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 Betreff des Beitrags: Bachtyar Ali
BeitragVerfasst: 12.02.2017, 10:07 
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Ich habe das Buch Ende 16/Anfang 17 gelesen. Es ist sehr beeindruckend.

aus dem Irak – Kurdistan -
poetisch, philosophisch, lyrisch
der Hintergrund ist wohl schon politisch, aber die Geschichte hat mit Politik nichts zu tun. Weder Kritik noch Stellungnahme ist zu lesen.
Es geht primär um Leben schlechthin, den Menschen mit seinen sehr unterschiedlichem Charakter und Art. …. und auf die Auswirkungen – aber eben sehr philosophisch, lyrische Prosa würde ich es nennen. - Insgesamt hervorragend, wenn auch nicht leicht zu lesen.


Auszüge:
Es geht um die beiden Schwestern:
„……..Bei nächtlichen Spaziergängen schienen sie, Hand in Hand; einem für uns unhörbaren Ruf zu folgen. Wenn sie ihn vernahmen, verschwanden sie, um ihm nachzugehen. Genau dieses unentrinnbare Rufen hatte ich auch n der Wüste vernommen. Vielleicht von einer Wildblume, einer tödlichen Wunde in der Brust eines Vogels. Vielleicht vom goldenen Atem eines Spatzen, dem Flüstern eines Steines, den etwas zum Sprechen gebracht hat, oder dem Seufzen eines StücksErde, das aus Angst vor den Geistern der eigenen Bäume flüchten will. Wie soll der Mensch wissen, was ihm aus der Natur zuruft? Er kann nur offen und aufmerksam sein und auf jedes Wispern achten, als Diener des Universums, der zuhören muss, um den Lauf der Welt zu erkennen….--“

Und im letzten Teil dann, wie der Protagonist mit Ikrami spricht:
„…….Ikrami, ich weiß was für ein starker Engel zu bist. Ja, dieses Land macht die besten seiner Söhne einsam. Die Frage ist, ob wir es schaffen oder nicht, es muss einfach getan werden, ohne großes Aufheben zu machen. Nennen wir es nicht Krieg oder Feldzug, denn Krieg schafft nur neuen Schmerz. Auch wenn ein Krieg gegen das Böse, für die Gerechtigkeit geführt wird, füllt er am Ende die Welt mit neuem Schmerz. Auch dann füllt er die Welt bis zum Überlaufen mit Not. Nein, Ikrami Keu, wäre es mir um Gerechtigkeit gegangen, hätte ich die Mörder des ersten Saryasi verfolgt, die Verantwortlichen für das Elend des zweiten Syarasi aufgespürt oder jene zu fassen versucht, die den letzten Syriasi verbrannten. Die Gerechtigkeit ist oft viel hartherziger als die Ungerechtigkeit. Ich spreche von etwas, das keinen Namen hat. Etwas, dem wir noch keinen Namen gegeben haben…...“

Der Protagonist, nach 20jähriger Haft in der Wüste, hat Syriasi 3 Gesichter gegeben.
Im Verlauf sind dann diese drei Charaktere beschrieben. Sehr unterschiedliche Wesen – aber jedes Wesen hat eine Philosophie inne. - Und die hat der Autor hervorragend herausgearbeitet und ist am Ende zu einem Schluss gekommen, der erstaunt, aber auch erklärt.

Über den Autor ist hier einiges zu erfahren: „https://de.qantara.de/inhalt/buchtipp-d ... r-so-lange

_________________
Herzliche Grüße
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