Martha Grimes
Die Nacht des Verfolgers

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Meine Zusammenfassung
Wir befinden uns gleich bei Andi, die auf der Flucht ist. Sie kann sich an nichts mehr erinnern, an ihr vorheriges Leben, auch nicht an ihren ursprünglichen Namen.

Sie kommt schließlich in Kingdom an. Sehr schön beschrieben, wie sie auf einen Esel trifft, verwahrlost, krank, in tierquälerischer Weise von seinem Besitzer einfach auf dem Feld in der glühenden Sonne ohne Wasser und Futter abgestellt, mit einem angeschirrten Karren. Die Stellen im Fell wo die Riemen scheuern, sind wund. Andi versorgt den Esel, pflegt seine Wunden, füttert und tränkt ihn, und sie hat den Eindruck, das ist das beste was dieser arme Esel im Laufe seines Lebens erfahren durfte. Sie nimmt ihn kurzerhand mit.

Als sie dann in den Ort Kingdom kommt, betritt sie einen kleinen Laden. Die Besitzerin ist ebenso tierfreundlich, gibt ihr Karotten, Äpfel…. und verhilft ihr zu einer Übernachtungsmöglichkeit bei einem Neffen, der auch einen Stall für den Esel hat, für die Nacht. - Andi fühlt sich das erste Mal wohl, seit sie auf der Flucht ist.
Als dann der Bauer, der Tierschänder, Besitzer des Esels, auftaucht in dem Laden, behaupten beide Frauen, das sei NICHT sein Esel….
Alles Weitere führe ich nicht so deutlich aus, sondern gebe nur in Stichworten bekannt, was noch so geschieht.
Diesen Anfang halte ich für wichtig zu erwähnen, weil alleine diese Esel-Geschichte schon sehr viel Sympathie auslöst…. Den weitaus größten Teil des Buchs nimmt die Massentierhaltung, Massenschlachtung ein. Und zwar in einer derart grausigen Weise, dass ich oft weiterblättern musste, weil es Horror pur ist…. -

Da gibt's zuerst mal diese Schweinezucht-Fabrik…… in diese schleust sich Andi als Arbeiterin ein, und was sie da erlebt, schildert sie genau. -
Da gibt's zuerst mal diese Schweinezucht-Fabrik…… in diese schleust sich Andi als Arbeiterin ein, und was sie da erlebt, schildert sie genau. - Ich kann und will auf Einzelheiten nicht näher eingehen, nur soviel: es ist unvorstellbar, es kann sich niemand vorstellen.

Da sind z.b. die Muttersauen, die Ferkel werfen müssen…..und zwar am laufenden Band. - Sie haben grade Platz, um zu liegen, auf reinem Beton!! - die Ferkel können saugen…aber mehr nicht. Die Muttersau kann sich weder umdrehen, noch können die Ferkel sonst was tun - - -

In den Pferchen dann, wo die Ferkel hinkommen, wenn sie nicht mehr gesäugt werden, sind nur Lattenroste, und es kommt häufig vor, dass ein Kleines ein Füßchen da reinbekommt, und feststeckt. Keiner kümmert sich drum. - ist es dann verkrüppelt, nehmen Arbeiter es einfach und klatschen es an die Wand. -

Ältere Sauen, die krank sind, oder eben nichts mehr bringen, landen auf dem Abfallhaufen, wo sie elendig verrecken….. Andi, die immer alle Tiere retten will, für die das alles das Grauen pur ist, nimmt dann auch mal eine Muttersau, die rausgetrieben wird - das geschieht mit Elektrostäben, Prügeln…..ist schwer krank, hat einen Tumor…. dieses Schwein nimmt Andi mit nachhause, sie wohnt mittlerweile auf diesem Hof, wo es Pferde gibt, den zwei Brüder betreiben, es ist ihre Heimat geworden. - Dorthin bringt sie dann das kranke Schwein, das sie vorher erstmal gesund gepflegt hat, den Tumor entfernt (sie hat Kenntnisse, auch Salben usw.) -

Dort ist ja schon Sam, der Esel, den sie schon vorher gerettet hatte. - Zu diesen Tieren kommt dann später noch ein Ferkelchen, und noch eins, und die Tiere haben es zum ersten Mal in ihrem Leben gut…. Vorher kannten sie nur das Grauen pur.

Ganz schlimm wird es dann, als sie mal einen Transport in die Großschlächterei begleitet, es geschehen dort so unbeschreibliche Dinge, wenn man die liest, ist an Schlafen nicht mehr zu denken, und Schweinefleisch essen kaum mehr möglich….. Andi selbst isst grundsätzlich kein Fleisch.

Ich kann und will auf Einzelheiten nicht näher eingehen, nur soviel: es ist unvorstellbar, es kann sich niemand vorstellen. Da sind z.b. die Muttersauen, die Ferkel werfen müssen…..und zwar am laufenden Band. - Sie haben grade Platz, um zu liegen, auf reinem Beton!! - die Ferkel können saugen…aber mehr nicht. Die Muttersau kann sich weder umdrehen, noch können die Ferkel sonst was tun - - - In den Pferchen dann, wo die Ferkel hinkommen, wenn sie nicht mehr gesäugt werden, sind nur Lattenroste, und es kommt häufig vor, dass ein Kleines ein Füßchen da reinbekommt, und feststeckt. Keiner kümmert sich drum. - ist es dann verkrüppelt, nehmen Arbeiter es einfach und klatschen es an die Wand. - Ältere Sauen, die krank sind, oder eben nichts mehr bringen, landen auf dem Abfallhaufen, wo sie elendig verrecken….. Andi, die immer alle Tiere retten will, für die das alles das Grauen pur ist, nimmt dann auch mal eine Muttersau, die rausgetrieben wird - das geschieht mit Elektrostäben, Prügeln…..ist schwer krank, hat einen Tumor…. dieses Schwein nimmt Andi mit nachhause, sie wohnt mittlerweile auf diesem Hof, wo es Pferde gibt, den zwei Brüder betreiben, es ist ihre Heimat geworden. - Dorthin bringt sie dann das kranke Schwein, das sie vorher erstmal gesund gepflegt hat, den Tumor entfernt (sie hat Kenntnisse, auch Salben usw.) - Dort ist ja schon Sam, der Esel, den sie schon vorher gerettet hatte. - Zu diesen Tieren kommt dann später noch ein Ferkelchen, und noch eins, und die Tiere haben es zum ersten Mal in ihrem Leben gut…. Vorher kannten sie nur das Grauen pur.

Eigentlich sollte die Geschichte des Buchs ja davon handeln, wie und warum und vor allem wer Andi verfolgt. - Das ist nur eine Nebengeschichte. Kommt auch immer mal wieder ein paar Seiten zum Vorschein, mehr aber nicht. - Da ist ein Mann, der immer wieder - überall auftaucht, nach ihr fragt. Den sie aber vorerst nicht zu Gesicht bekommt. - Fakt ist ja, sie weiß nicht wo sie herkommt. Ob sie Familie hat, sie weiß nur noch, dass sie eines Tages zu sich kam, aufgrund bestimmter Schmerzen vergewaltigt worden sein muss, und dann auf Wanderschaft ging. Und sich an nichts mehr erinnern konnte. Sie hat dann irgendeine Geschichte erfunden, wenn Leute gefragt haben, sich eine Familie zurecht gezimmert, die sie am Ende fast selbst glaubt….

Was das alles jetzt mit ihren Tierschutzaktivitäten zu tun hat, bleibt sehr lange im Unklaren, eigentlich bis zum Schluss. Sie hat sehr gute Kontakte zum Sheriff von Kingdom - auch noch andere Freunde bald gefunden, die alle zu ihr halten und alle ihre Tiere sehr gut pflegen. -

Aber es gibt sehr viele Feinde. Andi scheut sich nicht, auch ihre Pistole zu benutzen, auch nicht, einfach jemandem sein Auto wegzunehmen, und schon gar nicht, ein gequältes Tier in ihre Obhut zu nehmen, was als Diebstahl geahndet werden könnte.

Als schließlich alles eskaliert, und sie eigentlich den Schlachthof, aber auch den Mast-Schweinestall am liebsten in die Luft sprengen würde, sich aber entschließt, diese Besitzer einfach zu verklagen, findet sie einen Rechtsanwalt. Der ihr Mut macht. Und so geht sie daran, Zeugen zu suchen, ehemalige Mitarbeiter von diesen Betrieben. Die sie auch findet. Sie braucht Beweismaterial, Fotos, sie gibt nicht auf.
So lernt sie andere Tierschützer kennen. Allerdings wird ihr auch bewusst, dass diese Menschen in dieser Gegend auf diese Arbeit angewiesen sind, weil es dort sonst keine Verdienstmöglichkeiten gibt.

Was aber auch sichtbar wird, viele der Arbeiter machen ihre Arbeit mit Widerwillen, können sich nur noch abends mit Alkohol betäuben. - ABER: es gibt auch andere, denen es Freude zu machen scheint, den gequälten, halbtoten Tieren zuzugucken, und sich daran aufgeilen, pardon, es ist unbeschreiblich…..

Das mit den Schweinen ist aber noch lange nicht alles. Ähnlich geht es mit Rindern zu…..

Und ganz makaber, eine Art Riesenlabor, wo tausende von Stuten gehalten werden, auch wieder eingesperrt in winzige Verschläge - die immer trächtig sein müssen - kaum sind die Jungen da, werden sie wieder gedeckt…. die weiblichen Fohlen bleiben, die männlichen kommen gleich zum Schlachter….
Warum das alles ? - Weil der Urin der trächtigen Stuten gesammelt wird, um Östrogen herzustellen!!!!!!

Soviel mal zum Inhalt, wie die Sache weitergeht - ob sie Erfolg hat, oder nicht, und warum, oder warum nicht, wie ihr leben weiter geht, ob sie ihren Verfolger trifft, ob sie ihre Herkunft endlich erfährt….. - bitte selbst lesen.

 

 

Die Autorin
Martha Grimes wurde in Pittsburgh geboren und studierte an der University of Maryland.
Sie unterrichtete lange Zeit kreatives Schreiben an der Johns-Hopkins-University und lebt heute abwechselnd in Washington, D.C., und in Santa Fe, New Mexico.

 

 

Verlagsbeschreibung
" Andi ist 19 und auf der Flucht. Wovor, das weiss sie nicht, und doch fühlt sie sich rastlos und getrieben von einer unbestimmten Angst, die sie nicht loslassen will. Ebenso wenig kennt sie ihren wahren Namen. Mit einer erfundenen Identität schlägt sie sich daher von Ort zu Ort durch, bis sie schliesslich in Kingdom, einem verschlafenen Nest in North Dakota, ankommt. Dort fühlt sich Andi auf Anhieb wohl, findet Anschluss und einen Job als Tierpflegerin. Fast will es scheinen, als könne sie endlich zur Ruhe kommen. Doch dann taucht ein ominöser Fremder auf und will Informationen von ihr, die offenbar mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Und Andi legt sich mit den falschen Leuten an, was sie beinahe mit dem Leben bezahlen muss ... "

 

 

 

 

Buchdaten ISBN-10:3-442-31126-8
EAN: 9783442311262 Erscheinungstermin: 11.10.2011
Verlag: Goldmann
Einband: gebunden
Sprache: Deutsch
Seiten: 477
Übersetzer: Cornelia C. Walter

Meine abschließende Meinung
Die Art der Autorin zu schreiben dürfte in etwa bekannt sein. Und dass sie eine Tierliebhaberin ist, ist auch bekannt. Ich habe von ihr bereits gelesen und auch beschrieben: Martha Grimes: Die Ruine am See. Es ist nichts großartiges Literarisches….
ABER: dennoch unglaublich authentisch beschrieben, sehr leicht aber teilweise nur mit Grauen zu lesen.

Alleine die Beschreibung in der Schlachterei, wo noch lebende Tiere gehäutet werden, nachlässig und schlampig betäubt werden, oder gar nicht, weil jeder Schuss Geld kostet…. Wie Andi dann die Augen beschreibt, wie diese Tiere in Todesangst schauen, es kein Ausweg für sie gibt, nur Quälerei, bis sie endlich gnädig sterben dürfen. - Niemals in ihrem Leben haben sie das Tageslicht gesehen, niemals auch nur ansatzweise das kleinste Gute erfahren dürfen….. - Die schlimmsten Schilderungen habe ich gar nicht erwähnt, kann ich nicht. Es ist Horror pur!!!!

Die Autorin erhielt keine guten Kritiken für dieses Buch - gut. Da kommen Vergleiche wie Soap, seicht, usw. -
Ich verstehe was der Kritiker damit sagen will. Diese Kritiker haben total ausgelassen, um was es in diesem Buch eigentlich geht. - Vermutlich haben sie das Buch gar nicht gelesen, sonst sähe ihre Kritik anders aus….

Ich würde sogar so weit gehen, dieses Buch als Pflichtlektüre in Schulen einzuführen…. Warum? - Weil so den Schülern schon beizeiten klar werden würde, was sie eigentlich tun, wenn sie sich voll stopfen mit Fastfood, deren Bertreiber-Ketten grundsätzlich Fleisch von diesen abscheulichen Tierfabriken vermarkten….. - Auch das wird im Buch thematisiert.

Was ich allerdings anders gemacht hätte, ich hätte diesem Buch einen ganz anderen Titel gegeben. - ich vermute, dass es mit einem Titel, der wirklich den Inhalt andeutet, nicht verkäuflich gewesen wäre. Und der Verlag das eben so wollte…..

Auf der anderen Seite wird so auf diesem Umweg dieses Procedere in Großmast-Fabriken und Schlachtfabriken bekannt, und auf diesem Weg dann auch gelesen.
Aber mal ehrlich, wer dieses Buch gelesen hat, kann niemals mehr Fleisch essen, ohne an das zu denken, was hier geschildert wird. -Und ich denke, die Autorin hat auf diesem Weg versucht, das Abscheuliche zu verbreiten. Und diesen Mut honoriere ich tausendfach….

Und noch eine Anmerkung von mir, die damit zu tun hat, wie ich mit diesem Buch fertig werde, und auch mit der Beschreibung des Buchs. Es hat mich sehr viele Nerven gekostet, schlaflose Nächte, der Inhalt kann einem nicht mehr aus dem Kopf gehen… Und erleichtert bin, endlich den Bericht geschrieben zu haben, wo alles nochmal hochkommt. Und mich erstmal wieder beruhigen muss, es war eine Tortur, das alles zu lesen; ist aber wichtig, und wäre für viele Leute mindestens genau so wichtig….

Eins weiß ich aber, ich werde meinen Fleischkonsum nochmal minimieren. Es geht einfach nicht, da noch Fleisch zu essen, nach diesem Leseerlebnis. Fleisch essen, schön und gut - aber bitte nur von artgerecht gehaltenen Tieren, wenn schon überhaupt, und vor allem auch von tiergerechter Schlachtung, mit Betäubung, ohne Quälerei…. und das ist ganz sicher nicht gegeben, wenn die Leute Fleisch in Discountern kaufen, oder auch in Supermärkten zu Dumpingpreisen….. An Geld kann es nicht liegen. Kein Mensch muss jede Woche mehrmals Fleisch essen, und Fastfood schon gar nicht…das kostet nämlich seltsamerweise ziemlich viel, aber wer das Geld für das hat, soll bitte nicht jammern, er wäre gezwungen, Billigstfleisch zu kaufen, weil das Geld fehlt…..