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Nichts auf dieser Welt sei schwieriger als die
Liebe, sagt Gabriel Garcia Marquez in seinem Roman. Das leben und
erleiden Fermina Daza und Dr. Juvenal Urbino tagtäglich in ihrer
mehr als fünfzigjährigen Ehe bis zum tragikomischen Tod des Mannes.
Und keiner erfährt das auch schmerzlicher als Fermina Dazas ewiger
Verehrer Florentino Ariza, der 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage auf
sie gewartet hat. Schon als 18-jähriger Telegrahist hat er sich
unsterblich in sie verliebt, in ihren stolzen Gang und den Zopf
auf ihrem Rücken. Schwärmerisch hat er in poetischen Briefen um
sie geworben, sie in aller Keuschheit gewonnen und wieder verloren,
aber nie aufgehört, sie zu lieben. Während Fermina Daza an der Seite
ihres Mannes, eines hoch geachteten Arztes, ein großbürgerliches
Leben führt, bringt es Florentino Ariza bis zum Direktor der Karibischen
Flussschifffahrtsgesellschaft. Er ist ein nimmermüder Schürzenjäger
geworden, im Herzen aber Fermina Daza immer treu geblieben, und
noch am Abend der Beerdigung ihres Mannes erklärt er ihr erneut
seine Liebe. Endlich am Ziel seiner Wünsche, fährt er mit der Frau
seines Lebens, die die Frau seines Alters ist, auf einem Dampfer
der Karibischen Flussschifffahrtsgesellschaft den Magdalenenstrom
hinauf, und da hissen sie die gelbe Choleraflagge, um die übrige
Welt von ihrer jungen Liebe auszuschließen.
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Gabriel Garcia Márquez,
geb. 1928 in Aracataca,
Kolumbien, studierte
Jura, wurde dann
Journalist.
Er erhielt 1982 den
Nobelpreis für Literatur.
Er lebt heute in Mexiko.
"Die Liebe in
den Zeiten
der Cholera" ist ein
ästhetisches Monument der Menschenkenntnis und Menschenfreundlichkeit,
in dem Weisheit und
Sentimentalität, Melancholie
und Emphase, Sinnlichkeit
und Vernunft zu
wundersamer, ja fast
märchenhafter Einheit
gelangen.
(J.Hieber in der FAZ)
"Dieses Buch ist ein
seltener Glücksfall in
der Literatur, wie es
ihn höchstens alle
hundert Jahre einmal gibt."
(B. Pinkerneil im ZDF)
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Meine Zusammenfassung:
Kolumbien,
ein kleiner Ort am Meer, dem karibischen Meer, Dr. Juvenal Urbino
wird zu Saint Amour gerufen, der tot in seiner Wohnung sitzt, neben
ihm sein toter Hund. Sie kannten sich von unzähligen Schachpartien,
niemand weiß so genau wer Saint Amour eigentlich ist. Juvenal kann
das Geheimnis der heimlichen Liebe von Saint Amor zu einer Frau
lüften, die jahrelang angedauert haben muss, ohne dass irgendjemand
davon etwas mitbekam. Juvenus besucht die Frau im Armenviertel und
erfährt die Umstände, die zum Tod des Schachpartners geführt hatten.
Er hatte sich selbst mit Giftgas vergiftet, seine Freundin aber
informiert und den Hund an seinem Stuhl angebunden, weil er wollte,
dass dieser auch mit ihm stirbt. Die Freundin machte den Hund aber
los, sie hätte sich um ihn gekümmert. Der Hund legte sich jedoch
von alleine hin und starb mit Saint Amour, freiwillig.
Jahrzehnte
zurück:
Juvenal, aus angesehenem Elternhaus, studiert Medizin, auch im Ausland,
und kehrt als Arzt in seinen Heimatort zurück. Er ist der begehrteste
Junggeselle und jede Mutter liebäugelt mit ihm als Schwiegersohn.
Florentino
Ariza, unehelicher einziger Sohn einer Kramladenbesitzerin und des
Sohnes des Reedereibesitzers vom Ort, von schlichter und unscheinbarer
Statur, immer gekleidet in triste Altmänner-Anzüge die seine Mutter
für ihn passend zurechtgeschneidert hat. Vor den kurzsichtigen Augen
eine ebensolche altmodische Brille.
Fermina
Daza, die Tochter des Witwers Daza, dessen Herkunft zwielichtig
ist, wächst im Haus ihres Vaters unter Obhut einer weiblichen Verwandten
auf. Florentino sieht eines Tages Fermina und beschließt: "das
ist die Liebe meines Lebens." Er setzt sich aber nur vor das
Haus von Fermina und liest, beobachtet sie unauffällig. Auch sie
bemerkt ihn, misst dem aber keine besondere Bedeutung bei. Fermina
besucht noch die Schule, er beobachtet sie, wie sie aus der Schule
kommt, immer von ihrer Tante begleitet. -
Er
beginnt, ihr Briefchen zu schreiben. Aber darin steht noch lange
nichts von seiner Liebe zu ihr. - Es gehen schießlich Briefchen
hin und her, die Tante ist behilflich, damit der Vater nichts bemerkt.
- Als er es schießlich doch bemerkt, wirft er die Tante aus dem
Haus und schickt die Tochter auf eine Reise in die Gegend, aus der
ihre Mutter stammte. Fermina ist mehrere Monate unterwegs, aber
die Briefe von Florentino erreichen sie immer, er arbeitet beim
Telegraphenamt und hat ihre Aufenthaltsorte immer recherchieren
können. -
Sie
fühlt sich eigentlich *verlobt* und verhält sich wie eine Frau die
bereits einen Mann hat, also an anderen männlichen Interessenten
nicht interessiert. Als sie schließlich nachhause kommt und Florentino
gegenübersteht, erklärt sie ihm klipp und klar, dass er für sie
nicht in Frage kommt. Er ist viel zu unscheinbar für sie, kommt
ihr einfach lächerlich vor. -
Florentino
ist tief betrübt und von da ab in tiefster Trauer. Aber er richtet
dennoch sein Leben so ein, dass es irgendwann mal für sie bereit
sein könnte; er macht über diese langen Jahre eine Karriere, tritt
in die Reederei seines verstorbenen leiblichen Vaters ein, wird
schließlich, nach vielen Jahren dessen Direktor. Er ist wohlhabend,
und sein Haus ist gerichtet für seine unsterbliche Liebe Fermina.
-
Was
ihn aber nicht davon abhält, hunderte von Liebschaften mit Frauen
jeglicher Art zu unterhalten; er ist ein begehrter Liebhaber, allerdings
immer im Geheimen, er wird sogar von seiner Umwelt als schwul angesehen,
weil nie eine Verbindung von ihm zu irgendeiner Frau festgestellt
werden kann. Das ist seine Absicht, er bleibt seelisch eine *Jungfrau*,
nur körperlich gestattet er Nähe zu diesen vielen Frauen.
Fermina
und Dr. Juvenal Urbino lernen sich kennen, als Juvenal als Arzt
Fermina bei einem Hausbesuch kennen lernt. - Die beiden werden ein
Paar, heiraten, führen eine glückliche Ehe. Als sie nach monatelanger
Hochzeitsreise aus Europa zurückkehren, sieht Florentino Fermina,
als sie ankommt, sie ist im sechsten Monat schwanger. - Sie bekommt
einen Sohn, später auch noch eine Tochter, als sie wieder mit ihrem
Mann eine Europareise gemacht hatte.
Dr.
Urbino und seine Frau Fermina Daza Urbino gehören zur höchsten Gesellschaftsschicht
des Ortes, sind bei allen öffentlichen Veranstaltungen präsent.
Florentino wird von Fermina nicht weiter beachtet, sie treffen sich
aber häufig bei gesellschaftlichen Anlässen. Dr. Urbino, mittlerweile
um die 80 Jahre alt, verunglückt eines Tages tödlich beim Versuch,
seinen Papagei von einem Baum zu holen. - Florentino macht einen
Kondolenzbesuch bei Fermina und versichert ihr seine Liebe. - Sie
ist entrüstet. - Er ist tieftraurig, nun auch schon um die 70 Jahre
alt. Fermina verbringt die Trauerzeit angemessen, fühlt sich jedoch
endlich frei und versucht nach einigen Monaten, endlich ihr eigenes
Leben zu leben und entfernt sämtliche Sachen, die an ihren Mann
erinnern. - Schließlich schreibt Florentino einen Brief an Fermina.
Nach einiger Zeit ohne Antwort besucht er Fermina, wird auch empfangen,
zu seiner Verwunderung. Er schreibt ihr nun täglich einen Brief,
aber nicht mehr von seiner Liebe erzählend, sondern einfach Gedanken
zum Leben überhaupt. Und nun fädelt er so ganz unauffällig eine
Beziehung ein…schließlich kommt er jede Woche zu Besuch. Sie gesteht
ihm irgendwann ein, dass ihr seine Briefe sehr viel gegeben haben,
ja ihr maßgeblich geholfen haben, wieder ein normales Leben zu leben.
Sie freut sich auf seine Besuche, ja, sie denkt ungewollt sehr häufig
an ihn.
Schließlich
lädt er Fermina ein, auf einem Schiff seiner Schifffahrtsgesellschaft
eine Reise anzutreten, den Magdalenenstrom hinauf. - Als ihr Sohn
mit Frau das Schiff dann verlassen, kurz vor dem Ablegen, stellt
sich heraus, dass Florentino auch auf de Schiff bleibt. - Er hat
ihr die Luxuxkabine des Schiffs reserviert. Er selbst hat eine andere
Kabine. - Sie verbringen herrliche Abende und Nächte auf dem Schiff,
schließlich schläft er bei ihr, von ihr keineswegs abgelehnt. -
Sie verbringen Tage und Nächte in der Luxuskabine, nur sich selbst
und sonst nichts wahrnehmend. Ihre alten Körper hindern sie nicht
daran, sich gegenseitig zu betrachten, mit dem Wissen, dass sie
nicht mehr schön sind, sich sogar darüber lustig machend….. -
Hier
mal ein Auszug:
"Fermina Daza trank so viel Anisschnaps, dass man ihr die Treppen
hinaufhelfen musste, und in einem anderen Anfall, der alle in Sorge
versetzte, lachte sie dabei Tränen. Als sie sich dann aber in der
duftenden Stille der Kabine wieder gefasst hatte, gaben sie sich
einer ruhigen und wohltuenden Liebe hin, die ihr als die schönste
Erinnerung an diese irrwitzige Reise im Gedächtnis bleiben sollte.
Sie fühlten sich nicht, wie Zenaida und der Kapitän meinten, als
frisch verliebtes Paar und schon gar nicht als späte Liebende. Es
war, als hätten sie den harten Leidensweg des Ehelebens übersprungen,
um ohne Umwege zum Kern der Liebe vorzudringen. Sie lebten dahin
wie zwei alte, durchs Leben kluggewordene Eheleute, jenseits der
Fallen der Leidenschaft, jenseits des grausamen Hohns der Hoffnungen
und der Trugbilder der Enttäuschungen jenseits der Liebe. Denn sie
hatten genug zusammen erlebt, um zu erkennen, dass die Liebe zu
jeder Zeit und an jedem Ort Liebe war, jedoch mit der Nähe zum Tod
an Dichte gewann."
Als sie schießlich zur Rückreise Leute und Fracht laden sollen,
erklären sie kurzerhand ihr Schiff als *choleraverseucht*, hissen
die Choleraflagge. - So treten sie die Fahrt zurück an, nur mit
dem Kapitän, der irgendwo seine Geliebte an Bord holt. Zu viert
leben sie ihre Liebe auf dem Schiff, das von allen Schiffen, die
ihnen begegnen, Kondolenzsignale empfängt, wegen der Choleraflagge.
- Als schließlich das Ende der Schiffsreise naht, und sie sich bewusst
werden, was es heißt, jetzt außerhalb dieses Schiffs unter den ganzen
Leuten an Land zu leben, als Paar zu leben, beschließt Florentino
ohne große Bedenken, die Flagge auf dem Schiff weiter gehisst zu
lassen und wieder den Fluss aufwärts zu fahren.
Auszug:
"Meinen Sie das im Ernst? Fragte er. "Seit meiner Geburt habe ich
kein einziges Mal etwas gesagt, was nicht im Ernst gemeint gewesen
wäre", erwiderte Florentino Ariza. Der Kapitän sah Fermina Daza
an und entdeckte auf ihren Wimpern das erste Glitzern winterlichen
Reifs. Dann schaute er Florentino Ariza an, sah seine unerschrockene
Liebe und erschrak über den späten Verdacht, dass nicht so sehr
der Tod, vielmehr das Leben keine Grenzen kennt. "Und was glauben
Sie, wie lange wir dieses Scheiß-Hin und -Zurückfahren durchhalten
können?" Florentino Ariza war seit dreiundfünfzig Jahren, sieben
Monaten und elf Tagen und Nächten auf die Frage vorbereitet: "Das
ganze Leben", sagte er.

Ich
habe dieses Buch mit viel Interesse und Vergnügen gelesen,
und kann mich nur den o.g. Meinungen voll anschließen. Es
ist nicht nur ungewöhnlich vom Inhalt her, sondern auch die
Sprache ist dem Inhalt durchaus angemessen, wobei die Übersetzung
m.E. hervorragend gelungen ist.
Die
Spannung hält wirklich bis zur letzten Seite an und das unglaubliche
Happy-End kommt tatsächlich!
Ich
kann das Lesen dieses Buchs nur jedem empfehlen, vor allem auch
jenen, die eigentlich südamerikanische Literatur ablehnen,
aus welchen Gründen auch immer. Eine Ablehnung ist auf keinen
Fall gerechtfertigt, ganz im Gegenteil, es ist ein großer
Verlust, die Romane von Gabriel Garcia Márquez nicht zu lesen!!
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