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Klappentext:
"Der wohl berühmteste türkische Autor der Gegenwart verbindet
in seinem neuen Buch die Geschichte der sagenumwobenen Stadt, die
von Jugend an seine Phantasie angeregt hat, mit Schilderungen von
Menschen und Orten. Er beschreibt eindringlich die verfallenen Monumente,
die von einstiger Größe zeugen, die verwunschenen Villen und verwilderten
Gärten, die melancholischen Gassen und die belebten Wasserstraßen
des Bosporus und des Goldenen Horns. Istanbul ist aber auch die
Geschichte einer Kindheit. Der junge Orhan durchstreift erst an
der Hand seiner Mutter oder im Dodge des Onkels, dann auf eigene
Faust die Stadt, der er von Anfang an verfallen ist. Die Großfamilie
lebt noch wie in osmanischen Zeiten unter einem Dach in den "Pamuk
Apartmani", während das ererbte Vermögen Vater und Onkel unter den
Händen zerrinnt. Der Niedergang der einst so großartigen kosmopolitischen
Stadt spiegelt sich in gewisser Weise in der allmählichen Auflösung
von Pamuks Familie, und die Melancholie ist daher für den Schriftsteller
die Eigenschaft, die ihn so wie alle Bewohner Istanbuls am meisten
charakterisiert."
Meine
Zusammenfassung
Einem Kapitel gab Pamuk den Titel: „Hüzün“ – Melancholie - Tristesse
– Und beschreibt diesen Begriff sehr genau, und sehr interessant.
Seine
vielen selbst gemachten Fotos, wie auch zahlreiche andere sind alle
schwarz-weiß, und er beschreibt, dass er so eigentlich seine Stadt
auch immer gesehen hat. Was aber nicht negativ gemeint ist; aus
seinen ganzen Beschreibungen ist eine sehr große Verbundenheit zu
seinem Istanbul herauszulesen.
Obwohl dieses Buch autobiografisch angelegt ist, beinhaltet es weitaus
mehr, beschäftigt sich mit der kulturellen Situation im alten und
modernen Istanbul, mit den sozialen Schichten, den Armenvierteln,
den Sitten und Gebräuchen in den Familien, dem Zerfall der alten
Bauten und dem Abbrennen der uralten Konaks - -
- Er beschreibt, wie er als Student mit Freunden unterwegs ist,
was die einzelnen so tun und denken, ihre Diskussionen über ihr
Studium und ihre Berufsziele. Es sind alles junge Leute aus der
so genannten oberen Schicht in Istanbul. Sehr viele Bilder von den
Häusern sind zu sehen, sehr viele Straßenbilder; und alle fangen
eine bestimmte Stimmung ein, die Pamuk wunderschön beschreibt.
Immer
wieder kommt er auch auf sich selbst zurück, beschreibt sein Dasein
an der Uni in Istanbul, seine immer größer werdende Unlust, Architektur
weiter zu studieren. Einige Jahre meint er auch, er könnte ein Maler
werden, malt auch sehr viele Bilder, von denen leider keine zu sehen
sind.
Er
beschreibt die Ehe seiner Eltern, seine Gespräche mit seiner Mutter,
einer sehr schönen Frau, seinem Vater, der anderen Frauen nachjagt
und sein eigenes Leben in einer anderen Wohnung in Istanbul lebt;
Trennungen seiner Eltern, seine damit verbundenen häufigen Umzüge,
und schießlich die späteren Gespräche mit seiner Mutter, bzw. Diskussionen,
wo er beschließt, sein Studium aufzugeben, kein Maler zu werden,
sondern Schriftsteller!!
Mit
dieser Situation endet das Buch. Und wie bekannt ist, wurde er ja
in den folgenden Jahren berühmt durch seine schriftstellerische
Arbeit, durch viele Preise und zuletzt den Literaturnobelpreis 2006.
Und
bei der Buchmesse 2008, wo die Türkei Gastland ist, wird Orhan
Pamuk die Eröffnungsrede halten.
Und
zugleich auch sein neues Buch vorstellen: "Das Museum der Unschuld".
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Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte
Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York.
Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction
Award, 1991 den Prix de la découverte europoéene und 2005 den Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels, und 2006 den Nobelpreis für Literatur.
Pamuk lebt in Istanbul.
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Dieses
Buch las sich bedeutend leichter als das erste, das ich von ihm
gelesen hatte (Das neue Leben), über das ich auch noch berichten
werde.
Der
Autor schreibt in einer ganz besonderen Sprache, und alleine sie
zu lesen bedeutet eine Bereicherung in der Literatur.
Was aber in diesem Buch ganz besonders auffällt ist, dass er seine
Heimat, bzw. seine Heimatstadt Istanbul sehr liebt. Das stellt er
einfach dar durch diese vielen Schilderungen der Stimmungen bestimmter
Straßen, dem Verfall alter Bauten und Gassen, dem Nachgehen und
Erklären bestimmter Ausdrücke, was sie bedeuten, wie sie zustande
kamen, einfach das alles zusammengenommen ergibt ein wunderbares
und für mich ansteckendes, faszinierendes Bild dieser uralten Stadt
Istanbul.
Und:
nicht zuletzt: Dieser Autor versteht es wirklich, in einer sehr
ausgefeilten, sehr reizvollen Art zu schreiben. Er hat nicht umsonst
den Nobelpreis erhalten.
Das
Lesen seiner Romane ist eine Bereicherung jedes Lesers, der anspruchsvolle
Literatur lesen möchte.
Und
es kam grade ein neues Buch von ihm heraus, bin schon gespannt.
Titel "Das Museum der Unschuld". Einiges über den Inhalt habe ich
schon erfahren, kam gestern eine Sendung mit ihm im DLF über dieses
Buch.
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