Alexandra Kui

kui_blaufeuer_gbuchtitel

Meine Zusammenfassung
Der Handlung vorangestellt ist ein Prolog. Mit diesem Zitat "Nichts ist ohne Glanz, wenn das Meer am Ende des Tages die Sonne verschlingt".
Sie unterhält sich mit ihrem toten Bruder und stellt sich vor, wie es gewesen ist. Und es ist grausam. Er ist dabei, eine Boje zu überprüfen, und als er in die Inspektionsluke hineingreift, wird sein Arm von einer Fuchsfalle festgehalten. Es gibt für ihn kein Entkommen. Ein Messer oder geeignetes Werkzeug, um den Arm abzuhacken hat er nicht, sein Taschenmesser reicht dafür nicht aus. Die Flut steigt und er kann sich ungefähr ausrechnen, wie lange er noch lebt. -

Was bedeutet das Wort Blaufeuer ?? Ist ja auch der Titel dieses Buchs.
Blaufeuer ist ein Notsignal von Menschen, die auf dem Meer sind und um Hilfe rufen.

Janne wohnt seit zwei Jahren in Berlin, wo sie im der Deutschen Philharmonie als zweite Violinistin einen Job hat. Zusammen mit ihrem Exfreund lebt sie in einer geräumigen Eigentumswohnung, die beiden gehört. Da kommt plötzlich die Nachricht vom Tod ihres Bruders Erik.
Zu ihm hatte sie ein ganz besonders enges Verhältnis. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Cuxhaven, wo ihre Eltern leben und wo auch ihr Bruder lebte und jetzt starb.
Als sie sich nach den Todesumständen erkundigte, erfuhr sie, dass Erik nicht durch einen Unfall, sondern durch ein grausames Verbrechen zu Tode kam.

Janne war von dem Werftbesitzer Flecker und seiner Frau adoptiert worden, als ihre Eltern waren verunglückt waren und sie noch ganz klein war, Flecker war mit ihnen befreundet gewesen.
So kam sie zu den Fleckers, die zwei eigene Söhne hatten, Meinhard und Erik. Nachdem bei der Beerdigung von Erik sein Vater einen Schlaganfall erleidet, überschlagen sich die Ereignisse.

Der Vater bittet Janne, die Leitung der Werft zu übernehmen, wofür eigentlich Erik vorgesehen gewesen war. Janne kann sich nur sehr schwer darauf einstellen und da sie auch den Gründen für den Tod von Erik nachgehen will, kümmert sie sich zunächst wenig um die Werft. Sie hört sich im Ort herum, auch in der Kneipe "Blaufeuer", und erfährt einiges. Aber sie trifft niemand an, der Erik so gehasst haben könnte, ihm so einen grausamen Tod zu bescheren.

Janne erfährt dann auch, dass Flecker nicht ihr Adoptivvater, sondern ihr richtiger Vater ist. Nachdem ihr Vater einen zweiten Schlaganfall erleidet und im Wachkoma liegt, macht sich Janne auf nach Helgoland. Dort scheinen viele geheimnisvolle Geschichten zu warten. - - - Sie erfährt von der Vergangenheit ihres Vaters, die zunächst mit Schiffsbau nichts zu tun hatte. Als armer Schlesier war er zu einem Vermögen gekommen, mit Naturdärmen aus Afghanistan. Und nachdem er den Afghanen betrogen hatte, der hatte ihm viel Geld gegeben für seine Geschäfte in Deutschland, kaufte er diese Werft in Cuxhaven.
Wie diese Geschichte, so sind noch einige andere eingeflochten, die mit der Haupthandlung wenig zu tun haben.

Janne beschließt im Wege ihrer Ermittlungen, nach Helgoland zu fahren.

Janne geschahen auch schon bevor sie nach Helgoland fuhr, einige seltsame Sachen; so wollte sie ein unerkannter Reiter im Watt zumindest verletzen, dann fiel ihr fast ein Motor auf den Kopf, als sie in der Werft war, bei einer Jagdveranstaltung ist sie das Ziel eines Schützen, der mehrmals auf sie schießt, sie aber zurückschießt. Sie kann sich retten, der Schütze bleibt im Dunkeln.
Und in Helgoland passiert ihr wieder was ähnliches, und es ist genau derselbe Mann: immer dunkel gekleidet, mit einer Kapuze, sein Gesicht kann sie nie erkennen. Seine Gestalt kommt ihr zwar bekannt vor, aber sie kommt nicht drauf, wer das sein könnte - - - -.

Es werden dann zahlreiche Geschehnisse aus Kriegszeiten erzählt, die Janne von Leuten erfährt, die schon ewig auf Helgoland leben und auch mit ihrem Vater damals Geschäfte gemacht hatten, u.a. auch beteiligt waren an einem Versicherungsbetrug, zu dritt hatten sie eine neu gebaute sehr teure Yacht dort auf Helgoland in einem Stollen verschwinden lassen, Flecker kassiert, die zwei Mitwisser schweigen.
Dieses ganze Drumherum um die Geschichte ihres Vaters lenkt zunächst den Verdacht wo ganz anders hin. Janne meint eine lange Zeit, ihr Vater sei eigentlich das Ziel des Mörders gewesen. Und kommt so, genau wie es der wahre Mörder will, auf einen ganz falschen Pfad.

Wer das Buch lesen möchte, jetzt nicht weiterlesen!!!

Es wurden einige Personen als verdächtig dargestellt, wie das in Krimis so ist. Aber ein einziger wurde nie in diesen Kreis von Janne aufgenommen: Das war ihr Bruder Meinhard. Als sie Meinhard in Hamburg anrufen möchte, und ihn nie erreicht, ruft sie in der Klinik selbst und auch bei seiner ehemaligen Freundin an; sie erfährt, dass er gar nicht mehr als Arzt (Chirurg) dort arbeitet. - Da bekommt sie plötzlich einen Anruf auf ihrem Handy von Meinhard, der sich mit ihr verabredet bei der "alten Liebe", wo er mit ihr den herrlichen Sonnenuntergang anschauen will. - - - .

Das kommt ihr schon komisch vor, nur ist sie immer noch ahnungslos. Sie hat wie immer, ihre bzw. die Pistole ihres Vaters in ihrer Jacke. Meinhard ist überschwänglich, umarmt sie plötzlich, (wie sich später rausstellt, hatte er ihr bei dieser Gelegenheit die Pistole entwendet) und dann fahren sie ins Krankenhaus den Vater besuchen, dem es besser geht. - Nur Meinhard fährt wie ein Verrückter, und nicht ins Krankenhaus, sondern sie landen außerhalb, auf dem "Deutschen Olymp", das ihr Vater mal gekauft hatte, dort waren Gebäude, ein Ausflugslokal usw. -

Meinhard erklärt dann, zwischen brutalen Schlägen in ihr Gesicht, in den Bauch, überall hin, was und warum geschehen ist.
Er hatte sich immer benachteiligt gefühlt gegenüber seinem Bruder Erik. Alle haben Erik geliebt, bewundert, er fühlte sich immer benachteiligt. Als er dann Chirurg wurde und auch ein Ansehen hatte, und auch von der Familie endlich respektiert wurde, war es eigentlich auch erträglich für ihn geworden. Nur: Ihm passierte bei einer Operation ein schlimmer Kunstfehler, und seine Karriere als Chirurg, evtl. später auch als Chefarzt war jäh beendet.

(*)Hier ist mir allerdings nicht ganz klar, warum die Autorin diesen seltsamen Weg gegangen ist. Meinhard wurde dargestellt als Chirurg, der nicht in Frage kommt für die Leitung der Werft. Es wusste ja niemand, dass er seine Stelle als Arzt in Hamburg verloren hatte. Er hätte doch einfach das sagen können, und Janne wäre froh gewesen, sie war nicht begeistert davon, die Werft zu leiten. - - -(*)

Er wollte nun Chef der Werft werden. Da stand Erik im Weg. Und ersann er diesen grausamen Mord. Als dann sein Vater einen Schlaganfall erlitt, sah er sich seinem Ziel sehr nahe. Als dann der Vater aber nicht ihm, sondern Janne die Leitung der Werft übertrug, sollte er eben auch Janne aus dem Weg räumen. Als Janne dann mit ihren Nachforschungen begann, wurde sie zu gefährlich für ihn. Er versuchte dann, als dieser Kapuzenmann, ihr Angst machen, um sie dazu zu bewegen, wieder nach Berlin zurückzukehren und ihm das Feld, vor allem aber die Leitung der Werft zu überlassen. Zwischen diesen Erklärungen schlägt er sie weiter, und sagt ihr auch, dass er sie töten will, und es sollte so aussehen wie Selbstmord. Er würde ihre eine große Dosis Insulin spritzen, und sie dann oben vom Olymp runterstürzen lassen. - >
Er hält sie dort oben am Olymp in der alten Wirtschaft gefangen, malträtiert sie weiter, zeigt ihr auch seinen Arm, den sie erwischt hatte, als sie bei der Jagd nach dem Schützen gezielt hatte. Jannes Vaters konnte sich zwischenzeitlich verständigen, und der alte Freund, der auch Janne bei der Leitung der Werft behilflich war, bzw. das eigentlich alleine machte, taucht plötzlich im Krankenhaus auf und er versteht, was Flecker sagen will, aber seine Freundin nicht versteht.

(*)Wieso der Vater plötzlich weiß, dass Janne in Gefahr ist, und wo und vor allem durch wen, bleibt sehr undurchsichtig, wird auch nicht erklärt- - - - - Daraufhin wird die Polizei zum Olymp geschickt, Janne gerettet, Meinhard zunächst angeschossen und dann verhaftet.

Am Schluss dann, auch für die Handlung der ganzen Geschichte unwichtig, kommt dieser alte Freund des Vaters mit zwei Tickets, sie fliegen nach Hawaii, dort liegt eine Luxusyacht, die ihm, besser gesagt der Werft gehört, und dort leben sie eine Weile.

Als sie dann zurückkehrt später, hat dieser alte Freund einen Fachmann gefunden, der Teilhaber der Werft werden möchte - der sie entlastet und die Werft wieder auf Vordermann bringen soll.

Das und auch alles andere ist so Beiwerk, das nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat.

 

 

Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren.

 

Sie studierte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie ihren ersten Kriminalroman schrieb.

 

Heute lebt sie als Autorin, Musikerin und Journalistin auf der Geest bei Hamburg. Blaufeuer ist ihr viertes Buch. .

Ich lese nicht allzu viele Krimis, aber diese junge Autorin hat mich neugierig gemacht.

Sie versucht, durch Einfügen von Schilderungen der Natur, des Wassers, der Geschichte von Helgoland, Lebensgeschichten von Figuren, die eigentlich gar keine Rolle spielen, den Roman aufzulockern.

Ihr Prolog am Anfang war auch gut gelungen, wo sie ein Gespräch mit ihrem toten Bruder hat.

Abgesehen von sehr unklar geschilderten Zusammenhängen (siehe *), die auch nicht ganz passen, ist die Geschichte schon interessant; nur hätte sie m.E. noch einer Überarbeitung bedurft.

Die Geschichte an sich ist gut, nur weist sie eben zu viele unstimmige Einzelheiten auf. -

Diese Geschichte richtig erzählt, könnte recht gut sein.

Sie ist in einer sehr einfachen, leicht verständlichen und plausiblen Sprache geschrieben, auch nicht allzu umfangreich mit 316 Seiten.

Eine Spannung ist auch da.

Aber: dieses Werk dieser Autorin mag einige schöne Einzelheiten aufweisen, aber zum Lesen eines weiteren Buchs von ihr hat es mich nicht inspiriert.