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Inhalt:
"Bohumil Hrabel erinnert sich an Kindertage und
Verwandte, an Wirtshäuser und Schulen, und hier vor allem an seine
Nymburker Schulzeit, wo er, voll des Schabernacks, sogar das Abitur
übersteht - als einziger unter seinen Mitschülern im Smoking - und
am Ende der Abiturfeier den Smoking los wird, um, berfreit von solchem
Zwang, *ohne* das Leben eines Bohemien zu beginnen." - Bohumil Hrabal
hat mit den vorliegenden Texten an seinem großen, sich wiederholenden
und abirrenden Buch über das Grauen der Einsamkeit und das Bedürfnis
nach liebe weitergeschrieben. Ihm dabei zu folgen ist immer wieder
ein Abtenteuer, denn es gitlt, was Hrabal einst so formuliert hat:
Er schreibe so, dass der verblüffte Leser die Hände über dem Kopf
zusammenschlägt und der Redakteur zugleich weint und lacht, die
Brille verliert und mit seiner Frau Streit anfängt." (FAZ)
Die einzelnen Kapitel:
Gotteskinder
Ein Leben ohne Smoking
Die Katze Autitschko
Leitfaden für den Baflerlehrling
Ein Dandy im Schlosseranzug
Urlaub
Eine Wirtshausgeschichte
Mein Liben
Warum schreibe ich?
hier eine Zeichnung aus dem Büchlein Die
Katze Autitschko:

Hier ein Auszug, den ich sehr
interessant finde:
"….Vladimir war ein Mann, der genau wusste,
dass er durch das Funkeln des Diamantenauges existierte, doch er
wusste auch von seinem Bedürfnis, zu dem er sich bekannte, und dabei
machte es ihn fertig, dass er sich zeitweise bis an den Rand der
Verzweiflung treiben musste, um dann desto leichter wie der Gott
Schiwa zu sein, der Gott des Verderbens, der das Leben durch Vernichtung
erneuerte, um später, wenn er weder aus noch ein wusste, seine Persönlichkeit
niederzumähen, um wieder von vorn anfangen zu können. Um zu dem
zu werden, der er zu sein wünschte, um sich selbst unbewerten zu
können, musste Vladimir alle vierzehn psychischen Phänomene durchwandern,
von denen Moody schreibt, denn Vladimir kannte einen Tunnel, der
von einem Kreis brüllender Lichtorgeln eingeschlossen war, das Hineingesaugtwerden
in einen engen Kamin, die Gefühle der schwindelnden Rotation und
Vibration und des Absturzes, denn Vladimir hatte den Lazaruskomplex
bei der Arbeit erlebt, wo er mit dem Material hatte sterben müssen,
damit eine brauchbare Form entstand. An sich selbst hatte er das
Lazarussyndrom erfahren, wenn der Trigeminusnerv ihm als doppeltes
maniakalisches Delta in der Schläfe tickte, wenn ihm die tyrannischen
Nägel des Barometerdrucks durch das Gehirn bis in den Mund drangen,
wenn ihn das Unverständnis für seine Arbeit als Künstler in einem
großen hysterischen Anfall hintenüberwarf, wenn ihm seine Depressionen
und mächtigen Euphorien das Gesicht zu einer Grimasse aus Weinen
und unmenschlichem Gebrüll verformten……"
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Bohumil Hrabal kam in Brünn zur Welt. Der Name
seines biologischen Vaters ist nicht bekannt. Als seine Mutter Marie
1920 den Buchhalter der Brauerei in Polná František Hrabal heiratete,
nahm dieser Bohumil als seinen Sohn an. Die Familie zog nach Nymburk
an der Elbe um, wo Bohumil seine Kindheit und Jugend verbrachte.
Diese Zeit verarbeitet er in verschiedenen seiner literarischen
Werke, etwa der Trilogie Das Städtchen am Wasser (Die Schur, Schöntrauer,
Harlekins Millionen) und in Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb.
Hrabal war kein besonders guter Schüler. Wesentlich mehr als für
die Schule interessierte er sich für das bunte Geschehen in der
Brauerei und für Josef, genannt Onkel Pepin, den Bruder seines Stiefvaters
Francin, der "zu Besuch kam und bis zum Tode blieb". Anhand des
Redeflusses von Onkel Pepin hatte Hrabal seinen literarischen Stil
geschult, für den er das Fantasiewort "Bafeln" (tschechisch "pabit")
erfand. Ein langer stilisierter Monolog Onkel Pepins findet sich
in Die Leiden des alten Werther, welches später zu Tanzstunden für
Erwachsene und Fortgeschrittene umgeschrieben wurde. Nach seinem
Abitur (1935) studierte Hrabal an der Juristischen Fakultät, besuchte
jedoch gleichzeitig Vorlesungen über Literaturgeschichte, Kunst
und Philosophie. Aufgrund der zeitweisen Schliessung der Hochschulen
während der Okkupation konnte er sein Studium erst 1946 abschließen.
Während des Krieges war er bei der Bahn u.a. als Fahrdienstleiter
in Kostomlaty beschäftigt, was sich - wie auch bei seinen übrigen
Tätigkeiten - in seinem literarischen Werk widerspiegelt (Reise
nach Sondervorschrift - Zuglauf überwacht). Seine beruflichen Tätigkeiten
wechselten zwischen Versicherungsagent, Handelsreisender und schliesslich
Hilfsarbeiter in einer Stahlhütte (ab 1949), wo er dann nach einem
schweren Unfall von 1953 bis 1959 als Verpacker von Altpapier in
einem Rohstoff-Sammellager arbeitete. Diese Zeit ist literarisch
verarbeitet in einer seiner berühmtesten Erzählungen Allzu laute
Einsamkeit, aber auch im ersten Teil seiner autobiographischen Romantrilogie
Hochzeiten im Hause. Hrabal schrieb bereits seit den 1930er Jahren
literarischen Texte, die jedoch zunächst unveröffentlicht blieben.
Erste Texte erschienen vereinzelt in den 1950er Jahren. Zum Beruf
machte er das Schreiben jedoch erst 1963. Ab 1970 durfte er für
einige Jahre nicht mehr publizieren und schrieb daher in Samisdat-
oder Exil-Zeitschriften. 1975 veröffentlichte er in der Zeitschrift
Tvorba einen selbstkritischen Aufsatz der ihm teilweise unter strenger
Aufsicht der Zensur ermöglichte wieder zu publizieren. Eine Reihe
seiner Werke wurde vom Verlag Pražská imaginace ("Prager Imagination")
herausgegeben. In den Jahren 1991 bis 1997 erschien dort sein gesammeltes
Werk in 19 Bänden. Bohumil Hrabal starb in Prag nach einem Fenstersturz
beim Füttern von Tauben aus dem 5. Stock des Krankenhauses 'Na Bulovce',
in dem er in Behandlung war.
Seine Werke in deutscher Sprache:
Die Bafler Erzählungen ISBN 3-518-39263-8
Ich habe den englischen König bedient. ISBN 3-518-45502-8
Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene.
ISBN 3-518-39265-4
Verkaufe Haus, in dem ich nicht mehr wohnen will. ISBN 3-518-39266-2
Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb. ISBN
3-518-39267-0
Allzu laute Einsamkeit Die Schur Hochzeiten im Hause.
Ein Mädchenroman. ISBN 3-518-38914-9
Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht. Erzählungen ISBN
3-518-22157-4
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