Elke Schmitter

 

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"Manchmal wundert mich, dass es so gleichgültig ist, wie die Zeit vergeht, wieviel Zeit vergeht. Als wäre die Seele aus Lehm, und der Abdruck seiner Hände - oder vielleicht nur der seines Schuhs - wäre eingetrocknet für immer."

 

"Vor vielen Jahren ist Katharinas Liebhaber verschwunden, und sie weiß bis heute nicht, warum und wohin. Sie weiß nicht, ob Robert sie einfach verließ - oder ob er vielleicht getötet wurde. Dieser Gedanke entsteht durch ein Buch, auf das sie zufällig stößt. Und es scheint ihr unvermeidbar, diesen Gedanken zu verfolgen - um ihres Lebens willen, in dem seit damals nicht mehr viel geschehen ist: Studium, ein wenig geliebter Beruf, ein Auskommen als Single ohne grö0ere Höhen und Tiefen. Vielleicht macht sie das so empfänglich für die Verführungen der Fiktion. Jedenfalls ist Katharina davon überzeugt, die Tochter einer Romanheldin zu sein. Und in diesem Roman endlich die Geschichte ihres Lebens zu erfahren."

 

 

 

 

Elke Schmitter, geb. 1961 in Krefeld, arbeitete als Redakteurin und Kritikerin für die taz, Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung. Seit 2001 ist sie Mitglied der Spiegel-Redaktion. Als Autorin debütierte sie 1981 mit dem Lyrikband "Windschatten im Konjunktiv". 1988 erschien der Essayband "Und grüß mich nicht unter den Linden" zu Heinrich Heine. 2000 veröffentlichte der Berlin Verlag ihren ersten Roman, "Frau Sartoris", 2002 folgte der Roman "Leichte Verfehlungen". Zuletzt erschien im Berlin Verlag der Lyrikband "Kein Spaniel" (2005) "Frau Sartoris" wurde bisher in 17 Sprachen übersetzt. Das Times Literary Supplement schrieb zu diesem Buch: "Elke Schmitter fasziniert durch ihr untrügliches Gespür für die Spannungen unter der Oberfläche des normalen Lebens - Spannungen, die sie in der Sprache selbst sichtbar werden lässt."

Wenn man ihren Roman Frau Sartoris nicht gelesen hat, ist es relativ schwer, den Einstieg in dieses Buch zu schaffen. Weil es in diesem Buch darum geht, dass Katharina das Buch "Frau Sartoris" liest und darin Übereinstimmungen mit ihrem eigenen Leben findet und sogar die Verfasserin anschreibt und sie bittet, ihr Informationen zu geben über ihre Mutter. - Ist Fiktion, aber sie versteift sich über das ganze Buch darauf, dass die Autorin von Frau Sartoris ihre eigene Geschichte mit ihrer Mutter in diesem Roman verarbeitet hat.

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