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Pedro Juan Gutiérrez
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Pedro
Juan Gutiérrez
1950 in Kuba geboren, mit 11 Jahren beginnt
er als Eis- und Zigarettenverkäufer zu arbeiten,
ist später fünf Jahre Soldat, arbeitet als
Schwimm- und Kajaklehrer, als Zuckerrohrschneider
und Landarbeiter, als Bauinstallateur und
technischer Zeichner. Gutiérrez ist Maler,
Bildhauer, Dichter und Journalist. Er lebt
Havanna, hat mehrere Romane geschrieben,
u.a. auch "Schmuztige Havanna Trilogie".
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Inhalt
Reynaldo lebt im Zentrum Havannas.
Nachdem seine gesamte Familie innerhalb
kurzer Zeit zu Tode kommt, wandert
der Junge unter Mordverdacht in
den Knast. Nichts Besonderes im
Havanna der 1990er Jahre, wo Mord
und Totschlag an der Tagesordnung
sind und es an Motiven dafür nicht
mangelt: Hass, Eifersucht, Habgier
und Hunger, bis hin zu Selbstmord
aus Verzweiflung. Der Mangel am
Elementarsten befreit die Menschen
von jedem moralischen Korsett –
was durchaus auch positive Seiten
haben kann. Nirgendwo treibt das
Unternehmertum buntere Blüten, vögelt
man hemmungsloser, genießt man das
Leben freizügiger. Nach vier Jahren
Knast ist Reynaldo um zahlreiche
sexuelle Erfahrungen, etliche Tätowierungen
und ein Piercing reicher und lässt
sich – keineswegs gebrochen – von
Abenteuer zu Abenteuer treiben.
Bis er Magda kennen lernt... "Der
König von Havanna" handelt von einem,
der das Leben schon hinter sich
hat und lebt, als ob er es noch
vor sich hätte, von einem, der mit
allen Wassern gewaschen ist und
trotzdem wie ein unbeschriebenes
Blatt erscheint.
Das
Buch ist von Anfang an sehr spannend.
Ungewöhnlich zunächst die *Gossensprache*.
Es werden sämtliche Ausdrücke,
die möglich sind, verwendet. Der
Inhalt spielt sich vorwiegend
im untersten Milieu ab, für uns
Mitteleuropäer unvorstellbar. Da
wird gehaust in verfallenen Bruchbuden,
ohne Wasser, Strom und sanitären
Anlagen.
(kurzer
Auszug: "sie kackte auf ein Blatt
Papier, knüllte es zusammen und
warf es auf die Dachterasse
des Nachbarn.") oder: "sie waren
beide so stinkig und dreckig, aber
es machte weder ihm noch ihr was
aus."
Man
gewinnt sehr differenzierte Einblicke
in das Leben von Havanna und Umgebung,
vor allem aber in das Leben der
Ärmsten dort.
ist ein hochinteressantes
Buch, das trotz seiner vielen unaussprechlichen
Ausdrücke lesenswert ist; und sehr
spannend.
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