Richard Ford

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Meine Zusammenfassung

Dem 1. Teil ist ein Kapitel vorangestellt, mit dem Titel "Bist du bereit, deinem Schöpfer zu begegnen?" - In der Zeitung war zu lesen, dass ein frustrierter Pflegestudent das Lehrerkolleg, Fachbereich Krankenpflege betrat, den Kursraum aufsuchte, wo er gerade am Unterricht hätte teilnehmen sollen, ging durch den Saal auf die Dozentin zu, richtete seine Pistole genau auf den Punkt zwischen ihren Augen und fragte sie: "Bist du bereit deinem Schöpfer zu begegnen?" - die Dozentin, 46-jährig und eine überdurchschnittlich gute Lehrerin, blinzelte und zweimal neugierig und gab zur Antwort: "Ja. Ja, ich glaube, ja" - worauf der Pflegestudent sie erschoss, sich umdrehte, den anderen Pflegeschülern zugewandt, und sich selbst auch erschoss. - - -

Der Protagonist, Frank Bascombe, der grade beim Frühstück in seinem Haus in Sea-Clift saß, nahm diese Nachricht zum Anlass, über sich selbst, bzw. was er da gesagt hätte usw. nachzudenken. - Und fragte sich, - verdammt nochmal, woher weiß sie das bloß? -

Im ersten Kapitel wird ein einziger Tag beschrieben, eine Fahrt von Frank, der als Immobilien-Makler tätig ist, eine eigene Firma hat, einen Angestellten, in Richtung der Stadt, wo er vorher gelebt hatte. Er ist mit seinem Angestellten (Mark, aus Tibet stammend) unterwegs, sie unterhalten sich über ihre Vorgehensweisen bei Häuserverkäufen usw., er setzt ihn unterwegs bei einem Klienten ab und nimmt an einer Trauerfeier eines Freundes teil, der an Krebs gestorben war.

Frank selbst ist 55 Jahre alt, und bekam vor ein paar Wochen die Diagnose, er habe Prostatakrebs. Und eben das beeinflusst seine Gedanken bei dieser Trauerfeier, veranstaltet in einem Haus, das seinem Freund, einem Bestattungsunternehmer, gehört.
Frank ist auch in einer Vereinigung, die sich "Sponsors-Ring" nennt. Das ist ein Netzwerk von Bürgern vor allem aus dem mittleren New Yersey - Männern und Frauen -, die einfach nur anderen Leuten helfen wollen. Nicht mit Geld. Der Grundgedanke dieser Idee ist, dass viele Leute einfach jemand brauchen, der ihnen zuhört.
Auch über das wird ausführlich berichtet, der Frage nachgegangen, warum und wieso Leute, und besonders Leute mittleren Alters, so wenig Freunde haben, bzw. so schwer überhaupt neue Freunde finden können. Das Wort "Permanenzphase" fällt nun öfter, und Frank hat mit dieser für sich angenommenen Klassifizierung eine weit ausholende Lösung für seine kleinen und großen Problemchen gefunden.

Frank gehört auch diesem Ring an, und nach der Bestattung besucht er eine Frau und hört sich ihre Probleme an, dann steht ein Besuch bei seiner Exfrau an, und am Ende des Tages wird er Mike wieder abholen, den er unterwegs bei einem geschäftlichen Treff abgesetzt hatte.

Diese tausend Gedanken von Frank werden nun ausgebreitet. Nicht immer grade sehr unterhaltsam und teilweise schwer dahinplätschernd. Ein roter Faden ist noch nicht zu erkennen. Es werden einfach nur Gedanken, ihre Abwägungen, philosophische Betrachtungen darüber usw. ausgedrückt. Da sehr viele sarkastische, ironische und auch sehr witzige Anekdoten eingeflochten sind, bleibt es aber doch noch gut lesbar.
Der Autor schreibt in einem sehr lockeren, ja sogar teilweise recht schnoddrigen Stil. Einen großen Raum nimmt seine Schilderung über den Immobilienmarkt ein. Da werden Vorgehensweisen geschildert, die unglaublich sind; dass die Preise praktisch über Nacht in die Höhe schießen usw. Auch seinen zahlreichen moralischen Bedenken über den Immobilienmarkt gibt der Autor Raum: "- - Nur dass jeder Mensch ein Recht auf einen Funken "Gerechtigkeitssinn" in einem Herzen hat. Und dazu gehört - jedenfalls bei Immobilienmaklern - nicht nur, wie viel irgendetwas kosten SOLLTE, (da irren wir uns immer), sondern was es in einer weiterhin für menschliche Wesen brauchbaren Welt kosten DARF.

Er beschreibt seine familiäre Situation, geschieden seit vielen Jahren von der ersten Frau, die zweite Frau hat ihn grade vierWochen vor Ausbruch bzw. Erkennen seines Krebses verlassen; sie war zu ihrem verstorbenen Exmann zurückgekehrt, der plötzlich wieder aufgetaucht war -.

Er hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, beide beschreibt er ziemlich ausführlich, ihre Charaktere, ihre Beziehung zu ihm, und auch zu ihrer Mutter. Zu seiner Exfrau hat Frank sporadischen Kontakt, sie ist seit zwei Jahren Witwe, nachdem sie nach der Scheidung von ihm einen reichen Geschäftsmann geheiratet hatte.

Dem Verhältnis von Frank zu seiner Tochter widmet sich der Autor auch über viele Seiten. Als die Diagnose Krebs ihr bekannt wurde, zog sie sofort zu ihrem Vater, suchte die besten Therapiemöglichkeiten und Kliniken aus, verhandelte mit Ärzten usw. - Und sie führen natürlich Gespräche; manche interessant. Sie informiert sich z.B. genau über die Folgen dieser Krankheit (Prostatakrebs) ihres Vaters. Auch einige interessante Überlegungen über Freundschaften, warum viel Menschen nur noch schwer neue Freunde finden können. Auszug:

"- - - - - aber ich weiß, wie schwer es ist, neue Freunde zu finden - was nichts damit zu tun hat, dass die Welt nicht voller interessanter, verfügbarer Leute wäre. Es liegt daran, dass die Vergangenheit so voll gestopft ist mit gelebtem Leben, und deshalb bedeutet ein Sich-Anfreunden, wie man es mit fünfundzwanzig konnte, für jeden Menschen seinem dritten Viertel - wie mich zum Beispiel - dermaßen viel Hirnauswringen und langweiliges Updaten mit sich, dass es einfach die Mühe nicht lohnt,. Jeden Tag sieht man Leute, die es vergebens versuchen (rhabarber, rhabarber: das erinnert mich daran, wie - - -')

Der erste Teil befasst sich also mit diesem einen Tag und den Gedanken von Frank. Und leider derart ausführlich, und langweilen mehr und mehr.
Da werden Begebenheiten von Leuten von Bekannten von Bekannten, von Nachbarn usw. ausgebreitet, mit Kommentaren bedacht - - - .
Und nicht zu vergessen, das häufig vorkommende "Pinkelnmüssen" wird immer ausführlich bedacht. -Wo das geschieht, wie es auf dem Klo aussieht, was an die Wände geschmiert ist, was die Leute denken, wenn sie ihn an einer Hausmauer pinkeln sehen würden - tja, also horrend spannend - lach -.

Und immer noch warte ich auf irgendetwas, ein Thema, ein Ziel dieser Geschichte. Was mich dazu motivieren könnte, weiter zu lesen oder mich zumindest freudig zum Buch greifen lässt.

Als beim Besuch bei seiner Exfrau sie ihm eine Liebeserklärung macht, ihn wieder haben will, und er irgendwie dabei landet, dass er sie für den bevorstehenden Thanksgiving einlädt, denkt der Leser, jetzt begänne eine Handlung.
Nicht dass dieses Wiederaufleben einer Liebesgeschichte so hochinteressant gewesen wäre, aber wäre mal zumindest eine Abwechslung gewesen.

Und so wird das Buch immer langweiliger und die Versuchung es wegzulegen, wächst von Seite zu Seite. Nach vielen Seiten mehr oder weniger "Gelaber" über selles und jelles, alles nicht besonders interessant, bis auf die schlaksige Ausdrucksweise des Autors, die alleine reicht aber nicht, einen Leser an dieses Buch wirklich zu fesseln.

Also gut, nach einer längeren Durstrecke wird es dann etwas interessanter, wo er beschreibt, wie es dazu kam, dass ihn seine zweite Frau verlassen hat.
Er schildert minutiös was da passiert war. Vor 30 Jahren oder noch länger, war dieser Mann seiner zweiten Frau einfach verschwunden, sie hatte ihn für tot erklären lassen. Dieser Mann war auch mit dem Protagonisten bekannt gewesen, aus der Schulzeit. Und so hatten sich die beiden dann kennen gelernt; Frank war schon geschieden; und sie heirateten dann. -

Beide Geschichten werden erzählt, auch die der Kinder der beiden. Hier hält sich der Autor sehr lange auf mit der Wesensart insbesondere seiner Tochter.

Im zweiten Teil taucht dieser "verschollene" und für tot erklärte Mann seiner Exfrau auf. Nach einem Treffen im Haus von Frank, beschließt seine Exfrau, mit ihrem ersten, nunmehr doch lebenden und nicht toten Mann, zu ihm und seinem Leben in Schottland zurückzugehen. -
Ob sie ihn liebt, ob sie Frank für immer verlassen will, bleibt offen. -

Es folgen wiederum seitenlange Erklärungen über Bedenken, Überlegungen, Vergangenes.
Gut, ist nicht uninteressant. Frank überdenkt - wie schon dutzendfach in diesem Buch - sein bisheriges Leben, seine Vergangenheit, seine Zukunft, die seines Angestellten, die seiner Kinder, die seiner beiden "Frauen" - . Seine erste Frau hatte ihm ja signalisiert gehabt, dass sie ihn gerne wieder "haben" wollte - - - .

Frank ergeht sich in tausend philosophische (ich möchte es mal so nennen) Betrachtungen. Und immer wieder seine Prostatakrebserkrankung hervorkramend. - Gut, das beschäftigt ihn - gut. - Aber romanfüllend ist das eben nicht.

Etwas interessanter verspricht dann der nächste Teil zu werden, wo Frank in seinem Haus in Sea Clift, an der Küste weilt. Ein kleiner Ort, wo er u.a. auch Ferien-Immobilien besitzt, und zahlreiche verwaltet.
Jetzt wird ausführlich erzählt, wie ein Kaufinteressent kommt, er sich mit ihm trifft; ein Mann von 69, der für sich und seine kranke Frau ein Haus "am Meer" sucht. - Und diese ganze Geschichte von diesem Mann wird nun wieder ausgebreitet. Die Abwägungen, ob Kauf oder nicht, warum oder warum nicht. - alles nicht besonders prickelnd. - Die nächste Person wird beschrieben, es geht um Wade, den Frank seit Jahren kennt. - - - - - Auch hier wieder seitenlange Schilderungen über den Lebenslauf von Wade. -
Wen interessiert das? Ist kein Bezug da. - Ich sehe keinen -.

Da sind einfach verschiedene Geschichten aneinandergeklebt, ohne Bezug zueinander. Zäh und unbeholfen reiht sich da eine Person mit ihrer Geschichte an die andere, ein Ort an den anderen. Die vereinzelt vorkommenden guten Stellen, Einsichten, Überlegungsergebnisse, verschwinden im Einheitsbrei dieser ganzen langweiligen Geschichten.

Insgesamt werden 3 Tage geschildert im Leben des Frank Bascombe. Die zwei Tage vor Thanksgiving, und der Tag direkt, der in diesem Landstrich, vermutlich in ganz USA ein großer Feiertag ist.

Im letzten Teil beschreibt er dann auch wieder minutiös ein Verkaufsgespräch. Und warum und warum nicht der Käufer Abstand nimmt. Wie Mike, sein tibetischer Angestellter ihn anruft und von einem Verkauf berichtet, über ein Haus, das verpflanzt werden soll, und das Frank selbst auch schon verkauft hat und und und und - - - .

Dann ist er wieder unterwegs, besucht eine Kneipe, die er früher oft aufgesucht hat. Und da werden jetzt zig Seiten lang die Barfrau, die Leute im Lokal, das Klo, die Getränke, was er trinkt und wie viel, und dass er schon wieder pinkeln muss, das Klo wird beschrieben, wo er auf ein verfaultes Sandwich pisst, was alles an den Wänden steht - - - .

Und immer wieder die Geschichte mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung; immer und immer wieder.

Dann kommt ein Brief von seiner zweiten Frau, aus Schottland, wo sie mit ihrem ersten (verstorben geglaubten) Mann gezogen war. Ein sehr langer Brief, mit tausend Ausführungen, auch einige gute Sätze dabei, schon, aber eben auch wieder viel zu lang gezogen und viel zu ausführlich. Am Ende dieses Briefs meint sie dann, dass sie ihn vermutlich noch liebt, aber dennoch nicht zurückkommt zu ihm. Sie weiß allerdings nichts von seiner Erkrankung, als sie ihn verließ war sie ja noch nicht bekannt, sondern erst zwei Wochen später.

Dann ruft seine erste (Ex)-Frau an, und sagt, dass sie das nicht so gemeint hätte vor zwei Tagen, sie wolle ihn gar nicht zurück haben, und sie käme auch an Thanksgiving nicht zu ihm nach Sea Clift zu dem Familientreffen. Thanksgiving ist endlich da.

Mit wenigen Sätzen ist erzählt, was an diesem Tag geschah. Der einzige Tag wo etwas "passierte" - - . Sein Sohn ist da mit seiner Freundin Jill, der eine Hand fehlt (wieso das interessant sein soll du warum das zur Dramaturgie gehört, keine Ahnung). Der Truthahn wird gebracht, wie in USA üblich, fix und fertig. Gespräche finden statt, alle nicht bemerkenswert. Vorher schon wurde viel erzählt von dem Nachbar, der neben dem Haus von Frank sein Haus hat: Ein Neureicher, der irgendwo in einer Lotterie viel Geld gewonnen hatte und ein sehr unangenehmer Nachbar ist. (über ihn wurde seitenlang erzählt, ich fand keinen Zusammenhang zu irgendwas)

Da kommt ein Anruf, seine Tochter wäre verhaftet worden, sie hätte bei einem Unfall Leute verletzt usw. - Frank vergisst Thanksgiving, und den Truthahn und will sich sofort auf dem Weg machen zu seiner Tochter. Zu ihr ist mittlerweile auch seine Exfrau, also die Mutter der Tochter mit ihrem Lover, einem Rechtsanwalt unterwegs. -

Da ist plötzlich ein Höllenlärm zu hören, Frank meint es wären Motorräder, die sich nähern. Frank verlässt das Haus, und sieht, wie aus dem Nachbarhaus ein Motorrad aus der Eingangstür herausfährt, einen Höllenlärm veranstaltet, darauf sitzt ein Junge, ca. 14 Jahre alt. Jetzt gibt es ein Durcheinander, drinnen schreit die Frau, der Mann kommt heraus, der Junge schießt auf den Mann, lässt das Motorrad fallen und setzt sich in eines der zwei Autors der Familie, gibt Gas und fährt los. Da kommt ein zweites Motorrad, mit noch mal einem 14-jährigen, und die ganze Situation wird ziemlich konfus. Keiner weiß warum, wieso oder sonst was, es ist auch kein Zusammenhang zu erkennen. Der Mann ist tot zusammengebrochen, liegt auf dem Rasen vor dem Haus.

Frank mischt sich nun ein, spricht den Jungen an, der daraufhin sein Maschinengewehr nimmt und auf Frank schießt. Frank wird in die Brust getroffen und liegt auch auf dem Rasen. Die zwei Jungen sind inzwischen mit den zwei Autos der Familie des Nachbarn abgehauen. Zwischenzeitlich hat aber der Sohn von Frank die Polizei informiert, die die beiden vermutlich schnell fassen kann. - -Weiter ist darüber nichts mehr zu erfahren, nur dass die beiden Buben Zwillinge waren und einen Grund gehabt hätten, aber der Autor meint, den zu erzählen würde den Rahmen sprengen.

(naja noch mehr Geschichten hätte den Rahmen dieses Buchs wirklich gesprengt).

Frank ist nur oben in der Brust getroffen, wird ins Krankenhaus transportiert, operiert, und überlebt. - Zwischenzeitlich ist seine Frau, die ja in Schottland war, und auf deren Anruf er gewartet hatte, im Krankenhaus eingetroffen. -

Letzte Seiten: Er ist auf dem Flug zur Mayoklinik, um sich wieder einem Test zu unterziehen wegen seines Prostatakrebses, seine Frau ist dabei. Sie fliegen über das Land. Und dabei hat dann Frank wieder seine Gedanken. Er stellt sich seine Beerdigung vor, beschließt, zu verfügen, dass seine Asche im Meer verstreut wird, entwirft seine Trauerfeier - um danach das alles wieder zu ändern, und beschließt, seinen Körper der Forschung zu überlassen, nach seinem Tod. Und dann kommt der Landeanflug zum Flughafen des Ortes, wo die Mayoklinik ist . - Ende - .

(endlich)

 

 

 

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren.

Nach dem Literaturstudium und diversen Jobs gelang ihm 1986 mit

"Der Sportreporter"

der Durchbruch.

1996 erhielt Ford sowohl den Pulitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award für "Unabhängigkeitstag"

und 2001 den PEN/Malamud Award für seine Short-Storys.

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Heibert. 1. Auflage 2006 unter dem Titel "The Lay of the Land" A. Knopf, NY. 2. Auflage 2007 Berlin-Verlag, 681 Seiten

 

 

 

 

Klappentext
"Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert. Frank Bascombe hat eine Menge erreicht, sein Leben ist aufgeräumt und erfüllt, nun könnte er als abgeklärter Genießer dem verdienten Ruhestand entgegengehen.

Doch völlig unerwartet bringen eine Ehekrise und eine Krebsdiagnose alles ins Wanken. Ein reicher, nachdenklicher, aber auch grotesk komischer Roman von Richard Ford, dem amerikanischen Meistererzähler, über einen Mann in den besten Jahren und über den Wert des Lebens.

 

Wiedersehen mit Frank Bascombe, dem Helden von "Der Sportreporter" und "Unabhängigkeitstag" - er ist 55 Jahre alt und freut sich, mit schöner Strandvilla und zweiter Ehefrau Sally, auf den nächsten, ruhigeren Lebensabschnitt.

Die "Permanenzphase", wie er dieses Hochplateau des erfüllten Lebens nennt, erweist sich jedoch als trügerisch:

Sallys erster, tot geglaubter Ehemann taucht wieder auf, und sie geht mit ihm fort, um die Dinge zu klären. Kurz darauf wird bei Frank Prostatakrebs diagnostiziert.

Und nun naht Thanksgiving, das uramerikanische Fest der Familie. Wie fest der Boden unter seinen Füßen wirklich ist, muss sich bei jedem Schritt neu zeigen.

In dem ominösen Millenniumsjahr 2000, dessen Herbst von den "gestohlenen Wahlen" und George Bushs billigem Triumph geprägt ist, zieht Frank Bascombe, der nette, vernünftige Nachbar, Bilanz."

Gut, dass ein Anfang eines Buchs etwas schwierig sein kann, ist kein Makel. Wenn ich aber, wie bei diesem Buch, bis zur Hälfte lesen muss, um einen Faden zu bekommen (der dann aber wieder im Nirwana von Allerweltslangeweile verschwindet), oder auch sonst irgendwie nicht begeistert bin, sondern zunehmend ärgerlicher werde, dann ist das schon bemerkenswert.

Ich habe mit viel Geduld weiter gelesen. Und leider kamen immer wieder zig-seitenlange langweilige Schilderungen von irgendwelchen Dingen, die kein Mensch außer dem Autor selbst interessant erscheinen mögen.

Warum habe ich das Buch zu Ende gelesen? Weil ich ihm immer wieder eine Chance geben wollte. - Und, weil nach seitenlangen langweiligen Ausführungen doch wieder was kam, wo ich dachte, aha, jetzt geht's wieder weiter - - - .

Einige wenige gute Sätze sind schon da, gut, aber - lach -. Was sich der Autor dabei gedacht hat, diese ganzen Überlegungen, (kommen mir fast vor wie Tagesbuchaufzeichnungen) als Roman zu veröffentlichen???

Und noch was frage ich mich: War da kein Lektor, und wieso veröffentlicht ein Verlag so ein Buch??? Gut, man könnte sagen, wenn dir das Buch so auf den Geist geht, warum hast du es fertig gelesen? Und nicht nach 30-50 Seiten weggelegt? -

Tja, das mache ich normalerweise auch so. Nur war bei diesem Buch nach 50 Seiten noch nicht zu sehen, wohin es will. Und ich gab ihm eine Chance, und las weiter.

Aber wenn ich bei einem Buch, das knapp 700 Seiten hat, bei Seite 420 immer noch überlege, ob ich es fertig lesen soll - - - - . Ich habe dann einige Seiten weitergeblättert, weil es einfach zu langweilig war. Und hatte auch nichts versäumt.

Ein Absatz, der gar nicht so schlecht ist, von zahlreichen ähnlicher Art möchte ich hier zitieren: gedacht beim Einnehmen seines Platzes im Flugzeug:

"Ein Flugzeug ist eine vierzig Tonnen schwere Aluminiumröhre, druckbeladen mit hochflüchtigen und instabilen Brandbeschleunigern, die sich in einen von anderen solcher Apparaturen proppenvollen Himmel erhebt, welche wiederum von Typen mit drittklassigen Abschlüssen aus Purdue gesteuert werden und Gott weiß was für welche weiteren, blutbadproduzierenden Brennmaterialien enthalten, also wäre es dumm, daran zu zweifeln, dass diese Röhre nicht bei der erstbesten Gelegenheit ihr angestammtes Heim auf Erden wieder aufsuchen wollte - Und deshalb ist heute ein besonders guter Tag zum Sterben." - - -

Eine Schlussbemerkung noch von mir über dieses "Werk": Mit dem Lesen eines solches Buches kann man sich das Lesen abgewöhnen! Normal lese ich täglich 1-2-3 Stunden. Aber bei diesem Buch musste ich immer nach einer halben Stunde passen, entweder weil ich eingeschlafen bin (was mir niemals bei einem normalen Buch passiert!!) oder weil ich dann doch lieber noch was anderes gelesen habe oder auch sonst was gemacht habe.