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Meine Zusammenfassung:
Alexis, Ich-Erzähler, verbringt zusammen mit seiner Schwester Laure
und seinen Eltern seine Kindheit auf der Insel Mauritius, am Boucan.
Es ist ein Paradies für Alexis, und oft verlässt er nachts sein
Bett und geht hinaus, um den Himmel zu betrachten, um das Meer zu
riechen.
Etwas abgelegen wohnen in Hütten Schwarze, entlaufene Sklaven, die
hier ansässig wurden. Und von dort kommt oft Kevin, etwas älter
als Alexis. Und von Kevin lernt er wie die Pflanzen und Bäume heißen,
wie man Fische fängt, wie man durch ein Zuckerrohrfeld gehen kann
ohne sich zu verletzen. Und mit ihm hat er auch sein aufregendstes
Erlebnis, als Kevin mit einer Piroge raus aufs Meer fährt und ihn
mitnimmt.
Auszug:
„- - - - er ist nicht wie die anderen Kinder, die auf schönen
Besitzungen leben. Er muss nicht immer sprechen. Er ist mein Freund,
und mit seinem Schweigen, hier, neben mir, sagt er es mir auf seine
Weise. Alles an diesem Ort ist schön und still. Ich betrachte die
grüne Fläche der Lagune, den Gischtsaum entlang der Korallenbank
und den weißen Sand der Strände, die Dünen, den mit Dornengestrüpp
durchsetzten Sand, die dunklen Kasuarinen, den Schatten der Sammetpalmen,
der Trompetenbäume und vor uns den verbrannten Felsen Le Morne,
der einem von Seevögeln bewohnten Schloss gleicht.- - - - - “
Alexis’ Liebe zum Meer ist erwacht, und er wird nie mehr davon
loskommen.
Die Eltern, in diesem alten Haus mit dem blauen Dach lebend, das
einem reichen Onkel des Vaters gehört, leben zurückgezogen. Die
Mutter unterrichtet Alexis und seine Schwester, eine Schule besuchen
sie nicht. – Der Vater, ein Träumer und Erfinder, erklärt ihnen
den Sternenhimmel.
Und die beiden Geschwister halten sich oft unter dem Dach auf, wo
der Vater alte Karten aufbewahrt hat, u.a. auch über den Ort eines
Schatzes, der angeblich auf der Insel Rodriguez versteckt ist. –
Als der Vater in Konkurs geht, und dazu auch noch ein Zyklon die
Insel verwüstet, das Haus unbewohnbar macht, muss die Familie von
dort weg und zieht nach Forest Side, eine Ortschaft, wo auch der
Onkel eine Firma hat. Die Familie kann ein verfallenes Haus bewohnen.
– Der Vater stirbt, und die Mutter erkrankt sehr schwer. Geht später
kaum noch aus dem Haus. Alexis arbeitet in einem Büro seines Onkels.
Aber er weiß, er muss fort, aufs Meer. Seine Schwester bleibt bei
der kranken Mutter. Und er findet am Hafen ein Schiff, mit Kapitän
Bradmer, der immer auf seinem auf dem Deck festgeschraubten Stuhl
sitzt, pausenlos raucht, sehr wortkarg ist.
Diese Reise auf dem Schiff, auf dem indischen Ozean, vorbei an vielen
kleinen Inseln, wo jede ihr eigenes Geheimnis hat, manche bewohnt,
manche unbewohnt.
Als sie auf Rodriguez ankommen, geht Alexis von Bord und macht sich
auf, anhand seiner Karten, auf denen die Sterne und viele Kennzeichen
vermerkt sind, zum Schatz auf.
Er baut sich Unterstand, wohnt auch mal in einem sogenannten Hotel
im Hauptort von Rodriguez. – Er findet die Zeichen, und voller Unruhe
und Unrast macht er sich auf die Suche, findet einige Zeichen, steckt
sie ab, geht wieder weiter, meint ganz nahe zu sein, findet Höhlen,
die er erforscht, gräbt Steine und Erde um - - - es folgt eine sehr
ausführliche Schilderung dieser ganzen Suche, die, wäre sie nicht
in der wunderschönen Sprache des Autors geschrieben, langweilig
wäre.
Als er eines Tages schwer verletzt von einer Schwarzen gefunden
wird, Uma, beginnt ein neues Kapitel für ihn.
Sie, den entlaufenen Sklaven zugehörig, die versteckt in den Bergen
leben, und nie lange bleiben, immer wieder aufbrechen, und die niemals
von den anderen, den Weißen gesehen werden wollen und dürfen, hatte
einige Jahre in Frankreich in einem Kloster zugebracht, konnte französisch
sprechen und war auch sonst gebildet. Schwarz, mit langem glänzenden
Haar, groß, schlank, schön, kümmert sich um Alexis, verschwindet
aber immer wieder. Um plötzlich wieder da zu sein, ihm Essen zu
bringen, ihm zu zeigen wie man Fische fängt mit der Harpune, wie
man sie zubereitet, wie man auch ohne Feuerzeug ein Feuer entfacht,
und noch vieles mehr.
Und es entwickelt sich eine zarte, außergewöhnliche Liebesgeschichte.
Er erzählte ihr seine Lebensgeschichte, auf Mauritius, am Boucan,
und sie erzählte ihm, wie es dazu kam, dass sie von Frankreich wieder
zurück auf Rodriguez kam, zurück zu ihrer leiblichen Mutter und
ihrem kleinen Bruder.
Für seine Suche nach dem Gold-Schatz hat sie nur ein verächtliches
Grinsen übrig. Als Alexis endlich nach vielen Monaten einsehen muss,
dass es keinen Schatz gibt, eine Höhle, wo er ihn vermutet hatte,
ist leer, gibt er sich damit zufrieden.
Als ihn eine Nachricht erreicht, dass die Mutter dem Tode nahe ist,
macht er sich auf den Weg zurück nach Mauritius, findet auch das
Schiff am Hafen, mit dem Kapitän wieder, und reist zurück. Vorher
wollte er noch von Uma Abschied nehmen, aber sie wusste es, ohne
dass er es ihr gesagt hätte. - - -
Auszug: „ - - - - und gestern Abend war sie nur gekommen, um
Abschied zu nehmen, sie wusste also alles, sie kannte mein Geheimnis
- - - und deshalb verbarg sie ihr Gesicht, und darum war ihre Stimme
so hart und bitter, als sie mir vom Gold sprach, als sie sagte:
‚ihr Leute aus der großen Welt.’"
Er kehrt wieder zurück, nachdem die Mutter gestorben war, Uma ist
noch da, und alles wird wieder in dieser poetischen Sprache geschildert,
die Natur, das Meer, ihr Zusammenleben, und alles - - - - .
Es ist das Jahr 1914, und im Ort ergeht ein Aufruf an alle, sich
zu melden zum Kriegsdienst, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Und
es melden sich alle Männer der Insel, ziehen freudig in den Krieg.
Jetzt folgen lange, lange, grausame Schilderungen des ersten Weltkrieges
in Belgien, Frankreich usw., - und Alexis ist der einzige, der lebend
nach 1918 auf die Insel zurückkehrt.
Er sucht seinen damaligen Unterschlupf, unter einer großen Tamarinde,
aber es ist nur ein Stumpf da. Unwetter haben alles unkenntlich
gemacht, nichts ist mehr da. Er richtet sich ein Zelt ein und macht
sich auf die Suche nach Uma.
Und je mehr er überlegt und nachsinnt über seine Unterlagen, wo
zum Schatz hätten führen sollen, kommt er drauf, dass das alles
eigentlich nur ein Abbild des Sternenhimmels ist. Alle Zeichen,
alles, ist am Himmel zu finden. Das Gold ist ein Phantom - - - -.
Und er erinnert sich an die Worte von Uma: "Das Gold ist nichts
wert, man muss keine Angst vor ihm haben, es ist wie die Skorpione,
die nur den stechen, der Angst hat.."
Er kehrt an den Boucan zurück, möchte endlich in das von den weißen
niemals betretene Stück Land gehen, wo die Schwarzen leben, nach
Mananava. Und dort trifft er Uma.
Sie verleben Tage des Glücks, eins mit der Natur.
Eines Tages ist Uma fort. Englische Soldaten hatten das Flüchtlingslager
der Schwarzen umstellt, die Leute, Komorer, Leute aus den vielen
Inseln, indische und pakistanische Kulis, waren eingezäunt, keiner
konnte raus, keiner kam rein. Alexis vermutet Uma dort.
Sie war, weil sie wusste dass ihr Bruder im Lager ist, freiwillig
dorthin gegangen.
Auszug: „Wiederum kehre ich nach Mananava zurück, an den geheimnisvollsten
Ort der Welt. Ich erinnere mich, dass ich früher glaubte, hier entstehe
die Nacht und ziehe dann an den Flüssen entlang bis zum Meer. Ich
gehe langsam durch den triefenden Wald, folge den Bachläufen. Überall
um mich fühle ich Umas Gegenwart, im Schatten der Ebenholzbäume
mischt5 sich der Duft ihres Körpers mit dem Geruch der Blätter,
ich höre das Rascheln ihrer Schritte im Wind.“ - - - - - -
In Gedanken wird er zum Hafen gehen, sich sein Schiff aussuchen.
Es ist die Argo, ein Schiff am Himmel - - - . - - - - -"
wir sind allein auf dem Meer, die einzigen lebenden Menschen. Dann
ist Uma wieder bei mir, ich fühle die Wärme ihres Körpers, ihren
Atem, ich höre ihr Herz schlagen. Wohin wird unsere gemeinsame Reise
gehen? Nach Agalega, Aldabra, Juan de Nova? Die Inseln sind ohne
Zahl. Vielleicht werden wir dem Verbot trotzen und nach Saint-Brandon
fahren, dorthin, wo Kapitän Bradmer und sein Steuermann Zuflucht
gefunden haben? Auf die andere Seite der Welt, an einen Ort, wo
man die Zeichen des Himmels nicht mehr fürchtet noch den Krieg der
Menschen. Jetzt ist es Nacht, ich höre bis in mein Innerstes das
lebendige Geräusch des nahenden Meeres.“ - - - - -
Mit diesen Sätzen endet die Geschichte.
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Dieses Buch suchte ich, als der Literaturnobelpreis
2008 vergeben wurde an Jean-Marie Gustave Le Clézio. Ich fand dann
zunächst mal dieses Buch, meine Ausgabe ist noch eine aus der damaligen
DDR, Verlag Volk und Welt Berlin. Wurde dann bei KiWi nochmal verlegt.
Der Autor wurde zu diesem Buch von den aufgeschriebenen
Geschichten seines Großvaters inspiriert, der als Goldsucher in
Rodriguez war.
Jean-Marie Gustave Le Clézio wurde 1940 in Nizza
geboren und studierte in Frankreich und England Literatur.
Er veröffentlichte über dreißig Bücher - Romane,
Erzählungen und Essays.
Der promovierte Literaturwissenschaftler zählt zu den bedeutendsten
zeitgenössischen französischen Schriftstellern.
2008 wurde Jean-Marie Gustave Le Clézio der
Nobelpreis für Literatur verliehen.
Daten zum Buch:
Gebundene Ausgabe:
380 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage:
1 (15. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10:3462041223
ISBN-13: 978-3462041224

Aus dem Französischen von Rolf und Hedda Soellner.
Mein Cover, das ich hier zeige ist das der ersten Ausgabe 1989
im Verlag Volk und Welt Berlin.
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