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Meine Zusammenfassung
Christian (später König Christian IV) wurde als Sohn von Louise
von England und des Königs von Dänemark, König Friedrich V. im Januar
1749 geboren. Zwei Jahre später verstarb seine Mutter und der Vater
übergab die Erziehung seines Sohnes an Graf Reventlow. Christian
hatte auch einen Privatlehrer, Reverdil. -
Dieser konnte ihn aber auch nicht vor dem rabiaten Reventlow schützen,
der den kleinen Christian maßlos züchtigte und ihn sich gefügig
machen wollte. Christian verlebte eine schreckliche Kindheit und
als sein Vater, der König von Dänemark, im Januar 1766 starb, war
Christian grade 17 Jahre alt.
Bereits 1765
hatte der dänische Außenminister Christian mitgeteilt, dass nach
zweijährigen Verhandlungen mit dem englischen Königshaus beschlossen
worden war, ihn mit der 13-jährigen Prinzessin Caroline Mathilde
zu verheiraten.
Sie ist die
jüngste Schwester des Königs von England, Georg III. Als sie im
Oktober 1766 mit ihren ganzen Begleitern nach Altona reist, wird
sie von einer dänischen Abordnung empfangen, nach Roskilde gebracht,
wo sie ihrem künftigen Mann, Christian, zu ersten Mal begegnete.
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Sie wusste, dass sie als "Zuchtstute" dem dänischen Königshaus einen
Thronfolger gebären sollte. Die Trauung wurde im November 1766 vollzogen.
- Christian ging aber seiner Frau aus dem Weg, konnte nichts mit
ihr anfangen, er, ein kleinwüchsiger, schwachsinniger König, sie
eine blühende junge Frau.
Als nach einigen
Monaten Reverdil ihn endlich dazu brachte, die Ehe zu vollziehen,
wurde Friedrich VI. gezeugt und kam neun Monate später zur Welt.
Mit seiner Frau hatte er kaum zu tun, er versuchte zwar, sich ihr
öfter mal zu nähern, wurde aber immer zurückgewiesen.
Es wurde dann
ein Kontakt zu einer Hure (Stiefel-Caterine) für Christian hergestellt,
mit ihr verstand er sich gut und sie wusste ihn zu nehmen. Allerdings
ging das seiner Mutter, Königinmutter Juliane, gegen den Strich
und sie ließ Caterine wegschaffen.
Der König (Christian)
machte sich nun auf eine so genannte Bildungsreise durch Europa,
er wollte Caterine suchen. Auf dieser Reise stieß der deutsche Arzt
Johann Friedrich Struensee zu der Reisegruppe und wurde der Leibarzt
des Königs. Der Großvater Struensees war bereits Leibarzt von Christian
IV, König von Dänemark gewesen.
Struensee erwarb das Vertrauen Christians, und dieser tat alles,
was dieser ihm empfahl, u.a. auch zahlreiche Gesetze und Dekrete,
meistens ohne sie überhaupt anzusehen. Er ernannte ihn zum königlichen
Vorleser, und seinen Hund zum Reichsrat.
Er bittet dann Struensee, sich seiner Gattin, Caroline Mathilde
anzunehmen. Diese lehnte ihn allerdings ab, sah ihn zunächst als
ihren Feind an, ließ sich dann jedoch von ihm zunächst das Reiten
beibringen. Und sie kamen sich bald näher, auf gemeinsamen Ausritten,
sie waren viel zusammen, der König sah das gerne. - Und sie wurden
ein Liebespaar. -
Christian ernannte
1771 Struensee zum Geheimen Kabinettsminister und erhob ihn in den
Grafenstand. Dieses Amt bevollmächtigte Struensee, Gesetze zu ändern,
neue zu erlassen, ohne vom König genehmigen zu lassen. - Und da
Struensee Anhänger der Aufklärung war, und gegen Folter und für
Demokratisierung usw., hatte er jetzt die Möglichkeit, das umzusetzen,
also die notwendigen Gesetze zu ändern bzw. zu erlassen, und so
kamen über 600 neue Gesetze und zahlreiche Gesetzesänderungen zustande.
(u.a. Abschaffung der Folter, Gedankenfreiheit, Schulreform).
Der Zustand
Christians war längst bekannt; er verhielt sich wie ein Kind, aber
wie ein schwachsinniges Kind eben. Natürlich erkannten alle, u.a.
auch der französische Gesandte, der bei einem Besuch den König auf
dem Boden herumkriechen sah, und seinen Pagen auf sich reiten ließ
- sie "spielten" eben.
Der sagte zu Struensee: "Herr Struensee, ich bin kein Idiot. Mein
König ist es auch nicht, und auch andere Regenten von Europa nicht.
Ich sage das mit Klarheit, die Sie Ihren eigenen Worten zufolge
so hoch schätzen. Sie spielen mit dem Feuer. Wir werden nicht zulassen,
dass der große zerstörerische revolutionäre Brand in diesem kleinen
Scheißland anfängt." -
Caroline Mathilde
gebar im Juni 1771 eine Tochter, Louise Augusta, sie war die Tochter
von Struensee, und von ihm selbst entbunden worden. - Und längst
wurde überall getuschelt, über das Verhältnis der "liederlichen"
Königin mit Struensee.
Es kam dann
zu Aufständen, die durch die neuen Gesetze ermöglicht worden waren.
Ove Høegh-Guldberg war einer derjenigen, dem das alles nicht passte
und der sich öfter über die "aufreizend" gekleidete Königin erregt
hatte. Und er wollte unbedingt dieses Gedankengut der "Befreiung
und Erneuerung" wieder aus Dänemark abschaffen, und dazu war zuerst
nötig, diesen Struensee zu eliminieren. Er impfte dem König ein,
die Königin und Struensee hätten den Plan ihn, den König zu ermorden.
Dann schrieb
er im Namen des Königs einen Umsturzplan, mit dem König Christian
auf den Thron verzichten soll und Caroline Mathilde zur Regentin
ernannt werden soll.
Im Januar 1772
wurde Struensee am frühen Morgen verhaftet, Guldberg hatte inzwischen
den König dazu gebracht, einige Papiere zu unterzeichnen, wovon
auch eines die Königin betraf: sie wurde unter Arrest gestellt und
nach Schloss Kronborg gebracht, mit ihrem Kind.
Struensee war
im Kerker angekettet, und Guldberg brachte ihn dazu, unter Androhung
sonst die Tochter, Louise Augusta zu ermorden, die Affäre mit der
Königin schriftlich zu gestehen. In einem weiteren Papier zwang
er Struensee, sich von dem von ihm verbreiteten Gedankengut der
Aufklärung zu distanzieren.
Die Königin
zwang er dann, unter Vorzeigen des Geständnisses von Struensee und
der Drohung, ihn nicht nur enthaupten, sondern auch rädern zu lassen,
ebenfalls ein Geständnis zu unterschreiben. Den König überredete
er, die kleine Louise Augusta als sein eigenes, legitimes Kind anzuerkennen,
und sich von der Königin scheiden zu lassen. Es sollte verhindert
werden, dass Caroline Mathilde Regentin wird.
Mit dem englischen
Königshaus wurde dann vereinbart, dass die beiden Kinder, der Thronfolger
Friedrich VI und seine Schwester, Louise Augusta, in Kopenhagen
bleiben sollen, während Caroline Mathilde Dänemark verlassen musste,
ohne ihre Kindee.
Sie wurde nach
Deutschland gebracht, nach Celle, wo sie unter Bewachung gestellt
wurde. Als sie dort nach kurzer Zeit, im Alter von 23 Jahren verstarb,
wurde berechtigterweise von einem Mord geredet.
Struensee wurde
im April 1772 zum Tode verurteilt; neben der "Majestätsbeleidigung
im höchsten Grade" wurde er auch der persönlichen Herrschsucht,
Herabsetzung von Moral und Religion beschuldigt.
Der König, bestätigte das Urteil, bekam das vermutlich alles nicht
richtig mit, er unterhielt sich inzwischen nur noch mit seinem Hund
und lebte zurückgezogen in seinem Zimmer.
Die Hinrichtung wird beschrieben, und sie ist derart grauenvoll,
aber ich fasse mich kurz. Struensee musste den Kopf auf den Richtblock
legen, der bereits von der vorherigen Hinrichtung mit Blut getränkt
war, seine rechte Hand auf einen Block daneben legen. Zuerst wurde
ihm die Hand abgehackt, dann der Kopf. Der Körper wurde gevierteilt,
die Fleischstücke wurden auf ein Rad gebunden, sein Kopf und seine
Hand auf Stangen gespießt und ausgestellt. - Die über 30.000 Schaulustigen
waren befriedigt - - - - - .
Guldberg hatte sein Ziel erreicht, er wurde Staatsminister, widerrief
alle von Struensee erlassenen Gesetze.
Guldberg wurde 1784 von dem inzwischen 16-jährigen Thronfolger Friedrich
VI. gestürzt, der dann die Regierung als Kronprinzregent führte,
bis er im März, als sein Vater, Christian verstarb, selbst zum König
wurde. Seine Halbschwester, Louise Augusta, die in Dänemark aufgewachsen
war, wurde mit Herzog Friedrich Christian von Augustenborg verheiratet
und eins ihrer Kinder, Caroline, wurde 1839 als Frau von Christian
VIII. dänische Königin.
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Per Olov Enquist 1934 in einem Dorf
im Norden Schwedens geboren, lebt in Stockholm. Er arbeitete als
Theater- und Literaturkritiker und zählt heute zu den bedeutendsten
Autoren Schwedens. Bei Hanser erschienen
Der Sekundant (1979), Auszug der Musikanten (1982),
Gestürzter
Engel (1987), Kapitän Nemos Bibliothek (1994) und
Die Kartenzeichner (1997).
Klappentexte:
"Zwei Jahrzehnte vor der blutigen Französischen Revolution
hätte sich in Dänemark beinahe eine friedliche Revolution
vollzogen, unter der Federführung von Graf Struensee, dem Arzt
und Aufklärer aus Altona.
Wenn dieser sich nicht in die junge Königin Caroline Mathilde
verliebt und mit ihr eine leidenschaftliche Affäre begonnen
hätte, die ihn schließlich aufs Schafott brachte. Per
Olov Enquist hat dem Ménage à trois zwischen
dem geisteskranken König, seinem Leibarzt Struensee und der
Königin eines seiner schönsten Bücher gewidmet. Eine
ergreifende Liebesgeschichte, ein psychologisches Drama und ein
polititsch-philosophischer Roman über Liebe und Macht.
Per Olov Enquist ist ein gerissener Erzähler. Seine Texte öffnen
sich ständig in neue Räume, wie chinesische Schachteln,
schreibt die Presse."
"Dass dänische Prinzen
verrückt sind, war ja bekannt, und so weinte die dreizehnjährige
englische Prinzessin Caroline Mathilde, als sie 1766 mit dem dänischen
König Christian VII. verheiratet werden wollte.
Tatsächlich wurde ihre Ehe
mit dem kleinen kranken König ein Desaster, und sie verliebte
sich in dessen Leibarzt Struensee. Mit offensichtlicher Billigung
des Königs, der Struensee empfahl: Die Königin ist einsam.
Nehmen Sie sich ihrer an.
So beginnt die leidenschaftliche
und tragische Liebesgeschichte der jungen Engländerin mit dem
Arzt und Aufklärer aus Altona.
Der unberechenbare König,
der während seiner wiederkehrenden Wutausbrüche Statuen
umstößt und Möbel aus dem Fenster wirft, vertraut
seinem Leibarzt voll und ganz.
Und während Struensee die Dekrete
der dänischen Revolution unterzeichnet, spielt Christian unter
dem Kabinettstisch mit seinem Negerpagen und dem Hund.
Doch im Überfluß der
Liebe verliert der sanfte Revolutionär Struensee seine Macht.
Der zwergwüchsige Reaktionär
Guldberg nutzt Struensees Schwäche, um ihn durch ein gemeines
Komplott aufs Schafott zu bringen."
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Ein Auszug
aus dem Epilog:
"Sie erfuhr es am Tag nach der Hinrichtung. Am 30. Mai wurde Caroline
Mathilde von den drei englischen Schiffen abgeholt und nach Celle
gebracht. Das Schloss, das im Zentrum der Stadt lag, war im 17.
Jahrhundert erbaut worden und ungenutzt gewesen, aber jetzt wurde
es ihr Aufenthaltsort. Sie hatte, hieß es, ihr lebhaftes Wesen behalten,
sie widmete der Wohltätigkeit für die Armen Celles großes Interesse
und forderte Respekt für das Gedenken an Struensee. Sie sprach oft
von ihm, nannte ihn der selige Graf und wurde bald sehr beliebt
in Celle, wo man sich die Auffassung zu eigen machte, ihr sei Unrecht
widerfahren.
Am 10 Mai 1775 erlag Caroline-Mathilde plötzlich und unerwartet
einer ansteckenden Fieberkrankheit. Gerüchte, sie sei im Auftrag
der dänischen Regierung vergiftet worden, konnten nie bekräftigt
werden.
Sie war zu diesem Zeitpunkt erst 23 Jahre alt. Ihre Kinder hatte
sie nie wieder gesehen.
Struensees und Caroline Mathildes kleine Tochter Louise Augusta
wurde in Dänemark aufgezogen; ihr Bruder, Christians einziges Kind,
war eine der aktiven Triebkräfte hinter dem Putsch im Jahre 1784,
durch den Guldberg gestürzt wurde, und sollte 1808 seinem geisteskranken
Vater auf dem Thron nachfolgen.
Das Mädchen
dagegen ging anderen Schicksalen entgegen. Sie wird als sehr schön
beschrieben, mit einer beunruhigenden Vitalität. Sie schien die
politische Grundeinstellung ihres Vaters zu teilen, hatte intensiv
an den Geschehnissen bei der französischen Revolution Anteil genommen,
mit Robespierre sympathisiert und über ihren Vater gesagt, sein
einziger Fehler sei gewesen, dass er mehr Geist als Verschlagenheit
besessen habe.
Sie wurde mit Herzog Friedrich Christian von Augustenborg verheiratet,
der ihr in kaum einer Hinsicht gewachsen war. Doch bekam sie mit
ihm drei Kinder, von denen eine Tochter, Caroline Amalie, 1815 mit
Prinz Christian Friedrich, dem dänischen Thronerben und späteren
Monarchen, vermählt wurde, und so schloss sich der Kreis wieder,
am Hof in Kopenhagen. Manche von Struensees Abkömmlingen glitten
auf diese Weise in die eigentümlichen und rätselhaften, bald zerfallenden
europäischen Königshäuser, in denen er ein so unwillkommener und
kurzzeitiger Gast gewesen war. Seine Ururenkelin wurde die Ehefrau
des deutschen Kaisers Wilhelm II. und bekam acht Kinder; es gibt
heute kaum ein europäisches Königshaus, das schwedische inbegriffen,
das seine Ahnen nicht auf Johann Friedrich Struensee, seine englische
Prinzessin und ihr kleines Mädchen zurückführen kann."
In
diesem Roman vor geschichtlichem Hintergrund wird alles bedient:
Liebe,
verbotene Liebe, Emanzipation, Politik, Intrigen, Wahn und Wahnsinn
und Macht.
Der
Autor beschreibt diese ganze Geschichte nicht nur authentisch, sondern
auch sehr einfühlsam, dramaturgisch sehr interessant und spannend.
Er
lässt Struensee und auch Christian bedeutenden Philosophen in Paris
begegnen, wobei Christian das alles nicht ganz richtig begriff (vermutlich),
aber Struensee umso mehr.
Schön
herausgearbeitet sind die Intrigen dieser Minister, die unbedingt
eine Revolution verhindern wollen, also sich einer "Aufklärung"
mit allen Mitteln entgegensetzen; und wenn es durch Mord ist.
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