Haruki Murakami

Meine Zusammenfassung
Der Protagonist, Ich-Erzähler, Hajime, erzählt seine Geschichte von Geburt an. Seine ersten Schulerlebnisse, die Mädchen, und auch über ein besonderes Mädchen, Shimamoto. Sie gehen in eine Klasse, und sie ist auch Einzelkind wie er, sie sind oft zusammen, wohnen auch in der Nähe, verbringen ihre Zeit miteinander, sie ist seine erste Freundin.
Als er jedoch in die Oberschule in eine andere Stadt kommt, sieht er sie nicht mehr. Es ist nicht üblich, dass Kinder und Jugendliche, die nicht in der Nachbarschaft wohnen oder nicht in die gleiche Schule gehen, Kontakte haben.
Sein weiteres Leben schildert er, einige Liebschaften mit Mädchen, seine Zeit nach dem Studium, wo er in einem Verlag arbeitet und diese Zeit, zwischen seinem 20. und 30. Lebensjahr als ein trauriges, einsames Stadium seines Lebens bezeichnet.
Er lernt dann eine junge Frau kennen, er ist 30 sie ein paar Jahre jünger, sie heiraten. Ihre Familie ist sehr wohlhabend und durch ihren Vater kommt auch Hajime zu Wohlstand. Er kündigt seinen Job, und er kann mit Hilfe des Schwiegervaters ein eigenes Geschäft eröffnen, und zwar zunächst einen Club, später dann noch einen.
Und seine Clubs sind was besonderes, immer mal wieder Events mit Jazz-Musikern, es wird spezieller Jazz gespielt, und abends ist immer ein Pianist da, der das von Hajime bestimmte Repertoire spielt.

Er bekommt mit seiner Frau zwei Kinder, zwei Mädchen. Sie haben ein schönes Haus, einen BMW, und die Frau hat einen eigenen Wagen. - Sie leben im Wohlstand, haben alles, sein neuer Job in seinen Clubs macht ihm Spaß.

Aber seine Eigenart, vor sich hinzuträumen, hat er beibehalten, und als er eines Tages eine Frau sieht, mit einem roten Mantel, und auch mit einem Bein, das sie leicht nachzieht, meint er Shimamoto zu sehen. Und er verfolgt die Frau, sehr lange Zeit, quer durch die Stadt, bis sie schließlich in einem Cafe Platz nimmt und stillt dort sitzt, den Kaffee nicht trinkt, auch nicht in seine Richtung schaut. Sie geht dann mal zum Telefon, spricht eine Weile, an ihrer Gestik kann Hajime erkennen, dass es um was Wichtiges gehen muss. Sie verlässt dann das Cafe, steigt draußen in ein Taxi und ist weg. - Da hält ein großes Auto, ein Mann steigt aus, und warnt ihn, diese Frau weiter zu verfolgen, und gibt ihm einen Schein mit zigtausenden von Yens. Diesen Brief mit dem Geld versteckt er in seinem Schreibtisch, rührt ihn nie an. Die vermeintliche Shimamoto hat er nicht mehr gesehen danach.

Einige Jahre später sitzt eines Abends eine Frau im Cafe, sie sieht auch aus wie Shimamoto. Er beobachtet sie lange, schließlich spricht sie ihn an; und tatsächlich, es ist Shimamoto. Und jetzt beginnt eine lange Zeit, wo sie mal täglich, also immer abends im Club erscheint, dann wieder ein paar Wochen nicht. Auf Fragen über ihr Leben gibt sie keine Antwort, legt die Finger auf die Lippen, sie möchte nichts darüber sagen. Sie ist immer sehr teuer gekleidet, trägt, teuren Schmuck, immer tadellos frisiert, immer wunderschön.

Sie beginnen dann, Spaziergänge zusammen zu unternehmen, erzählen sich wie in alten Zeiten alles was sie bewegt, nur über Shimamotos reales Leben fällt nie ein Wort, ist nichts zu erfahren. - - Sie berühren sich nicht
Es folgen Phasen, wo sie sich häufig sehen, dann wieder qualvolle Zeiten, wo sie einfach nicht erscheint.
Eines Tages bittet sie ihn, sie zu einem Fluss, der breit ist und bald ins Meer mündet, zu begleiten. Er sucht so einen Fluss, er ist sehr weit weg, aber er bucht einen Flug dahin, sie wollen abends wieder zurück sein. Es gibt jedoch sehr viel Schnee, und der Flug verzögert sich. - Im Auto wird Shimamoto ohnmächtig, und er muss ihr ihre Medizin geben, ist aber kein Wasser da, nur Schnee. So füllt er seinen Mund mit Schnee und gibt den geschmolzenen Schnee in den Mund von Shimamoto, damit sie die Tabletten schlucken kann. - Sie kommt nach einiger Zeit auch wieder zu sich, es geht ihr wieder gut, aber welche geheimnisvolle Krankheit sie hat, erzählt sie auch nicht. - Sie bekommen den Flug doch noch, und er kehrt auch abends zu seiner Frau zurück, wenn auch verspätet.
Als sie sich später wieder treffen, ist dieser Vorfall mit diesem eigentlichen Kuss zwischen ihnen vergessen, für sie, für ihn nicht. -
Er hat ein Gespräch mit seiner Frau, sie hat gefühlt, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt, bzw. dass er ein Leben ohne sie führt, wenn auch nur ideell.

Als Shimamoto eines Abends wieder da ist, bittet er sie, mit ihm in sein Ferienhaus zu fahren, das ca. 200 km entfernt ist, sie stimmt zu; seiner Frau sagt er am Telefon, er braucht jetzt Zeit für sich und er möchte sie im Ferienhaus verbringen, seine Rückkehr lässt er offen.

Jetzt kommt die Schilderung dieses Abends und dieser Nacht mit Shimamoto. - Eine zauberhafte Liebesnacht wird erzählt, Einzelheiten werde ich hier nicht ausbreiten.
Kurz und gut, als er morgens aufwacht, ist von Shimamoto keine Spur mehr zu sehen. - einfach nichts --- .

Mehr vom Inhalt möchte ich jetzt nicht hinzufügen. Das war der Kern der Geschichte, und selbst man bis hierher gelesen hat, hat man NICHTS gelesen! -

Ganz einfach, weil ich alles mit meinen Worten beschrieben habe. Der Autor aber, der hat das ja in seiner unnachahmlichen Art getan, die erst die Qualität dieses Buchs bestimmt.

 

 

Der Autor
"Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto geboren.

Sein Großvater väterlicherseits war buddhistischer Priester, der Großvater mütterlicherseits Händler in Osaka.

Murakami wuchs in einem Vorort der Stadt Kobe auf, in der beide Eltern japanische Literatur unterrichteten.

Schon früh interessierte er sich stärker für westliche Literatur und Musik als für japanische und konnte diesem Interesse in der international geprägten Hafenstadt Kobe, in der auch die amerikanische Marine stationiert war, problemlos nachgehen.

Diese Vorliebe schlug sich im späteren literarischen Werk Murakamis nieder, was in Japan bisweilen kritisch beurteilt wird.

Murakami studierte ab 1968 an der Waseda-Universität Theaterwissenschaft und Drehbuchschreiben.

Seit 1971 ist er mit seiner Frau Yoko verheiratet."

 

(aus Wikipedia)

Ich habe von dem Autor schon einiges gelesen, und werde noch einiges lesen, weil er einmal in einer wunderschönen Sprache spricht/schreibt, und dann auch ein Thema, das einfach und banal erscheint, derart verarbeiten kann, dass daraus eine sehr wertvolle Literatur entsteht.

Bei der Schilderung der einzigen Liebesszene, wenn man vordergründig die Geschichte erfasst, ist es wiederum seine Sprache, die einfach fasziniert.

Und wie immer bei diesem Autor, er führt den Leser bis zum letzten Fünftel etwa immer so, dass eine reale Geschichte geglaubt wird. -

Aber jetzt verrate ich fast zu viel, und belasse es mal dabei:

Wieder ein Buch von Har4uki Murakami, das einfach umwerfend ist, und unbedingt lesenswert. Und keinesfalls auch nur im entferntesten einen Überdruss beschert, auch nach vielen Büchern von ihm nicht, weil jedes total anders ist, seinen eigenen Reiz hat. -

Was aber immer gleich ist: die hervorragende Sprache dieses japanischen Autors.