie Kontakt zu diesem Blumengeschäft, das einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck auf sie macht. Sie begleitet dann ihre Mutter zu den Kunden, und so sieht sie auch die Stadt Baden Baden, die sehr vornehmen Hotels, diese vielen Leute, die scheinbar nichts zu tun haben und sich dort aufhalten. Sie lernen dann den Sohn dieses alten Blumengeschäftsinhabers kennen, Friedrich, der in der Trinkhalle beschäftigt ist. Und sie erzählt ihm, dass ihr größter Wunsch eben ist, Floristin zu werden.

Sie kehren dann wieder nachhause zurück. Und da kommt eines Tages ein Brief von Friedrich, wo er sie einlädt, im Geschäft seines Vaters ein Praktikum zu machen. Bis sie eine Lehrstelle woanders gefunden hat.
Sie nimmt dieses Angebot an, fährt alleine nach Baden-Baden und wird im Haus des Blumengeschäftsinhabers aufgenommen. Zusammen mit der Magd Sabine bewohnt sie eine Dienstbotenkammer. Es ist ein armer Haushalt, und es muss auf jeden Pfennig geguckt werden, das Blumengeschäft liegt in einer Seitenstraße, vornehmes Publikum oder gar Kunden haben sie nicht.
Als die Zeit des Praktikums vorbei ist, fährt sie wieder nachhause nach Gönningen in Schwaben. Mit Friedrich hatte sie viele Spaziergänge unternommen, und sie haben sich angefreundet. Friedrich aber hat sich in sie verliebt, ist aber sehr schüchtern und kann sich nicht erklären. Da schreibt er ihr kurzerhand einen Brief, und er bittet sie, nach Baden Baden zu kommen und ihre Ausbildung im Geschäft seines Vaters zu absolvieren. Sie macht das, und schließlich kommt es dazu, dass Friedrich ihr einen Heiratsantrag macht. Sie sagt ja, und zur Bekanntgabe ihrer Verlobung fahren sie zu ihren Eltern, die Hochzeit wird festgesetzt, findet im Januar in Gönningen statt, mit einer großen Feier und allen Verwandten, auch aus Baden-Baden.
Nach Rückkehr macht sie sich viele Gedanken, wie das Geschäft belebt werden könnte. Sie hat viele Ideen, und macht sich frühmorgens immer auf, draußen Wildblumen und Früchte/Blüten von Bäumen zu sammeln, daraus bindet sie Gestecke, Sträuße, es gelingt ihr sehr schön. Nur Kunden gibt's eben wenig. Da hat sie die Idee, Werbung in den großen Hotels zu machen und erstellt mit ihrer Tante ein Büchlein, das die Blumensprache beinhaltet, das mit schönen Zeichnungen gestaltet ist. Und so langsam kommen dann auch vornehme Kunden, ihr Geschäft läuft gut, immer besser, sie bekommt Aufträge, Feiern usw. mit ihren Blumendekorationen zu gestalten. Friedrich selbst hat nicht viel damit, bzw. wenig Interesse, ihn interessiert nur seine Trinkhalle, für die er verantwortlich ist. In Baden Baden war damals hauptsächlich der Spielbankbetrieb interessant für die Kurgäste. Es waren sehr viele sehr reiche Adlige aus Russland da. - Die Franzosen waren nach Ausgang des Krieges 1780/81 ausgeblieben, die vorher die Stadt bevölkert hatten.
Sie hat Kontakte zu einer russischen Fürstin, und deren junger Liebhaber, Konstantin, ein armer Lebemann, der sich von ihr aushalten lässt, kauft bei Flora jetzt seine Blumen, und so lernen sie sich kennen. Als sie einmal abends von einer Veranstaltung nachhause ging, wurde sie überfallen, und Konstantin rettete sie. Als sie morgens auch wieder unterwegs ist zu ihren Kunden, trifft sie Konstantin, der mit einer Pferdekutsche unterwegs ist, und er lädt sie ein, eine Fahrt mit ihm zu machen. Sie macht das, und es wird so langsam gefährlich, er versucht sich ihr zu nähern, sie ist immer noch abwehrend, aber bemerkt, dass sie sich in ihn auch verliebt hat.

Flora hat inzwischen, ein Jahr nach ihrer Hochzeit, einen Sohn bekommen, Alexander. Die Ehe von Flora und Friedrich läuft nicht so, wie sie es erwartet hätte; ihr Mann hat wenig Interesse an ihrer Arbeit, und ihr Verhältnis kühlt sich ab. Mittlerweile ist die Spielbank in Baden-Baden geschlossen worden per Gesetz, die meisten Russen und Spielsüchtigen sind abgereist, und der Badebetrieb und auch die Trinkhalle usw. sollen jetzt eben den Kurbetrieb ausmachen, wo Friedrich natürlich involviert ist. - Die Trinkhalle, die vorher vom Casino betrieben wurde, läuft jetzt unter der Stadtverwaltung, und Friedrich möchte diese ganze Sache mit dem Heilwasser ausbauen.
Und als er eines Tages dienstlich nach Bad-Ems reisen muss, um Informationen zu sammeln, möchte sie gerne auch mitfahren, was er aber ablehnt. Sie fühlt sich sehr vernachlässig und gekränkt.
Als eines Tages wieder eine zufällige Zusammenkunft mit Konstantin stattfindet, erliegt sie seinem Charme und schläft mit ihm. Das belastet Flora im Nachhinein sehr und ihre ganzen Verhaltensweisen gegenüber ihrer Familie usw. werden ruppig und unangemessen. Bei diesem Techtelmechtel als sie mit Konstantin auf einer Wiese rumtändelte, war sie von seiner Schwester, eine Nonne, beobachtet worden. Die schrieb nun einen Brief an die Mutter von Friedrich, wo sie ihre Beobachtung mitteilte. Floras Schwiegermutter schenkte allerdings dem keinerlei Glauben, schreibt das auf die Eifersucht ihrer Tochter zurück, die in ihren Augen ohnehin spinnt. - Aber Flora erzählt sie es, damit diese Bescheid weiß.
Sie vermeidet weitere Treffen mit Konstantin. Sie treffen sich aber dennoch nach einiger Zeit, als die Gönnerin von Konstantin, eine alte russische Adlige verstorben war. Und sie treffen sich regelmäßig. Sie ist Konstantin total verfallen.
Es kommt wie es kommen muss: Als sie eines Tages in einem Hotelzimmer ein Date mit ihm hat, wird aus der Zimmernummer 9 eine 6, weil sich ein Nagel gelöst hatte. Ihr Mann Friedrich ist zufällig im gleichen Hotel zu einer Besprechung, soll sich mit dort in Zimmer 6 mit dem Geschäftspartner treffen, und er ertappt Flora inflagranti.
Als sie abends nachhause kommt, liegen ihre Sachen auf der Straße vor dem Haus, die Tür bleibt ihr versperrt.
Sie geht nun zu Konstantin in sein Hotelzimmer; er ist nicht gerade erfreut, aber sie kann bleiben. Und so vergehen nun einige Wochen, sie ist immer nur in diesem Hotelzimmer, Konstantin geht seinen Vergnügungen und seinen Glücksspielen nach, dazu kann er sie nicht mitnehmen, in den Kreisen in denen er verkehrt, sind nur Damen der Gesellschaft usw. -
Währenddessen wird sie natürlich im mittlerweile sehr erfolgreichen Blumengeschäft sehr vermisst, ohne sie ging und geht ja gar nichts. Niemand konnte ja die Blumen so gestalten usw. - und die Schwiegermutter macht den Laden zu, das Geld ist wieder sehr knapp, Einkünfte hat die Familie jetzt nur noch von Friedrich mit seiner Trinkhalle.
Floras Dasein wird immer trostloser. In die Stadt kann sie nicht gehen, alle die sie kennen würden mit Fingern auf sie zeigen, sie, die Ehebrecherin. - Sie geht also im Dunkeln, und mit tief ins Gesicht gezogenen Kopftuch hinaus, wenn sie sich mit ihrer ehemaligen Magd trifft, die ihr ihren kleinen Sohn jede Woche bringt, wo sie einige Minuten mit ihm zubringen kann.
Eines Tages geht sie doch in die Stadt. Nachdem ihr nun vollkommen klar geworden war, welchen Riesenfehler sie gemacht hatte mit ihrer Affäre mit Konstantin, bricht sie zusammen, auf einer Bank liegt sie zusammengekrümmt, am Ende ihrer Kräfte. Zurück zu Konstantin will sie auf keinen Fall mehr, in dieses Zimmer, zu Mann und Kind kann sie auch nicht, ihre Eltern bleiben noch. Die wissen aber noch nichts von ihrem "Fehltritt" -
Da kommt Friedrich diesen Weg entlang, aus purem Zufall, sieht sie, spricht sie an. Sie sprechen sich aus und unterhalten sich. Es ist nicht so einfach, klar; aber es endet damit, dass Friedrich ihr verzeihen möchte, und ihr die Rückkehr in sein Haus anbietet, was sie auch annimmt.

 

 

 

 

Petra Durst-Benning, 1965 geboren,

lebt in der Nähe von Stuttgart.

 

Zunächst schrieb sie Sachbücher.

Mit ihren historischen Romanen stieg sie in die erste Reihe deutscher Bestsellerautorinnen auf.

 

Das

"Gläserne Paradies"

habe ich bereits hier vorgestellt.

Darüber, um welche Art von historischem Roman dieser Roman ist, brauche ich nichts näher auszuführen.

Ich hatte vor einiger Zeit mal zwei Romane von ihr gelesen, aus der Glasbläsertrilogie, die auch sehr interessantes aus diesem Genre preisgaben.

Es ist eine Geschichte, trivial, aber immerhin vor dem Hintergrund des Kurorts Baden-Baden, im Jahr 1771/72. Und da erfährt man schon viele interessante Einzelheiten; wie die Leute damals gelebt hatten, nach diesem kurzen Krieg mit den Franzosen, wie es zuging in Baden-Baden, damals als Kurort für die ganz Reichen, wobei als Kurort eigentlich Casino gemeint war.

Jährlich zur Saison trafen sich hier alle spielsüchtigen Nichtstuer und Superreichen, nur um sich monatelang zu vergnügen, Tag und Nacht.
Und daneben eben die vielen armen Leute, deren Einkünfte oft kaum für die Ernährung reichten.
Über die Sprache der Blumen ist viel zu lesen, über Blumensorten, die damals üblich waren, wie sich die Leute gekleidet haben und noch vieles anderes mehr.

Auch dass eine Frau, die des Ehebruchs überführt war, ins Gefängnis kam.

Also, ein sehr leicht zu lesendes Buch, unterhaltsam, nett. Warum nicht mal auch so ein Buch zwischendurch. - - -

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