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Zitat: "Alexander Solschenizyn verbrachte
viele Jahre seines Lebens in den Straflagern Sibiriens und in der
Verbannung. Gestützt auf seine eigenen Erfahrungen und die
Berichte von über 200 Überlebenden hat er zwischen 1958
und 1967 ein aufrüttelndes Epos geschaffen, das die "unmenschliche
Macht von Menschen über Menschen" bezeugt: Der Archipel Gulag.
Das Buch besteht aus drei Bänden. Im ersten Band steht die
geschichtliche Entwicklung des Systems im Mittelpunkt. Band 2 schildert
die Lagerwelt aus der Sicht der verschiedenen Gruppen, die sie bevölkerten
und beschreibt den Weg der Häftlinge von der Einlieferung bis
zum Tode durch Erschöpfung, Krankheiten oder den Sadismus der
Bewacher. Mit dem dritten Band ist das Werk abgeschlossen. Er handelt
von der Bestrafung politischer Häftlinge unter dem zaristischen
und dem bolschewistischen System, schildert die Massenvertreibung
ganzer Klassen, die Zwangsumsiedlung ganzer Völker und gibt
einen Ausblick auf die Zeit nach Stalin.
Solschenizyn nennt Der Archipel Gulag den "Versuch einer künstlerischen
Bewältigung", "all jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten,
um dies zu erzählen". Das Buch ist ein Aufschrei, eine Anklage
gegen die Unmenschlichkeit, gegen die Unfreiheit und gegen den Terror.
Solschenizyn hat das sowjetische Lagersystem weltweit bekanntgemacht,
er hat die Öffentlichkeit aufgerüttelt und er hat das
Sowjetunionbild des Westens maßgeblich geprägt. Es mag
inzwischen wissenschaftlich fundiertere Arbeiten über den Gulag
geben, an der herausragenden Bedeutung von Solschenizyns Werk ändert
das nichts.
Mögen die Lager auch verschwunden sein, Solschenizyns Botschaft
ist heute noch so aktuell wie vor dreißig Jahren: "Es wurde
mir nach und nach klar, daß die Grenze zwischen Gut und Böse
nicht zwischen Staaten, Klassen oder Parteien verläuft, sondern
quer durch das Herz des Menschen. Es ist unmöglich, das Böse
ganz aus der Welt zu schaffen, aber es ist möglich, es aus
dem Innern des einzelnen Menschen zu vertreiben."
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Alexander Solschenizyn wurde 1918 in
Kislowodsk geboren. 1970 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
1974 wurde er aus der Sowjetunion ausgewiesen. Er lebte zunächst
in Zürich und seit 1976 in den USA.
Nachtrag:
Er verstarb am 04. August 2008 in seiner russischen Heimat, wo er
seit 1994 lebte.
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Ich
habe dieses Buch 1973 während eines dreiwöchigen Krankenhausaufenthaltes
gelesen.
Danach öfters noch mal reingeschaut - ich glaube es wäre
anmaßend, eine Kritik dazu zu äußern.
Aber: Es ist ein unwahrscheinlich interessantes Buch, das man unbedingt
gelesen haben sollte!
Gut, es ist nicht ganz einfach zu lesen, ein bisschen Disziplin
ist schon angebracht, aber diese Disziplin erübrigt sich nach
spätestens einem Drittel des Buches.
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