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Von der Autorin hatte ich bereits ‚Alle meine Schwestern' gelesen
und wusste in etwa, was mich erwartet. Diese Autorin schreibt zwar
meistens über Liebesgeschichten, die anfangs ziemlich trivial erscheinen,
aber sie wählt immer einen oder mehrere interessante Hintergründe.
Allerdings gefällt mir der gewählte Titel dieses Buchs überhaupt
nicht. Es ist die Übersetzung eines englischen Liedtextes, der öfter
in einer Liebesgeschichte vorkommt. - Aber für mich ein Grund, einen
Punkt abzuziehen. Ich habe meinen Titel anders gewählt, der m.E.
viel besser gewesen wäre… "Menschen und ihre Schicksale während
des II. Weltkriegs" Mehr in meiner abschließenden Meinung.
Meine Zusammenfassung
Zu Beginn (1936) wird das Leben der beiden Mädchen Kay und Miranda
kurz umrissen, Kay bekommt eine Stellung als Gesellschafterin bei
Miranda, der Tochter eines sehr reichen russisch-stämmigen Vaters,
der in der ganzen Welt Geschäfte macht, und in jedem Land seine
Geschäftsverbindungen pflegt, und so ist der ganze Haushalt eigentlich
immer auf Reisen. Mal England, mal in Paris, mal in Deutschland,
eine direkte Heimat gibt's nicht. -
Miranda hat das große Los gezogen mit Kay, sie werden sehr gute
Freundinnen. Als sie mehrere Wochen in Paris weilen, lernen sie
einen Filmemacher, Olivier, kennen. Olivier und Miranda verlieben
sich, Kay deckt das Verhältnis, aber genau das wird ihr zum Verhängnis.
Als sie in Berlin sind, erfährt der strenge Vater Mirandas davon,
und entlässt Kay fristlos. Sie steht auf der Straße, und nicht nur
das, sondern auch ihre Ersparnisse sind weg, als sie nochmal zurückgeht
in das Haus, um nach ihren Ersparnissen zu suchen, ist die Familie
Mirandas bereits weiter gezogen, sie sieht ihre Freundin nicht mehr……
Kay findet dann in Berlin einen jungen Mann, Tom, der ihr behilflich
ist, und auch ihre Rückkehr nach England ermöglicht, er leiht ihr
Geld, begleitet sie, ihre Freundschaft wird eine jahrelange sein.
Miranda ist inzwischen mit ihrem Vater in allen möglichen Städten,
sie hat keinerlei Gelegenheit, Kay oder auch Olivier zu kontaktieren.
Als sie dann wieder mal in Paris sind, begegnet ihr zufällig Olivier……und
sie werden ein Liebespaar. Aber sie muss ja weiterziehen mit ihrem
Vater, und er findet immer wieder junge Männer, die er als Ehepartner
seiner Tochter gern hätte. - Sie lehnt aber alle ab. -
Sie wird schwer krank, magert ab, nimmt nicht mehr am Leben teil.
Und in dieser Situation begegnet ihr dann Friedrich von Kahlberg,
der seine Frau verloren hatte, der auch trauert, der ihr aber wieder
Lebensmut gibt. - Und, die beiden heiraten. -
Friedrichs Familie besitzt ein Gut in Ostpreußen, sie wohnen dann
dort in Ostpreußen in einem Schloss, alles ist eigentlich schön,
sie ist ja auch zufrieden. Aber ihre Liebe zu Olivier ist ja immer
noch da.
Als sie mal ihren Vater in Paris besucht, der schwer erkrankt ist,
trifft sie sich mit Olivier. Und diese Liebesgeschichte geht dann
sporadisch weiter, immer wenn es möglich ist, fährt sie nach Paris,
angeblich um ihren Vater zu besuchen, und trifft sich immer mit
Olivier.
Inzwischen ist von Kays Lebensweg in England zu erfahren, welche
Leute sie kennenlernt, u.a. auch eine sehr große Familie, und als
dann Tom, ihr kameradschaftlicher Freund, sich in eines dieser Töchter
dieser Familie verliebt, gibt's auch hier eine Liebesgeschichte.
Alle Verwandten, die Familien der anderen Töchter, ihrer Kinder,
wird geschildert.
Als dann die Deutschen den Krieg beginnen, es ist 1939, sie fallen
in Polen ein, ist die Angst noch nicht so sehr da, alle denken,
das wird bald erledigt sein, England ist noch nicht im Krieg. Aber
wie wir alle wissen, das war erst der Anfang.
Auch in Ostpreußen werden die Leute unruhig, fühlen sich aber noch
relativ sicher. Das ändert sich bald, der zweite Weltkrieg breitet
sich aus, immer mehr Staaten werden mit hineingezogen, die Schilderungen
des Kriegsverlaufs werden hier mal aus ostpreußischer/deutscher
Sicht erzählt, dann wieder aus englischer Sicht, wo Kay ihren Lebensraum
hat. Was an sich interessant ist.
Es sind auch diese ganzen Schlachten und Aktivitäten der Engländer
aufgeführt, die sich in Afrika abspielen, und bevor dann USA und
Frankreich und England sich gegen die Deutschen wenden, sind diese
vielen Einzelheiten aufgeführt. -
Es sind ja immer die jungen Männer beteiligt, hier wie da, die in
den Krieg ziehen müssen. Als dann die Russen die Oberhand gewinnen,
wir wissen ja alle, wie das ausging in diesem Winter in Stalingrad,
ist plötzlich Ostpreußen bedroht, was bedeutet, die Russen kommen
vom Osten her.
Miranda kann nicht mehr reisen, kann Olivier über Jahre nicht treffen,
hört und sieht nichts von ihm, weiß gar nicht wo er überhaupt ist.
Mirandas Mann, der Graf, ist auch unterwegs wegen des Kriegs, kann
aber häufig nachhause kommen. Ihre Ehe ist so, dass Rudolf natürlich
längst bemerkt hat, dass die Liebe Mirandas nicht ihm gilt. -
Aber als Miranda dann schwanger wird, scheint das eine Lösung zu
sein, und dieser Ehe eine Chance zu geben. Nur ist es eine sehr
schwere Geburt, und das Kind kommt tot zur Welt.
Miranda kann das kaum verkraften. Und als Rudolf dann sie direkt
anspricht, was mit ihr ist, wer ihre große Liebe ist, sagt sie ihm
klar, dass sie sich von ihm trennen will. - Und das lehnt er kategorisch
ab, er verbietet ihr, abzureisen. Was ohnehin während dieses Krieges
kaum möglich gewesen wäre.
Die Endphase des Romans beschäftigt sich dann ausführlich mit der
Flucht aus Ostpreußen, von der Autorin hervorragend recherchiert
und als Hintergrund für ihre Geschichte genutzt.
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Die Autorin
"Die Bestsellerautorin Judith Lennox, 1953 in Salisbury geboren,
wuchs in Hampshire auf.
Mit ihren mittlerweile 15 Büchern hat sie auf Deutsch
über zwei Millionen Leserinnen gewonnen. Immer wieder beschäftigt
sie sich darin mit den Kriegsjahren und den Herausforderungen, die
diese an ihre Figuren stellen.
Für ‚Das Herz der Nacht' recherchierte sie ausgiebig
an den Schauplätzen ihres Romans, unter anderem in Masuren, Warschau
und Berlin.
Judith Lennox liebt Gärtnern und ausgedehnte Wanderungen,
alte Häuser und historische Stätten.
Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge und Derbyshire;
die beiden sind Eltern dreier erwachsener Söhne.
Zuletzt erschienen von ihr ‚Der einzige Brief' und
‚Das Haus in den Wolken' " (Klappentext Rückseite)
Beschreibung des Verlags: "Als es die junge Kay ins Berlin der
30er-Jahre verschlägt, ahnt sie nicht, wie sehr dies ihr Leben verändern
wird. Vor der Kulisse der Kriegswirren in Europa erzählt Lennox
von der tiefen Freundschaft zweier Frauen, ihrer Suche nach Liebe
- und davon, wie man selbst in dunklen Zeiten Herz und Anstand bewahren
kann.
Als die mittellose Kay Garland 1936 als Gesellschafterin für die
16-jährige Emigrantentochter Miranda eingestellt wird, nimmt eine
wunderbare Freundschaft ihren Lauf. Doch als Miranda sich in den
charmanten Filmemacher Olivier verliebt, hilft Kay den beiden, sich
heimlich zu treffen ? und wird fristlos entlassen. Während Kay ohne
Geld und Arbeit nach London zurückkehrt und energisch versucht,
wieder Fuß zu fassen, lernt Miranda den ostpreußischen Grafen Friedrich
von Kahlberg kennen. An seiner Seite findet sie auf Gut Sommerfeld
in Masuren ein echtes Zuhause ? und kann doch Olivier nicht vergessen.
Erst in den Wirren der Nachkriegszeit gelingt es ihr, sich auf ihre
alte Liebe zu besinnen. Und auf ihre Freundschaft zu Kay, ohne die
sie nicht den Mut gehabt hätte, ihr Herz zu öffnen."
Buchdaten:
ISBN-10:3-86612-244-6 EAN:9783866122444 Erscheinungstermin: August
2009
Verlag: Pendo
Einband: gebunden
Sprache: Deutsch
Seiten: 560
Übersetzer: Mechtild Sandberg
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Meine
abschließende Meinung
Im Nachhinein doch ein sehr spannender Roman, mit sehr vielen Protagonisten,
Familien. Ob in England oder Ostpreußen, es sind zahlreiche Menschen
und Familien involviert, es gibt über alle eine Lebensgeschichte,
mal mehr mal weniger ausführlich. Die vielen Ehen, Liebschaften,
auch während den Ehen, sind Thema. - Aber immer plausibel nahe gebracht.
Auch
Kays Freund Tom in England erlebt eine unglückliche Liebe, sie verlässt
ihn und heiratet einen anderen, später trifft er sich aber wieder
mit ihr, sie haben ein rein sexuelles Verhältnis, wie es den Anschein
hat. Kay selbst hatte zwar einen Verehrer, Johnny, den sie auch
geliebt hat, aber auch das war nichts geworden.
Inzwischen
wurde England von den deutschen grausam bombardiert, besonders London
ist betroffen, es gibt zigtausende von Toten, zigtausende Ruinen,
Chaos überall.
Für mich war da schon interessant, wie das aus Sicht der Engländer
aussah, doch etwas anders, als wir Deutschen es übermittelt bekamen.
Vor allem die ganzen Zusammenhänge, mit diesen afrikanischen Staaten,
und auch Japan, Malta, bis hin zu Burma, wieso es dort überall zu
Kriegshandlungen kam. Es ist eine undurchsichtige Sache für mich
immer gewesen, in diesem Buch wird das ein bisschen besser verdeutlicht.
Die Autorin hat da wirklich sehr genau recherchiert und das wiedergegeben.
Besonders
interessant und auch sehr gut gelungen sind die Einzelheiten dieser
Paarungen, Ehen usw. während des Krieges. Wie tragisch diese Liebesgeschichten,
oft neben Ehen, waren. Keine der Frauen hat es sich leicht gemacht.
Oft sind diese Seitensprünge begleitet von Kriegserlebnissen, Kriegssituationen,
egal ob in Deutschland, England, oder anderswo.
Die
Spannung hält natürlich an bis zum Ende; ob sich die Protagonisten
irgendwann mal irgendwo wieder treffen, ob sich Liebende wieder
finden, was mit den Familien ist, aber vor allem auch, was mit den
Besitztümern, Häusern usw. geschieht.
Mit
den zahlreichen Liebesgeschichten, die zugegeben alle sehr interessant
geschildert werden, ist die Autorin m.E. einen Kompromiss eingegangen,
eine hochinteressante geschichtliche Vergangenheit als Hintergrund
für zahlreiche Liebesgeschichten, Schicksale zu nutzen. Wollte sie
damit diesen Roman ‚frauengerecht' präsentieren???????
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