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Auszug Der Bär
namens State o' Maine
In jenem Sommer, als mein Vater den Bären kaufte, war
noch keiner von uns auf der Welt - wir waren noch nicht mal gezeugt: weder
Frank, der älteste, noch Franny, die lauteste, noch ich, der nächste, noch die
jüngsten von uns, Lilly und Egg. Mein Vater und meine Mutter kannten sich von
klein auf und waren praktisch miteinander groß geworden, doch ihre »eheliche
Vereinigung«, wie Frank das immer nannte, hatte damals, als Vater den Bären
kaufte, noch nicht stattgefunden.
»Ihre >eheliche Vereinigung<, Frank?« triezte ihn
Franny gern; Frank war zwar der Alteste, aber mir kam er jünger vor als Franny,
und sie behandelte ihn immer wie ein kleines Kind. »Du meinst doch Frank«, sagte
Franny, »daß sie noch nicht angefangen hatten mit vögeln.«
»Sie hatten ihr Verhältnis noch nicht vollzogen«, sagte
Lilly einmal; obwohl sie, abgesehen von Egg, jünger war als wir anderen, spielte
sich Lilly immer als die große Schwester von allen auf - sehr zum Arger Frannys.
»>Vollzogen<?« sagte Franny. Ich weiß nicht mehr,
wie alt Franny damals war, aber Egg war für solche Sprüche bestimmt noch zu
jung: »Den Sex haben Vater und Mutter doch erst entdeckt, nachdem der alte Herr
diesen Bären gekauft hatte«, sagte Franny. »Der Bär brachte sie auf die Idee -
ein richtig ordinärer, geiler Bock, der dauernd Bäume besprang und an sich
selber rumfummelte und versuchte, Hunde zu vergewaltigen.« »Er hat hin und
wieder einen Hund rauh angefaßt«, sagte Frank angewidert. »Er hat nie Hunde
vergewaltigt.«
»Er hat es versucht«, sagte Franny. »Du kennst doch die
Geschichte.« -
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Klappentext:
Eine gefühlvolle Familiengeschichte, in der
motorradfahrende und feministische Bären, weiße Vergewaltiger und schwarze
Rächer, ein Wiener Hotel voller Huren und Anarchisten, ein Familienhund mit
Flatulenz im Endstadium, Arthur Schnitzler, Moby-Dick, der große Gatsby,
Gewichtheber, Geschwisterliebe und Freud vorkommen - nicht der Freud, sondern
Freud der Bärenführer.
»Eine üppig wuchernde Phantasie treibt skurrile Blüten,
ein ausuferndes Bilderbuch, wild fabulierend und von köstlicher Ironie
durchsetzt.« Otto F Beerl Tagesspiegel, Berlin
»Irrsinnig komisch, meisterhaft erzählt, bezaubernd; als
ob die Brüder Grimm und die Marx Brothers beschlossen hätten, gemeinsam einen
draufzumachen. « John Leonardl The New York Times
»John Irving hat in seinem fünften Roman eine eigene
Ausdrucksform gefunden, die, in einer merkwürdigen Schwebe zwischen den
verschiedensten Elementen vom Märchen bis zum Slapstick, von Literatur bis Pop
das Realistische verfremdet und stets neue erzählerische Überraschungsmomente
präsentiert. Gerhard Beckmannl Frankfurter Allgemeine
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