Bohumil Hrabal

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt:

 

Die einzelnen Geschichten:

 

Ein Glas Grenadine
Hotel Tichota
Ich habe den englischen König bedient
Ihr Kopf war nicht mehr aufzufinden
Wie ich Millionär wurde

 

 

Meine Zusammenfassung: Ein kleiner Mann erzählt, was er von Anfang an, zunächst als Piccolo, dann als Kellner usw. erlebt. Er schildert aus seiner Sicht das Leben in Hotels, das Verhalten der Chefs, der Oberkellner, der Gäste. Ein Oberkellner, mit dem er sich angefreundet hat, behauptet immer alles schon vorher zu wissen, wer z.B. ein Gast ist, was dieser bestellt usw., und auf die Frage, wieso er das wisse kommt immer seine Antwort: "Ich habe den englischen König bedient" - - Das wurde dann zum Titel dieses Buchs. Der Protagonist bekommt dann, auch wieder in einem Hotel, die Gelegenheit, den abessinischen Kaiser zu bedienen. Und so sagt er jetzt von sich selbst, wenn jemand etwas fragt, wie und was und warum er was Bestimmtes tut: "ich habe den abessinischen Kaiser bedient". - Es sind wilde und unglaubliche Geschichten, die da erzählt werden. Und immer mit hintergründigem Humor gewürzt, ins fast Unwirkliche aufgebauscht, in einer faszinierenden Art erzählt. Gegen Ende des Buchs geht er aber immer mehr in philosophische Betrachtungen über, die sehr interessant sind.

 

Und hier ein kurzer Auszug aus seiner Schlussbemerkung:

"Die Texte sind in greller Sommersonne geschrieben worden, die die Schreibmaschine so erhitzt hat, dass sie sich mehrmals in der Minute verschluckte und stotterte. Außerstande, auf die grellweißen Blätter zu sehen, hatte ich keine Kontrolle über das, was ich schrieb, also schrieb ich im Lichtrausch nach der automatischen Methode; das Sonnenlicht blendete mich so sehr, dass ich nur die Umrisse der glitzernden Maschine wahrnahm, das Blechdach war innerhalb weniger Stunden so heiß geworden, das sich die auf ihm liegen Seiten in der Glut zusammenrollten. Und die Ereignisse, die mich im letzten Jahr dermaßen überrumpelten, dass ich nicht einmal Zeit fand, den Tod meiner Mutter wahrzunehmen - diese Ereignisse zwingen mich also, den Text sozusagen in der Erstfassung zu belassen und zu hoffen, dass ich einmal Zeit und Mut finden werde, daran herumzubasteln und ihn in eine halbwegs klassische Fassung zu bringen, es sei denn, ich griffe in der Eingebung des Augenblicks und unter der Voraussetzung, ich könnte di erste Spontaneität der Bilder beseitigen, nur nach der Schere und schnitte je nach Eingebung jene Bilder heraus, die trotz des zeitlichen Abstands noch ihre Frische besitzen. Und sollte ich nicht mehr auf der Welt sein, dann mögen das einige meiner Freunde für mich erledigen. Mögen sie den Text zu einer kleinen Novelle oder einer größeren Erzählung zusammenschneiden. Fertig. P.:S. In diesem Sommermonat, da ich dies niederschrieb, war ich bewegt von Salvadore Dalis "Künstlicher Erinnerung" und Freuds "eingeklemmtem Affekt", dem der "Ablauf durch die Rede gestattet" ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bohumil Hrabal kam in Brünn zur Welt. Der Name seines biologischen Vaters ist nicht bekannt. Als seine Mutter Marie 1920 den Buchhalter der Brauerei in Polná František Hrabal heiratete, nahm dieser Bohumil als seinen Sohn an. Die Familie zog nach Nymburk an der Elbe um, wo Bohumil seine Kindheit und Jugend verbrachte. Diese Zeit verarbeitet er in verschiedenen seiner literarischen Werke, etwa der Trilogie Das Städtchen am Wasser (Die Schur, Schöntrauer, Harlekins Millionen) und in Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb. Hrabal war kein besonders guter Schüler. Wesentlich mehr als für die Schule interessierte er sich für das bunte Geschehen in der Brauerei und für Josef, genannt Onkel Pepin, den Bruder seines Stiefvaters Francin, der "zu Besuch kam und bis zum Tode blieb". Anhand des Redeflusses von Onkel Pepin hatte Hrabal seinen literarischen Stil geschult, für den er das Fantasiewort "Bafeln" (tschechisch "pabit") erfand. Ein langer stilisierter Monolog Onkel Pepins findet sich in Die Leiden des alten Werther, welches später zu Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene umgeschrieben wurde. Nach seinem Abitur (1935) studierte Hrabal an der Juristischen Fakultät, besuchte jedoch gleichzeitig Vorlesungen über Literaturgeschichte, Kunst und Philosophie. Aufgrund der zeitweisen Schliessung der Hochschulen während der Okkupation konnte er sein Studium erst 1946 abschließen. Während des Krieges war er bei der Bahn u.a. als Fahrdienstleiter in Kostomlaty beschäftigt, was sich - wie auch bei seinen übrigen Tätigkeiten - in seinem literarischen Werk widerspiegelt (Reise nach Sondervorschrift - Zuglauf überwacht). Seine beruflichen Tätigkeiten wechselten zwischen Versicherungsagent, Handelsreisender und schliesslich Hilfsarbeiter in einer Stahlhütte (ab 1949), wo er dann nach einem schweren Unfall von 1953 bis 1959 als Verpacker von Altpapier in einem Rohstoff-Sammellager arbeitete. Diese Zeit ist literarisch verarbeitet in einer seiner berühmtesten Erzählungen Allzu laute Einsamkeit, aber auch im ersten Teil seiner autobiographischen Romantrilogie Hochzeiten im Hause. Hrabal schrieb bereits seit den 1930er Jahren literarischen Texte, die jedoch zunächst unveröffentlicht blieben. Erste Texte erschienen vereinzelt in den 1950er Jahren. Zum Beruf machte er das Schreiben jedoch erst 1963. Ab 1970 durfte er für einige Jahre nicht mehr publizieren und schrieb daher in Samisdat- oder Exil-Zeitschriften. 1975 veröffentlichte er in der Zeitschrift Tvorba einen selbstkritischen Aufsatz der ihm teilweise unter strenger Aufsicht der Zensur ermöglichte wieder zu publizieren. Eine Reihe seiner Werke wurde vom Verlag Pražská imaginace ("Prager Imagination") herausgegeben. In den Jahren 1991 bis 1997 erschien dort sein gesammeltes Werk in 19 Bänden. Bohumil Hrabal starb in Prag nach einem Fenstersturz beim Füttern von Tauben aus dem 5. Stock des Krankenhauses 'Na Bulovce', in dem er in Behandlung war.

Seine Werke in deutscher Sprache:

Die Bafler Erzählungen ISBN 3-518-39263-8


Ich habe den englischen König bedient. ISBN 3-518-45502-8

Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene. ISBN 3-518-39265-4


Verkaufe Haus, in dem ich nicht mehr wohnen will. ISBN 3-518-39266-2

Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb. ISBN 3-518-39267-0

Allzu laute Einsamkeit Die Schur Hochzeiten im Hause. Ein Mädchenroman. ISBN 3-518-38914-9
Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht. Erzählungen ISBN 3-518-22157-4

 

Ich halte dieses Buch von Bohumil Hrabal für eins seiner Besten. Es ist wie alle seine Bücher, hervorragend in der Sprache, sehr gut übersetzt und vom Inhalt her einfach hochinteressant, sehr amüsant zu lesen, spannend bis zur letzten Seite.

Also mein Tipp: Unbedingt lesen!!

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