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Die Tochter des Fotografen
Meine Zusammenfassung:
In Lexington, Kentucky, wird 1964 in einer stürmischen, verschneiten
Winternacht eine Frau von Zwillingen entbunden. Da der Geburtshelfer
nicht anwesend ist, muss ihr Mann, der Arzt ist, aber Orthopäde,
das tun. Zuerst kommt ein Junge, und ganz überraschend nach paar
Minuten noch ein Mädchen.
Der Arzt, Vater und Entbindende sieht das Kind an und erkennt sofort,
dass es das Down-Syndrom hat. Die Mutter ist noch in Lachgas-Narkose,
er bringt das Mädchen nebenan zur Krankenschwester, die die Neugeborenen
versorgt.
Er bittet Caroline, seine Krankenschwester, das behinderte Mädchen
gleich in ein Heim für Behinderte zu bringen; seiner Frau sagt er,
das zweite Kind der Zwillingsgeburt wäre bei der Geburt gestorben.
Die Mutter gab den Zwillingen aber Namen: Paul und Phoebe.
Caroline nimmt das Kind, will es auch in eine Einrichtung
bringen, als sie aber sieht, wie es dort zugeht, entschließt sie
sich, das Kind wieder mitzunehmen. Sie nimmt das Kind mit zu sich
nachhause, versorgt es. Es ist ein süßes Baby, das auf der Skala,
die bis 10 geht, immerhin 8 Punkte erreicht hatte, der Bruder Paul
9 Punkte, was kurz nach der Geburt in der Klinik gemacht wurde.
Nun werden beide Leben begleitet, das von Paul, der
normal bei seinen Eltern aufwächst. Nur trauert die Mutter um das
angeblich verstorbene Mädchen, eine Trauerfeier findet statt, die
Caroline beobachtet. Der Vater kommt auch nochmal zu Caroline, gibt
ihr Geld usw., sieht auch seine kleine Tochter. Aber der Entschluss
wurde ja längst gefasst, dass es das Mädchen nicht gibt. Seine Frau
leidet sehr darunter, dass Phoebe gestorben ist, aber auch darunter,
dass sie sie nie gesehen hat, nie berührt hat.
Caroline zieht mit Phoebe in eine andere Stadt, ihre
Spuren verwischen sich. Ein LKW-Fahrer, den sie auf ihrer ersten
Fahrt kennengelernt hatte, findet sie aber dennoch nach einem Jahr,
als sie als Pflegerin bei einem alten Mann in dessen Haus lebt,
zusammen mit Phoebe.
Und so wird das leben der beiden Zwillinge geschildert. Als sie
längst erwachsen sind, stirbt der Vater. Da er ein Sparkonto hinterlassen
hat für Phoebe, erfährt das Caroline, aber erst nach ein paar Monaten.
Sie nimmt Kontakt auf, und alle lernen sich kennen.
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Edwards Kim Ist die
Autorin einer Kurz-
geschichtensammlung,
"The Secrets of a Fire
King", die 1998 für den PEN/Hemingway Award nominiert war und die
sowohl mit dem Whiting
Award als auch dem
Nelson Algren Award ausgezeichnet wurde.
Als Absolventin des
Iowa Writers' Workshop unterrichtet Kim Edwards
an der University of
Kentucky.
Aus dem amerikansichen übersetzt von:
Silke Haupt,
arbeitete als Übersetzerin
und Architektin in
New York, heute lebt
sie in Berlin.
Eric Pütz,
arbeite als Lektor in verschiedenen deutschen Literaturverlagen
und
lebt in München.
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Von
Anfang sehr spannend, sehr leicht zu lesen, aber nicht ohne Anspruch
zu lesen.
Die
Autorin schreibt eigentlich nicht, nein, die malt. Sie zeichnet
alles sehr genau auf, alle Gefühle, Zusammenhänge, Begebenheiten,
und alles mit feiner Feder gezeichnet.
Gut, manche Passagen erscheinen mir ein bisschen langatmig; aber
das wird wettgemacht durch die wunderschöne *Malerei* der Autorin.
Und was mir noch aufgefallen ist beim Lesen: Die Autorin muss Kinder
oder Menschen mit dem Downsyndrom kennen. Wie sie beschreibt, wie
Leute damit umgehen, aber vor allem, wie sie schildert, wie die
Leute sich alle irren, mit ihren Ansichten, ab dem Zeitpunkt, wo
sie Kontakt mit einem Downsyndrom-Kind oder auch Menschen, aufnehmen.
Ich kenne Leute, die mit solchen Kindern arbeiten, aber auch Kinder
oder Erwachsene, die dieses Syndrom haben. Und für mich war bzw.
ist das gar nicht ungewöhnlich; ich weiß, wie liebenswert diese
Kinder und Menschen sind, wie viel Liebe sie vergeben, welche tolle
Persönlichkeiten sie sind. -
Dieses
Buch ist für alle lesenswert, ob sie selbst Umgang haben, selbst
*betroffen* sind (wobei mir das Wort "betroffen" nicht angemessen
erscheint), kennenzulernen, wie Downsyndrom-Menschen sind, was sie
ausstrahlen, oder ob sie nie damit zu tun hatten: lesenswert ist
es auf jeden Fall, weil nicht alleine die Geschichte dieses Downsyndrom-Mädchens
erzählt wird, sondern sehr umfassend auch die psychischen Entwicklungen
der ganzen Leute, über die die Autorin sehr diffizil erzählt. Aber
wie gesagt, eigentlich nicht erzählt, sondern zeichnet….
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