Sara Gruen

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Meine Zusammenfassung
Im Prolog befinden wir uns mit dem Studenten bei den Zirkusleuten. Jacob sitzt mit noch einem anderen an einem Imbissstand, als nach den üblichen Geräuschen aus dem Zelt plötzlich die Katastrophenmusik erschallt. Es muss was Schreckliches passiert sein, und plötzlich ist Chaos, da rennen die Zirkustiere in Panik durcheinander, Menschen, Tiere, alles kreuz und quer - -. Jacob sucht in dem ganzen Durcheinander nach Marlena, entdeckt sie auch, ist erleichtert. Und dann geschieht das, was er niemals vergessen wird. Und auch niemanden je erzählen wird:

Jacob hat niemals in den folgenden 70 Jahren diese Sache erwähnt, auch nicht über die sieben Jahre erzählt, die er beim Zirkus war. - Ende des Prologs -. Im ersten Kapitel schreibt der Protagonist Jacob in Ichform und beginnt so:
"Ich bin neunzig oder dreiundneunzig - so oder so." - - - Er befindet sich in einem Altersheim, beschreibt das Essen, die einzelnen Leute, die Pflegerinnen, Schwestern und Betreuerinnen. Darüber, dass er Essen vorgesetzt bekommt, das immer irgendwie ein Brei ist. - Er möchte gefälligst normal essen, er hat noch genug Zähne!! - -
Und das alles in einer sehr witzigen Form. Als z.B. die Schwester morgens kommt und seine Temperatur im Ohr misst, meint er, "so werde ich jeden Morgen gepiekt und gezwackt, wie ein Stück Fleisch, das man ganz hinten im Kühlschrank ausgegraben hat und das erst einmal argwöhnisch beäugt wird." - - -

Im Wechsel wird jetzt erzählt, was Jacob als junger Student erlebt. und dann wieder was der 90/93-jährige Jacob erlebt.

Jacob war auf einer Eliteuniversität und studierte Tiermedizin, als die Nachricht kam, seine Eltern wären tödlich verunglückt. Als er dann nachhause fährt, sieht er seine toten Eltern, muss sie identifizieren, aber er erfährt auch, dass seine Zukunft eine ganz andere ist, als bisher angenommen. Er hätte nach seinem Abschluss die Praxis übernehmen sollen. Sein Vater war Tierarzt, und hatte die Tiere der meisten armen Leute dort umsonst behandelt, bzw. gegen Naturalien. Um das Studium des Sohnes zu finanzieren, hatte er eine Hypothek auf das Haus aufgenommen. - Jacob erfuhr also, dass der gesamte Besitz Eigentum der Bank ist. Die Studiengebühren sind noch bis Semesterende bezahlt, das kurz bevorsteht.

Er reist total konfus zurück, und ist nicht fähig, seine Abschlussprüfung abzulegen, gibt leere Blätter ab und verlässt die Universität. Er läuft kilometerlang die ganze Nacht hindurch, er weiß gar nicht wo er ist. Als irgendwann ein Zug kommt, auf einer entlegenen Bahnlinie, springt er auf. Es ist ein Zug, wo ein Zirkus: "Benzinis spektakulärste Show der Welt" transportiert wird.

Nach ziemlich großen Schwierigkeiten darf er bleiben, bekommt einen Schlafplatz bei einem "Artist" dieses Zirkus', einem Zwerg, der als Clown arbeitet, eine schmutzige Ecke mit alten schmuddligen Pferdedecken, Ungeziefer gibt's gratis. - Aber er bekommt dann etwas zu Essen, nach mehreren Tagen ohne jegliche Verpflegung. Da erfährt er, wie es bei diesen Zirkusleuten zugeht, in welchen Kategorien die Leute eingeteilt sind.
Da gibt es nämlich zwei Unterkategorien, unter dem "Oberchef": die Arbeiter und die Artisten. Die Artisten sind was Besseres, die Arbeiter sind die unterste Schicht.
Er wird vorläufig dem Stallmeister August unterstellt, mistet die ganzen Wagen der Tiere aus, bis jetzt weiß noch niemand, dass er eigentlich "Fast"-Tierarzt ist. Aber eines Tages wird das bekannt, als er einem Tier hilft, und einige bemerken, dass er vom Fach ist. -
Er darf jetzt, außer dem Stallmisten und den niedersten Arbeiten auch kranke Tiere behandeln.

Als eines Tages Silver-Star, das Lieblingspferd von Marlena, an den Hufen schwer erkrankt, wird er gerufen. Er kann nur feststellen, dass die Krankheit unheilbar ist und es keine Hoffnung gibt. Marlena bleibt nun einige Nächte bei ihrem Pferd. Als sie sich mit Jacob bespricht, kommen sie überein, dass sich Silver-Star nicht unnötig quälen soll und Jacob soll ihm den Gnadenschuss geben. Was auch dann geschieht. Es ist grauenhaft.

Was dann später, nach anderen Geschehnissen, wo kein Futter mehr da war für die Tiere, den "Katzen", also den Löwen und Geparden und Tigern, die in der Hierarchie der Tiere an oberster Stelle stehen, altes faules Fleisch gegeben wurde, weil sie am Verhungern waren, erfuhr dann Jacob und Marlene, dass so, dass sie es nicht sehen, auch der Kadaver von Silver-Star an die Katzen verfüttert wurde. - Später wurden dann auch einige ältere Pferde geschlachtet, als Futter für die Katzen.

Jacob ist in der Dynastie nach oben gelangt, und bekommt auch eine Einladung vom Stallmeister August und seiner Frau, Marlena. - Marlena ist eine sehr schöne Frau, und sie war Jacob schon vorher aufgefallen. Der Stallmeister August ist nicht beliebt, sondern ein von den meisten gehasster Mann. Er quält die Tiere, ist ein Grobian erster Güte. Seine schöne Frau Marlena beäugt er eifersüchtig.

Der Chef dieses Zirkus', Onkel Al" genannt, ist von allen gefürchtet. Z.B. ist es üblich, wenn er einen loswerden möchte, ihn einfach aus dem Zug werfen zu lassen, das wird "bei-rot-aussteigen-lassen" genannt. Es gibt aber auch einen Rauswurf, wenn der Zug grade über eine Brücke fährt. - Also ziemlich rüde Vorgehensweisen zu dieser Zeit.
Interessant ist die Beschreibung, wie so ein Zirkus in dieser Zeit fungierte. Da fuhren zunächst in der Vorhut die Arbeiter mit dem Material, sie machten in dem Ort der nächsten Station Reklame, und bauen schon die Zelte auf. Dann kamen die anderen alle. Und mit dabei ist auch ein Küchenzelt, wo Riesenmengen von Speisen zubereitet werden, serviert in zwei Zelten, das eine schön gedeckt mit Blumen auf den Tischen, das andere mit groben Bänken und Tischen für die Arbeiter.
Und auch wie Onkel Al dann ausnützt, wenn ein anderer Zirkus bankrott macht; er wartet ab, bis alle Tiere heruntergekommen sind, bevor er mit einem Minimalangebot zugreift. - Einige Artisten, die ihm noch fehlen, nimmt er auch, alle anderen werden ihrem Schicksal überlassen.

Ich bleibe jetzt, anders wie im Buch, bei dem jungen Jacob.
So kommen sie eines Tages, als ein Zirkus wieder bankrott ist, zu einem Elefanten. Und ein Elefant fehlt Onkel Al bisher, also nimmt er die Elefantenkuh. Jacob und Marlena nennen sie Rosemary, bzw. Rosi. Sie ist ein störrisches Tier, und hat von Anfang an mit August ihre liebe Not. Ihn kann sie überhaupt nicht leiden, hört nicht auf ihn. Der ärgert sich wahnsinnig, und mit der Elefantenstange, eine lange Holzstange wo vorne ein Haken ist, drangsaliert und quält er Rosi. -
Seine Frau und Jacob beobachten das und Marlena ist außer sich.

Jetzt bin ich wieder beim 90-93-jährigen im Altersheim. Es hat sich ein Zirkus angekündigt. Und als auch ein "Neuer", ein ehemaliger Jurist, im Altersheim aufgenommen wird, wird der zunächst von den alten Damen beäugt und bewundernd angeguckt. Jacob guckt ihn nur misstrauisch an. Als der aber dann erzählt, er habe auch mal damit zu tun gehabt und "Wasser für die Elefanten" geholt, da rastet Jacob aus. Er beschimpft ihn als Lügner. (Muss jeder wissen, dass man kaum Wasser für Elefanten holen kann, weil nämlich ein Elefant nicht nur einen Eimer Wasser braucht, sondern ganze Fässer voll davon. - )
Jacob verlässt sofort den Tisch, wo dieser Angeber sitzt. Als er dann später zum Essen aufgefordert wird, aber das Essen vor ihm nicht anrührt, wirft er den Teller vom Tisch, ist wutentbrannt. Kann aber nicht weglaufen, er ist im Rollstuhl, und seine Gehhilfe reicht auch nicht dafür, sich schnell fortzubewegen. - Die Schwester ruft einen Arzt, und dann kommt eben ein Procedere, das öfter zu hören ist, was aber ziemlich witzig geschildert wird. -
Z.B. bekommt Jacob eine Tablette, die ihn beruhigen soll. Er will sich aber nicht beruhigen. Also bekommt er eine Spritze und wird zunächst mal "ruhig gestellt". -

Und da kommen seine Träume, von seiner Zeit bei diesem Zirkus, vor so vielen Jahren. -
Die Alltagssituationen im Altersheim erlebt Jacob mit einem großen Stück Humor. Er ist oft starrsinnig, er möchte als Mensch und nicht als Insasse behandelt werden. Auch hier im Altersheim sind die Menschen sehr unterschiedlich. Und trotz seiner körperlichen Hinfälligkeit ist er geistig noch vollkommen klar.
Jacob träumt nun vor sich hin, ob im Rollstuhl, in seinem Bett, oder dann an diesem Sonntag, wo eigentlich seine Angehörigen kommen sollten, und wo er in die Vorstellung dieses Zirkus' möchte, der ganz in der Nähe vom Altersheim seine Zelte aufgeschlagen hat.

Und immer wieder Assoziationen, wo er Vergangenes erlebt bzw. träumt, und dann kommt - immer wieder unterbrochen von der Geschichte des 93-jährigen Jacob, die Geschichte, wie sie damals passiert war.
In diesem Zirkus, dieser Show, die auf einem Zug durch die Lande reist, herrscht eine sehr strenge Hierarchie, wie Jacob sehr schnell selbst bemerkt hatte. Es werden einige schlimme Verhaltensweisen einiger Menschen gegenüber den Tieren beschrieben; aber auch, dass es immer einige Menschen gibt, die die Tiere schützen, und dazu gehört immer Jacob, und auch Marlena, sowie noch ein paar andere der Tierpfleger, oder auch der Zwerg, bei dem Jacob ja im Abteil schläft.

Da nehmen sie eines Tages in ihrem Abteil einen Alten auf, der Lähmungserscheinungen an Füßen und Händen hat, und der eben der Gefahr ausgesetzt ist, aus dem Zug geworfen zu werden, weil der "Chef" das so handhabt, alle die nichts mehr nützen, werden rausgeworfen, entweder auf freier Strecke, oder aber auch, wenn sie über eine Brücke fahren. Diesen Alten verbergen sie, pflegen ihn, geben ihm seinen Schnapps. Es darf niemand wissen, dass er bei ihnen ist.
Der Alte hatte immer diesen Alkohol getrunken, der versetzt war mit einem teuflischen Gift, das Lähmungen verursacht, und wer diese Krankheit hat, hat keine Überlebenschance. (Damals, während der Prohibition, war in USA oft dieses Gift beigemischt, um den Geschmack des Alkohols zu verfälschen, und ihn ungenießbar zu machen. Aber Alkoholiker ignorierten das und so starben damals zehntausende von Menschen an dieser schrecklichen Krankheit.)

Marlena hatte sich zwischenzeitlich von ihrem Mann, August, getrennt, nachdem er sie geschlagen hatte. Jacob brachte sie in einem Hotel unter in der Nähe. Und es kam wie es kommen musste, sie schlafen miteinander, sie lieben sich. Aber: die Gefahr die von August ausgeht ist sehr groß, aber auch das meistern sie.

Dazwischen wird geschildert, was mit Rosi war. Sie hatten sie ja von einem bankrotten Zirkus gekauft und sie war nutzlos, sie hörte auf nichts, man konnte sie nicht einsetzen. - Als dann eines Tages jemand erkannte, dass sie polnisch verstand. - Auf Polnisch reagierte sie sofort. - Und Jacob erklärte nun August alle Befehle auf Polnisch, und der lernte sie auch. Und baute so die Show auf mit Rosi. -
Aber vorher hatte er Rosi oft gequält, ihr, wenn sie absolut nicht hörte, weil er ja englisch sprach, mit dem Elefantenhaken zahlreiche Verletzungen beigebracht. Und als er eines Tages, als er bei Rosi und Marlena steht, seinen glühenden Kippen wirft, und der im Maul von Rosi landet, da ist für Rosi klar: sie hasst den Mann, kann ihn nur noch hasserfüllt angucken; gehorcht zwar, aber sie vergisst ja nichts.

Als eines nachts, als Jacob zum Wagen von August unterwegs ist, mit einem großen Messer, er hat eigentlich vor, August zu erstechen, es aber nicht tut, kommt er zurück in sein Abteil, und der Zwerg und der Alte sind spurlos verschwunden. Er sucht sie, erfährt dann, dass sie, zusammen mit noch zehn anderen Arbeitern des Zirkus', aus dem Zug geworfen worden waren. - Aber: eigentlich hatte das ihm gegolten.

Einige der Rausgeworfenen überlebten, und waren jetzt darauf aus, Rache zu üben. Und das gelang ihnen auch. Mittlerweile war Marlena wieder tagsüber im Zirkus, und auf Drohung des Chefs musste sie sich bereit erklären, weiterhin mit August aufzutreten, weil das eben für die Show lebenswichtig war, ihre Nummer mit den Pferden, aber insbesondere die mit dem Elefanten, war Hauptattraktion. . -
Jacob und Marlena trafen sich alle paar Tage an versteckten Stellen und liebten sich im Geheimen. Und: sie wird schwanger.

Als dann eines Tages die Show beginnt, Marlena ist zum ersten Mal wieder in der Manege, Jacob ist außerhalb der Manege, geschieht das, was ganz am Anfang beschrieben ist. Die überlebenden Arbeiter hatten die ganzen Tiere wild gemacht, und die stoben nun wild durcheinander in die Manege mitten unter die Menschen, es war ein Riesenchaos. Jacob versuchte nun, zu Marlena durchzudringen, fand sie auch, sie war außer Gefahr.

Da sah er, dass Rosi, die ja wie immer angekettet war mit einem Fuß, von August wieder malträtiert wurde. Aber Rosi befreite sich von dem dicken Klotz, schwang ihn hoch und schleuderte ihn auf den Kopf von August. Das hatte Jacob gesehen, aber in dem ganzen Trubel sonst niemand.
Als später August gefunden wurde, zertrampelt und mit zermalmten Schädel, dachte jeder, er wäre eben von der Masse zertrampelt worden.
Nach diesem Spektakel war der Zirkus bankrott, und als dann Leute von einem größeren Zirkus einige Tiere und Sachen dem Konkursverwalter abkaufen wollten, mischte sich Jacob ein, und behauptete, Rosi sei sein Eigentum. Das wurde von einem anderen Tierpfleger bestätigt, und Rosi gehörte ihm. - Ähnlich ging es mit den Pferden von Marlena, als sie sah, dass ihre Pferde den Besitzer wechseln sollten, machte sie einen derartigen Aufstand, dass ihr die Pferde zugestanden wurden. - Jacob und Marlena hatten nun 10 Pferde und einen Elfanten, aber keine Arbeit, keine Wohnung, aber bisschen Geld. Sie nahmen dann noch den Schimpansen zu ihrer "Familie" und bewarben sich bei einem großen Zirkus, wo sie dann unterkamen für die nächsten fünf Jahre. Ihr Sohn wird geboren.

Nach zwei weiteren Kindern verlassen sie dann den Zirkus und kaufen sich ein Haus; Pferde und Rosi bleiben in der Nähe, werden von einem Zoo aufgenommen. Jacob hatte zwischenzeitlich längst seine Abschlussprüfung an der Uni als Tierarzt abgelegt, war Tierarzt im Zoo usw. - Sie bekamen dann noch drei weitere Kinder.

Das Geheimnis, dass Rosi den August quasi ermordet hatte, behielt Jacob immer für sich, er erzählte es nicht mal Marlena, er wollte ihre Liebe zu Rosi nicht gefährden.

Wieder Schauplatz Altersheim:
Jacob hatte gewartet, aber niemand seiner Familie kam, ein Sohn hätte eigentlich kommen sollen. Er machte sich nun mit seiner Geh-Hilfe einfach selbst auf zum Zirkus, wo die Vorstellung längst begonnen hatte.
An der Kasse wird er aufgehalten, er solle Eintritt bezahlen, aber er hat ja kein Geld. Da kommt der Zirkusdirektor dazu und schimpft den Jungen an der Kasse aus, fragt Jacob wer er ist usw. und lädt ihn ein, in seinem Wagen ihm seine Geschichte zu erzählen. - Jacob erzählt also seine ganze Geschichte, die der sieben Jahre, die er im Zirkus gelebt hat. -
Da kommt plötzlich Polizei, er wird gesucht. Das Altersheim hatte ihn vermisst gemeldet. Als nun die Polizisten in den Wagen gucken vom Zirkusdirektor, und fragen, ob er den alten Mann gesehen hat, sagt dieser, nein, er habe ihn nicht gesehen. Als die Polizisten dann Jacob sehen, der dort sitzt, sagt der Direktor, das sei sein Vater.
Die ziehen wieder ab.

Jacob wird also seine letzten Lebensjahre bei diesem Zirkus, unter Obhut des Zirkusdirektors verbringen dürfen, vermutlich kann er noch an der Kasse sitzen, denkt sich Jacob.

Das waren also zwei Happyends in diesem Buch.

Im Epilog beschreibt dann die Autorin, wie sie zum Schreiben dieses Buchs kam:
Aufgrund einer Bildreportage über Zirkusse war ihr Interesse geweckt worden und sie stöberte in allen möglichen Zirkus-Archiven, eignete sich Wissen darüber an, besuchte Zirkusse, und informierte sich bei einem ehemaligen Elefantenpfleger speziell über Elefanten.

Im Roman hat die Autorin reale Geschichte der Zirkusse in den 20iger und 30iger Jahren mit Anekdoten gemischt. Im Zirkus sind besonders Anekdoten sehr häufig. Aber was sie auch erfuhr, war eine Realität: dass nämlich damals auch Elefanten zur Todesstrafe verurteilt wurden. - !! Es kam immer drauf an, wen und wie viele Leute sie umgebracht haben. Und auch vollstreckt wurden, als Riesenspektakel.

 

 

Sara Gruen: Wasser für die Elefanten

ISBN: 3832180265 EAN: 9783832180263

Übersetzt von Eva Kemper DuMont Buchverlag GmbH Februar 2008 - gebunden - 400 Seiten Originaltitel: Water for Elephants.

"Sara Gruen wurde in Vancouver geboren und wuchs in London, Ontario/Kanada auf. Sie studierte Englische Literatur an der Carleton University in Ottawa. 1999 übersiedelte sie in die USA; sie besitzt sowohl die Kanadische wie die US-Amerikanische Staatsbürgerschaft.

Sara Gruen veröffentlichte zunächst die beiden Jugendromane RIDING LESSONS und FLYING CHANGES, die zwar von der Kritik gut aufgenommen aber kein großer Verkaufserfolg wurden.

Ihr Roman WATER FOR ELEPHANTS wurde von ihrem damaligen Verlag Avon Books abgelehnt. Worauf Sara Gruen zu Algonquin Books wechselte, wo man ihr für das Manuskript allerdings nur $ 55.000 zahlte.

WATER FOR ELEPHANTS erschien 2006, stand zwölf Wochen lang auf der New York Times Fiction-Bestseller-Liste und es wurden alleine in diesem Zeitraum 248.000 Exemplare verkauft. Derzeit arbeitet Sara Gruen an ihrem vierten Roman APE HOUSE, der im Oktober 2008 erscheinen soll.

Sie lebt mit Mann, drei Kindern, zwei Hunden, zwei Katzen, drei Ziegen und einem Pferd im nördlichen Illinois."
>aus "Literaturzirkel.eu"<

 

 


Klappentext:
"Vorhang auf für den Überraschungserfolg aus den USA Es war die beste Zeit seines Lebens, es war die schlimmste Zeit seines Lebens Letztes Jahr in Chicago: Der über 90-jährige Jacob Jankowski beobachtet, wie ein Zirkus seine Zelte aufschlägt. In ihm werden Erinnerungen an eine Zeit wach, die die beste und die schlimmste seines Lebens war Siebzig Jahre zuvor: Jacob steht nach dem Unfalltod seiner Eltern vor dem Nichts. Verzweifelt springt er auf irgendeinen Zug auf - und landet bei Benzinis spektakulärster Show der Welt, einem drittklassigen Wanderzirkus. Unter Artisten, menschlichen Kuriositäten, den überall hinter den Kulissen schuftenden Arbeitern und den wunderbaren Tieren der Menagerie findet Jacob rasch Freunde. Und bald verliert er auch sein Herz: an die zauberhafte Dressurreiterin Marlena - und fast gleichermaßen an Rosie, eine reizende, verfressene Elefantendame, die hartnäckig jedes Kunststück verweigert. Leider ist Rosies Sturheit in den Hungerzeiten der Großen Depression ein echtes Problem - wenn auch kein so großes wie Marlenas gefährlich eifersüchtiger Ehemann Letztes Jahr in Chicago: Ein sehr alter Mann beschließt, noch einmal in den Zirkus zu gehen - und ein neues Abenteuer beginnt. Die Übersetzerin: Eva Kemper schloss 2006 ihr Übersetzungsstudium in Düsseldorf ab. Sie übertrug bereits so unterschiedliche Autoren wie Peter Carey, Andrew Boyd, Suad Amiry und Raj K. Jhad ins Deutsche."

Das Buch ist von der ersten Seite an spannend, die Autorin versteht es, von Anfang an so zu erzählen, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Da sie im Prolog ein Ereignis erzählt, wo man ja nicht weiß, um was es im Einzelnen geht, führt sie dann in der Geschichte des jungen Jacob Stück für Stück dahin.

Und nach und nach kann man sich dann irgendwie vorstellen, wie es weitergeht, und wie der Ausgang ist. Aber es ist eben nur eine Vorstellung; was wirklich war, erfährt man wirklich erst, wenn man weiterliest.

Im ganzen Buch ist sehr viel Humor versteckt, besonders in den Phasen wo über den 93-jährigen erzählt wird. Aber auch im Teil des jungen Jacob gibt's Stellen, die zum Schmunzeln sind: "- - - Er leidet unter paradischer Schnitzophonie" - worunter leidet er? - "unter paradischer Schnitzophonie" wiederholt Al. - "Meinen Sie paranoide Schizophrenie?" - Genau, wie auch immer. Kurz gesagt, er ist vollkommen irre - - - -".

Die Autorin versteht es meisterhaft, sich nicht nur in den jungen Studenten Jacob hineinzuversetzen, was von ihrem Alter her logisch erscheint, sondern vor allen auch in den 90/93-Jährigen. So ist es nur natürlich, wenn einige Situationen im Altersheim Jacob zu bestimmten Träumen veranlassen, u.a. bei dem Namen "Rosemary", den eine sehr sympathische Pflegerin hat. Sofort fällt ihm Rosi ein, die Elefantenkuh, und damit auch ihre Geschichte, die mit seiner eigenen schicksalhaft verwoben ist. Durch Anpassen des Sprachstils in den Ebenen, die ja nicht nur zeitlich wechseln, sondern auch den Situationen entsprechend, entsteht ein sehr interessanter, spannender und sehr lesenswerter Roman.