Hanna Lemke
Gesichertes

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Inhalt
Ein kleines Büchlein, schnell zu lesen, leicht zu lesen, aufgeteilt in 18 Episoden.

Jede für sich, jede ein Bruchstück aus der ‚Szene'. Ich nenne sie Episoden, Kurzgeschichten passen m.E. nicht so richtig.
Ich möchte jetzt nicht diese 18 Überschriften dieser Episoden aufzählen, sondern mich mehr allgemein äußern.
Es werden immer Situationen geschildert, wo junge Leute die Protagonisten sind. Mal zwei, mal auch drei oder vier. Es geht immer um kurze Szenenbeschreibungen, die mit einem Dialog beginnen, gedanklich oder verbal geäußert.
Daraus kann der Leser entnehmen, wie die Stimmung ist, wo sie sich befinden, um was es geht. Es geht eigentlich nie um etwas Bestimmtes. Vage die Personen, vage die Zeiten, vage selbst die Aufenthaltsorte, die häufig wechseln.
Bei der dritten Episode (Gesichertes), die dem Büchlein dann den Namen gab, gibt es einen Satz, wo ein Protagonist eben sich darüber äußert, was seine Eltern meinen, weil er immer noch nichts Festes arbeitet, also kein ‚gesichertes' hat.
Das ist aber bei fast allen Episoden so, es sind immer jüngere Leute, so um die 20, die planlos ihr Leben verbringen, abends ebenso planlos bestimmte Kneipen aufsuchen, ebenso planlos Leute treffen, sich aber selten verabreden.
Beziehungen gibt es kaum, sie sind alle lose, unbestimmt. Alle Menschen scheinen auf der Suche zu sein, wissen aber nicht, wo und wie sie suchen sollen/wollen. -
Da ist z.B. einer, der immer an Rande einer mehr losen Clique ist, der nur beobachtet. Geduldet von den anderen, mehr nicht, unauffallend.
Eben auch hier: alles schwebt mehr oder weniger, Aktionen sind meistens planlos, lustlos. Grüppchen werden zwar gebildet, aber die auch nur vage, immer wieder wechselnd in ihrer Zusammensetzung. Keine der Episoden hat ein Ende, ein Ergebnis, alles bleibt wie es war, unbestimmt, unsicher.

 

 

 

 

Die Autorin:

Hanna Lemke, geboren 1981 in Wuppertal, studierte von 2002 bis 2006 am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Sie lebt in Berlin.

 

 

 

Buchdaten

Das Buch ist im Antje Kunstmann im März 2010 erschienen, gebundene Ausgabe, 192 Seiten,

ISBN-10:3-88897-642-1 - EAN:9783888976421

Abschließende Bemerkung
Mehr kann ich zum Inhalt gar nicht schreiben. Es ist nicht viel Inhalt.

Was die Autorin allerdings ausdrücken möchte, ist leicht zu durchschauen, bzw. zu reflektieren. Hat frau alle 18 Geschichten gelesen, ist Gelegenheit zum Nachdenken, und zwar über den Gesamteindruck, den alle Geschichten vermitteln. -

Nämlich: Unsicheres Leben, beziehungslos, dahintreibend, so entsteht der Eindruck über diese Leute, der Jugend grade entrückt, am Anfang des Lebens, aber schon mittendrin, aber immer noch keinen Weg gefunden haben, geschweige denn feste Beziehungen irgendwelcher Art eingehen wollten, oder nicht konnten.

Mir bot sich nach dem Lese ein trostloses Bild genau dieser Schicht, die - scheinbar - unsere Großstädte bevölkert.

Dennoch: ich denke es ist mehr ein Bild in einer Großstadt. Das mir persönlich fremd ist. Allerdings bin ich selbst weit über diesem Alter der Protagonisten hinaus.

Was aber hervorzuheben ist an diesem Büchlein und den Studien der Autorin ist, dass sie sehr genau beobachtet hat und mit diesen achtzehn Episoden ein Bild einer Gesellschaft aufzeigt, auch wenn sie mir direkt fremd ist, aber dennoch Realität zu sein scheint. In einer intensiven Darstellung, in kurzen Geschichten ausgedrückt, sehr viel aussagend.