Sabriye Tenberken

tenberken_das_siebte_jahr

Klappentext:
"Als der blinde Tashi noch ein kleiner Junge war, wurde er von seinem Vater zum Betteln gezwungen und allein gelassen. Gyendsen war allseits beliebt und ein sehr guter Schüler. Dann erblindete er. Sogar seine Eltern gaben ihn auf, und Gyendsen zog sich von der Welt zurück. Auch Kyila, ein Mädchen, das erfahren hat, dass sie als blinde für die Gemeinschaft keinen Wert bestitzt, musste erst wieder lernen, Zutrauen zu sich selbst und den eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Erik Weihenmayer aus den USA, der als erster blinder Bergsteiger den Mount Everest bezwungen hat, ist überzeugt, dass er den Jugendlichen aus Tibet helfen kann, neues Selbstbewusstsein zu entwickeln; er will mit ihnen zusammen einen Himalaja-Gipfel besteigen, Sabriye Tenbergen willigt nur zögernd ein. Denn eigentlich haben die Schüler, die im Blindenzentrum von Lhasa leben und lernen, das Sabriye vor sieben Jahren zusammen mit ihrem Freund Paul Kronenberg gegründet hat, ihren eigenen Gipfel schon längst bezwungen. Doch die "Climbing-Blind"-Mission nimmt ihren Lauf.
Im Herbst 2004 machen sich sechs blinde Jugendliche, Sabriye, Paul Kronenberg, Erik Weihenmayer und seine Bergsteigerkollegen, begleitet von einem Filmteam, an den Aufstieg zum Lhagpa Ri, einem Nebengipfel des Mount Everest. Nachdem sie auf 6.400 Metern Höhe einen märchenhaften Palast aus Eis bestaunt haben, schlägt das Wetter um. Paul und andere Teilnehmer der abenteuerlichen Expedition leiden an akuter Höhenkrankheit und müssen absteigen. Sabriye und drei der Jugendlichen bleiben mit einer Rumpfmannschaft in eisiger Höhe zurück, während der Schneesturm um das Everest-Basislager fegt………….."

Meine Zusammenfassung

Sabrye Tenberkens Intention war, behinderten Kindern in diesen Regionen zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen. Dort ist es so, dass ein behindertes Kind eine Schande für die Familie ist, es wird ausgegrenzt, oft auch ausgesetzt. Und so finden sich in den Städten auf der Straße zahlreiche Kinder, die entweder nicht sehen können, die Missbildungen haben, gehbehindert sind, also mit teilweise schweren Behinderungen. Aber: Die Autorin wehrt sich dagegen, die Annahme der Einheimischen zu übernehmen, dass diese Kinder Menschen zweiter Klasse sind, bzw. an unterster Stelle agieren, und für irgendetwas als Strafe angesehen werden. Sie gründet eine Schule, anfangs ziemlich primitiv und nur von privater Hand finanziert. Sie holt sich diese Kinder praktisch von der Straße, aber auch einige von Familien direkt. Und da sie selbst blind ist, und weiß, was blinde Menschen dennoch leisten können, ist ihr Hauptaugenmerk auf blinde Kinder gerichtet. Sie möchte ihnen eine Schulbildung ermöglichen, die sonst niemals dort möglich wäre; und, was das wichtigste ist, dass sie aufgrund ihrer schulischen Ausbildung eine Berufsausbildung absolvieren können und so ihren Lebensunterhalt eines Tages selbst verdienen können, und dadurch natürlich ein Selbstwertgefühl entwickeln können. Da sie selbst auch eine begeisterte Bergsteigerin ist und auch das gemeistert hat, als Blinde, plant sie, diese Tour mit einigen Kindern aus ihrer Schule zu unternehmen. Sie sucht vorher die Kinder aus; nicht alle sind dazu fähig, weil diese Unternehmung sehr viel abverlangt und ein Risiko kann und will sie nicht eingehen, diese Tour ist ja nicht ungefährlich. Und: die Tour beginnt. Und jetzt folgt die Schilderung zu den einzelnen Stationen, die Gruppe wird von ihr, ihrem Freund, und einem Filmteam begleitet. Von jedem Kind erfährt man jetzt die Lebensgeschichte, soweit sie bekannt ist, bzw. soweit das Kind selbst sie erzählen kann, wenn keine Eltern mehr bekannt sind. Auf diesem Trip haben sie mit allem zu kämpfen, was bei solchen Expeditionen üblich ist, mit Kälte, Wind, und nicht zuletzt ab einer bestimmten Höhe mit den Sauerstoffverhältnissen. Aber, nicht nur die Kinder müssen immer wieder motiviert werden, auch die „normalen“ Erwachsenen, die dabei sind, bedürfen häufig der Aufmunterung und immer wieder Motivation zum Weitermachen. Als dann bei der vorletzten Station einer der Erwachsenen und auch ein Kind so große Beschwerden bekommen, dass eine Weiterführung der Tour zu gefährlich werden würde, brechen sie ab. Sie haben ihr Ziel nicht erreicht. Aber: Sie haben ihren großen Sieg errungen!! Im Buch sind auch viele schöne Fotos von den Kindern, von ihrer Schule, der Farm und auch von der Besteigung des Lhagpa Ri, aber wegen Copyright füge ich sie hier natürlich nicht ein.

 

 

"Tenberken Sabriye, geboren 1970 in Köln, erblindete im Alter von zwölf Jahren.

Sie hat Tibetologie, Soziologie und Philosophie studiert und kümmert sich seit sieben Jahren zusammen mit ihrem Lebensgefährten Paul Kronenberg um das von ihnen gegründete Blindenzentrum in Lhasa, den Aufbau eines weiteres Zentrums im südindischen Kerala und die weltweite Arbeit für Bilde mit ihrer Organisation "Braille ohne Grenzen".

Im Jahr 2000 erschienen ihr Bestseller "Mein Weg führt nach Tibet" und ihr Kinderbuch "Tashis neue Welt".

Sabriye Tenberken wurde für ihr Engagement u.a. mit dem "Charity-Bambi" der Burda-Verlagsgruppe, mit dem "Hero Award" des Time Magazine für Europa und Asien und dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet sowie, ebenso wie Paul Kronenberg, von der holländischen Königin zum "Ritter von Oranje" geschlagen.

 

Der Dokumentarfilm von Sybil Robson und Steven Haft ("Der Club der toten Dichter") über die spektakuläre Besteigung des Lhaga Ri wird im Herbst 2006 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert."

 

Ich hatte Sabriye Tenberken irgendwann mal in einer Talkshow im TV gesehen und dann fiel mir zufällig dieses Buch von ihr in die Hände. Zunächst dachte ich, naja das ist irgend so ein Reisebericht, wenig spannend etc., - aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Dieses Buch ist wirklich so spannend wie ein Roman, sehr fesselnd und hochinteressant - - Danach sah ich die Autorin noch dreimal in Talkshows. Und sie ist eine sehr sympatische, charismatische junge Frau, die blind ihren Weg macht, im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Autorin hat eine ganz besondere Ausstrahlung, nicht nur wenn man sie im TV sieht und sprechen hört, nein, auch in ihrem Buch wird das sehr deutlich. Gut, dass das zunächst Hilfe zur Selbsthilfe ist und war, mag sein, macht ja auch nichts. Und dass sie die Menschen davon überzeugen möchte, dass auch Blinde was leisten können, ist auch verständlich, sehr gut sogar. Sie hat sich weitere Ziele gesetzt, was auf ihrer Homepage zu verfolgen ist, die ich ab und zu ansehe. Sie hat ein weiteres Ausbildungszentrum für Blinde in Südindien und auch noch in anderen Orten geplant, einige sind schon am Laufen. Größte Hürde ist immer die Finanzierung. Und da scheut sie keine Mühen, auch das zu regeln, da ist ein starker Wille da, das umzusetzen, was sie geplant hat und es ist nur zu wünschen, dass sie das alles erreicht. Ich kann dieses Buch eigentlich für jeden empfehlen. Es lohnt sich!! Es ist sehr spannend und hochintereressant!

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