Fred Vargas

vargas_fliehe_weit_und_schnell_buchtitel

Inhaltsangabe

Tag für Tag steht der bretonische Matrose Joss Le Guern an der Pariser Avenue du Maine und versucht, die schnell vorbei eilenden Passanten mit Lokalnachrichten zu versorgen. In angetrunkenem Zustand ist dem Seebären und Haudegen sein Urahn -- ebenfalls ein "Ausrufer" -- erschienen und hat ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt. Besser als jene sehr realen Flöhe, die ihre Stiche am Hals einer Toten hinterlassen haben. Schwarz ist die Leiche, wie die Pestopfer vergangener Zeiten, und die Flöhe, an denen sie sich infiziert hat, wurden mit der Post geschickt. Kann es da ein Zufall sein, dass Joss in letzter Zeit immer häufiger Texte verliest, die die Apokalypse heraufbeschwören, "wenn Schlangen, Fledermäuse, Dachse und all die anderen Tiere in Massen auf die Felder stürmen, wenn Obst und Gemüse zu faulen beginnt und von Würmern befallen wird"? Immerhin ist die Stadt bald mit schwarzen Leichen durchzogen.
Joss ist überzeugt davon, "dass den Dingen ein geheimes, bösartiges Leben innewohnte", heißt es in Fred Vargas' Roman Fliehe weit und schnell. Und so überrascht es den Ausrufer nicht, dass viele Pariser einen Zusammenhang herstellen zwischen seinen schaurigen Meldungen und den gespenstisch ermordeten Todesopfern, an deren Türen geheimnisvolle Zeichen prangen. Auch Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg glaubt an einen Zusammenhang, nicht aber an einen mysteriösen. Und so beginnt er mit den Mitteln der Logik in diese Richtung zu ermitteln.


 


Fred Vargas, hauptberuflich als Archäologin in einem Forschungsinstitut tätig, lebt in Paris. Ihre Kriminalromane, die sie <rom.pols> nennt, schreibt sie fast ausschliesslich in den Ferien. Dieser Roman wurde in Frankreich 250.000 mal innerhalb eines Jahres verkauft

(ist kein Tippfehler, sie hat den Vornamen Fred)

Dieses Buch hat u.a. sehr amüsante Passagen, z.B. ist da ein *Ausrufer*, ich zitiere mal ein paar Punkte dieses *Ausrufers*:

">Fünf<  rief Joss. >verkaufe einen Wurf Katzen, drei Kater, zwei Katzen. Sechs: Diejenigen, die gegenüber von Haus Nr. 36 mit ihrer Urwaldmusik die ganze Nacht Radau machen, werden gebeten, damit aufzuhören. Manche Leute möchten schlafen. Sieben: Tischlerarbeiten aller Art, Restaurierung alter Möbel, bestes Ergebnis, Abholung und Lieferung. Acht: Strom- und Gaswerke sollen sich zum Teufel scheren. Neun: Die Kammerjäger sind die reinsten Abzocker: Hintrher gibt es genauso viele Kakerlaken wie vorher, aber dafür wollen sie sechsundert Francs. Zehn: Ich liebe dich, Heléne. Ich warte heute abend auf dich im "Chat qui danse". Bernard. Zwölf: an den Fleischer am Platz: das Fleisch gestern war zäh, und das zum drittenmal diese Woche. Dreizehn: Jean-Christophe, komm zurück. Vierzehn: Bullen gleich korrupt gleich Dreckskerle......"  -
usw..... goldig, gell??

Das ganze Milieu in diesem Arondissement beschreibt die Autorin so, dass man sich dort schnell *zu Hause* fühlt. Da gibt es Eigenbrötler mit subtilen Vergangenheitetn, seltsamen Angewohnheiten, und vor allem die Arbeit dieser französischen Polizei wird sehr amüsant geschildert....

Die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Die Polizisten gehen sehr skurilen Hinweisen nach, recherchieren die Begebenheiten der Pest im 18. Jahrhundert in London usw.....usw.

Aber den Schluß erzähle ich hier nicht, sonst ist die Spannung weg, wenn es jemand lesen möchte, was ich sehr empfehlen kann. - keine anspruchsvolle Literatur, aber durchaus lesenswert!!!!!


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