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Meine Zusammenfassung
Nach Kriegsende kommt der fünfjährige Heinrich mit seiner Mutter,
einer Schwedin, in Schweden an. Sie kommen aus dem zerbombten Deutschland,
der Vater, ein Deutscher ist gefallen.
Heinrich hat Traumata von den Bombenangriffen, die er auch nach
langer Zeit hat, immer wieder kehren diese Bombennächte in seinen
Träumen zurück.
Sie wohnen dann in einem Wohnblock, seine Mutter, eine Malerin,
ebenso verängstigt, verschließt grundsätzlich die Wohnungstür, lässt
niemand herein, den sie nicht kennt. - Der kleine Heinrich gewöhnt
sich daran, denkt das sei normal.
Seine ersten Erfahrungen als kleiner Junge in Schweden sind grauenhaft.
- Er wird als ‚Nazi-Sau' verschrien, wird täglich verprügelt, gequält,
ja gefoltert, von den schwedischen Jungs, wo einer der Anführer
ist.
Hier sind jetzt die schlimmsten Nazi-Schimpfwörter zu lesen, die
damals - zumindest von den schwedischen Kindern - gebraucht wurden.
Da die Kinder das irgendwo her haben, von Erwachsenen, ist anzunehmen,
dass das Bild der Schweden von Deutschen damals einfach das der
‚Nazis' ist.
Heinrich wird gequält, verdroschen, und ihm wird quasi eingedroschen,
kein Deutscher mehr zu sein, auch nicht mehr deutsch zu sprechen.
Auf diese Art lernt er zwangsweise schwedisch, ja er verlernt sogar
die deutsche Sprache von heute auf morgen total. -
Ein wichtiger Vertrauter ist sein Opa. Von ihm bekommt er Märchen
vorgelesen, aber er wird auch ermuntert, selbst zu schreiben….und
so kommt es, dass er, als er in die Schule kommt, bereits schreiben
kann, und bereits begonnen hat, seine eigenen Märchen aufzuschreiben.
Doch eines Tages - beginnt ein Märchen - - Als er wieder einmal
von den Jungs verdroschen und gequält wird, kommt Ylva …. ein Mädchen,
das sich gegen die Rabauken stellt….. - und den Sieg davon trägt.
Von da an sind Heinrich - Henrik, wer sich jetzt nennt - und Ylva
Freunde.
Es entwickelt sich eine große Liebe, beide sind 6, kommen demnächst
in die Schule. Dieser Regenbogen mit den 8 Farben ist oft Thema,
bzw. immer ein Regenbogen mit 7 Farben. Und die Auflösung, was das
mit diesen 8 Farben dann auf sich hat, kommt erst gegen Ende der
Geschichte…. Aber: selbst lesen!!!
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Der Autor:
Peter Pohl, geboren 1940 in Deutschland, zieht mit fünf Jahren nach
Schweden und wächst dort auf. Er lehrt an der Technischen Hochschule
und lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Stockholm.
Anhand von Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Gesprächen
mit Kinna Gieth hat er das Buch "Du fehlst mir, du fehlst mir" geschrieben.
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Beschreibung der Redaktion:
Stockholm im Jahre 1945. Hierher flüchtet Heinrich mit seiner Mutter
vor dem Krieg in Deutschland. Seine Mutter ist Schwedin und sie
will mit ihrem Sohn endlich in Frieden leben. Doch Henrik, wie er
sich jetzt nennt, ist in diesem Land ein Ausländer. Wird er neue
Freunde finden?" Ausdrucksstark und unverschnörkelt direkt." Der
Tagespiegel: Peter Pohl ist wie der Held seines Romans 1940 in Deutschland
geboren. Wie dieser kam er 1945 nach Schweden. Er lebt heute mit
seiner Familie in Stockholm und lehrt Mathematik an der Technischen
Universität. Der Autor wurde für den Nachfolgeband "Während der
Regenbogen verblasst" mit dem "Heffaklumpen", einem der angesehensten
schwedischen Preise für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet.
Buchdaten:
ISBN-10:3-423-62029-3
EAN: 9783423620291 Erscheinungstermin: 2000
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Seiten: 346
Altersempfehlung: 14 - 15 Jahre Übersetzer: Brigitte Kicherer
Reihe: Reihe Hanser
Mein Buch
gebundene Ausgabe, ISBN 3-44617328-7 - Carl Hanser Verlag.
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Mein
Fazit:
Ein Kinder- und Jugendbuch, Lesealter ab 14, wieso lese ich das.
Ganz einfach, weil sehr viele Kinder- und Jugendbücher auch für
Erwachsene hervorragend zu lesen sind. Nicht nur, weil sie ein Geschenk
brauchen, sondern auch für sie selbst.
Dieses
Buch gehört absolut zu den Büchern, die jeder Erwachsene sehr gut
lesen kann! - Und sehr viel Freude damit haben wird.
Wenn
es ein Kind oder Jugendlicher lesen will, gibt's eine Bedingung,
die unbedingt erfüllt sein MUSS: Es muss klar sein, was Nazi bedeutet,
was der Krieg bedeutete, warum Deutschland damals so verhasst war.
Sonst ist nicht zu verstehen, warum und wieso der kleine Heinrich
derart gequält wurde. - Zwar immer noch nicht zu verstehen, aber
es wird eben klar, warum diese schwedischen Kinder so gehandelt
haben…. - und auch, wie unsinnig und ungerecht deren Verhaltensweisen
waren.
Ist
der erste Teil des Büchleins schon ziemlich grauenhaft zu lesen,
mit diesen ganzen Quälereien usw. - beginnt dann im letzten Drittel
der märchenhafte Teil, der den Leser versöhnen kann.
Wie
ein Wunder konnte Henrik seine Ylva auf der Ferieninsel treffen.
- Das Treffen war von seiner Mutter, und dem Vater Ylvas, einem
Witwer, ganz geheimnisvoll verabredet wurden. Aber die beiden kennen
sich eigentlich kaum, es war nur mal ein ganz kurzes Treffen, als
der Vater von Ylva ihn nachhause gebracht hatte. -
Das
Leben dann auf dieser schwedischen Insel, fernab von jeglichen Kindern,
die was von Nazis wussten, wo er sofort - nicht ohne Einwicken Ylvas
- integriert war. Hier lernte er eine intakte Familienstruktur kennen,
Ylvas Opa und Oma, ihre Tante, eine Schwester ihres Vaters.
Er erlebt hier was ganz neues. - Da gibt's es selbstgebackenes Brot,
die Oma buk am frühen Morgen Brot, und in der Frühe fuhr der Opa
dann mit dem Tranktor die Brote zu einem anderen Hof, wo er dann
Milch bekam. - Henrich durfte mitfahren.
Aber
es gibt noch viel andere Sachen zu essen, die Oma ist einfach eine
Meisterköchin, und sie möchte den kleinen rappeldürren Henrik unbedingt
mal aufpäppeln, ihn füttern, füttern, bis er platzt, denkt er oft.
Übrigens
eine Besonderheit des Autors, er schreibt ganz häufig, als ob Henrik
was sagen würde, danach dann in einem Nebensatz, ‚sagte er nicht'
- -
Und
jetzt habe ich etwas gemacht, was ich nie mache: ich habe die letzten
Seiten gelesen. Warum? Dass Ylva und Henrik nackt badeten, auch
zusammen in einem Bett schliefen, auch nackt, und durchaus harmlose
sexuelle Erfahrungen machten, sehe ich als normal an. - Nur weil
es eine Szene gab, zwischen Ylva und ihrem Vater, die nicht so ganz
schlüssig war, wollte ich wissen, ob der Schluss des Buchs damit
was zu tun hat. ABER: das bleibt das Geheimnis, bis ziemlich am
Ende der Geschichte.
Auch was es mit dieser 8. Farbe des Regenbogens auf sich hat.
Vom
Autor in sehr schöner Sprache gestaltet, sehr interessanter Stil,
ungewöhnliche Begebenheiten, auch phantastische Dinge geschehen.
Zu der einen Besonderheit, dass ein Satz kommt, den Henrik sagt,
aber dann im nächsten Satz: ‚sagte ich nicht' - kommt noch ein Manko
von Henrik, er traut allen guten Sachen nicht, auch Menschen die
er liebt nicht, weil er als Kind eben alles verloren hat, was er
geliebt hat, und er meint dann immer, er DARF nichts zu sehr gern
haben, weil es sonst auch verschwindet….
Der
Autor hat sich sehr differenziert und penibel in die Gedankenwelt
eines 5-8-jährigen Jungen hineinversetzt, mit all seinen Erlebnissen,
seiner Vergangenheit und deren Verarbeitung.
Meine
Empfehlung auf jeden Fall, kann jeder Erwachsene lesen, ich hab's
mit Vergnügen, bzw. sehr interessiert gelesen, und wer ein Buch
sucht für ein Geschenk: AUF JEDEN FALL SEHR EMPFEHLENSWERT !!! -
Aber,
ich denke über dieses Buch sollte ein Erwachsener mit dem jugendlichen
Leser sprechen, der Inhalt birgt sehr vieles, was weiterer Erklärungen
von Erwachsenen bedarf….
Zitate:
hier mal ein Auszug, als Henrik und Ylva sich nach dem Baden gegenseitig
abtrocknen:
"…Der
hier muss bei Jungs immer ganz besonders trocken sein, sagte Ylva
und rieb mich sorgfältig ab. - Und Mädchen müssen hier trocken sein
- sagte ich - und nahm es bei Ylva ebenfalls sehr genau. - Weißt
du was? - fragte Ylva und lächelte, als ich rot wurde, - Weißt du,
warum er so groß und eifrig wird, wenn du so rot und verlegen wirst?
- - Weil du so an ihm rummachst, oder? - - Nicht nur. Das hat damit
zu tun, dass er hierher will. - - - will er gar nicht! - Schrecklicher
Gedanke! Wo hatte sie den nur her? - Aber Ylva lachte ihr Lachen
und sang: Dooooch! ---….."
Beide
Haben Geburtstag, sie sind am gleichen Tag geboren, Henrik betrachtet
Ylva als seinen Zwilling und als Ylva an diesem Tag vor dem Spiegel
steht, ruft sie Henrik, -
"So
und jetzt guck mal! - - Und zähl!! - - - - Aus dem geheimen Nirgendwo
warf der Spiegel seinen Regenbogen über uns. Acht Farben liefen
über die Brust. Wie hieß die neue Farbe? Das müsste ich Mama
fragen. - Hab ichs nicht gesagt? fragte Ylva. - - doch, das hast
du gesagt. - - Und wir sind acht geworden, oder nicht?....."
Henrik
besucht häufig die Bibliothek, wo er schon längst die Bücher für
Erwachsene liest. Und er sucht Nachschlagewerke, wo er herausfinden
will, was es mit diesem Geheimnis auf sich hat, das Männer mit Frauen
machen, und das alles.
"….Alle
schienen darüber Bescheid gewusst zu haben, nur ich nicht. Warum
war das nur so geheim? Alle Erwachsenen schienen andauernd damit
beschäftigt zu sein, verschwiegen es jedoch. Ihre Kinder schienen
dabei zuzuschauen, da sie soviel darüber wussten. Doch das Gerede
der Kinder bildete dennoch einen Ring um dieses Geheimnis. einen
zu undurchdringlichen Ring, dass ich, der ich keinen Papa hatte,
der bei Mama erigierte und kopulierte, nicht die blasseste Ahnung
hatte, bis ich mich eben selbst darüber informierte. Aber der Weg
durch die verschlungenen Erklärungen der Nachschlagewerkel war schwierig…."
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