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Ein kurzer Anriss:
Ein kleiner Junge, 14 Jahre alt, (Moses genannt), Vater ist Jude,
er ja dann auch, Vater ist ein Jurist, der schwermütig ist und mit
seiner jüdischen Vergangenheit riesige Probleme hat, und der kleine
Junge bekommt das mit. Eine Mutter hat er nie gesehen, kann sich
nicht an sie erinnern.
Mit dem Geld, das er seinem Vater gemopst hat, geht er zu einer
Nutte, und hat dort sein erstes sexuelles Erlebnis. - Aber das ist
nur eine winzige Nebengeschichte.
Momo hat sich dann angewöhnt, einfach zu lächeln, weil er festgestellt
hatte, dass da die Menschen ganz anders auf ihn reagieren. Und so
kommt dann bei allen möglichen Situationen sein innerer Befehl:
"zack: Lächeln!"
Er findet in dem kleinen Laden des Türken (in einem Stadtteil von
Paris) alles, was er braucht. Und zwar nicht nur Sachen die man
kaufen kann, sondern er findet einen Menschen.
Der alte Besitzer, Monsieur Ibrahim, zwar 'Araber' genannt, weil
Araber dort so genannt werden, weil sie rund um die Uhr geöffnet
haben, aber er stammt aus der Türkei, hat seinen kleinen Laden voll
gestapelt mit allem Möglichem, sitzt Tag und Nacht ruhig da auf
seinem Stühlchen. Er hat die Weisheit des Lebens, vor allem des
Glücks längst gefunden, und gibt sie weiter an Momo.
Sie werden Freunde, und als der Vater von Momo eines Tages verschwindet,
wird er von seinem Freund adoptiert. Sie kaufen dann auch ein Auto,
aber keiner hat einen Führerschein, was aber nichts macht. Monsieur
Ibrahim macht dann den Führerschein, Moses lernt vom Hintersitz
aus mit, er ist noch zu jung mit seinen 14 Jahren.
Als sie sich dann aber auf die Reise machen, fährt Moses, Monsieur
Ibrahim ist der Beifahrer. Und er erzählt und erzählt, so das Moses
eigentlich die ganzen Gegenden die sie durchfahren nur vom Beschreiben
seines Beifahrers her kennt, er selbst konzentriert sich nur auf
die Straße.
Sie durchfahren die ganzen Landstriche, bis Istanbul, aber sie
wollen ja weiter zum Meer....... und sie kommen dort auch an. Sie
besuchen u.a. auch eine Tekke, das ist ein Ort, wo die Priester
sich immer um sich selbst drehen, sie nennen das Tanzen, und Monsieur
Ibrahim und Moses gehen oft tanzen.
Wie die Reise endet erzähle ich jetzt nicht, aber es geschehen
ganz viele interessante Dinge!
Aber eine Stelle möchte ich zitieren, gegen Ende des Buchs, wo
Ibrahim zu Momo spricht:
"…..'Momo, hier ist die Reise zu Ende' - ‚Aber nein, noch sind
wir nicht an Ihrem Geburtsmeer angekommen'. ‚Doch, ich bin angekommen.
Alle Arme des einen Flusses münden im gleichen Meer. Im einzigen
Meer.'
Und gegen meinen Willen fing ich an zu weinen. ‚Momo, ich bin nicht
zufrieden.' ‚Ich habe Angst um Sie, Monsieur Ibrahim.' ‚Ich habe
keine Angst, Momo. Ich weiß was in meinem Koran steht.'
Diesen Satz hätte er nicht sagen sollen denn der weckte schöne Erinnerungen
in mir und ich habe noch mehr geheult.
‚Momo, du weinst um dich, nicht um mich. Ich habe ein gutes Leben
gehabt. Ich habe ein schönes Alter erreicht. Ich habe eine Frau
gehabt, die vor vielen Jahren gestorben ist, die ich aber noch immer
liebe. Ich habe meinen Freund Abdullah gehabt, den du von mir grüßen
musst. Mein kleiner Laden ist gut gelaufen. Die Rue Bleue ist eine
hübsche Straße, auch wenn sie nicht blau ist.
Und außerdem hatte ich dich.'
Um ihm eine Freude zu machen, unterdrückte ich all meine Tränen,
ich gab mir Mühe, und zack: Lächeln! Er war zufrieden. Es war, als
würde er weniger leiden. Zack: Lächeln!
Langsam schloss er die Augen
. ‚Monsieur Ibrahim!!' - ‚ppsssst, mach die keine Sorgen, ich sterbe
nicht, Momo, ich gehe nur ein in die Unendlichkeit.'
Das war es."
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"Eric-Emmanuel Schmitt wurde am 28.03.1960 in St.-Foy-les-Lyon
geboren, studierte Klavier in Lyon und Philosophie in Paris. Seine
Dissertation schrieb er zum Thema "Diderot und die Philosophie der
Verführung" und war zunächst Lehrbeauftragter im Fach Philosophie
an den Universitäten Besancon und Chambéry. Seit Beginn der 90iger
Jahre arbeitet er als Romancier, Dramatiker und Autor für Theater,
Film und Fernsehen. "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
ist seine erste Publikation in deutscher Sprache. Schmitt lebt heute
in Brüssel. Für "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" erhielt
Eric-Emmanuel Schmitt den Deutschen Bücherpreis 2004 in der Kategorie
"Publikumsliebling des Jahres"--------."
(Klappentext)
Buchdaten:
Gebundene Ausgabe
112 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt;
Auflage: 10 (14. September 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596161177
ISBN-13: 978-3596161171
Originaltitel: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran
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Obwohl
dieses Büchlein schon häufig vorgestellt wurde, mache ich das nochmal.
Weil
ich es als ganz tolles Weihnachtspräsent anbieten möchte.
Ich
habe es auf einmal durchgelesen, und es war so nett, erfrischend
und dennoch voll philosophischer Ansätze, dass es jeder lesen kann,
und sehr gut verstehen kann. Vor allem was sich dahinter verbirgt.
Ich
kann nur nochmal wiederholen, welch zauberhaftes Büchlein das ist,
und dabei sinnhaft, sehr viel aussagend (mir kommen fast Vergleiche
wie zum Kleinen Prinzen in den Sinn).
Und
was dieses kleine so unscheinbar anmutende Büchlein auch noch schafft,
es hinterlässt ein sehr gutes Gefühl, ein rundum zufriedenes, eine
Ruhe strahlt es aus, Positives rundum.
Es
ist in großer Schrift geschrieben, schön aufgemacht, also wirklich
auch etwas für Leute die keine dicken Bücher lesen wollen, oder
auch Leute, die normal ganz wenig lesen!!!
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