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Meine Inhaltsangabe:
Die Autorin erzählt das Leben ihrer Mutter von deren Geburt an.
Eine jüdische Familie, aber nicht die strengen jüdischen Riten praktizierend.
Else, die Mutter der Autorin, ist fasziniert von dem freien Leben
der Christen und hat fast nur noch Umgang mit ihnen, mit jüdischen
Leuten aus der Familie der Eltern nur bei Familienfesten. Sie lebt
das wilde Leben im damaligen Berlin, heiratet aber relativ früh,
bekommt auch einen Sohn, Peter. Sie hat aber immer ihre Liebeleien
und Männer, sie ist eine schöne Frau, die Männer liegen ihr zu Füßen.
Sie hat dann auch einen Geliebten, von dem sie eine Tochter bekommt,
die als Tochter ihres Mannes Fritz Schwiefert eingetragen ist. -
Eine Freundin von Else hat sich in Fritz verliebt, Else selbst hat
ihren Freund, den Vater ihrer Tochter. - Und so ziehen sie eines
Tages zusammen in ein großes Haus, leben dort, jeweils jeder mit
seinem Partner. Es ist eine idyllische, wilde und schöne Zeit. Als
sich Else dann in einen anderen Mann verliebt, nur eine Liebelei,
verlässt sie der Mann aber, und zwar für immer.
Sie lernt
bald darauf ihren zweiten Mann kennen, Dr. Erich Schrobsdorff, aus
einer reichen und vornehmen Berliner Familie. Sie wird von der Familie
nicht nur als Jüdin abgelehnt, sondern auch wegen ihres Lebenswandels
und ihrer sonstigen Herkunft. Das ignoriert sie und sie gewinnt
schließlich Erich, und heiratet ihn sogar später.
Sie haben eine Tochter bekommen, Angelika. Sie wurde in Freiburg
geboren, weil die Else und Erich auf der Rückfahrt aus der Schweiz
waren, und unterwegs die Wehen eingesetzt hatten, am Hl. Abend,
und so kam Angelika an Weihnachten in Freiburg zur Welt.
Else hatte nun drei Kinder, von drei verschiedenen Vätern. Sie lebte
mit ihrem Mann gut zusammen, war reich und hatte mehrere Häuser
und Wohnungen zur Auswahl, wo Sommer oder Winter verbracht wurden.
Erich war auch ihren anderen Kindern immer ein sehr guter Vater.
Aber Else kann es nicht lassen, und bald hat sie wieder Affären
usw., Erich sieht großzügig darüber hinweg. Später irgendwann hat
er aber auch eine Freundin, sie leben dann auch in getrennten Wohnungen,
verbringen aber alle Ferien und Festtage zusammen, immer in Harmonie,
eine Scheidung kommt nicht in Frage.
Als dann in der Nazizeit die Gefahr von Tag zu Tag wächst, keine
Ausreisen mehr möglich sind, den Juden die Pässe abgenommen worden
waren usw., verschafft ihr Erich einen Mann, der sie heiraten soll,
ein Bulgare. Dazu müssen sie sich allerdings jetzt scheiden lassen.
Der Bulgare kommt, die Hochzeit findet statt und Else reist in letzter
Minute mit ihren Kindern nach Bulgarien ab. Dort lebt sie in sehr
einfachen Verhältnissen, ihr Schein-Ehemann ist ihr bei allem behilflich,
mit Erich hat sie regelmäßigen Briefkontakt, und er selbst kommt
alle paar Monate nach Bulgarien, die Familie besuchen und sie verbringen
wunderschöne Ferienwochen am Schwarzen Meer.
Der Sohn Peter ist inzwischen aus Deutschland ausgewandert, ist
zuerst in Portugal, dann in Palästina, dann in der Türkei, später
dann in Frankreich, wo er kurz vor Ende des 2. Weltkrieges als Soldat
fällt, mit 28 Jahren. Die Familie durchlebt während des Krieges
in Bulgarien schwerste Zeiten, aber sie können überleben. Die Nachricht
vom Tode Peters trifft Else sehr schwer. Inzwischen ist sie auch
schwer erkrankt, hat eine Gesichtslähmung, die sie entstellt und
ihre Sprache behindert. Später wird dann sogar Multiple Sklerose
diagnostiziert. Die eine Tochter (Bettina)heiratet einen bulgarischen
Arzt, bekommt auch eine Tochter und bleibt dort, als Else mit ihrer
Tochter Angelika nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrt. Sie
bewohnt zunächst in Garmisch ein bescheidenes Zimmer. Angelika hat
inzwischen einen Amerikaner geheiratet, den sie in Bulgarien kennengelernt
hatte. Else stirbt nach eineinhalb Jahren an ihrer schweren Krankheit,
kaum über 50 Jahre alt, in Deutschland.
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Angelika Schrobsdorff geb. am 24. Dezember 1927 in Freiburg im
Breisgau, ist eine deutsche Schriftstellerin. Ihre Mutter war eine
assimilierte Jüdin, der Vater entstammte dem Berliner Großbürgertum.
Sie wuchs in Berlin auf und flüchtete mit ihrer Mutter und ihrer
Schwester 1939 nach Bulgarien, wo sie bis zum Ende des Krieges blieb.
Ihre Großmutter wurde in Theresienstadt ermordet.
Sie verbrachte ihre frühe Kindheit in Berlin, von wo aus sie 1939
mit ihrer jüdischen Mutter Else (die in erster Ehe mit dem Autor
Fritz Schwiefert verheiratet war) nach Sofia emigrierte.
1947 kehrte Schrobsdorff nach Deutschland zurück. 1971 heiratete
sie den französischen Filmemacher Claude Lanzmann, mit dem sie anschließend
in Paris lebte. Es folgten einige Jahre in München, bis Schrobsdorff
1983 beschloss, nach Israel überzusiedeln.
Die Autorin lebte bis Anfang 2006 in Jerusalem, in einem Haus
an der grünen Grenze nahe der Altstadt, das direkt an palästinensisches
Gebiet angrenzte.
Heute lebt Angelika Schrobsdorff wieder in Berlin. Schrobsdorffs
erster Roman Die Herren (1961) löste einen Skandal aus und machte
die Autorin bekannt. Ihre Werke wurden und werden in etliche Sprachen
übersetzt.
Sie kann dem Altwerden keine guten Seiten abgewinnen: "Ich werde
immer radikaler und ungeduldiger." Sie glaubt, Frauen hätten es
mit dem Verlust der Attraktivität doppelt schwer. Ihr Wunsch einen
großen Altersroman zu verfassen, scheitere an einer altersbedingten
Schreibblockade
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Die
Autorin beschreibt sehr genau in sehr vielen Einzelheiten das Leben
der Familie ihrer Mutter. Immer ist daraus die große Liebe der Mutter
zu ihren Kindern zu erkennen, und ganz besonders auch die Liebe
der Kinder zur Mutter. Peter ist vernarrt in seine Mutter, und die
erste Zeile eines Gedichts von ihm: "Du bist nicht so wie andre
Mütter" ist der Titel dieses Buchs.
Angelika, die Autorin, hatte ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer
Mutter, das sich erst etwas normalisierte, als sie recht spät in
die Pubertät kam und auch relativ jung einen Amerikaner heiratete.
Da
dieses Buch eine große Zeitspanne beschreibt, vom 1. über den 2.
Weltkrieg bis Anfang der fünfziger Jahre, ist es ein sehr interessantes
Werk, das die Zeiten sehr gut beschreibt; und zwar aus der Sicht
dieser gemischten Großbürger-Juden-Familie.
Und auch interessant beschrieben ist, wie die Balkanstaaten schließlich
auch in den Krieg eintraten, wie es dort zuging, was dann geschah,
als in diesen Oststaaten eben nicht, wie hier im Westen, die Engländer,
Franzosen und Amerikaner die Macht hatten, sondern eben die Sowjets.
Insgesamt spannend von der ersten bis zur letzten Seite, zu lesen
wie ein Roman, und ist eigentlich eine Autobiografie der Autorin
Angelika Schrobsdorff.
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