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Meine Zusammenfassung
Wie in der Kurzbeschreibung bereits zu lesen, beginnt die Geschichte
damit, dass ein junger Mann erschossen wird. Vorangestellt ist ein
Kapitel, wo zwei Polizisten auf Streife unterwegs sind. - Ihre Sprache.
Wortfetzen, ebenso die Schilderung ihrer Überprüfungen…. entspricht
eher einem Drehbuchtext…. Ich möchte zunächst einige Textstellen
zitieren, damit in etwa zu verstehen ist, was ich aussagen möchte,
Gesprächsfetzen einiger junger Männer:
"……Dap? Pff….. Nigger ist zu faul. ich meine der könnte die Lemlichs
schmeißen, wenn er wollte jedenfalls, die machen sich ja alle vor
ihm ins Hemd, also, wenn er sich ins Zeug legen würde, okay? Aber
Scheiße, der will nur so pillepalle wie möglich an die Kohle. Ran
an die Ecke. - yo, Shorty, dealst du? Hundert die Woche . Einsammeln,
zurück zu Shyannes Bude, Hirn rauspaffen, Glotze. Das ist kein Leben.
- Mal zehn Ecken? - Tristan kriegte bloß 25, 30 Dollar pro Lieferung
für Smoov, und Smoov haute ihn nur an, wenn sonst keiner da war.
- - Weit offen…. - Little Dap schüttelt den Kopf, als handelte es
sich um eine Tragödie. - Und jetzt? Machst du drüben den King, oder
was? --- Bin ich bescheuert? Und dann in irgendeinem unterirdischen
Supermax landen? Alter Knochen hier aus dem Kiez hat erzählt, in
so einem Bau wirst du in einem Jahr zehn Jahre älter, und die armen
Schweine liegen rund um die Uhr da und träumen, wie sie sich am
besten umbringen. - - Echt - Da geh ich doch lieber wieder zur Gladiatorenschule.
- Echt -…….."
Zunächst wird Eric Cash festgenommen. Er war als einziger in der
Nähe, macht unlogische Angaben… Die Vernehmung dann, ebenso in Slang….auch
wieder eher einem Drehbuchtext zuzuordnen…. Die Polizeiarbeit wird
beschrieben, und die Polizisten reden genauso wie ihr Klientel…..das
ist keine Sprache, das ist Slang pur. Sie untersuchen dann akribisch
viele Leute, die was gesehen haben müssen. Viele Geschichten gescheiterter
Existenzen kommen da in den Focus. Besonderes Augenmerk wird hier
auf die Eltern des Ermordeten gerichtet. Ein total verwirrtes Paar,
deren Verhaltensweisen makaber sind. Und ein weiteres Kapitel über
diesen Chef dieses großen Lokals, wo Cash arbeitet, gibt Einblicke
in dessen Karriere….. Interessant hier, das möchte ich mal zitieren,
wie das so zugeht mit den Trinkgeldern, den Abrechnungen, in diesem
Etablissement….. Eric Cash erzählt:
"….Oberkellner, Hostessen und Kellner verdienten einen ganzen Punkt
pro Stunde, Jobs mit geringerem Status von einem Dreiviertel bis
zu einem Viertelpunkt. Gestern Abend hatte das Restaurant 2.400
$ Trinkgeld eingenommen, was durch 77, die Gesamtpunktzahl aller
im Saal Beschäftigten, einen Punktwert von 31,16 $ ergab. Ein Kellner
bekam also nach einer Acht-Stunden-Schicht 31,16$ mal acht volle
Punkte, machte 249,28$; einem Abräumer, der einen Drittelpunkt bekam,
standen für dieselbe Zeit rund 83$ zu. - - - Jedoch, jedoch….Wenn
Eric sich ‚verrechnete' und den Punktwert nicht auf 31,16$, sondern
auf, sagen wir, 29,60$ festsetzte (keiner prüfte das je nach), dann
nahm derselbe Kellner nur 286,80$ und der Abräumer 78,93$ mit nach
Hause und ‚Eric sackte noch mal 13$ 4$ ein mal zehn Kellner, sieben
Abräumer und alle weiteren Beteiligten so dass Eric jede Woche mit
einigen hundert extra zur Tür hinausspazierte. - Um nicht erwischt
zu werden, brauchte es Selbstbeherrschung, das war der Schlüssel……"
Eric erhöhte dann in dieser beschriebenen Zeit der Geschichte
seinen Anteil auf das mehrfache, immer hoffend, dass nichts herauskommt.
Nachdem Eric Cash zunächst festgenommen worden war, musste er dann
aber freigelassen werden. Viele Zeugen bestätigten seine Angaben…..
Die Geschichte kommt auch nach und nach - mit zahlreichen Nebengeschichten
über wirklich kaputte Existenzen - der Lösung näher.
Und was erfreulich ist, die Sprache wird plötzlich ‚normal'. -
Ganz besonders in den Focus rückt der Vater des ermordeten jungen
Mannes, auch dessen Frau und die Tochter. Er gibt einfach keine
Ruhe, forscht auf seine eigene Art und Weise, mischt sich immer
ein.
Bei der riesigen Begräbnisfeier, bzw. einer Veranstaltung zum Tode
von dem Ermordeten, sind hunderte von Leuten anwesend. Es werden
Reden gehalten…. Es geht zu wie in einer Show. Für uns total ungewöhnlich,
scheint amerikanische Art zu sein….
Dazwischen dann immer wieder die Polizeiarbeit des Kommissars
und seiner Kollegin, Yolanda…. - Es gibt dutzende von Fällen, denen
nachgegangen wird, immer wieder werden Verbindungen gesucht. - Der
Polizeichef will allerdings diesen ungeklärten Fall zu den Akten
legen, was diese beiden Polizisten aber auf keinen Fall wollen.
-
Es wurde eine hohe Belohnung (20.000 $) für die Ergreifung des Täters
ausgesetzt, und der Vater des ermordeten erhöht diese Summe um nochmal
den selben Betrag. -
Der Autor beleuchtet zahlreiche Charaktere, sehr viele Wohnsituationen,
Lebensbereiche sehr unterschiedlicher Menschen in diesem Bezirk
in New York. Und so ganz nebenbei wird immer wieder geschildert,
wie ein junger Mann (Tristan) lebt, bei seinem Exstiefvater, einem
gewalttätigen Säufer, mit kleinen Geschwistern und seiner Mutter.
Er schreibt Gedichte, oder so was ähnliches, Inhalt immer makaber,
merkwürdig…….
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Der Autor
"Richard Price wurde 1949 in der Bronx geboren. Bisher hat er acht
Romane veröffentlicht, zuletzt erschien "Cash", ein Spiegelbestseller
und Platz 1 der Krimiwelt-Bestenliste.
Price verfasste zahlreiche Drehbücher für Filme
von und mit Martin Scorsese, Al Pacino und Paul Newman. 2007 gewann
Price den Edgar Award für seine Arbeit an der hoch gelobten TV-Serie
"The Wire", für die er monatelang bei der Polizei recherchierte.
Er lebt in New York.
Miriam Mandelkow: (Die Übersetzerin)
Miriam Mandelkow, 1963 in Amsterdam geboren, arbeitet als Lektorin
und Übersetzerin. Sie lebt in Hamburg und in Arkadien, Griechenland."
Klappentext:
"Drei Männer werden nachts in der Lower East Side von zwei dunkelhäutigen
Jugendlichen überfallen. Einer der drei wird erschossen, die Täter
fliehen. Der Hauptzeuge, Eric, verstrickt sich bei der Polizei immer
tiefer in Widersprüche. Detective Matty Clark kommen jedoch bald
Zweifel an seiner Schuld. Richard Price lässt in seinem in den USA
hymnisch gefeierten Bestseller die Fassade des strahlenden, neuen
New Yorks bröckeln und zeigt die dahinter liegenden Risse, die unter
dem Glamour verborgene Macht und Gewalt. "Nicht heute Nacht" ist
ein Röntgenblick auf die Lower East Side, ein großer Roman von einem
meisterhaften Gegenwartschronisten"
Buchdaten:
ISBN-10:3-10-060810-0 EAN:9783100608109 Erscheinungstermin:21.05.2010
Verlag: S. Fischer Verlag Einband:gebunden
Sprache:Deutsch
Auflage:4. Auflage
Seiten:521
Übersetzer: Miriam Mandelkow
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Meine
abschließende Meinung
Nach den ersten Seiten habe ich weiter gelesen, obwohl ich das schon
merkwürdig fand. - - . Ich wollte doch wissen, was die Kritiker
zu ihrer Meinung zu dieser Arbeit eines ‚meisterhaften Gegenwartschronisten'
verleitete…..-----
Im
gesamten habe ich nach der Hälfte Lesen gezaudert, ob ich mir das
antue, dieses ‚Werk' fertig zu lesen. Gut, ich bin sehr geduldig,
habe tatsächlich weiter gelesen. Aber immer mit Schaudern über die
Sprache, die verwendet wird. Die ist ja nicht nur bei den Leuten
dort - sondern ebenso auch bei den ganzen Polizisten angewendet.
Das
ändert sich erst etwa im letzten Drittel des Buchs. Die Dialoge
sind zwar immer noch sehr flapsig, aber zumindest der Inhalt ansonsten
ist in normaler, verständlicher, wenn auch wenig anspruchsvoller
Sprache zu lesen.
Und
was dann auch immer stärker hervortritt, ist die psychologische
Deutung vieler einzelner, aber auch die Gruppenstrukturen in diesem
Sumpf in NewYork.
Alles in allem total verwirrend, da werden Polizisten geschildert,
uniformierte, die sich nicht anders benehmen als diese Kriminellen
oder Kleinkriminellen in dieser Gegend. Verschiedene Gangs, die
Wohnsituation und das alles.
Was
dem Autor ganz gut gelingt ist die Legung einer Fährte zu diesem
Cash - ist ja auch der Titel des Buchs. Warum der Autor diesen Titel
gewählt hat, wird klarer, wenn gegen Ende des Buchs Eric Cash wieder
in den Vordergrund rückt.
Insgesamt
hat mich das Lesen dieses Buchs nicht befriedigt. Der für mich unakzeptable
Anfang, diese Längen in der Mitte, und eben diese ganze Thematik,
wo es um Leute und Menschen in einem der schlimmsten Gegenden von
NewYork geht. Das ganze Buch liest sich eigentlich mehr wie ein
Drehbuch, und sicher wird es mal verfilmt. Nur ich werde den Film
höchstens deshalb ansehen, weil ich neugierig bin, und das Buch
gelesen habe.
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