Stef Penney

Meine Zusammenfassung:
Die Handlung beginnt in einer kleinen Siedlung inmitten der kanadischen Wildnis, in Dove River. Und mit dem Winter kommen auch die Wölfe nach Caulfield und die fast unerträgliche Kälte ertragen die europäischen Neueinwanderer meistens mit Branntwein. Arbeit haben sie zunächst auch nicht. Konflikte mit den Eingeborenen sind auch häufig, und sie haben großes Heimweh.

Es sind auch Pelzjäger unter ihnen, einer davon ist Jammet, und eines Tages wird Laurent Jammet ermordet in seinem Bett in seiner Hütte aufgefunden. In der gleichen Nacht verschwindet auch der 17-jährige Francis Ross. Er wollte in dieser Nacht seinen Freund Jammet besuchen, findet ihn aber tot auf. Er lebt mit seinen Adoptiveltern auch in diesem Ort. Aber die Eltern haben zu ihren Sohn keine Beziehung, jeder lebt sein eigenes Leben.

Francis begibt sich nun auf die Suche nach dem Mörder. Da er gleichzeitig mit dem entdeckten Mord verschwindet, wird er eben für sehr verdächtig gehalten. Später ist dann zu erfahren, dass Jammet und Francis eine Art homosexueller Beziehung hatten, und Francis dann, nachdem Jammet ermordet aufgefunden worden war, ein in ein Papier eingewickeltes geheimnisvolles Knochenplättchen gefunden hatte. Aus diesem Plättchen könnte hervorgehen, dass die Indianer schon vor langer Zeit über eine sogenannte "schriftliche Kultur" verfügt hatten, was noch niemals weder bewiesen noch festgestellt worden war. -

Francis hatte dann diese Sachen an sich genommen und versteckt, das Geld hat er an sich genommen. Hinter diesem waren noch andere her, und es wird auch die Agitation vom Jammet geschildert, wo er unterwegs ist und seine Felle verkauft und Kontakte mit allerlei undurchsichtigen Gestalten hat.
Da bei den Untersuchungen dieses Mordes festgestellt wurde, dass das Vermögen des Ermordeten, (Pelze, Geld usw.) nicht mehr da ist, gehen sie von einem Raubmord aus.

Die Mutter von Francis macht sich schließlich auf den Weg, folgt den Fußspuren ihres Adoptivsohnes in die kanadische Wildnis, wo nachts die Wölfe heulen - - - .

Aber sie bekommt einen Begleiter: ein von der Company wegen Mordverdacht in einer anderen Mordsache in Gewahrsam genommener Mann, indianischer Abstammung, wird von dem Bewacher freigelassen und geht mit ihr. Die beiden wandern nun unter oft grausamen Bedingungen durch die Wildnis.
Sie kommen auch irgendwann in einer Siedlung im Norden an, wo norwegische Einwanderer leben, ziemlich abgelegen und für sich, einige Familien, miteinander verwand oder verschwägert, und werden dort aufgenommen und versorgt.
Und dort befindet sich auch schon Francis, der auch von diesen Leuten gefunden worden war, mehr tot als lebendig. Er war total erschöpft und fast erfroren von den Norwegern gerettet worden. Es entwickelt sich auch eine Liebesgeschichte zwischen Francis einem Mädchen, das auch dort aufgenommen wurde und das den Auftrag hatte, sich um Francis zu kümmern, der tagelang mehr oder weniger ohne Bewusstsein in einer Kammer im Bett gelegen hatte, –bleibt aber platonisch, dieses Mädchen ist bereits verheiratet mit einem Mann und hat zwei Kinder.

Diese Zwischengeschichte wird geschildert, wie das Mädchen schließlich nach langen Überlegungen beschließt, zusammen mit Francis das Dorf, ihren Mann und ihre Kinder zu verlassen. – Als der Mann von dem Mädchen dahinter kommt, hängt er sich auf.

Es sind dann einige Suchtrupps unterwegs. Von der Company ein Polizist mit seinem indianischen Begleiter, der den entlaufen Sträfling verfolgt, bzw. auch Francis, weil beide verdächtig sind. Dann bricht auch noch Francis' Mann mit anderen auf, um nach seiner Frau zu suchen - - -

So sind also mehrere Suchtrupps unterwegs, treffen sich teilweise, gehen von dort aus wieder auf weitere Suchen, erleben schlimmste Kälte- und Witterungseinbrüche, mitten in der Wildnis, Wölfe, die nahe kommen.

Aber wie die Eingeborenen sagen: von Wölfen geht direkt keine Gefahr aus, die greifen Menschen nicht an. Und es wird auch eine Szene geschildert, wo der Junge unterwegs ist, fast am Erfrieren, und wo sich ein Wolf neben ihn legt, und ihn wärmt - - - ihm praktisch das Leben rettet.

Die Schilderungen sind alle sehr spannend und interessant, und diese ganzen Suchtrupps, die sich dann teilweise wiederum in einer anderen Company zufällig treffen, von dort aus wieder weiter auf eine Suche gehen nach dem Mörder, den inzwischen einige kennen.

Es sind zahlreiche Geschichten eingeflochten, interessante Verbindungen usw. – auch die Geschichte dieses Indianers, der Geschäfte mit den Pelzhändlern macht und viel mehr weiß als es den meisten lieb ist. – Und zum Schluss wird auch der Mörder gefunden.
Aber es überleben nicht alle Leute, es geht oft rau und gefährlich zu.
Und mehr bzw. Genaueres möchte ich nicht erzählen, falls jemand das Buch lesen möchte, wäre sonst der Spaß teilweise verdorben.
Ich meine wirklich teilweise, weil auch ohne diese ganzen Geschichten die Schilderung der Landschaft – das Umgehen mit der Wildnis und den Wölfen – alleine schon lesenswert ist.

 

 

 

 

 

 

 

Stef Penney wurde 1970 in Edinburgh geboren. Sie studierte Philosophie und Theologie, bevor sie sich ganz auf das Filmemachen konzentrierte und ein komplettes Film- und Fernseh-Studium mit Auszeichnung absolvierte. Mittlerweile hat Stef Penney zwei Filme abgedreht, für die sie auch das Drehbuch schrieb. "Die Zärtlichkeit der Wölfe" ist ihr Debütroman, der mit dem renommierten Costa Book Award 2006 ausgezeichnet wurde.

Das Buch ist als Roman deklariert, obwohl es eigentlich auch ein Krimi ist. Aber alles Reißerische fehlt, und vor allem: der Erzählstil ist ein anderer wie normalerweise in Krimis. Und: die Spannung ist nicht darauf aufgebaut, den Mörder zu finden. Das zieht sich lediglich durch den ganzen Roman, verbindet einige Geschichten miteinander usw. - Aber was sehr schön geschildert wird: die Natur, die unendlichen Weiten Kanadas, die rauen Wetterverhältnisse, das Leben der Eingeborenen, der verschiedenen Einwanderer, das Leben von Tieren, u.a. auch der Wölfe, und noch vieles mehr. Alles in allem ein wunderbar geschriebenes Erstlingswerk der Autorin. Und ich bin auf weitere Romane von ihr gespannt.