Weißer Mohn

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Meine Zusammenfassung
Die Geschichte des Romans ist in verschiedene Zeiten und Ebenen angesiedelt.

Im zeitlich aktuellen Teil erhält Georg Fischer immer wieder Anrufe, wo sich niemand meldet. Er hat keine Ahnung, wer das sein könnte. Hofft aber immer, dass es seine Frau ist, die verreist ist.
Er führt mit seiner Frau eine mehr oder weniger offene Ehe, sie ist gerade außer Haus, und oft bleibt sie auch mehrere Tage, meldet sich dann aber und kommt auch nach einigen Tagen wieder zurück.
Als bei diesen Anrufen sich dann jemand meldet, stellt sich heraus, dass das Hauser ist. Er ist Fischer bekannt, aber auch seiner Frau, sie kannten sich früher recht gut während ihrer Schulzeit.

Im zeitlich rückblicken Teil wird dann bekannt , dass Hauser eine Schwester hatte, die Selbstmord beging. Hauser und seine Schwester waren ein Liebespaar, von der Außenwelt mehr oder weniger wahrgenommen oder auch nicht.

Und hier die erste Übereinstimmung mit dem Schriftsteller Georg Trakl. Auch Trakl hatte eine Schwester, mit ihr eine inzestuöse Beziehung, und auch sie beging Selbstmord.

Eines Tages kommt ein sehr dicker Brief, aus Japan, an seine Frau gerichtet, aber er öffnet ihn. Es sind Tagebuchblätter von Hauser. - Und es scheint, dass Hauser zu Georgs Frau irgendeine Beziehung hat. Welche bleibt nebulös.
Aus diesen Briefen wird bekannt: Hauser hält sich in USA auf, und taucht dort in die Halbwelt des Films, der Stars oder Möchtegern-Stars ein, erkennt wie man in diese Kreise kommt, wie das alles so läuft, hier Kontakte, dort Partys, ist das wichtigste. Und er knüpft eine telefonische Beziehung zu einer Frau an. Es gehen dutzende von Briefen von ihr ein, es finden zahlreiche Telefongespräche statt. Hauser ist wie besessen davon, bestimmte Telefonzellen zu betreten, bewertet sie mit guten und schlechten, je nach dem wie gut das jeweilige Gespräch war. – Er lebt in einer abgeschlossenen Phantasiewelt. Als er sich eines Tages mit dieser Frau trifft, sieht er, dass es keine Frau ist, sondern ein stark geschminkter Mann, so schön wie eine Frau, aber eben keine Frau. Er ist schockiert. –

Durch eine andere Verbindung wechselt er nun seinen Aufenthaltsort und zieht nach Japan. Und von dort aus schickt er dann vor seinem Tod seine Aufzeichnungen an Karla, Georgs Frau.

Am Ende besucht Georg das Grab Trakls in Tirol, legt eine Blume hin, Karla kehrt nicht zu ihm zurück. Hauptteil ist also die Geschichte von Hauser, als er in USA ist. Und hier wird eben alles geschildert, was er erlebt, wie das Leben und die Leute dort sind -

Hier sehe ich kaum einen Sinn zur Hauptgeschichte, wobei mir eigentlich eine Hauptgeschichte direkt fehlt. Und dass zum Schluss dann Georg zum Grab von Trakl geht und eine Blume niederlegt, und Karla nicht mehr zu ihm zurückkehrt, bleibt auch ziemlich unklar. Ich sehe die richtige Verbindung nicht.

 

 

 

 

"Clemens Lindner, geboren 1965 in Hall, lebt und arbeitet in Tirol und Tokyo.

Mehrere Literaturstipendien und -preise.

Mitarbeit an diversen Theaterproduktionen, Publikationen in Zeitschriften und Anthologien, Hörspiele, Tätigkeiten als Übersetzer."

Der ganze Roman zieht sich im letzten drittel sehr in die Länge, und ich fragte mich oft nach dem Sinn. Ich sah kaum Sinn. Nachdem ich dann doch immer weiterlas, und eigentlich auf irgendeinen Faden wartete, der mich motiviert, das Buch weiter zu lesen, kam dann nichts. -

Nur eben diese ewigen langen Schilderungen von Hauser in USA.
Und der Aufbau wie auch der gesamte Roman erscheint mir nicht so ganz ausgegoren, mehr ein Versuch, der nicht so ganz geglückt ist.

Aber es durchaus möglich, dass ich mit meiner Ansicht alleine da stehe, und dass jemand anderes daraus weitaus mehr lesen kann, als mir das gelungen ist.