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Meine Zusammenfassung
Der Autor beschreibt seine Kindheit in China. Er ist in China
geboren, in der damals japanisch verwalteten Mandschurei. Seine
Eltern waren beruflich nach Japan, dann nach China gelangt. - Zunächst
in sehr wohlhabenden Verhältnissen lebend, wie damals viele ausländische
Leute, allen voran aus westlichen Ländern, aber auch aus Japan.
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China war damals in ganz viele Teile geteilt, es gab u.a. eine
deutsche Kolonie, einige japanische Gebiete, in anderen wieder hatten
andere westliche Mächte das Sagen. Ein China wie es heute ist, gab
es nicht. Er schildert das sehr authentisch, er halt alles erlebt.
Die Gefangenschaft dann, als alle Deutschen, Ausländer usw. nach
dem Debakel 1945 in Gefangenschaft gerieten, seine Familie unter
russische Gefangenschaft, die sich ausdehnte, bis er schließlich
mit seiner Familie, als kleiner Junge, unter Umgehung der russischen
Administration mit chinesischer Ausreisegenehmigung, auf abenteuerliche
Weise über Japan nach Deutschland fliehen konnte.
Er erzählt auf sehr spannende, hochinteressante Art, wie er als
Kind aufgewachsen ist. Dreisprachig. Seine Ersatzmutter (Kinderfrau)
war eine Russin, mit der sprach er russisch, die anderen Angestellten
im Haus sprachen chinesisch, mit denen sprach er chinesisch. Seine
Eltern sprachen deutsch mit ihm. Aber seine erste Sprache war Deutsch
damals nicht.
Er erzählt sehr spannende Erlebnisse, vor allem wie er in den Märkten
bereits als kleiner Junge Geschäfte machte….es ging meistens um
Sachen so um ein paar Cents. Aber daraus hat er gelernt…..nicht
nur das, auch lernte er, was legal ist, was illegal ist, aber dennoch
normal, er lernte vor allen wie das Handeln funktioniert. - Und
besonders sind ihm die zahlreichen Prügeleien in Erinnerung, wo
er drin verwickelt war, oft blutig und verletzt sich nachhause geschlichen
hat, weil die Eltern nicht wissen durften, wo er sich herumgetrieben
hatte. -
Gehörte er während seiner ersten Lebensjahre zur wohlhabenden,
der reichen Schicht, die hauptsächlich aus Ausländern bestand, lernte
er sehr schnell kennen, wie es ist, ganz unten zu leben. -
Kannte er als Kind schon die bettelarmen Chinesenkinder, Fotos
von diesen sind im Buch zu sehen, gehörte er jetzt genau zu dieser
Schicht, als Kind russischer Gefangener, die gar keine Rechte hatten.
Aber auch hier hatte er Kontakte mit chinesischen Kindern, lernte
vor allem auch diese Kinderbanden kennen, vor denen er schnell lernte
sich fürchten zu müssen. - - Es ging immer ums nackte Überleben,
der Hunger war bei allen alltäglich. Und er gehörte plötzlich dazu….
Durch seinen Vater und seine Verbindungen, auch in der Gefangenschaft,
litt er selbst nicht wirklich Hunger, gab auch immer alles was möglich
war an seine chinesischen Freunde ab. Er lernte hier, was es heißt,
ein Chinese mit Ehre zu sein…..
Auch viele andere Eigenarten der Chinesen beschreibt er. So, dass
z.B. Verträge nicht schriftlich gemacht wurden, Papier, dem traute
kein Chinese. - ABER: ein gegebenes Wort das galt, auf Ehre und
Gewissen. Es fällt dem Autor nicht ein einziger Fall ein, wo ein
Chinese nicht Wort gehalten hatte. - Wenn ein Chinese sich nicht
an seine eigenen Worte hält, ist das für ihn ein riesiger Ehrverlust,
einfach nicht vereinbar mit der ihm eigenen Charakteristik, und
er setzt das als selbstverständlich auch bei anderen voraus..
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Der Autor:
"Der Autor Jürgen Jungnickel wurde 1940 als Sohn deutscher Eltern
in der von Japanern besetzten Mandschurei im Nordosten Chinas geboren.
Während die Masse der Chinesen
in kümmerlichsten Verhältnissen lebte, erleichterte den reichen
Europäern eine große Dienerschaft ihr Leben in materiellem Überfluss.
Doch als 1945 sowjetische
Truppen in das Land einmarschierten, brach die Welt für die "weißen
Götter" in wenigen Minuten zusammen.
Die nun gedemütigten Deutschen mussten sich als Gefangene der siegreichen
Roten Armee mühsam durchs Leben schlagen.
Mit Kindern chinesischer Kulis und Bettler zog der kleine Deutsche
durch die Gassen, prügelte sich mit russischen Straßenkindern und
erlebte nun am eigenen Leib die Ohnmacht des unterprivilegierten
Standes.
Auf chinesischen Märkten
lernte er die Mentalität der Asiaten kennen und schätzen.
Im Alter von knapp 10 Jahren
konnte er mit seiner Familie diesem Dasein entkommen - während eines
Taifuns -, eingesperrt im Laderaum eines Frachtkahns.
Nachdem aus dem Jungen ein erfolgreicher Geschäftsmann mit internationalen
Verbindungen geworden war, berichtet er in dem Buch nicht nur von
seinen Kindheitserlebnissen, sondern beschreibt dem Leser auch das
Leben und manche Denkweisen der Chinesen. Er scheut auch nicht davor
zurück, historische und gegenwärtige Handlungen des Westens in seine
Berichte einfließen zu lassen und kritisch zu betrachten."
(entnommen
Klappentext)
Buchdaten
Taschenbuch: 311 Seiten Verlag des Biographiezentrums;
Auflage: 3., Aufl. (2009) Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940210293
ISBN-13: 978-3940210296
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Meine
abschließende Meinung
Ich muss jetzt hier mal die letzten Seiten, bzw. einiges daraus
zitieren:
"Sollen
wir zu Hause anderen zu einer Reise nach China raten? Nun, wer mit
Vorurteilen behaftet und nicht bereit ist, diese abzulegen, tut
sich mit dem Besuch keinen Gefallen. Und wird kaum mit Menschen
in ein ehrliches Gespräch kommen. Er ist in einem guten Hotel unseres
Landes sicher bestens aufgehoben, muss dort seine festgelegte Meinung
nicht durch eigene Anschauungen revidieren und kann sich diese von
den leider so oft politisch sehr einseitig verfärbten Feindbild-Nachrichten
westlicher Presseagenturen bestätigen lassen. Mit englischen Sprachkenntnissen
kommt man in den Hotels der Großstädte gut durch. In der Provinz
muss man Geduld haben, entweder mit Händen und Füßen reden, die
3000 erforderlichen Schriftzeichen beherrschen oder, wie wir einmal
scherzhaft bemerkten, das Lied "me quo gong, chan dan…" singen können.
Aber wer Land und Leute zu lieben bereit ist, Verständnis zeigt,
Unbefangenheit vorweist und kein fest geprägtes Feindbild mit sich
herumträgt, wird bei den Chinesen mit unerwarteter Herzenswärme
aufgenommen und ein überwältigend tolles land kennenlernen! ---
Nichts Negatives? Oh doch! Die Umweltverschmutzung in den Außenbezirken.
Das Problem ist natürlich längst erkannt. Sie werden es lösen! Ganz
sicher! die westlichen Industrienationen haben immerhin 200 Jahre
Zeit gehabt, den Stand von heute zu erreichen, Dabei haben sie die
Umwelt gehörig verschmutzt, bis wir das endlich vor 30 Jahren entdeckten
und gegensteuerten! -von China erwarten wir, dass aus einer mittelalterlichen
Struktur innerhalb von wenigen Jahren zwar eine moderne Industrienation
entsteht, die eine explodierende Bevölkerung ernährt, einen unbeschränkten
Kinderzuwachs in Kauf nimmt. aber das natürlich ohne die im Westen
seit den genannten 200 Jahren hingenommene Umweltverschmutzung.
Ja, es ist schon schlimm, dass auch die Chinesen nicht zaubern können
-wo man es doch offensichtlich von ihnen erwartet!. - - - Und die
oft von uns bemängelte Freiheit? Wenn eine Frau nicht wagen darf,
einen U-Bahnwagen zu besteigen, weil Randalierer es sich dort bequem
gemacht haben, wenn ältere Leute die Straßenseite wechseln müssen,
weil mit Drogen vollgedröhnte Jugendliche grölend den Weg versperren
- ist das Freiheit? - Dies sind in den westlichen Großstädten leider
ganz alltägliche Zustände. In China werden Ruhestörer zur Arbeit
aufs Land geschickt. Nicht sehr angenehm! In Deutschland besitzen
Drogendealer alle Rechte und die größtmögliche Freiheit. Wie schön
für sie! - Sie vergiften unsere Kinder in aller Freiheit mit ihrem
Stoff. Mitunter darf die Allgemeinheit teure Entziehungskuren finanzieren.
Die Polizei ist nicht etwas unfähig, die Gauner zu überführen! Nein,
unsere Gesetzeshüter nehmen täglich Dealer fest und müssen sie am
nächsten Tag frustriert wieder in die Freiheit entlassen, weil sie
ja einen festen Wohnsitz nachweisen können, und einen geschickten
Rechtsanwalt haben. In China steht das Wohl der Masse über dem Recht
des Einzelnen. Die Regierung handelt sehr wohl im Interesse des
Volkes!....... ……im übrigen sind nicht alle Uniformierten auf den
Straßen chinesischer Städte Angehörige von Polizei oder Militär,
wie es uns in unseren Medien so gerne weisgemacht wird. Ein großer
Teil der Uniformträger besteht aus zivilen Wächtern, die für die
Sicherheit der Bürger sorgen. Unsere nächtlichen Ausflüge in unbeleuchteten
Straßen und stillen Parkanlagen Deutschlands wären um einiges sicherer,
wenn wir über ein ähnliche Wachmannschaft verfügen würden!......"
Es
sind noch sehr viele, hochinteressante Schlussbemerkungen des Autors
zu lesen, allesamt - für mich - sehr gut nachvollziehbar. Niemand
bei uns - das wird uns ja von allen Medien usw. als Feindbild dargeboten,
seit Jahrzehnten schon, sieht China als ein Land an, das damals,
als dieser Umbruch geschah, ein versklavtes Volk war, mehrgeteilt.
Da waren die Mao-Anhänger, dann die Kommunisten, eine Regierung
die korrupt war und den Reichen und Kriminellen unterstand, bzw.
mit diesen zusammenarbeitete und die Armen ausbeutete. (Kinderarbeit
in übelsten Verhältnissen)Dann die ganzen fremden Mächte, allen
voran Japan, die das Land bevormundeten, und letztendlich dafür
sorgten, dass die Masse an Chinesen elend an Hunger, unter dem ganzen
Feudalismus litt. ; - aha, den hatte wir doch auch, vor den Revolutionen
in Europa..…. -
Und
wer kann es verdenken, was der Autor so nachvollziehbar schreibt,
dass die Masse der Chinesen Mao als Retter ihrer Nation ansehen.
Er hat sie schließlich vom Joch der Vorherrschaft durch viele andere
Länder befreit, und letztendlich war er allein in der Lage, ein
einheitliches China zu schaffen. Dass sie darauf stolz sind, ihre
Nationalität, ihre Leistungen, ist vollkommen klar, nur, warum gönnt
es der Westen ihnen eigentlich nicht ?????
Der
Autor kennt China, und vor allem die Menschen dort sehr genau. Er
hat miterlebt, wie es vor 1945 war, er hat miterlebt, in russischer
Gefangenschaft in der ehemals japanisch regierten Mandschurei, wie
sich alles entwickelt hat. - Und er weiß genau, kann sehr gut und
nachvollziehbar beschreiben, warum es gut war, warum es gar nicht
anders ging, und vor allem, welche Leistungen dieses China in dieser
verhältnismäßig kurzen Zeit vollbracht hat. Er kennt die Charakteristika,
aber vor allem auch die unglaublich für unsere Verhältnisse den
Chinesen angestammte Ehre, ihr Ehrenkodex, aber vor allem konnte
er miterleben, warum und wann und wieso sich die Aversion der Chinesen
gegen die westlichen Mächte entwickelt hat.
Wenn
ich rückblickend alle Revolutionen von Sozialisten(Kommunisten)
der Welt betrachte, bin ich - seit vielen Jahren - auf dem Weg,
mir ein Bild zu machen, und zwar Medieneinflüsse zwar registrierend,
aber immer hinterfragend, und mir meine eigene Meinung bildend.
Ich übernehme nicht einfach von Politik und Medien insistierte,
konstruierte Feindbilder. Das sah ich immer als suspekt, übernahm
es nie, sondern ich nahm es zur Kenntnis…..und der Weg zur eigenen
Meinung, grade in diesem Bezug, ist weit, erfordert zahlreiche Informationen….
Diese
Art von Büchern, wie dieses, sind ein großer Baustein dazu; nur,
sie sollten halt auch gelesen werden, und zwar ebenso kritisch wie
alles andere. Hier ist z.B. - wenn ich jetzt das von mir besprochene
Buch ‚Jadepalast' , ‚Im Bambuskäfig' und das demnächst von mir vorgestellte
Buch: ‚Wir haben uns geirrt' (Casparros) nehme… - Es sind viel unterschiedliche
Meinungen in Bezug auf diese Revolutionen in verschiedenen Ländern,
Kulturen, mit allen div. Mentalitäten alleine da festzustellen.
Eine
sozialistische, kommunistische Veränderung ist und kann niemals
alleine für alle gültig sein. - JEDER Staat, mit seiner Geschichte,
seiner Menschen, hat seine ganz eigene Besonderheit, die geschichtlichen,
sozialen Gegebenheiten müssen einbezogen werden. Eine veränderte
Administration und Regierungsform kann nur unter diesen Gesichtspunkten
angestrebt werden. Meiner Meinung nach der größte Fehler aller sozialistischen
Revolutionen - wo die allgemeingültige Auffassung vom Sozialismus/Kommunismus
übergestülpt werden sollte. -
Z.B.: China hat, wie auch seltsamerweise die anderen Länder, in
denen es eine solche Revolution gegeben hatte, nie einen Krieg begonnen,
um Land zu vereinnahmen. Es ging immer darum, eine bestehende korrupte,
faschistische Regierung zu vernichten. China ging einen eigenen
Weg, was logisch ist. -
In
Südamerika sind alle Revolutionen gescheitert. Ganz einfach, weil
nicht daran gedacht wurde, die Massen von Menschen einzubeziehen,
bzw. ihre Mentalität zu berücksichtigen, die einfach nur ihren Kühlschrank,
ihr Auto, ihren Job usw. wollten. Sie waren niemals bereit, dafür
was zu tun. Und die Revolutionäre mussten aufgeben. - Nachdem sie
durch Folter und Gewalt in den Gefängnissen oder im Grab ihr Leben
beendeten.
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