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Das Buch
In Bollerup, einem Dorf an der Ostsee, heißen nur wenige Leute
anders als Feddersen. Um sich gelegentlich voneinander zu
unterscheiden, haben sich die Einwohner Zusatznamen gegeben: die
Kneifzange z.B., der Schinken-Peter, der Leuchtturm, der Dorsch oder
die Schildkröte. Man sieht, Bollerup hat seine Eigenheiten. Zu
ihnen gehört zweifellos auch der selbstgebraute Mirabellengeist.
Er produziert seltsame, krummwüchsige Gedanken, aber auch
erstaunliche Einfälle, er prägt sogar Charaktere. Und von
ihnen erzählt Siegfried Lenz in diesen zwölf Geschichten und
knüpft damit an seine berühmten Erzählungen aus Suleyken
an. <Lenz zeigt ein Dorf von heute. Dennoch zeichnet sich
Bollerup und dieses Dorf steht hier für das Landleben
schlechthin durch etwas aus, was man der Stadt in gleichem
Maße, so meint es jedenfalls Lenz, nicht nachsagen könne:
durch eine eigentümliche Erlebnisfähigkeit und eine
spezifische Art, auf Erlebtes zu reagieren &. Wahrscheinlich kann man
Bollerup ebenso wie Suleyken in keinem Atlas finden. Aber Bollerup
wird, ähnlich wie jenes masurische Dorf, einen festen Platz haben:
auf der Karte der Literatur> (Marcel Reich-Ranicki)
Ich habe dieses Buch erst am Freitagabend
bekommen. Wollte am Samstag eigentlich nur mal kurz reinlesen....und
hatte es am gleichen Tag bereits ausgelesen. - Liest man die erste
Geschichte, möchte man sofort auch alle nächsten lesen, usw.
usw., und kann es nicht mehr weglegen, bis man es ausgelesen hat.
Lenz hat eine unnachahmliche Art, Situationen und
Begebenheiten der Menschen darzustellen, mit hintergründigem
Humor, aber dennoch liebevollem *Annehmen* der Charaktere und
Verhaltensweisen in diesem oder jenem Landstrich, und versteht es
hervorragend, diese in Geschichten zu packen, und zwar so, dass sie
immer ein Schmunzeln hinterlassen.
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