Deborah Wearing

 

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Klappentext:
"Bis zum 26. März 1985 sind Deborah und Clive Wearing ein glückliches Paar: Clive steht am Beginn einer viel versprechenden Karriere als Dirigent und Musiker, und Deborah teilt seine enthusiastische Hingabe an die Musik. Doch dann kommt jener verhängnisvolle Tag, an dem sich das Blatt auf tragische ‚Weise wendet. Ein Virus dringt in Clives Gehirn ein und zerstört sein Erinnerungsvermögen nahezu komplett. Von nun an bewegt sich Clive in einer beängstigenden Welt ohne ‚Vergangenheit: Alles, as länger als einige Sekunden zurückliegt, entzieht sich seinem Zugriff. Stets hat er das Gefühl, aus einer langen Ohnmacht erwacht zu sein, und dies tagein, tagaus, in einer permanenten Endlosschleife. Clive ist einer der gravierendsten Fälle von Amnesie, die je beobachtet wurde, und so grenzt es fast an ein Wunder, dass es eine Erinnerung gibt, die nie ausgelöscht wurde - die Erinnerung an seine geliebte Frau Deborah. Und auch Deborah bleibt ihrem Mann auf das Innigste verbunden, entschlossen sich von diesem Schicksalsschlag nicht entmutigen zu lassen. In ihrem bewegenden Buch erzählt sie von der unfassbaren Erkrankung Clives, aber auch von dem großen Glück, das es für sie bedeutet, ihn auf seinem Weg zu begleiten - bis zum heutigen Tag."

 

 

 

 

 

 

Deborah Wearing studierte Musikwissenschaften und Kunstgeschichte an der Durham University.

Viele Jahre engagierte sie sich für Einrichtungen, die auf die Behandlung von Gehirnpatienten spezialisiert sind, und gründete schließlich selbst ein zentrales Netzwerk, die

"Amnesia Association".

Sie ist heute tätig beim National Health Service in London.

 

Das ist ein hochinteressantes, aber vor allem sehr ergreifendes Buch. Eine Geschichte, von einer Frau erzählt, deren Leben plötzlich total umgewälzt wird, nichts ist mehr wie es vorher war. Als junge Frau unter 30 erlebt sie, wie ihr wesentlich älterer Mann diese schwere Krankheit erlebt. Und sie erträgt alles mit ganz viel Liebe. Und diese Liebe kann ihr wunderbarerweise ihr Mann zeigen und auch sagen, das ist etwas, das er nie vergessen hat. Sachen aus seinem Leben, die schon Jahre zurückliegen, weiß er, er kann auch Noten lesen und sogar dirigieren. Alles was länger zurückliegt ist irgendwo in seinem Hirn noch gespeichert, aber alles kürzlich erlebte ist nach paar Sekunden nicht mehr da. Sehr einfühlsam schildert die Autorin diese ganzen Jahre seit 1985. Sie ließ sich aber dennoch scheiden, ihr Mann lebte ja immer in einem Pflegeheim, an Wochenenden usw. holte sie ihn zwar ab, aber eine Ehe im ursprünglichen Sinn konnte nie mehr geführt werden. Und es war für ihn total egal, ob sie ihn aus New York oder aus London anrief. Immer wenn sie zu ihm kam, strahlte er sie hocherfreut an, froh sie wiederzusehen. Auch wenn sie nur eine Minute aus dem Zimmer war, wenn sie wieder reinkam, begrüßte er sie, als wäre sie jahrelang weggewesen. Sie wollte versuchen ihr eigenes Leben zu finden, sie wollte auch Kinder, suchte sich auch Partner, aber es blieb alles ergebnislos. Ihre große Liebe blieb einfach Clive. Sie zog schließlich wieder nach England, in die Nähe von Clive und fand/findet sich einfach damit ab, dass das ihr Leben war/ist. Er wohnt weiterhin in einem Pflegeheim, wird dort gut betreut. Er braucht ständige Kontrolle und Überwachung, in einer normalen Wohnung kann er nicht leben. Sie besucht ihn ja regelmäßig, und wenn sie dann von zuhause anruft um zu sagen, sie sei gut angekommen, ruft er ihr ins Telefon: "Wann kommst du? - komm bitte mit der Geschwindigkeit des Lichts!"


Ein sehr spannendes Buch, das sich liest wie ein Roman. Obwohl es einen sehr ernsten, ja tragischen Hintergrund hat, wenn nicht diese große Liebe wäre....

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