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Klappentext:
" 'Heeee-long, heeee-long-he! - ein Kopf,
ein Kopf ist gekommen!' Ich recke den Hals und sehe, dass der Älteste
des Klans etwas an einer Leine hinter sich durch den Staub zieht,
was mich mit fahlen Augen ansieht. Plötzlich reißen die Krieger
ihre Daos aus den Scheiden und schütteln sie drohend, bis der Erste
ausholt und seine Klinge mit aller Wucht in den Kopf schlägt! Erst
beim näheren Hinsehen merke ich, dass es eine dunkel eingefärbte
Zuckerrübe ist. Glasperlen dienen als Augen und Samen des Tränengrases
als Zähne.'
In der urtümlichen Welt der Dschungelberge zwischen Tibet und Burma
herrschen bis heute die Gesetze der Klans und Krieger. Fruchtbarkeits-
und Initiationsriten wie jener gehören nahezu überall zum kulturellen
Selbstverständnis der indigenen Völker.
Peter van Ham gelingt es 1996 erstmalig, diese
seit 55 Jahren gesperrten Bergländer mit seiner Frau Aglaja Stirn
zu bereisen - eine derart faszinierende Erfahrung, dass über zehn
Jahre hinweg weitere Reisen folgten. Das liegt vor allem an den
vielen außergewöhnlichen Begegnungen mit den Menschen: Stolz und
freimütig öffnen sie den beiden Fremden eine Tür zu ihren archaisch
anmutenden Lebenswelten, in denen der Schlangengott U Thlen nach
Menschenopfer verlangt, die jüngste Tochter die Erbfolge bestimmt,
Schamanen um Fruchtbarkeit beten, Jünglinge feierlich in die Erwachsenenwelt
aufgenommen werden, Sonne und Mond als höchste Gottheiten gelten
und Krieger einmal im Jahr auf Kopfjagd gehen…"
Meine Zusammenfassung
Der
Autor erzählt höchst spannend, wie er den wilden Nordosten Indiens
erkundet. Er versteht es hervorragend, den Leser mitzunehmen, in
ganz fremdartige Kulturen, eigenartige Strukturen, wie z.B. die
matrilineare Familienstrukturen, wo die jüngste Tochter die Erbin
und Namensträgerin ist, wo die Männer bei der Heirat den Namen der
Frau annehmen, und immer die jüngste Tochter die Erbin ist.
Der Autor bereist
mit seiner Frau diese ganzen Gebiete, immer unter Führung der jeweiligen
Regierungen dort, und in einem Dorf wurden sie gefeiert als die
ersten Ausländer, die je diesen Ort betreten haben. - Sie erleben
große Feierlichkeiten, werden überall sehr freundlich aufgenommen.
In einem Dorf erfahren sie etwas sehr ulkiges: Alle Leute tragen,
obwohl es über 42° ist, schmutzige weiße langärmlige T-Shirts -
- - Sie können sich darauf keinen Reim machen, und zunächst verschwinden
auch alle Bewohner, es ist im Dorf kein Mensch zu sehen. Und erst
als sie vorgestellt werden und klar ist, dass sie keine Missionare
sind, kommen die Menschen nach und nach aus ihren Langhäusern, heißen
sie herzlich willkommen, feiern mit ihnen, tischen ihnen ihre fremdartigen,
aber sehr wohlschmeckenden Köstlichkeiten in Hülle und Fülle auf-
- -.
Sie erfahren dann, dass vor einiger Zeit Missionare gekommen waren,
sie beschimpft hätten, weil sie fast nackt rumlaufen, und ihnen
eine Kiste voller T-Shirts und eine Kiste mit Büchern hinstellte,
mit der Aufforderung, sie sollen sich ordentlich benehmen und diese
Bücher lesen - - - usw., und wenn sie wiederkommen, möchten sie
sehen, dass sie sich jetzt *ordentlich* benehmen usw. - -
Diese ganzen
Bücher in der Kiste waren Bibeln - aber keiner der Bewohner kann
ja lesen!!! - Und diese mittlerweile schmutzigen T-Shirts hatten
sie schnell übergezogen, als sie die Fremden gesehen haben.
Der Autor regt
sich darüber sehr auf, haben doch die Missionare den Leuten das
Gefühl der Minderwertigkeit gegeben, unterstrichen noch dadurch,
dass sie Bücher bekamen, die sie ja gar nicht lesen können. - Komischerweise
sind diese ganzen Gebiete *christianisiert, d.h. die Missionare
haben die Leute christlich getauft - - -.sie leben aber nach wie
vor mit ihren eigenen Göttern und Riten, haben also gar keinen Bezug
dazu, dass sie Christen sein sollen. -
Auch wieder eine unverständliche *Art*, wie die Missionare in Ländern
vorgehen, um deren alte Strukturen und Kulturen zu vernichten, bzw.
sie zuerst mal als minderwertig abzustempeln. - Nun, es ist ihnen
nicht gelungen. -
Als sie sehr
viel später wieder zuhause sind, und ihr erstes Buch mittlerweile
von den dortigen Leuten gelesen wurde, bzw. von denen die lesen
können, bekamen sie plötzlich eine Einladung der Regierung der Region
wo sich die ganz zurückgezogenen Dörfer befinden. Sie konnten also
auf deren Kosten hinfliegen, wurden dort empfangen, ein Auto für
sie und ihr Gepäck, und sogar Geleitschutz der Regierung (2 Autos)
stand bereit..
Und so konnten
sie auch die nie von Fremden besuchten Örtlichkeiten besuchen, erlebten
zahlreiche unbeschreibliche Abenteuer, zahlreiche Feste, und erfuhren
auch, wieso die Leute interessiert daran sind, dass ihre überlieferten
alten Sitten und Gebräuche festgehalten werden. Denn alles kann
nur mündlich überliefert werden, es ist nichts zu Papier gebracht....und
wenn es keine Leute mehr gibt, aus dieser Zeit, wird alles in Vergessenheit
geraten. -
Und so wird gerne angenommen, dass der Autor das alles festhält
und in einem Buch veröffentlicht. Und in einigen Gebieten wird auch
aktiv das Wiederaufleben von alten Bräuchen gefördert.
In diesem Buch
sind so zahlreiche Einzelheiten und Erfahrungen festgehalten, ich
kann hier wirklich nur ganz wenige rauspicken, bzw. versuchen darzustellen,
wie vielfältig dieser ganze Nordosten Indiens ist, alles genauere
und sehr viele Details, wie auch sehr viele schöne Fotos sind in
dem Buch zu sehen. Aus Copyrightgründen verzichte ich allerdings
darauf, hier einige dieser Fotos zu zeigen.
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Peter van Ham studierte Musik in Los Angeles und
Germanistik in Frankfurt am Main. Er arbeitet als Lehrer, Autor
und Produzent visueller und akustischer Medien. Aufgrund seiner
international verlegten Forschungsarbeiten zu Indien wurde er als
Fellow der Londoner Royal Asiatic Society und der Royal Geographicali
Society Mitglied im New Yorker Explorers Club aufgenommen. Seit
Jahren setzt er sich für Erhalt und Förderung der Kulturen Nordostindiens
ein. Mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter lebt er in Frankfurt/Main.
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