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"- Der Bürger verlässt das Gefängnis
seiner Wohlanständigkeit, versinkt im Anonymen und kehrt anders
zurück, als er aufbrach. Dort, wo das Ich sich in der
Namenlosigkeit verliert und seine Vergangenheit preisgibt, entfernt
sich das Individuum von allem Vertrauten-. (Walter Jens) -"
Meine Zusammenfassung:
Faber befindet sich im Flugzeug, nimmt eine ablehnende
Haltung gegenüber seinen Mitreisenden, insbesondere gegen Herbert
ein, dem Deutschen, der zufällig ein Bruder seines Freundes
Joachim ist. Beobachtet alles, was im und um das Flugzeug herum
geschieht, mit technischem Verstand, gibt sich gelangweilt, ist
müde. Er schildert nun mehr stichwortartig als formuliert
die Notlandung, die lange Wartezeit bis sie endlich abgeholt werden,
wie sie dann durch unwirtliche und trostlose Gegenden geraten, in
einem Wirtshaus schließlich landen, wo er außer Warten,
Dösen und Biertrinken nichts anderes zu tun hat. Schließlich
ergibt es sich dann doch, dass ausgerechnet Herbert das Auto des
Wirts bekommt, und sie machen sich dann auf den Weg zur Plantage,
die ja beide eigentlich besuchen wollten &treffen dann schließlich
auch ein, finden Joachim, der sich aufgehängt hat in seiner
Blechbaracken-Behausung, das als Büro der Plantage gedient
hatte.
Fabers Gedanken schweifen immer wieder zu zurückliegenden
Geschehnissen, wie auch schon während des Flugs oder während
der Wartezeiten &.
Aus diesen ganzen Geschehnissen kann man sich ein Bild machen über
die Zeit, die Faber durchlebt hat, die Trennung von Hanna,
die ein Kind von ihm bekommt, was er aber nicht weiß, sie
heiratet dann Joachim, einen gemeinsamen Freund und Arzt, der eigentlich
für die Abtreibung gedacht war. Einen Heiratsantrag Fabers
hatte Hanna zuvor abgelehnt &.Faber verlässt dann die Schweiz
und geht seinem Beruf im Ausland nach, er trifft Hanna jahrelang
nicht, hat auch keinen Kontakt zu ihr. Faber selbst, unfähig
für eine Beziehung, hat wechselnde Frauenbekanntschaften, kann
sie aber letztendlich nicht ertragen.
Bis er schließlich Elisabeth auf dem Schiff Frankreich
trifft, (er hatte sich kurzentschlossen für eine Schiffsreise
entschieden, anstatt den Flieger zu nehmen) er nennt sie Sabeth. &Er
ist um die 50, sie ist um die 20 Jahre alt. Mit dem Satz: <Er
verliebte sich in sie und machte ihr bereits paar Tage später
in Avignon einen Heiratsantrag> würde der Eindruck einer
Trivialität entstehen, wenn nicht die Gedanken Fabers, Rückblicke
und Empfindungen eingeflochten wären.
Und so ändert sich langsam seine Wesensart &durch die
Anwesenheit Sabeths, die die Welt mit ganz anderen Augen sieht als
er.
Als schließlich durch Unterhaltungen herauskommt, dass Hanna
ihre Mutter ist, ist Faber zunächst gar nicht so verwundert,
er nimmt an, Joachim wäre Sabeths Vater. &
Sie reisen dann nach Griechenland, wo Hanna lebt. Faber sieht Hanna
nach über 20 Jahren wieder. Sie fragt ihn nach seinem Verhältnis
zu Sabeth, eigentlich wissend, dass da Faber mit seiner eigenen
Tochter ein Verhältnis hat &lässt ihn aber zunächst
im Glauben, er sei nicht der Vater &....dann ist Faber mit
Sabeth unterwegs, am Meer, sie liegt im Sand, schreit plötzlich
auf, eine Schlange hatte sie gebissen &..sie läuft auf
ihn zu, stürzt eine Böschung hinunter, bleibt bewusstlos
liegen, .kommt ins Krankenhaus, Hanna ist da. Sabeth stirbt
dann paar Tage später nicht an dem Schlangenbiss, sondern an
einer Schädelfraktur, die sie sich durch den Sturz hinzugezogen
hatte &und die von den Ärzten nicht rechtzeitig erkannt
und behandelt worden war & -. Faber weiß jetzt, das Sabeth
seine eigene Tochter ist.
Er verlässt Hanna und reist nochmal nach Mexiko, mit Zwischenstop
in Kuba, wo er jetzt alle Dinge anders sieht, erkennt auch die Schönheiten
der Natur, die Fröhlichkeit der Menschen, und sieht auch plötzlich
die Schönheit in vielen Dingen, wo er doch vorher, besonders
aber an Menschen, alles mehr als hässlich angesehen hatte.
Er kann Freude empfinden, er hat sich vom realitätsgläubigen
Menschen weg entwickelt, &das wird deutlich an genau den Stellen,
wo er vor ein paar Wochen noch gewesen war; er trifft auch Herbert
wieder, den Deutschen, der damals auf der Plantage an diesem trostlosen
Flecken geblieben war, der aber auch jetzt nicht bereit ist, wieder
zurückzukehren und dort bleibt. Faber kehrt zu Hanna zurück,
liegt im Krankenhaus, eine Operation (Magenkrebs) steht bevor.
Seine letzten Gedanken: aber es ist Hanna, die nicht davon
loskommt. Ob er ihr verzeihen könnte! Sie hat geweint, Hanna
auf den Knien, während jeden Augenblick die Diakonissin eintreten
kann, Hanna, die meine Hand küsst, dann kenne ich sie gar nicht.
Ich verstehe nur, dass Hanna, nach allem was geschehen ist, Athen
nie wieder verlassen will, das Grab unseres Kindes. Wir beide werden
hier bleiben, denke ich. Ich verstehe auch, dass sie ihre Wohnung
aufgab mit dem leeren Zimmer; es ist Hanna schon schwer genug gefallen,
das Mädchen allein auf die Reise zu lassen, wenn auch nur für
ein halbes Jahr. Hanna hat immer schon gewusst, dass ihr Kind sie
einmal verlassen wird, aber auch Hanna hat nicht ahnen können,
dass Sabeth auf dieser Reise gerade ihrem Vater begegnet, der alles
zerstört "
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Max Frisch geb. 15.5.1911 Zürich, verst. 4.4.1991 in Zürich
Jüngstes Kind des Architekten Franz Bruno Frisch
und seiner Frau Karolina Bettina, geb. Wildermuth.
1942: 1. Ehe mit Constanze von Meyenburg; 1955 Trennung; 1959 Scheidung
1958-62: Liaison mit Ingeborg Bachmann
1968; 2. Ehe mit Marianne Oellers; 1979 Scheidung
Dramatiker und Erzähler. Pazifist, Gegner sämtlicher Nationalismen.
Neben Dürrenmatt der bedeutendste Schweizer Schriftsteller des
20. Jhs.; trug entscheidend dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur
nach dem 2. Weltkrieg wieder zu internationalem Ansehen kam; Übersetzungen
in alle Kultursprachen; viele seiner Werke sind fester Bestandteil
der Schullehrpläne.
Grundthema der Romane: Problem der persönlichen Identität
(bürgerlicher Intellektueller) in einer unpersönlichen,
konformistischen und uniformen Welt; variierte Einzelthemen: Ehe,
Tod, Kunst, Missvergnügen an bürgerl. Lebensverhältnissen.
Politische Motive in den Dramen.
1958. Georg-Büchner-Preis; Literaturpreis der Stadt Zürich
1962: Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg; Großer
Kunstpreis der Stadt Düsseldorf
1976: Friedenspreis des deutschen Buchhandels
1980: Ehrendoktor des Bard College, USA
1982: Ehrendoktor der City University of New York
1987: Ehrendoktor der Technischen Universität Berlin
1989: Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.
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