Marilyn French

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Zusammenfassung:
"Dieses Buch beantwortet eine scheinbar einfache Frage: Wie kommt es eigentlich, daß es ein paar tausend Männern im Laufe der Geschichte gelungen ist, Millionen von Frauen und Geschlechtsgenossen ihrer Macht zu unterwerfen? Die Geschichte der Menschheit ist zugleich und vor allem auch eine Geschichte der männlichen Macht, die vor Jahrtausenden mit den esten Schriten zur Beherrschung der Natur einsetzte und sich heute angesichts der apokalyptischen Aura am Horizont der abendländischen Zivilisation einem verderblichen Ende zu nähern scheint.
Vor diesem Hintergrund untersucht Marylin French in ihrem umfassenden und mit reichhaltigem Quellenmaterial versehenen Werk die Ursprünge jener Macht und den Prozeß ihrer Ausweitung. Sie fragt nach ihren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Mann und Frau in unterschiedlichen Kulturen und Epochen und forscht nach ihrem Niederschlag in exemplarischen Gesellschaftsbereichen: Theologie, politische Theorie, Rechtswesen, Medizin, Wirtschafts- und Erziehungswesen.

In ihrer scharfsinningen Analyse entlarvt M.F. den kritischen Zustand der abendländischen Zivilisation als Folge der Zerstörung unserer moralischen Wertordnung durch die patriarchalische Machtgier. Sie weist überzeugend nach, daß wir auf den Totalitarismus oder auf den Weltuntergang zusteuern, falls wir uns nicht eine Vision der menschlichen Zukunft zu eigen machen, die auf elementaren humanen Werten beruht: auf Werten, die in der Vergangenheit immer verächtlich als *weiblich* abgetan worden sind.
>Jenseits der Macht< stellt mit seiner erstaunlichen Materialfülle und seiner kompetenten, fundierten Argumentationsweise eine Herausforderung an die gegenwärtig vorherrschende männliche Überheblichkeit in Gesellschaft und Politik dar." - entnommen aus dem Klappentext-

 

 

 

 

 

 


Autorenporträt
Marilyn French wurde 1929 in New York geboren und studierte Literaturwissenschaften an der Harvard University in Boston.

Sie zählt zu den interessantesten und einflußreichsten Autorinnen in Sachen Frauenfragen.

Ihre Romane, Essays und Abhandlungen begleiteten die Frauenbewegung und waren Weltbestseller.

Sie hat zwei erwachsene Söhne. Seit 1964 unterrichtet sie englische Literatur u.a. an der Harvard-Universität, wo sie 1972 mit einer Arbeit über James Joyce's Ulysses promovierte.

Ihr Roman "Das blutende Herz" war ein Welterfolg.


Ich habe dieses Buch (991 Seiten) bereits kurz nach seiner Erscheinung 1985 gelesen, und danach noch einmal. Habe es auch an sämtliche weiblichen Bekannten seit der Zeit ausgeliehen. Es ist eines der informativsten Bücher, die ich je gelesen habe.

Die wissenschaftlichen Recherchen usw. sind beeindruckend, ist oben schon sehr gut beschrieben.

Hier einige interessante Einzelheiten, jetzt mal von mir ganz frei aus dem Gedächtnis interpretiert: Die *Macht* der männlichen Menschen begann eigentlich ab dem Zeitpunkt, wo nachzuweisen war, daß sie der Vater von bestimmten Kindern sind. Das war plötzlich Eigentum und neben dem Eigentum von Land und Gebieten ein wichtiger (wichtigster??) Bestandteil der Machtübernahme.

Ganz am Anfang (vor ca. 5 Millionen Jahren) war es so: Die Frauen lebten immer mit einem männlichen Familienmitglied, meistens mit einem Bruder oder Brüdern, in einem Haushalt, bzw. Unterkunft, Hütte o.ä. Die Kinder der Frauen *gehörten* alleine der Frau, die Brüder waren männliche Bezugsperson, sozusagen *Vater*.
Die Frauen trafen sich mit ihren (vermutlich recht häufig wechselnden) Liebhabern außerhalb ihres Wohnbereiches. Dass diesen sexuellen Aktivitäten Kinder entsprangen, war nicht bekannt. Bekam eine Frau also ein Kind, gehörte es ihrer Familie, d.h. ihr und ihren Brüdern. Ein Zusammenhang des leiblichen Vaters wurde nicht gesehen. >
Es war eine rein matriarchalische Familienordnung.

Erst als dann im Laufe von Jahrtausenden der Zusammenhang (als Produkt eines sexuellen Kontaktes) klar wurde, und die Männer dann tatsächlich als *Vater* bestimmt werden konnten, bekamen sie nach und nach Macht und bauten sie aus - - -bis hin zur allgemeinen Machtergreifung, der Zurückstellung der Frauen und Inkrafttretens des Patriarchats - - -.

Das ist für mich sehr interessant gewesen, kann aber hier mit ein paar Worten überhaupt nicht wiedergegeben werden, weil M.F. das sehr differenziert und wissenschaftlich untermauert schildert.

Also um das genau zu begreifen und zu hinterfragen, muss man dieses Buch selbst gelesen haben. Ich kann es empfehlen, und zwar auch für Männer.

Ganz interessant finde ich auch die Klassifizierung der verschiedenen feministischen Überzeugungen und Arten....im letzten Viertel des Buches.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Vermehren eurer Erkenntnisse im Allgemeinen und Besonderen über etwas, was die Menschheit und ihre Entwicklung betrifft.

PS: Im Gegensatz zu anderen Büchern von ihr, ist dieses unbedingt erste Spitzenklasse und nicht vergleichbar mit ihren Romanen!!

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