Milan Kundera

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Meine Zusammenfassung

Kundera hat den Roman gegliedert in fünf Tage. Jeder Tag ist ein Kapitel, jedes Kapitel hat mehrere Unterkapitel.

Rosa lebt in einem tschechischen Badestädtchen, das berühmt dafür ist, ein Wasser zu haben, das Frauen behilflich ist, schwanger zu werden. In einem solchen Sanatorium arbeitet Rosa als Krankenschwester. Und daher sind da eben sehr, sehr viele Frauen, aber keine Männer. Und daher kaum Chancen für die vielen Krankenschwestern, einen Mann zu finden.

Ein berühmter Jazz-Trompeter, Klima mit Namen, hatte vor zwei Monaten einen Auftritt im Kurstädtchen. Rosa hatte ihn auf einer Party danach kennen gelernt und mit ihm geschlafen. Und da war es eben passiert, Rosa ist schwanger. Klima hatte sich nie mehr gemeldet. Sie ruft Klima an. Und genau auf eine solche Nachricht hatte er schon seit Jahren gewartet, sich vor ihr gefürchtet, besser gesagt.

(Wer das Buch selbst lesen möchte, jetzt bitte nicht weiterlesen, sondern diesen Teil meiner Zusammenfassung überspringen.)

Er sagt, er käme nicht in Frage, sagt aber nicht warum. Er schlägt Rosa vor, die "Sache zu bereinigen" - sie versteht nicht ganz, aber hört doch heraus, dass er eine Abtreibung meint. - Und die kommt für Rosa nicht in Frage.
Nun ist Klima in einer schweren Bredouille. Er bespricht sich mit seinen Musikerkollegen, es werden einige durchaus interessante Vorschlage gemacht, wie Klima mit dieser Situation umgehen soll. Aber Klima passt keine und er überlegt, wer ihm da behilflich sein könnte, und er kommt auf einen Bekannten, den er aufsuchen möchte. Aber zunächst muss er nachhause zu seiner Gattin. Sie ist grundsätzlich eifersüchtig, egal mit oder ohne Grund. Er bringt ihr Blumen mit, sofort wird sie argwöhnisch, weil sie erst am Tag darauf Geburtstag hat und fragt sofort, ob er am nächsten Tag denn nicht hier sein wird. -

Klima hat am nächsten Tag eine Verabredung mit "Herrn Bertlef", wegen der Sache mit Rosa. Seiner Frau erklärt er irgendeinen Termin, den er wahrnehmen müsse.

Klima trifft am nächsten Morgen bei Herrn Bertlef schon um neun Uhr ein. Zunächst kommen sie nicht zum Thema, sondern Klima hört sich an, wie Bertlef erfreut darüber ist, dass er am frühen Morgen schon Besuch hat, wo er doch ein Morgenmensch ist. Und nach allen möglichen Plaudereien kommen sie schließlich zum Thema und Bertlef gibt dann seine Ratschläge, bzw. er erstellt erst einmal eine Analyse über die Art von Liebe die Klima zu seiner Frau hat.

Klima liebt nämlich seine durchaus charmante und schöne Frau Kamila.
Bertlef:

"Lieber Freund, es gibt kaum jemanden, an dem ich besser beweisen könnte als an Ihnen, dass übermäßige Liebe sündhaft ist." - - "Ich dachte, die Liebe zu meiner Frau sei das einzig Gute an mir." - - -
"Und Sie irren sich. Die übermäßige Liebe zu Ihrer Frau ist nicht der ausgleichende Gegenpol zu Ihrer Gefühllosigkeit, sondern deren Quell. Da Ihre Frau alles für Sie ist, sind alle anderen Frauen für Sie nichts, oder anders gesagt, sie sind Huren. Und das ist eine große Versündigung und eine Verachtung für die Kreaturen, die Gott geschaffen hat. Lieber Freund, diese Art von Liebe ist Ketzerei."

Klimas Plan steht fest: Er wird Rosa seine große Liebe zu ihr vorspielen, und dann über Umwegen versuchen sie zur Abtreibung zu überreden.
Klima fährt also in das Kurstädtchen, ruft Rosa an und trifft sich mit ihr. Er erklärt ihr seine heiße Liebe zu ihr, dass er Tag und Nacht an sie gedacht hätte und und und - - - .

Als sie das am nächsten Tag ihren neugierigen Kolleginnen erzählt, sind die skeptisch, und machen ihr klar, dass das Kind das einzige was sie hat, Klima würde sie nur dazu bringen wollen, abzutreiben, und sie dann fallenlassen, wenn er sein Ziel erreicht hat.

Jakub tritt ins Geschehen ein. Er besucht Dr. Skreta, Gynäkologe im Städtchen, ein Freund von ihm. Schon lustig, er bittet Jakub einfach ins Behandlungszimmer, wo grade eine Frau auf dem Stuhl liegt, und unterhält sich mit ihm. Dr. Skreta ist auch in diesem Gremium, das Abtreibungen genehmigen muss. Aber vor allem ist der Frauen behilflich, die ein Kind wollen. - Er hat eine wirkungsvolle Methode: Er spritzt ihnen einfach sein eigenes Sperma ein, das er immer vorrätig in der Praxis hat.

Jakub will sich verabschieden, er will das Land am nächsten Tag verlassen, er hat eine Ausreisegenehmigung bekommen. U.a. erzählt Jakub auch von den zwei Tabletten (Tablette der Illusion hatte er sie genannt), die ihm Dr. Skreta damals, als er aus der Haft entlassen worden war, gegeben hatte, für den Fall, dass er sie mal bräuchte. - Es waren Tabletten mit Gift, also zum Selbstmord. Jakub zeigte sie Dr. Skreta, der meinte, jetzt könne er sie ihm ja wieder geben, Dr. Skreta und Jakub treffen sich, dabei ist auch der Apotheker.

Sie hatten ausgemacht, ein weiteres Konzert in dem Badestädtchen zu veranstalten, damit Klima einen Grund hat, nochmal zu kommen. Also sie werden selbst Musik machen: der Apotheker am Klavier, der Doktor am Schlagzeug und Klima an der Trompete.
Klima hat mit Rosa ausgemacht, sich hinter der Bühne zu treffen, nach dem Konzert. In dieser Nacht hat sich Olga vorgenommen, ihren Ziehvater Jakub zu verführen.

Jakub konnte Rosa nicht leiden, weil sie Hundefängern hilft, dachte er zumindest. Und als er zufällig in einem Lokal, wo Rosa gesessen hatte, ein Tablettenröhrchen mit hellblauen Tabletten sah, ging er hin, fügte seine zwei hellblauen Tabletten auch dazu. Darauf steht 3x täglich. Da kommt rosa zurück, holt sich ihr vergessenes Tablettenröhrchen. Als er es ihr nicht geben will, entreißt sie es ihm und verschwindet.

Die Frau von Klima ist auch im Städtchen angekommen, trifft aber unterwegs in einer Gartenwirtschaft die drei Filmleute, die vorher im Kurbad gefilmt hatten, und trinkt mit ihnen. Da kommt auch Rosa dazu. Und als die immer anzüglicher werden, kommt Bertlef, "rettet" Rosa und sie verschwinden. Sie verleben eine rauschende Liebesnacht.
Franta, der Freund von Rosa, ist glühend eifersüchtig, und beobachtet Klima. In dieser Nacht sieht er aber Klima alleine.

Aber er harrt vor dem Badehaus aus, wo er weiß, dass sie um sechs Uhr immer zum Dienst kommt. Und sie kommt pünktlich. Sie hat um 9 Uhr diesen Termin, wo sie zusammen mit Klima vor die Abtreibungskommission treten muss. Sie nehmen den Termin wahr, sie bekommt den Termin zur Abtreibung, und sie geht wieder zurück zur Arbeit. -
Franta hatte das alles beobachtet, hatte gesehen wo sie war, stürmt in die Bäderabteilung, mitten unter den ganzen nackten Frauen schreit er herum, dass er als Vater es nicht zulasse, dass sein Kind abgetrieben wird.

Rosa ist total erschrocken, nicht weil sie nicht genau wüsste, dass vermutlich Franta der wirkliche Vater ist, sondern weil die anderen das mitbekommen. Und sie greift zu dem Tablettenröhrchen mit ihren Beruhigungspillen. Schluckt zwei. Gleich darauf fällt sie um und ist tot.

Jakub indessen, nichts ahnend vom Tod von Rosa durch seine Tabletten, weil er sich ja zurechtgereimt hatte, dass das keine richtigen Gifttabletten gewesen sein können, sondern nur eben eine Illusion, ist im Begriff, gutgelaunt seine Heimat zu verlassen.

 

 

Daten zum Buch:

241 Seiten

erschienen 1973 bei Kundera, in Tschechisch im Carl-Hanser-Verlag 1989, in deutscher Übersetzung

"Milan Kundera wurde am 1.4.1929 in Brno (Brünn, Tschechien) geboren. Sein Vater, Ludvík Kundera (1891-1971), war Musikwissenschaftler und Rektor der Musik-Hochschule in Brünn.

Bereits als Gymnasiast schrieb Milan Kundera erste Gedichte.

Nach dem Krieg schlug er sich als Arbeiter und Jazzmusiker durch, bevor er ein Studium aufnahm. Er studierte Musik, Filmwissenschaften und Literatur an der Prager Karls-Universität.

Nach seinem Studium wurde er zuerst Assistent und dann Professor an der Filmfakultät der Prager Akademie für Musik und Dramatik.

Er veröffentlichte Gedichte, Essays und Theaterstücke.

Gleichzeitig war er Redaktionsmitglied bei den Literaturzeitschriften >Literarni noviny< und >Listy<" (seiner Webseite (www.kundera.de) entnommen

Kundera hat in unverwechselbarer Art diesen Roman gestaltet.

Zunächst ist da der Trompeter Klima, mit seinen ausgeklügelten Tricks, Rosa zur Abtreibung zu überreden; demgegenüber Rosa, die gar nicht sicher sein kann, dass überhaupt Klima der Vater des ungeborenen Kindes ist. Es ist nämlich fast sicher ihr junger Freund, Franta, der sie mit glühender Eifersucht verfolgt. Rosa hat sich den berühmten Trompeter Klima einfach als Vater für ihr Kind ausgesucht, ignorierend, dass er es nur sein "könnte"; sie hat ein einziges Mal mit ihm eine Nacht verbracht.

Er flechtet auch das amüsant erscheinende Ansinnen des fünfzigjährigen Dr. Skreta, sich von Bertlef adoptieren zu lassen, ein. Da Bertlef ein reicher amerikanischer Geschäftsmann ist, käme Dr. Skreta dann auch zu einem amerikanischen Pass und könnte auch in der Welt herumreisen. Der fünfzigjährige Bertlev willigt ein, darauf hinweisend, dass seine zwanzig Jahre jüngere Frau dann die Adoptivmutter von Dr. Skreta werden würde.

Da ist die Geschichte des Dr. Skreta. Als Chefarzt der gynäkologischen Klinik behandelt er die Frauen, die wegen Unfruchtbarkeit im Kurbad verweilen und sich einer Behandlung bei ihm unterziehen. Da sie nicht in Betracht ziehen, dass auch ihre Männer der Grund für die Kinderlosigkeit sein könnten, aber der Arzt das ganz richtig vermutet, hält er immer einen Vorrat seines eigenen Spermas bereit, das er den jeweiligen Frauen einspritzt. - Und sehr häufig werden die Frauen dann wirklich schwanger. Gewissensbisse hat Dr. Skreta nicht. Jakub bekommt das mit, der Arzt hat es ihm erzählt, und es wundert nicht, dass Jakub, wenn er unterwegs einer Kinderschar begegnet, ein Teil davon die Gesichtszüge von Dr. Skreta trägt. Da dieser eine ausgeprägte, unverwechselbar Nase hat, fällt das deutlich ins Auge, besonders wenn der Betrachter das weiß.

Der Tod von Rosa, eigentlich ein Mord, wenn auch ein unbeabsichtigter, wird nicht lange untersucht, er wird lapidar und ohne große Untersuchungen als Selbstmord deklariert, der Fall wird abgeschlossen.

Diese Geschichte, tragisch aber nicht sehr außergewöhnlich, gewinnt alleine durch die Gestaltung der unterschiedlichen Charaktere, die Kundera diffizil und farbenfroh sprachlich zu gestalten weiß. Mit viel Ironie und Humor gewürzt schildert er die Gedanken, Überlegungen und die darauf folgenden Handlungen.