Asta Scheib

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1. Auflage: 2007

 

 

Meine Zusammenfassung
Obwohl das Geschehen altbekannt ist, das Leben des russischen Adels, der Zarenfamilie und seiner zahlreichen Verwandtschaft, und auch die Folgen, die ihren Höhepunkt in der Revolution der Bolschewiki finden, schildert die Autorin diese Geschichte auf ihre eigene, fesselnde Art; und da sie von Felix und seiner Familie ausgeht, auch eine nicht so bekannte Sichtweise.

Die Figur von Rasputin wird genau beschrieben, seine Herkunft, sein Leben, bevor er an den Zarenhof kam; er war von seinem sibirischen Dorf, wo er Frau und Kinder hatte, ausgezogen in die Welt und eignete sich das Predigen an, das er bei anderen Predigern abgeguckt hatte, und übte nach und nach das ebenso aus, nur so, dass er sich einen magischen Blick usw. angeeignet hatte, der die Menschen faszinierte und fesselte. Und so war er auch als Schamane und Wunderheiler bekannt. Immer wieder kehrte er aber zu seiner Frau und seinen Kindern zurück, die er zärtlich liebte. -

Als eines Tages der Zarensohn - der Augapfel seiner Mutter, nach 4 Töchtern der heiß ersehnte Sohn - an seiner von seiner Mutter ererbten Bluterkrankheit einen schweren Anfall hat, und der Arzt am Hof und sonst kein Mediziner dem Jungen mehr helfen kann, wird Rasputin gerufen. Von der Zarin zunächst verabscheut, rettet er jedoch den Zarensohn. Und so geht es immer wieder, wenn die Krankheit wieder zum Vorschein kommt. Rasputin muss immer in der Nähe sein, sonst kann niemand dem Zarewitsch helfen. Dadurch gewinnt Rasputin natürlich unglaubliches Ansehen beim Zar und der Zarin.

Die Bevölkerung durfte aber von dieser Erbkrankheit der Zarewitsch nichts wissen, und konnte daher auch nicht wissen, wieso Rasputin diesen Einfluss auf den Zaren und auch die Politik in Russland hatte. Es wurden ihm daher die phantasievollsten Beziehungen, vor allem zur Zarin unterschoben, die nicht zutrafen. Der Zar wie auch seine Frau, eine deutsche Prinzessin, ließen sich sehr stark von Rasputin beeinflussen und auch beraten. -
Sie hatten ihm ein Haus mit Angestellten zur Verfügung gestellt, und er hatte seine Frau und seine vier Töchter und den Sohn aus Sibirien nach St. Petersburg kommen lassen, die jetzt alle sehr luxuriös und im Wohlstand lebten. Nur, dass der Zar von Rasputin insoweit beraten worden wäre, dass er von ihm den Rat bekommen hätte, den Krieg zu beginnen, das entsprach keinesfalls der Wahrheit; das Gegenteil war der Fall, Rasputin hatte den Zaren immer wieder vor solch einem Schritt gewarnt und sah die kommende Revolution wie auch den Sturz und Zusammenbruch des Zarenreichs voraus.
Rasputin lebte ein wildes Leben, sprach dem Wodka zu, hielt sich in Lokalen auf, bei Tänzerinnen und Huren, was aber keineswegs seine innige Liebe zu seiner Frau beeinträchtigte.
Als er dann auf Felix trifft, treten auch seine anderen, ihm bisher nicht bekannten sexuellen Begierden gegenüber Männern zutage. - Er verliebt sich leidenschaftlich in Felix, der Rasputin anfangs aber verabscheut, sich dann jedoch schließlich auf fatale Weise zu ihm hingezogen fühlt; sie haben einige wilde, zügellose Begegnungen, und Felix schämt sich dessen sehr, verabscheut sich selbst deshalb - - - ,

und als eines Tages auch seine heißgeliebte Gemahlin ihm zu verstehen gibt, dass sie sein Verhältnis zu Rasputin nicht duldet, bzw. ihn abweist usw., beschließt er, Rasputin zu töten.
Felix und noch ein paar andere junge Adelige planen den Mord an Rasputin, führen ihn aus und werfen ihn in den Fluss, wo er aber schnell gefunden wird. Der offizielle Grund für diesen Mord sollte sein, den vom Volk gehassten Rasputin wegen seines Einflusses auf die Politik des Zaren endgültig auszuschalten.

Felix, sein Freund Dmitrij und noch drei andere Freunde werden vom Zar in die Verbannung geschickt, d.h. sie müssen Petersburg verlassen; der Forderung der Zarin, alle erschießen zu lassen, kam der Zar nicht nach.

Die Bolschewiki stürmten bald nach diesen Geschehnissen die Zaren-Paläste, die Paläste des anderen Adels usw., plünderten die Schlösser und Häuser der Adligen und Wohlhabenden aus, sie wüteten grausam. In deren Verlauf auch die Zarenfamilie ermordet wurde, usw. - was alles hinreichend bekannt ist -

Das wird alles sehr plastisch geschildert, meistens von zwei Warten aus, einmal von einer Familie des Volkes, einmal von Familien des Adels.

 

 

 

Asta Scheib, geboren in Bergneustadt/NRW, arbeitete als Redakteurin bei verschieenen Zeitschriften.

In den achtziger Jahren veröffentlichte sie ihre ersten romane und gehört heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellerinnen.

Ihre romanbiografie "Eine Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von FaberCastell" wurde zum gefeierten Bestseller.

Bei Hoffmann und Campe erschienen bisher die Romanbiografie "In den Gärten des Herzens. Die Leidenschaft der Lena Christ" (2002) - auch als Hörbuch - sowie "der Austernmann" (2004)

Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

 

 

Frost und Sonne: Klappentext:

"Fürst Felix Jussupow wächst Ende des 19. Jahrhunderts in einer der reichsten und mächtigsten Adelsfamilien Russlands auf.
Der intelligente und gut aussehende junge Mann ist der Liebling des Zarenhofs. Dort bewundert man neben seinem Charisma auch seine Extravaganzen - bis auf eine: seine Liebe zu Männern. Immerhin ist er mit einer der schönsten Frauen seiner Zeit verheiratet, Irina, der Nichte des Zaren Nikolaus II.
Trotz der innigen Liebe zu seiner Frau hält er die leidenschaftliche Beziehung zu seinem Jugendfreund Dmitrij aufrecht. Als der Zar davon erfährt, verlangt er von Felix, seine homosexuelle Neigung von dem Wunderheiler Rasputin behandeln zu lassen, der dem todkranken Zarensohn schon oft das Leben gerettet hat. Zwischen Felix und dem Schamanen bahnt sich schon bald eine tödliche Tragödie an.
Asta Scheib erzählt in ihrem historischen Roman nicht nur von außergewöhnlichen Menschen jeder Zeit, sondern fängt auf einzigartige Weise die Athmospäre der Petersburger Gesellshaft ein, die nicht begreift, dass ihr Untergang unmittelbar bevorsteht."

Diese Geschichte war mir schon in groben Zügen bekannt, allerdings nicht so genau bezüglich der familiären Situation und Lebensweise der Zarenfamilie und des Umfelds, also des Hochadels in Russland. In dieser Geschichte kann man aber lesen, dass die allgemein verbreitete Ansicht über Rasputin ein Märchen ist. Dass sich das so verhalten hat, wie die Autorin das in diesem Buch schildert, dürfte wenig Leuten bekannt sein.

Die Autorin hat ihre Geschichte auf zahlreichen Recherchen und Untersuchungen aufgebaut, hat das also nicht frei erfunden. Ausschmückungen wohl, aber die realen Tatsachen beließ sie. Und auch heute noch erschüttern die Berichte über diese Riesenunterschiede, die damals ja im gesamten Europa noch gang und gäbe waren; also hier die Superreichen, die in Saus und Braus leben, mit jedem erdenklichen Luxus, mit riesigen Vermögen, und daneben dann das zahlreiche Volk, immer nahe am Existenzminimum.

Wieso ich ein solches Buch in die Hand genommen habe? Ganz einfach, weil mich die Autorin interessierte, die Zarengeschichte eigentlich weniger. Aber diese Geschichte ist dennoch sehr spannend zu lesen gewesen, und brachte vor allem auch eine ganz andere Sichtweise über die Person des Rasputin. Und was mich beim Lesen solcher Geschehnisse aus der Zeit des Feudalismus immer wieder dazu verführt, Ähnlichkeiten oder Verbindungen zur heutigen Zeit zu sehen.
Und: Zwar nicht derart, und auf solche krasse Weise. Aber nur weil das mehr versteckt ist und der heutige "Adel", also die Milliardäre ihren Luxus nicht so präsentieren wie damals z.b. die Königs-, Kaiser- und Fürstenhöfe. Gut, am Existenzminimum leben heute wenige Menschen in Europa, die Masse ist zufriedengestellt, jeder hat seinen Kühlschrank, seinen Fernseher, sein Auto und seine Urlaubsreise, wenn er fleißig arbeitet. Arbeitet er sehr fleißig, kann er sich sogar ein Häuschen bauen. :-)
Diese kurze Verbindung fiel mir zwangsläufig ein. Deshalb halte ich das Lesen solcher "alten Geschichten" für nicht ganz unwichtig.