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Mein Vorwort beginnt mit dem Nachwort des Autors:
"Bis vor ein paar Jahren wäre ich nicht im Traum auf die Idee gekommen,
dass die Geschichte des Terrorismus in Deutschland eine andere sein
könnte als die, die ich aus den Geschichtsbüchern und den Medien
kannte.
Das änderte sich, als mich ein befreundeter Drehbuchautor im Herbst
2005 auf das Thema GLADIO hinwies…." Er beschaffte sich einige Bücher
über dieses Thema, er wollte mehr über das Verhältnis von Geheimdiensten
und Terrorismus während des Kalten Krieges - bis heute erfahren.
Er hat es erfahren, viel recherchiert, und das ist sein Buch. Es
ist zwar ein Thriller, ABER: die wichtigsten Sachen sind nicht
erfunden!! - Namen teilweise geändert, einige aber nicht. Und
schon hier möchte ich auf seine Webseite (s.o.) hinweisen, wo der
letzte Blogeintrag des spurlos verschwundenen. Protagonisten Marc
Burth zu lesen ist.
Was war geschehen?
Zwei Polizisten sind am 4. Juni 2010 unterwegs im Arroscia-Tal.
Da kommt plötzlich ein Audi 6 mit deutschem Kennzeichen entgegen,
auf dem Mittelstreifen, in hohem Tempo, Fabrizio muss ausweichen,
und als er seinem vorgesetzten Kollegen vorschlägt, die Verfolgung
aufzunehmen und diesen Raser zu stellen, lehnt der ab Später stellt
sich heraus, dass dieser Audi A6 mit einem Freudenstadter Kennzeichen,
mit einer Sicherheitsfirma, der ‚Telos Security Services' etwas
zu tun hat.
Jetzt ist ein Zeitsprung, und wie über das ganze Buch, gegen diese
beiden Geschichten aufeinander zu. Ein Teil spielt ab diesem 4.
Juni, die andere beginnt am 28.Januar 2010. Die Geschichte beginnt
ganz idyllisch, ein Ehepaar Marc und Conny, ist mit der kleinen
5-jährigen Tochter Anna an der ligurischen Küste unterwegs, ihr
Ziel ist Lenzari. Das Durchfahren des Arroscia-Tals war bedrückend,
beengend, dunkel. Die Ortsbeschreibung ist - wie überhaupt im ganzen
Buch -hervorragend, als ob ein Film erklärt würde -.
Sie beziehen dann das Haus, von einem befreundeten Paar zur Verfügung
gestellt für diesen Urlaub.
Und schon am ersten Tag stellt Marc fest, dass in einem Haus, auf
der anderen Straßenseite, das verwahrlost aussieht, irgend etwas
sein muss, er hört Stöhnen….dem er nachgehen will. - Kurz und schnell
gesagt: es ist ein Mann, verletzt, er war scheinbar schwer verprügelt
worden, der an der Haustür liegt. - - Es stellt sich später heraus,
es ist ein Marokkaner, mit Fußfesseln, der auf Bewährung hier in
diesem Haus untergebracht ist…. - dazu folgendes: In Italien werden
viele Inhaftierte in diesen abgelegenen Dörfern, in verfallenen
Häusern untergebracht, mangels Gefängnisplätzen…..
Ich kann und möchte jetzt diese Geschichte gar nicht weiter ausbreiten.
Nur so viel: Von Kapitel zu Kapitel, ob jetzt von Januar bis Juni,
oder von diesen letzten Tagen im Juni, wird die Story makaberer,
grauenhafter, blutiger. Es treten zahlreiche Protagonisten auf den
Plan. Es geht um einige Bewohner des Ortes, um einige Polizisten,
ganz am Ende betritt eine junge Frau die Szene, die zufällig Zeugin
in einem Krankenhaus wird, wie ein kleines Mädchen (Anna) von einem
Mann verfolgt wird….
Aber: es sind zahlreiche Schauplätze Thema, ob es um das Attentat
Oktoberfest München 1980 geht, oder um einen Vorfall im Irak,
um die G8-Aktionen in Genua damals…… - und alle Personen
die eine Rolle spielen, haben dort wie hier ihren Part.
Interessant ist auch der E-Mail-Verkehr zwischen Marc Burth und
Martin Maurer, dem Autor, die alle eingefügt sind. Im Verlauf der
Geschichte gibt es zahlreiche, grauenhafte Morde. Allen Leichen
fehlt der linke Fuß und die rechte Hand, oder die linke Hand und
der rechte Fuß.
Seltsame Verbindungen werden von Marc festgestellt, der auch mit
einer Kamera arbeitet, einige hochbrisante Filme und Aufnahmen herstellt.
Nach sehr aufwendig geschilderten Verfolgungsjagden, Leichen, selbst
viele Hunde zählen zu den Ermordeten, aber auch nach einigen kurzen
Reisen von Marc nach Berlin, wo es ebenfalls merkwürdige, makabere
Zusammentreffen gibt, bleiben am Ende Marc und Conny verschwunden.
Es gibt kein Lebenszeichen mehr von ihnen.
- Anna, die kleine Tochter, die deshalb entführt und verfolgt wurde,
weil sie als letztes Zeichen von ihrem Vater dessen Foto-Handy hatte,
und genau auf diesem ein Film und Fotos sind, die er in Berlin bei
einem Zusammentreffen heimlich gemacht hatte.
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Kurzbeschreibung/Klappentext:
"Der Kameramann Marc Burth fährt mit seiner Familie in ein italienisches
Bergdorf. Schon bald beunruhigen ihn merkwürdige Vorkommnisse. Eines
Nachts findet er im Nachbarhaus einen Marokkaner, fast totgeprügelt
- nach Aussage des Opfers von Polizisten. Marc ist seine einzige
Hoffnung.
Er recherchiert und kann nicht fassen, worauf er stößt: ein staatliches
Terrornetzwerk, in das auch deutsche Politiker involviert sind.
Von der RAF bis zu NATO-Geheimarmeen während des Kalten Krieges,
der Staat scheint sich mit Terroristen verbündet zu haben. Und möglicherweise
tut er das noch immer - auch dort oben, auf dem Berg, wo Marc und
seine Familie plötzlich nicht mehr sicher sind ...
Martin Maurers hochbrisanter Thriller nimmt uns das Vertrauen darauf,
in Sicherheit zu leben; beschützt durch die Polizei, die Institutionen
des Staates.
Doch was, wenn dieser Staat gegen seine eigenen Werte verstößt?
>Terror< beschreibt die grausamen Folgen mit überwältigender Spannung.
Die politischen Fakten zum Buch finden sich auf dem Blog www.prenzlauerberger.wordpress.com"
Der Autor:
Martin Maurer wurde 1968 in Konstanz am Bodensee
geboren.
Er studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Hochschule
für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg und arbeitet als Drehbuchautor.
Er lebt in Berlin und Italien. ‚Terror' ist sein
erster Roman.
Buchdaten:
ISBN-10:3-8321-9616-1 EAN:9783832196165 Erscheinungstermin:05.01.2011
Verlag:DuMont Buchverlag Einband:gebunden
Sprache:Deutsch
Seiten:380
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Mein
Fazit
Dachte ich am Anfang noch, es geht nur um einen Thriller, der eben
super aufgemacht ist, hervorragend versteht Stimmungen darzustellen,
zu beschreiben, wurde das von Kapitel zu Kapitel makaberer. Weil
es eben nicht um frei erfundene Zusammenhänge und Terroranschläge
geht, sondern um solche, die wirklich stattgefunden hatten, und
dessen Aufklärung immer irgendwie verschwommen blieb.
Dazu
passt - wie gerufen - die momentane Situation mit den rechtsradikalen
Terroranschlägen hier in Deutschland, die im Moment die Medien groß
beschreiben. - Und jeden Tag kommen neue ‚geheime' Zusammenhänge,
z.b. mit BND auf den Plan. - Und bei jeder Neuigkeit fallen mir
Einzelheiten aus diesem Roman ein. - Alles passt!!!!
Im Roman ist z.b. die Rede von einem Verteidigungsminister, der
sich mit einem der rechtsradikalen Szene, bzw. einer angeblichen
Sicherheitsfirma, die im Auftrag der Rechtsradikalen arbeitet, trifft.
- Marc hat ein Foto bei seinen Recherchen gefunden, wo genau diese
zwei Männer zu sehen sind.!!!! Und zwar schon vor einigen Jahren,
also nach 1980, aber auch in den späteren Jahren gibt es Hinweise,
dass diese beiden Männer sich getroffen haben.
Eine interessante Stelle im Buch, Marc telefonierte regelmäßig mit
Klaus in Berlin, einem Kollegen, es geht um das Oktoberfestattentat
1980…:
"…mit
absurden Verschwörungstheorien kämen sie hier nicht weiter. Doch
als Klaus ihm die Links zum Thema GLADIO schichte, war Marc ins
Grübeln gekommen. Die Geheimarmeen hatte es tatsächlich gegeben.
Sie waren nach dem zweiten Weltkrieg von der CIA und dem britischen
militärischen Geheimdienst M16 eingerichtet worden und existierten
unter verschiedenen Decknamen - die italienische Geheimarmee hatte
den Decknamen GLADIO, die deutsche nannte sich ‚Stay-behind-Organisation'.
- In allen Ländern Europas westlich des eisernen Vorhangs.
Sie wurden durch die Abteilung für verdeckte Kriegsführung der NATO
koordiniert und sollten für den Fall einer sowjetischen Invasion
als Guerilla-Armee zur Verfügung stehen, die hinter den feindlichen
Linien operieren konnte. Den Parlamenten und der Bevölkerung wurde
die Existenz der Geheimarmeen vorenthalten. Erst 1990, nach dem
Ende des kalten Krieges, war die Sache ans Licht gekommen. In Italien,
Belgien und der Schweiz waren die Geheimarmeen parlamentarisch untersucht
worden. In Deutschland allerdings hatte eine solche Untersuchung
bis heute nicht stattgefunden."
und
ein paar Sätze weiter:
"Die
Offiziere des geheimen Netzwerks wurden unter der Leitung amerikanischer
und britischer Spezialeinheiten, den Green Berets und dem Special
Air Service, kurz SAS, ausgebildet. Das Personal wurde vor allem
unter Rechtsextremen rekrutuiert.. In Deutschland waren ehemalige
Mitglieder der SS darunter….."
Auch
der Anschlag in Bologna im August 1980 ist Thema… -
"Der
Mann hatte also überall seine Finger mit im Spiel, wo es um rechten
Terrorismus ging, sagte Klaus, im Gespräch mit einem Journalisten
in Berlin.. - - - Schauen sie sich doch bitte den letzten Abschnitt
an:
"Die
Überschrift lautete: ‚Woher kam das Geld?' Er zitiert: "Nach unseren
Recherchen erhielt Delle Chiale finanzielle Zuwendungen über verschiedene
politische Stiftungen, wobei der deutsche Verteidigungsminister
Rudolf Hochhausen und sein Berater Wolfgang Stein eine zentrale
Rolle gespielt haben sollen."
Als
dann auch noch dieser marokkanische Häftling, dessen Kontakte Marc
mit einer aufgebauten Kamera beobachtet hatte, dazu - unter Folterungen
- gebracht wurde, in einem Bekennervideo für die Medien, sich als
radikaler Islamist auszugeben, und somit dieses Massaker in diesem
abgelegenen italienischen Dorf dem ‚islamistischen Heiligen Krieg'
zuzuschreiben, wird die Sache dann wirklich unglaublich. …….
Der Autor kommt in seinem Nachwort auf alles nochmal zurück. Seinen
Ausführungen konnte ich entnehmen, dass dieses Buch als Grundlage
für eine Verfilmung von ihm geschrieben wurde. Eine Verfilmung dieses
Buchs…. es wird ganz sicher ein unglaublich spannender, aber auch
hochbrisanter Film werden. - ABER: ob so ein Film durch die Zensur
kommt ?????? -
Da
ich grade DLF höre, und die momentane Terrorsache besprochen wird,
und zwar ausführlich, möchte ich darauf hinweisen, sich evtl. diese
Sendung des DLF anzusehen!!
http://www.dradio.de/
http://www.dradio.de/aktuell/1604718/
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