Fred Vargas

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Die dritte Jungfrau
Meine Inhaltsangabe:
Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg hat sich ein kleines altes Haus in Paris gekauft und der Nachbar, ein alter Mann, erklärt ihm, dass es in dem Haus spukt und meint dazu: "Die Toten gehen nicht fort, wenn sie ihr Leben nicht zu Ende gelebt haben".

Adamsberg stört das nicht, er hat mit richtigen Morden zu tun, die grade passiert sind, zwei junge Männer waren ermordet worden. Sie werden als Drogentote eingestuft, Adamsberg ist aber anderer Meinung; beide haben Erde unter den Fingernägeln….er sagt es war Mord. Wonach haben sie gegraben, das sie das Leben kostete?? Der Kommissar steht alleine mit der Vermutung, und als auch noch ein verführerischer Gegenspieler in der "criminelle Brigade" auftaucht und Begebenheiten aus der Vergangenheit heraufbeschwört, scheint sich die Sache tragisch auszuweiten.
Der "Neue" in der Brigade stammt auch aus einem Pyrenäendorf, wie der Kommissar auch, aber aus dem Nachbartal, und die Täler sind oder waren immer verfeindet, schon die Kinder und Jugendlichen bildeten Banden, um die Bewohner des anderen Tales zu bekämpfen.

An verschiedenen Schauplätzen geschehen Morde; da werden Hirsche getötet, ihnen das Herz herausgeschnitten, da wird ein Kater verstümmelt und getötet, es gibt geheimnisvolle Recherchen, wo das "sanctis reliquis" bei einem Pater aufliegt, eine Ausgabe von 1663, und an der Stelle aufgeschlagen, wo eine Rezeptur beschrieben ist, die dazu dienen soll, das ewige Leben zu haben….
Der Kommissar lässt Gräber öffnen, wo zwei sogenannte "Jungfrauen" beerdigt worden waren. zieht einen Archäologen zu Rate, beide Frauen waren nicht als Mordopfer deklariert, sondern angeblich bei Unfällen zu Tode gekommen. Was der Kommissar natürlich nicht glaubt und er kann beweisen, dass sie ermordet worden waren.

Diese ganzen Geschehnisse haben eine Verbindung; und zwar ist "jemand" dabei, diese Rezeptur herzustellen, wozu er eben u.a. die Knochen aus dem Katerpenis braucht, die Herzen der Hirsche und eben auch etwas von Jungfrauen, das noch nach ihren Tod weiterlebt…. (und nach langer Unklarheit kann das so zugeordnet werden: Die Haare wachsen auch nach dem Tod noch weiter. Und deshalb waren die Jungfrauen einige Wochen nach ihrem Tod nochmal aufgebuddelt worden, ihnen Haare entnommen worden, aber nur die, die nach dem Tod nachgewachsen waren)

Der Kommissar und seine Brigade decken aber nach und nach Zusammenhänge auf, und eine besonders fähige Frau aus dem Team um Adamsberg gerät in große Gefahr. Und letztendlich wird dann neben der Aufklärung der Morde auch das Geheimnis um die beiden Polizisten aus den Pyrenäendörfern gelüftet….

 

 

Fred Vargas, geb. 1957, und von Haus aus Archäologin, lebt im Pariser Stadtteil Montparnasse.

Mit ihren neun Romanen seit 1994 ist sie heute die bedeutendste französische Kriminalautorin und eine Schriftstellerin von Weltrang, übersetzt in über 30 Sprachen.

Bei Aufbau und AtV liegen in Übersetzungen vor:

Die Schatten des Palazzo Farnese

Die schöne Diva von Saint-Jacques

Der untröstliche Witwer von Montparnasse

Das Orakel von Port-Nicolas

Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

Bei Einbruch der Nacht

Fliehe weit und schnell

Der vierzehnte Stein

Vom Sinn des Lebens, der Liebe und dem Aufräumen von Schränken

 

Die Übersetzerin, Julia Schoch, geb. 1974, studierte Literatur in Potsdam, Montpellier und Bukarest. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam.

Sehr leicht anzulesender Krimi. Spannung ist schön aufgespart, kommt also erst später, nach und nach und sehr dosiert…. Wie bei der Vargas üblich.

Und was mir persönlich besonders gut gefällt, ist ihre sehr witzige Schilderung von Verhaltensweisen verschiedener Personen. Da kommt z.B. ein Polizist vor, der alle Geschehnisse in Reime vor sich hinsagt, dann ein Kater, der immer wie ein *Lappen* auf dem Arm der dicken Polizistin liegt und sich kaum bewegt, und deshalb "die Kugel" heißt….. Übrigens genau dieser träge Kater bekommt eine ganz entscheidende Rolle…..- ich will aber nichts genaueres darüber hier ausbreiten, weil das sonst zu viel verraten würde und ein Leser dann zu früh weiß, was geschieht.

Auch besonders witzig schildert sie, wie der Kommissar in einem Dorf in der Normandie in einer Dorfwirtschaft zum Stammtisch kommt, und wie es da läuft. Da gibt's einen *Verstärker*, der immer auf alles was jemand sagt, das noch bekräftigt, dann gibt's den, der grundsätzlich dagegen ist, was jemand sagt, und noch mehr solcher Beobachtungen.
Und er kommt auch auf das Geheimnis, wie die Leute aus der Normandie Fragen stellen….. z.B. gar nicht. Sie werfen einfach eine Behauptung in den Raum, und rechnen damit, dass jemand, der die Antwort darauf weiß, reagiert. Aber sie fragen niemals…. Also alles sehr lustige aber auch interessante Dinge, die die Autorin hier so zwischendrin bietet.