Ann Moore

moore_irland

Meine Zusammenfassung:
Den ersten Teil dieser Trilogie habe ich nicht gelesen. Aber es ist nicht unbedingt nötig, dieses Buch kann man auch für sich alleine lesen.

Mitte 19. Jahrhundert: Die Hauptprotagonistin, Grace, (Gracelin) muss/möchte Irland verlassen. Es ist die Zeit der großen Hungersnot in Irland, wozu nicht nur Missernten, sondern vor allem die gierigen Engländer einen großen Teil beigetragen hatten. Grace kommt aus einer Familie, die Widerstand leistet, und ihr Mann Morgan war im Gefängnis gestorben. Grace selbst wird auch gesucht, und sie bringt ihren Sohn zur Welt, ein kleines, kränkliches Baby, lässt es bei ihrem kranken altenVater zurück und begibt sich mit ihrer kleinen Tochter Mary Kate mit Hilfe und in Begleitung einer auch in der Freiheitsbewegung tätigen Freundin, Julia, auf die Flucht.
Sie hat einen anderen Namen angenommen und reist als Witwe. Zunächst die Reise nach Liverpool, auch schon ein großes Abenteuer, checken sie sich dort nach vielen Schwierigkeiten auf einem Schiff ein, das nach New York fährt. Ihren kleinen Sohn möchte sie später nachholen, oder ihn bringen lassen.

Das Reisen in diesen Schiffen damals war unvorstellbar; zumindest für uns heute. Meistens wurden die Schiffe überladen und weit mehr Passagiere an Bord genommen als erlaubt; das war fatal, weil die Dauer der Reise nie klar war, sie konnte sich auf die doppelte Zeit verlängern, und für so eine lange Zeit war niemals genug zu Essen auf dem Schiff. Und wegen der Überladung waren die Menschen im unteren Laderaum eingepfercht, auf engstem Raum, ohne jegliche Hygieneeinrichtungen.
– Julia hatte für Claire und ihre Tochter zwar ein 1.Klasse Ticket, aber das war plötzlich nicht mehr gültig, die ihr zugedachte Einzelkabine wurde kurzerhand von der Schifffahrtsgesellschaft anderweitig vergeben.
Sie lernte den Kapitän des Schiffs kennen, er fand sie sehr sympathisch, verliebte sich schließlich sogar in sie. Und ihm erzählt sie, was sie zur Flucht getrieben hatte; nämlich dass sie einen Gefängniswärter getötet hatte, deshalb von den Englängern gesucht wurde und in Wirklichkeit ganz anders hieß. – Das hatte an der Tür ein Lauscher mitgehört, und das wird ihr später in New York zum Verhängnis.

Diese lange und beschwerliche Fahrt auf dem Meer, begleitet von grauenhaften Stürmen, Eiseskälte, Hunger, Schmutz und üblen Machenschaften auf dem Schiff werden geschildert. Und denkt man, das Schlimmste wäre überstanden, so beginnt die Odyssee für Claire erst, als sie endlich in New York ankommt.
Ihr Glück: Ihr Bruder Sean, zu dem sie ja wollte, der schon in NY war, lebte bei guten Freunden, wo sie dann auch unterkam und viel Liebe erfuhr, Hilfen in vielen Situationen usw., aber auch sie war dort eine große Hilfe, war der Frau bei der Geburt ihres Kindes behilflich, half in der Wirtschaft, kochte, war also eine große Hilfe auch für die Freunde. Auf dem Schiff war eine Frau und ihr kleines Kind verstorben, und es war ein kleiner Junge übrig geblieben; den nahm Claire als ihr Kind an, d.h. der Kapitän war ihr behilflich, in den Papieren den Jungen als ihre Begleitung zu deklarieren, sie als Tante/Vormund. Sie war also mit den beiden Kindern bei dieser irischen Familie untergekommen.

Sie finden auch den richtigen Vater des Jungen, und das wird ein Riesenproblem. Der, heruntergekommener Alkoholiker, hausend in den verfallenen Unterkünften, wo die Neger und Iren hausten, wollte ihn für sich haben, er sollte Geld verdienen, um ihm sein Auskommen zu sichern. Aber der Junge kehrte zu Claire zurück, bekam eine Stelle in der Wirtschaft, und den Lohn zahlten die Wirtsleute dann an den Vater, damit der sich zufrieden gab.

Es wird jetzt sehr turbulent. Der Kapitän ist mit seinem Schiff einige Zeit an Land; er ist einigen Schwarzen aus dem Süden behilflich, die als Sklaven verkauft wurden, und transportiert sie illegal in den Norden, beschafft ihnen Papiere usw. – nur bekommt das auch wiederum ein Gauner mit, der ihn erpresst. –

Es wird sehr gefährlich, nicht nur für Claire, die schließlich den Kapitän trifft, sondern auch für den Kapitän selbst.

Die Geschichte von Sean, des Bruders von Claire, läuft nebenher; er hat sich den Mormonen angeschlossen, die dann den Staat NY verlassen und in den Westen ziehen, dort eine eigene Stadt gründen. Und wie üblich in diesem Genre von Büchern, werden alle Probleme auf die Spitze getrieben, und zwar bei allen Protagonisten, so dass eine sehr große Spannung aufgebaut wird.

 

 

Verlag: Ullstein Tb 2006

Seitenzahl: 456
Ullstein Bücher Nr.26631 Deutsch


ISBN-13: 9783548266312

ISBN-10: 3548266312

 

Die Autorin
Ann Moore wurde 1959 in England geboren und wuchs auf in Tacoma, Washington. Sie studierte Englische Literatur an der Western Washington University und erhielt 1997 für ihre Kurzgeschichten den Chicago Tribune Nelson Algren Award. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in Bellingham, Washington.

‚Abschied von Irland’ ist der zweite Band ihrer historischen Trilogie, die mit ‚Geliebte Gracelin’ begann.

Das Buch hat mich deshalb angesprochen, weil es um Irland geht.

Und ich schon sehr viel darüber gelesen habe und mich die Geschichte schon immer sehr interessiert hat.

Dieser Roman hat die Geschichte um 1845 als Hintergrund, dann in USA die Situation der Einwanderer zu dieser Zeit.

Einiges stimmt nicht ganz mit der wirklichen Geschichte überein, aber das wird vermutlich für keinen Leser wichtig sein. Und lasse ich auch durchgehen.

Die ganze Geschichte ist sehr, sehr ausgeschmückt und teilweise in für mich fast unerträglicher Trivialität geschrieben.
Aber: Es ist eine durchaus lesbare Lektüre, in sehr einfacher Sprache vermittelt, ist schnell gelesen, stellt keinerlei Ansprüche an den Leser, kann also einfach so ‚konsumiert’ werden. Und auch, wie üblich Happyend !!