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Gabriel García Márquez
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Das Buch
In der Nacht nach dem rauschenden
Hochzeitsfest schickt Bayardo San Román seine schöne Braut nach
Hause zurück. Es ist mit seiner männlichen Ehre unvereinbar, dass
Angela Vicario nicht mehr unberührt war. Als ihre Brüder sie zwingen,
den Namen des ersten Mannes in ihrem Leben zu nennen, gibt das Mädchen
eine Antwort, die dem jungen Santiago Nasar Verderben bringt. Denn
Pedro und Pablo fühlen sich wiederum durch ihre männliche Ehre verpflichtet,
ihn büßen zu lassen. Bald weiß das ganz Dorf vom dem Mordplan. Nur
das Opfer - schuldig oder unschuldig - bleibt ahnungslos. Die Mörder
können nicht mehr zurück. Schreitet niemand ein? Auch der Priester
nicht? -
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Gabriel Garcia Márquez,
geb. 1928 in Aracataca, Kolumbien, studierte Jura, wurde dann Journalist.
Er erhielt 1982 den Nobelpreis für Literatur.
Er lebt heute in Mexiko.
Gabriel García Márquez, am 6. März 1928 in Aracataca
(Kolumbien) geboren, schrieb zunächst Filmdrehbücher, dann Erzählungen,
Romane und Reportagen. 1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Einige Werke: Laubsturm (1955) Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt
(1961) Das Leichenbegräbnis der großen Mama (1967) Die unglaubliche
und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen
Großmutter (1972) Die böse Stunde (1974) Der Herbst des Patriarchen
(1977) Chronik eines angekündigten Todes (1981) Bericht eines Schiffbrüchigen;
die Geiselnahme (1982) Die Liebe in den Zeiten der Cholera (1985)
Der General in seinem Labyrinth (1989)
"Nachher waren sie alle nicht
schuld, konnten sie alle nicht verhindern, was geschehen ist. Um
diese Schuld aller, auch derer, die guten Willens waren, die lieber
nicht gemordet hätten wie die Brüder Pedro und Pablo, geht es".
(Spiegel)
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Das
Buch ist eine Chronik, die jemand, der alles miterlebt hat, erstellt.
Lassen wir mal diese Sitte, eine solche *Ehrverletzung* zu sühnen,
beiseite; so bleiben doch die vielen Fragen, die gestellt werden
gültig für alle oder zumindest für sehr viele Mentalitäten in
fast allen Ländern der Welt. - Die beiden Brüder, die den angeblichen
Verführer ihrer Schwester töten wollen, machen das ja nicht im
Geheimen. Sie machen alles ganz offensichtlich, für jeden nachvollziehbar,
sagen es auch ganz ehrlich, um sich insgeheim dieser *Bürde*,
die sie sich wegen ihrer verletzten Ehre, bzw. der Ehre ihrer
Schwester aufgeladen haben, zu entziehen. Es ist sehr schwer für
sie und eigentlich zielt ihr ganzes Vorbereitungsgehabe daraufhin,
dass ihnen jemand diese Bürde nimmt, also sie entweder davon abhält
oder sie sogar mit Gewalt daran hindert. - Aber niemand glaubt
erstens das, was sie so sagen, als ihnen die beiden Messer abgenommen
werden, holen sie sich neue, auch das sieht jeder. Es weiß also
jeder im ganzen Dorf, dass Santiago Nasar getötet werden soll,
nur er selbst nicht. Und so geht alles seinen Lauf.
Interessant
auch hier wieder die Persiflage über die Sezierung, die nach dem
Mord stattfindet. Da sonst niemand da ist, schneiden da drei Leute
an dem Leichnam herum, reißen die Innereien heraus, werfen sie
in den Mülleimer, flicken ihn wieder zusammen, mittlerweile wird
der Gestank grauenhaft, und ganz schnell beerdigen sie dann die
Leiche. - Also hört sich makaber an, aber beinhaltet wiederum
eine Garcia-Marquez-Komik, die man ja schon kennt. Die beiden
Mörder bekommen drei Jahre Gefängnis, nach einer Gerichtsverhandlung,
die von Komik nur so strotzt, werden von der Dorfbevölkerung aber
nicht als kriminell angesehen… Interessant ist dann, das nach
diesem ganzen Geschehen sich die Braut, um die es eigentlich ging,
in ihren Bräutigam, der sie ja nachhause geschickt hatte, sich
in ihn verliebt und ihm zahlreiche Briefe schreibt….und eines
Tages kommt er zu ihr, mit seinem Gepäck, und auch einem Koffer
mit den von ihr empfangenen 2000 Briefen; sie waren nach dem Datum
geordnet, in Bündeln, mit bunten Bändern umwickelt, und alle ungeöffnet.
Es
wurde übrigens nie geklärt, ob der ermordete Santiago Nasar überhaupt
jemals etwas mit der Braut gehabt hat.
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