Ron McLarty
Die unglaubliche Geschichte des Smithy Ide

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Von diesem Autor kannte ich schon das Buch "Weil ich dich nicht vergessen kann' - Und da ist mir schon die seltsame Sprache aufgefallen. - Bei diesem Buch ist es genau so. Der Autor lässt auch hier den Protagonisten in einer Slangsprache erzählen. Ist gewöhnungsbedürftig, aber leuchtet mir bei diesem Buch eher ein. Was mich natürlich (wieso eigentlich natürlich :) sofort interessiert hat war, dass er anfangs sehr schwergewichtig ist und während dieser unglaublichen Reise zu einer Normalfigur kam. - Das hatte er überhaupt nicht vor gehabt, das geschah automatisch. Aber mehr davon in meiner Abschlussbemerkung.

 

Meine Zusammenfassung
Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist innerhalb von ein paar Tagen seine Eltern verliert, sie hatten einen Verkehrsunfall und waren gestorben. -
Er, ein Junggeselle um 40, schwergewichtig, Bier und Schnaps trinkend, rauchend, übergewichtig, erfährt dann auch noch, dass seine Schwester tot ist und in Los Angeles im TK-Leichenhaus ist.

Ohne überhaupt lange zu überlegen, holt er sich sein uraltes Fahrrad aus dem Schuppen, und fährt einfach los. Ohne Gepäck, ohne irgendwas. Auch an Geld hatte er nicht gedacht, und bis auf die paar Dollars im Geldbeutel hat er nichts dabei.

Er fährt dann irgendwie Richtung L.A. - von Rhode Island aus!!!! Auch zu Essen hat er nichts dabei. Er hat dann mal eine Panne und bekommt von einem freundlichen Mann Hilfe, der ihm sein Rad repariert, und ihm Bananen, Äpfel und Wasser gibt. - Davon ernährt er sich dann. Stellt fest, dass Bananen sehr gut schmecken, immer wenn er Hunger hat, isst er eine, trinkt Wasser. An Rauchen denkt er nicht mehr. Von einem anderen Mann bekommt er dann ein Zelt, andere Kleider, seine waren inzwischen zerlumpt - und so fährt und fährt er.

Als er eines Tages an einem kleinen Fluss Station macht, bekommt er mit, dass ein kleiner Junge, der dort geangelt hatte, ins Wasser gefallen war und er rettet ihn, wird aber selbst verletzt bei dieser Aktion. Und zwar wurde er von hinzukommenden Polizisten zusammengeschlagen, die ihn für einen Verbrecher hielten. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich unter Obhut der Eltern des Jungen, die ihn mitnehmen, ihn versorgen usw. - Er bekommt ein ganz neues Fahrrad, weil sein altes nicht mehr zu reparieren war, neue Kleider, Radtaschen, Zelt und alles, er macht sich dann weiter auf die Reise.

Irgendwann trifft er auf eine Radfahrergruppe, dieser schließt er sich an, da sind dann Übernachtungen in Unterkünften und Essen dabei, zu einem Pauschalpreis. - Auch hier gibt es interessante Erlebnisse für ihn, was Frauen betrifft.

Geld hatte er inzwischen von einer Nachbarin seiner Eltern (Norma) geschickt bekommen, mit der er immer wieder telefonischen Kontakt hatte, er konnte das also bezahlen. - Von dieser Gruppe trennt er sich dann wieder. Mittlerweile brauchte er zum Anziehen alles neu, weil ihm einfach alles viel zu groß geworden war. -
Unbemerkt hatte er bis jetzt von seinem ursprünglichen Gewicht von ca. 140 kg 25 kg verloren. Er rauchte auch nicht mehr, Bier und sonstigen Alkohol hat er auch nicht mehr getrunken, nur Wasser, seine Hauptnahrung waren Bananen, Bananen…… - Ab und zu aß er aber schon mal normal, aber nicht häufig. -

Er kommt tatsächlich in L.A. an, und als er dort in einem Vorort sein Rad unbeaufsichtigt stehen lässt, weil er telefonieren will, wird es gestohlen. Aber er ist ja schon am Ziel, suchte jetzt nur noch das Leichenschauhaus. Wie es weiter geht, lasse ich mal offen, der Hauptstrang der Geschichte ist erzählt.

 

 

Der Autor:
Bevor Ron McLarty mit "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" international bekannt wurde, war er schon als Schauspieler erfolgreich. Seinen Durchbruch als Schriftsteller verdankt er einer hymnischen Rezension von Stephen King, der sein Talent als einer der Ersten entdeckte. Ron McLarty arbeitete als Schauspieler beim amerikanischen Fernsehen, widmete aber jede freie Minute seiner eigentlichen Leidenschaft: dem Schreiben. Bis er eines Tages einer Hörbuchverlegerin "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" zu lesen gab. Die war so begeistert, dass sie den Roman als Hörbuch produzierte - ohne dass es zuvor eine Buchfassung gegeben hätte. Das Hörbuch fiel Stephen King in die Hände, der daraufhin einen enthusiastischen Artikel in einer großen amerikanischen Zeitschrift schrieb mit dem Titel: "Das beste Buch, das Sie nicht lesen können" - und damit den Startschuss für die Buchveröffentlichung und eine der unglaublichsten literarischen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre gab.

Klappentext:
" Smithson Ide ist ein liebenswerter, freundlicher Mensch, aber im Leben hat er es nicht weit gebracht. Die Tage verbringt er als Produktionsinspektor in einer Spielwarenfabrik, abends sitzt er einsam vor dem Fernseher und trinkt viel zu viel Bier. Freunde hat er keine, erst recht keine Freundin, denn als übergewichtiger 43-jähriger Kettenraucher ist er nicht gerade der Typ Mann, nach dem sich die Frauen umdrehen. Dann verliert Smithy mit einem Schlag alles, woran sein Herz hängt: Seine Eltern verunglücken tödlich mit dem Auto, und fast gleichzeitig stirbt seine Schwester in Los Angeles. Einer plötzlichen Eingebung folgend, setzt sich Smithy auf sein altes, klappriges Fahrrad und fährt los: von Rhode Island nach L.A., quer durch Amerika. Auf seiner langen Reise lässt er in Gedanken sein Leben Revue passieren, lernt die Menschen von ihren besten und schlechtesten Seiten kennen ¿ und verwandelt sich ganz nebenbei in den Mann, der er immer hatte sein wollen."

Buchdaten:
ISBN-10:3-442-30104-1 EAN:9783442301041 Erscheinungstermin: Februar 2006
Verlag:Goldmann
Einband: gebunden Sprache:Deutsch
Übersetzer: Rainer Schmidt Seiten:416

Meine abschließende Bemerkung
Zunächst, wie schon oben erwähnt, gefiel mir die Sprache überhaupt nicht; eine Slangsprache eines ungebildeten, sehr einfachen Mannes. Der kaum Kommunikation mit anderen Menschen gehabt hatte. Der Autor ließ ihn so denken und reden, wie es Leute wie der Protagonist vermutlich tun.
Der größte Bestandteil des Romans sind eigentlich die Gedanken, die Smithson während seiner ganzen Reise hatte, die sein ganzes bisheriges Leben betreffen, angefangen von seiner Kindheit. Da sind zunächst seine Eltern und seine Schwester, Bethany. Sie ist jünger als er, und hat eine seltsame Krankheit, sie verschwindet einfach immer wieder, und das Leben der Familie ist bestimmt von Suchaktionen, weil sie mal wieder verschwunden ist. Sie ist eigentlich geistig behindert, aber manchmal ganz normal. Wie diese Krankheit heißt, weiß ich nicht.
Smithson (Smithy) liebt seine Schwester abgöttisch; sie ist wunderschön, lieb, wenn sie grade nicht spinnt. In einer guten Phase lernt sie einen jungen Mann kennen, und sie heiratet sogar, zieht mit ihm in eine eigene Wohnung, für einige Zeit ist sie ganz normal. Bis eines Tages sich der junge Ehemann meldet, sie ist wieder verschwunden. - Und wieder geht die Suche los. - - Was sie über die ganzen Jahre dann getan hat, wo sie war, das erfahren die Eltern und Smithy nie, eben bis zum dem Zeitpunkt, kurz vor dem Unfall der Eltern, der Vater eine Nachricht bekommen hatte, Bethany wäre tot, in einem Leichenschauhaus in L.A. aufgebahrt. -
Dazu war es gekommen, weil der Vater jahrelang die Unterlagen des Zahnarztes von Bethany überall hin versandt hatte, damit Leichen, die gefunden wurden irgendwo, evtl. Bethany zugeordnet werden konnten. - Und das war jetzt der Fall gewesen. Smithy hatte diesen Brief aus L.A. nach dem Tod der Eltern bei den Unterlagen des Vaters gefunden.

Ein weiterer Bestandteil ist dann auch die Nachbarfamilie, wo ein kleines Mädchen, Norma, das sich damals immer an Smithy und seine Schwester gehängt hatte, meistens unerwünscht, sie war jünger als Bethany und Smithy, einen Unfall hatte und danach nur noch im Rollstuhl zu sehen war. -
Und diese Norma ist es, die Smithy dann auf seiner Reise immer mal wieder anruft. Bei diesen Telefonaten gesteht ihm Norma ihre Liebe. - Er macht sich Vorwürfe, weil er sich nie mehr um Norma gekümmert hatte, auch später all die Jahre nicht, wo sie hinter dem Fenster im Haus ihrer Eltern zu sehen war, und nicht mehr am Nachbarschaftsleben teilnahm. -
Die Geschichte dieser Norma ist dann auch Thema. Teile dieser Geschichten werden dann in einer normalen Sprache geschrieben, aber die Gedanken selbst und das was Smithy spricht, immer wieder im Slang. -

Insgesamt erfähjrt Smithy eine wahnsinnige Wandlung während dieser Tausende von Kilometern langen Reise.
Nicht nur, dass er einfach so immer mehr an Gewicht verliert, nicht mehr trinkt, nicht mehr raucht, sondern vor allem auch seine Erlebnisse, seine Gedanken bewirken ein anderes Denken bei ihm.

Sein Leben wird nie mehr sein, wie es vorher war. Es wird reicher, schöner sein, aber das war ein langer Weg und das Ende möchte ich ja nicht bekannt geben.

Nach Gewöhnung der Sprache las sich dieses Buch sehr angenehm, sehr spannend, sehr informativ was die durchreisten Länder in USA betrifft, vor allem aber auch, welche viele Arten von Menschen es gab, und immer wieder solche, die sehr hilfsbereit waren. Das hinterließ ein positives Gefühl bei mir, und ich schlug immer wieder gerne das Buch auf, um es weiter und zu Ende zu lesen.